PUTZ: Gibt es diesbezüglich schon einen Zeitplan?
Peter.Ja, die Ergänzungsprüfungsoidnung ist im Entwurf fertig. In absehbarer Zeit wird sie verabschiedet werden können.
PUTZ: Konnten denn durch die
Weiterbildungsaktivitäten bereits Entlassungen von brandenburgischen Lehrern verhindert werden, die in sogenannten Überhangfächern, in denen es sehr viele Lehrer gab oder gibt, unterrichten?
Peter: Sie benennen damit einen wesentlichen Denkansatz, der auch hinter dem Sonderpiogramm steht. Davon betroffen sind beispielsweise Russischlehrer.
PUTZ: Wie sieht es denn mit dem fachlichen Niveau in den Mangelfächern an den Schulen des Landes aus? Konnte dieses Niveau dank der Nachqualifizierung der Lehrer in Mangelfächern bereits gehoben werden? Peter: Die berufsbegleitende Weiterqualifizierung hat sich auf jeden Fall bewährt. Vor allem das schnelle Anwenden der erworbenen Kenntnisse im Unterricht funktioniert hervorragend. Vor diesem Hintergrund kann man sicherlich von einem gehobenen Niveau sprechen.
PUTZ: Nun ist ja an der Philosophischen Fakultät II der Universität Potsdam vor wenigen Wochen ein Institut für Sonderpädagogik gegründet worden. Bis jetzt ist dieses Institut noch ausschließlich in der Nachqualifizierung brandenburgischer Lehrer tätig, d.h. es gibt noch kein grundständiges Studium. Ist so etwas von seiten Ihres Hauses bereits angedacht und wie würden Sie dazu stehen?
Peter: Ich möchte ungern Planungen meines Kollegen Steffen Reiche (dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Anm. d. Red.) vorgreifen, weil Universitäten und Hochschulen ja in seinem Ressort sind. Aber der Bedarf für neu ausgebildete Sonderpädagogen ist auf jeden Fall da. Seit der Zulassung von Förderschulen 1991 ist ein unheimlicher Qualifizierungsbedarf gegeben, weil wir - im Gegensatz zu früheren Zeiten - selbstverständlich davon ausgehen, daß jedes Kind, ob behindert oder nicht behindert, grundsätzlich bildungsfähig ist und deshalb eine Schule besuchen soll.
mm3.
PUTZ: Ich habe in Ihren Plänen für das neue Schulgesetz gelesen, daß Sie eine gemeinsame Erziehung von nichtbehmderten und behinderten Kindern in den Schulen anstreben und für wünschenswert halten. Da stellt sich dann natürlich die Frage nach einem Studium Sonderpädagogik.
Peter: Eine solche Verzahnung sollte nicht erst in der Schule beginnen, sondern bereits in der Kita. Hier gibt es bereits gute Erfahrungen mit übergreifenden Modellen, wo alles nahe beeinander auf einem Gelände stattfindet: Da ist die Kita, die behinderte Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren integriert. Dann gibt es eine Grundschule, die als Förderschule für geistig Behinderte in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Grundschule und zu einer Gesamtschule der Sekundarstufe I errichtet wird. Bei solchen Modellen ist eine sehr enge Verbindung vorhanden, durch die integrierendes Miteinander beim Lernen praktiziert werden kann. Der Bedarf ist riesengroß in dieser Richtung. PUTZ: Wird denn die Universität Potsdam - von Ihrer Warte aus beurteilt - im Bereich der brandenburgischen Lehrerbildung den Erwartungen, die man in sie gesetzt hat und setzt, gerecht?
Peter: Das kann ich nur bejahen. Von denen, die sich bereits qualifiziert haben, die jetzt in der Referendarzeit sind und ihre zweite Lehramtsprüfung anstreben, ist mir überhaupt nichts Nachteiliges bekannt, in bezug auf ihre Ausbildung an der Universität Potsdam und hier speziell an der Philosophischen Fakultät II als der lehrerbildenden Einheit Ihrer Hochschule.
PUTZ: Um noch einmal auf die Weiterbildung zurück zu kommen - gibt es denn schon Pläne für das Jahr 2000 , wenn das Sonderprogramm Weiterbildung ausläuft? Peter: Dieses riesengroße Programm wird jedes Jahr neu verhandelt. Das geschieht natürlich auch vor dem Hintergrund enger Kassen. Wir bemühen uns in Anbetracht des Bedarfes zwar um eine Erhöhung, aber das ist ein mühseliger Weg.
Weitere Berührungspunkte zwischen dem Bildungsministerium und der Universität Potsdam könnten sich vielleicht bei dem Ansatz „LER - Lebenskunde, Ethik, Religion“ ergeben. Dieses Unterrichtsfach, wenn es denn einmal etabliert werden sollte, muß natürlich auch mit der Qualifizierung der Lehrer begleitet werden. Der Modellversuch wird mit diesem Schuljahr abgeschlossen. Wir haben dann noch ein Jahr des Überganges als Schulversuch, und wie und welcher Form es mit „LER“ dann weitergeht, ist gegenwärtig noch offen. Die Diskussionen jedenfalls laufen auf Hochtouren. Sobald wir uns entsprechend positioniert haben, werden wir auch nach Ansprechpartnem in der Universität suchen.
PUTZ: Frau Ministerin Peter, ich danke Ihnen für das Gespräch. Fotos: Rüffert
WISSENSCHAFT AKTUELL
PENTIUM-Fehler wird behoben
Auch die Universität Potsdam wäre ohne die Nutzung moderner EDV-Technik nicht mehr vorstellbar. Um so hellhöriger wurden viele Nutzer, als kürzlich über PENTIUM-Fehler bei ausgelieferten und an der Hochschule vorhandenen COMPAQ-Sy Sternen berichtet wurde. Dieser von INTEL produzierte Fehler beim PENTIUM-Chip verunsicherte.
Wie nun von einer der Zulieferfirmen der Universität bekanntgegeben wurde, „liegt der Fehler in der mangelhaften Präzision des Co-Prozessors bei der Primzahlendivision. Dieser Fehler tritt nach heutigen Erkenntnissen ca. alle 27 000 Jahre auf, entschuldigt aber nicht die möglichen Fehlerquellen im wissenschaftlichen Bereich." Die Firma gab weiter bekannt, daß COMPAQ-Computer umgehend eine Softwarelösung für alle betroffenen Kunden zur Verfügung stellen würde. Ein neuer PENTIUM-Chipsatz soll im I. Quartal 1995 zum Austausch bereitstehen und nach Bedarf kostenlos in alle betroffenen Geräte eingebaut werden.
Betroffene an der Universität können sich an das Dezernat für Haushalt und Beschaffung wenden. ha.
Euro Lloyd Reisebüro
Unsere Flugpreise weltweit bis 31.3.95 z.B.
New York
DM
769
Los Angeles
DM
1099
Sydney
DM
2350
Auckland
DM
2479
Hongkong
DM
1489
Mexiko
DM
1199
und andere aktuelle Angebote zum Reise- ' ziel ihrer Wahl.
Über Flugverbindungen I und Buchungsbedingungen beraten wir Sie gern.
Gutenbergstr. 17 14467 Potsdam Telefon 0331 / 270 02 80 Telefax 0331 / 280 02 40
PUTZ 2/95
Seite 15