PERSONALIA
NEU ERNANNTE PROFESSOREN
An der Universität Potsdam herrscht nach wie vor eine rege Aufbauphase. Zeichen dafür sind nicht nur viele Baugerüste, sondern u.a. auch die während der letzten Wochen sehr zahlreich ernannten Professoren. Sie alle an dieser Stelle vorzustellen, würde den Umfang der „PUTZ“ sprengen. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser daher um Verständnis dafür, daß in jeder Ausgabe lediglich mit sechs Professoren bekannt gemacht wird - und zwar entsprechend der Chronologie ihres Ernennungsdatums (zusammengestellt von Dr. Barbara Eckardt).
Für das Gebiet Grundschulpädagogik/Lernbereich Sachunter- richt im Institut für Grundschul- pädagogik der Philosophischen Fakultät n wurde Prof. Dr. Hartmut Giest berufen. Der 1953 in Berlin Geborene studierte von 1971 bis 1975 an der Humboldt- Universität zu Berlin. Das Studium schloß er als Diplomlehrer für Mathematik und Physik ab. Anschließend war der Wissenschaftler bis 1979 als Lehrer tätig. In der Zeit von 1976 bis 1979 arbeitete Hartmut Giest als Forschungslehrer am Institut für Pädagogische Psychologie der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften (APW) zu Berlin und beschäftigte sich mit Problemen der Lern- und Lehrforschung. Im Rahmen einer planmäßigen wissenschaftlichen Aspirantur an der APW promovierte er 1985 zum Thema „Einführung der Schüler in die Physik nach der Lernstrategie des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten“. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter forschte er sodann in der Arbeitsstelle für Unterstufe der APW. Von 1986 bis 1990 leitete er Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Methodik des Heimatkundeunterrichts, beschäftigte sich mit Grundfragen der Fachdidaktik des Heimatkunde- bzw. Sachunter- richts, mit Untersuchungen zur Evaluation von Lehrplänen und Unterrichtsmaterialien und arbeitete an der Entwicklung von Lehrbüchern sowie Unterrichtsmaterialien für die Hand des Lehrers mit. Dem folgte die Leitung des Projektes „Naturwissenschaftliche Aneignung im Sachunterricht“. Ein Jahr lang war Prof. Giest Angestellter der Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen und bis März 1994 Leiter einer Lerntherapeutischen Beratungsstelle in Berlin. Seit 1977 führt Prof.
Giest Lehrtätigkeiten im Rahmen der Lehrerfort- und -ausbildung durch. Ferner arbeitete er bei der Entwicklung von Lehrprogrammen für die Lehrerausbildung mit, publizierte zu lernpsychologischen und grundschul- didaktischen Fragestellungen und zur Fachdidaktik des Sachunterrichts.
Prof. Dr. habil.
Heinz Junek ist
der Inhaber des Lehrstuhls Analysis II im Institut für Mathematik der Mathe- matisch-Natur- wissenschaftli- chen Fakultät. Er wurde 1944 in Trautenau geboren und studierte von 1962 bis 1966 Mathematik und Physik im Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Potsdam. Seine sich ebenfalls in Potsdam anschließende Aspirantur beendete er 1969 mit der Promotion auf dem Gebiet der Algebra. Er legte Publikationen zu Halbgruppen und universellen Algebren vor. Dem folgten bis 1979 Tätigkeiten als wissenschaftlicher Assistent im Bereich Algebra bzw. als wissenschaftlicher Oberassistent im Bereich Analysis an der genannten Hochschule. In diesem Zeitraum liegt auch der Beginn der Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Analysis. 1979 habilitierte sich der Wissenschaftler mit einer Arbeit zur Funktionalanalysis. 1980 wurde er zum ordentlichen Dozenten für Analysis berufen. Als Ergebnis der Forschungen entstanden 50 wissenschaftliche Arbeiten. Studienaufenthalte führten Heinz Junek u.a. an die Universitäten Leningrad, Camague, Jyväskylä, Madrid und Dublin.
Zum Professor für Allgemeine Psychologie 1/ Kognitive Psychologie im Institut für Psychologie der Philosophischen Fakultät II wurde Prof. Dr. habil. Reinhold Michael Kliegl ernannt. Der 1953 in Sinzing Geborene studierte Psychologie an der University of Colorado, Boulder. Er schloß diese Ausbildung mit M.A. ab. An gleicher Universität promovierte er 1982 zu Blickbewegungen beim Lesen im Kindesalter. Zehn Jahre später habilitierte er sich mit der Arbeit „Gedächtnis für Gedankenbilder: Altersunterschiede in Entwicklungskapazität und kognitiven Mechanismen“ an der Freien Universität Berlin. Ein Bayerisches Staatsstipendium erhielt er von
1975 bis 1979. Von Ende 1982 bis zu seiner Berufung an die Universität Potsdam 1994 war der Psychologe als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin tätig und in diesem Rahmen an mehreren Forschungsprojekten beteiligt bzw. mit deren Leitung beauftragt. Seit Ende 1993 ist Reinhold Kliegl Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Kognitive Studien und seit 1994 Geschäftsführender Direktor des Institutes für Psychologie und Vorsitzender der Vergabekommission für die Graduiertenförderung sowie verantwortlich tätig im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Innovationskolleg „Formale Modelle kognitiver Komplexität“ an der Universität Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen kognitives Lernen und Gedächtnis, Sprache und Kognition, Mathematische Modelle kognitiver Leistungen, Kognitive Entwicklungen sowie Methodologie zur Erforschung von kognitiven und Entwicklungsprozessen. Er ist Mitglied des Editorial Board von „Psy- chology and Aging“, „Aging and Cognition“ und „Linguistics in Potsdam“.
Jürgen Kroll
wurde zum Professor für- das Gebiet Lebensmittelchemie im Institut für Ernährungswissenschaft der Ma- thematisch-Na- turwissenschaft- lichen Fakultät ernannt. Der 1939 in Kaltennordheim/Rhön geborene Direktor dieses Institutes studierte von 1960 bis 1965 Lebensmittelchemie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1965 bis 1991 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ernährung der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, später Zentralinstitut für Ernährung der Akademie der Wissenschaften der DDR in Bergholz-Rehbrücke. Das 1974 bis 1976 absolvierte Postgradualstudium an der Karl-Marx-Universität Leipzig beendete er mit dem Abschluß als „Fachchemiker für Analytik und Spektroskopie". 1972 verteidigte er seine Dissertation mit dem Thema „Zur Herstellung sowie zum physiologischen und chemischen Verhalten von Fettemulsionen zur parenteralen Ernährung“ erfolgreich. Mit der Arbeit „Beiträge zur Eignungsprüfung, Gewinnung und Modifizierung von Lebensmittelbestandteilen mit funktionellen Eigenschaften“ habilitierte sich der Wissenschaftler 1987 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1992 bis 1994 arbeitete Jürgen Kroll als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und beschäftigte sich insbesondere mit Wechsel-
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PUTZ 2/95