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(1.1.2019) 02
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PUTZ: Gibt es diesbezüglich schon einen Zeitplan?

Peter.Ja, die Ergänzungsprüfungsoidnung ist im Entwurf fertig. In absehbarer Zeit wird sie verabschiedet werden können.

PUTZ: Konnten denn durch die

Weiterbildungsaktivitäten bereits Entlassun­gen von brandenburgischen Lehrern verhin­dert werden, die in sogenannten Überhang­fächern, in denen es sehr viele Lehrer gab oder gibt, unterrichten?

Peter: Sie benennen damit einen wesentli­chen Denkansatz, der auch hinter dem Sonderpiogramm steht. Davon betroffen sind beispielsweise Russischlehrer.

PUTZ: Wie sieht es denn mit dem fachlichen Niveau in den Mangelfächern an den Schu­len des Landes aus? Konnte dieses Niveau dank der Nachqualifizierung der Lehrer in Mangelfächern bereits gehoben werden? Peter: Die berufsbegleitende Weiter­qualifizierung hat sich auf jeden Fall bewährt. Vor allem das schnelle Anwenden der erwor­benen Kenntnisse im Unterricht funktioniert hervorragend. Vor diesem Hintergrund kann man sicherlich von einem gehobenen Niveau sprechen.

PUTZ: Nun ist ja an der Philosophischen Fakultät II der Universität Potsdam vor we­nigen Wochen ein Institut für Sonder­pädagogik gegründet worden. Bis jetzt ist dieses Institut noch ausschließlich in der Nachqualifizierung brandenburgischer Leh­rer tätig, d.h. es gibt noch kein grund­ständiges Studium. Ist so etwas von seiten Ihres Hauses bereits angedacht und wie würden Sie dazu stehen?

Peter: Ich möchte ungern Planungen meines Kollegen Steffen Reiche (dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Anm. d. Red.) vorgreifen, weil Universitäten und Hochschulen ja in seinem Ressort sind. Aber der Bedarf für neu ausgebildete Sonder­pädagogen ist auf jeden Fall da. Seit der Zu­lassung von Förderschulen 1991 ist ein un­heimlicher Qualifizierungsbedarf gegeben, weil wir - im Gegensatz zu früheren Zeiten - selbstverständlich davon ausgehen, daß je­des Kind, ob behindert oder nicht behindert, grundsätzlich bildungsfähig ist und deshalb eine Schule besuchen soll.

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PUTZ: Ich habe in Ihren Plänen für das neue Schulgesetz gelesen, daß Sie eine gemeinsa­me Erziehung von nichtbehmderten und behinderten Kindern in den Schulen anstre­ben und für wünschenswert halten. Da stellt sich dann natürlich die Frage nach einem Studium Sonderpädagogik.

Peter: Eine solche Verzahnung sollte nicht erst in der Schule beginnen, sondern bereits in der Kita. Hier gibt es bereits gute Erfah­rungen mit übergreifenden Modellen, wo al­les nahe beeinander auf einem Gelände statt­findet: Da ist die Kita, die behinderte Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren integriert. Dann gibt es eine Grundschule, die als Förderschule für geistig Behinderte in unmit­telbarer Nachbarschaft zu einer Grundschu­le und zu einer Gesamtschule der Sekundarstufe I errichtet wird. Bei solchen Modellen ist eine sehr enge Verbindung vor­handen, durch die integrierendes Miteinan­der beim Lernen praktiziert werden kann. Der Bedarf ist riesengroß in dieser Richtung. PUTZ: Wird denn die Universität Potsdam - von Ihrer Warte aus beurteilt - im Bereich der brandenburgischen Lehrerbildung den Er­wartungen, die man in sie gesetzt hat und setzt, gerecht?

Peter: Das kann ich nur bejahen. Von de­nen, die sich bereits qualifiziert haben, die jetzt in der Referendarzeit sind und ihre zwei­te Lehramtsprüfung anstreben, ist mir über­haupt nichts Nachteiliges bekannt, in bezug auf ihre Ausbildung an der Universität Pots­dam und hier speziell an der Philosophischen Fakultät II als der lehrerbildenden Einheit Ihrer Hochschule.

PUTZ: Um noch einmal auf die Weiterbil­dung zurück zu kommen - gibt es denn schon Pläne für das Jahr 2000 , wenn das Sonderprogramm Weiterbildung ausläuft? Peter: Dieses riesengroße Programm wird jedes Jahr neu verhandelt. Das geschieht natürlich auch vor dem Hintergrund enger Kassen. Wir bemühen uns in Anbetracht des Bedarfes zwar um eine Erhöhung, aber das ist ein mühseliger Weg.

Weitere Berührungspunkte zwischen dem Bildungsministerium und der Universität Potsdam könnten sich vielleicht bei dem AnsatzLER - Lebenskunde, Ethik, Religion ergeben. Dieses Unterrichtsfach, wenn es denn einmal etabliert werden sollte, muß natürlich auch mit der Qualifizierung der Lehrer begleitet werden. Der Modellversuch wird mit diesem Schuljahr abgeschlossen. Wir haben dann noch ein Jahr des Übergan­ges als Schulversuch, und wie und welcher Form es mitLER dann weitergeht, ist ge­genwärtig noch offen. Die Diskussionen je­denfalls laufen auf Hochtouren. Sobald wir uns entsprechend positioniert haben, werden wir auch nach Ansprechpartnem in der Uni­versität suchen.

PUTZ: Frau Ministerin Peter, ich danke Ih­nen für das Gespräch. Fotos: Rüffert

WISSENSCHAFT AKTUELL

PENTIUM-Fehler wird behoben

Auch die Universität Potsdam wäre ohne die Nutzung moderner EDV-Technik nicht mehr vorstellbar. Um so hellhöriger wurden viele Nutzer, als kürzlich über PENTIUM-Fehler bei ausgelieferten und an der Hochschule vorhandenen COMPAQ-Sy Sternen berichtet wurde. Dieser von INTEL produzierte Fehler beim PENTIUM-Chip verunsicherte.

Wie nun von einer der Zulieferfirmen der Universität bekanntgegeben wurde,liegt der Fehler in der mangelhaften Präzision des Co-Prozessors bei der Primzahlendivision. Dieser Fehler tritt nach heutigen Erkenntnis­sen ca. alle 27 000 Jahre auf, entschuldigt aber nicht die möglichen Fehlerquellen im wissenschaftlichen Bereich." Die Firma gab weiter bekannt, daß COMPAQ-Computer umgehend eine Softwarelösung für alle be­troffenen Kunden zur Verfügung stellen wür­de. Ein neuer PENTIUM-Chipsatz soll im I. Quartal 1995 zum Austausch bereitstehen und nach Bedarf kostenlos in alle betroffenen Geräte eingebaut werden.

Betroffene an der Universität können sich an das Dezernat für Haushalt und Beschaffung wenden. ha.

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