Heft 
(1.1.2019) 02
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PERSONALIA

AUSSERPLANMÄSSIGE PROFESSOREN BERUFEN

In Würdigung ihrer hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre wurden kürzlich drei Wissenschaftler der Universität Potsdam auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät II und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftli­chen Fakultät entsprechend § 68 des Brandenburgischen Hochschulgesetzes von Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner zu Au­ßerplanmäßigen Professoren ernannt. Die Ehrungen ergingen an Dozentin Dr. habil. Vera Cheim-Grützner, Abteilung Musikwissenschaft im Institut für Mu­sik und Musikpädagogik, an Privatdo­zent Dr. habil. Bernhard Muszynski, Leiter des Weiterbildungszentrums so­wie an Dozent Dr. habil. Uwe Wysch- kon, Direktor des Zentrums für Pädago­gische Forschung und Lehrerbildung.

Vera Cheim- Grützner arbeite­te nach ihrem Stu­dium der Musik­wissenschaft an der Martin-Luther- Universität Halle zunächst einige Jahre als Musik­dramaturgin am DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg. Aus die­ser Tätigkeit erwuchs ihre Dissertation zum ThemaTraditionen, Stationen und Tenden­zen der Filmmusik-Dramaturgie, aufgezeigt anhand von Spielfilmen der DEFA, die sie 1975 in Halle verteidigte. Ein Jahr später begann ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Oberassistentin am neugegründeten Fachbe­reich Musikerziehung der Pädagogischen Hochschule Potsdam. 1979 habilitierte sie sich mit einer ArbeitZur Position des Me­lodischen in Sinfonien der DDR in Halle. Sie entfaltete eine intensive, weitgehend auf die Musikgeschichte des späten 19. und des 20. Jahrhunderts gerichtete Lehrtätigkeit. Seit den achtziger Jahren hat sich Vera-Cheim- Grützner der Berliner und Potsdamer Musik­geschichte zugewandt.

Bernhard Mu­szynski begann 1965 an der Frei­en Universität Berlin sein Studi­um der Politik­wissenschaft,

Soziologie und Volkswirt- schaftslehre.

Nach zweijähri­ger Unterbrechung setzte er es 1970 an der Universität Hamburg in den Fächern Polito­

logie und Soziologie und zusätzlich in Ge­schichte und Jura fort. 1978 promovierte er an dieser Universität im Fachbereich Philo­sophie und Sozialwissenschaften mit einer empirischen Untersuchung zur politischen und ökonomischen Sozialisation in der Be­rufsschule. 1984 habilitierte sich Muszynski an der Universität der Bundeswehr Hamburg, an der er 1978 zu arbeiten begann, aufgrund der SchriftForschungspolitik und Humani­sierung der Arbeit". Seit 1991 ist er am Fach­bereich Sozialwissenschaften tätig und seit 1994 mit der Leitung des Weiterbildungs­zentrums der Universität Potsdam betraut.

Uwe Wyschkon

beendete 1971 sein Studium für das Lehramt Che­mie und Mathe­matik an der Päd­agogischen Hoch­schule Potsdam.

1974 promovierte er mit einer Arbeit zum forschenden ulL*:

Lernen im naturwissenschaftlichen Unter­richt der Erweiterten Oberstufe. Nach seiner Fachlehrertätigkeit kam der Wissenschaftler 1976 an die Potsdamer Hochschule zurück, um im WissenschaftsbereichAllgemeine Di­daktik zu arbeiten. Mit einem unterrichts­theoretischen und methodologischen Thema habilitierte er sich 1983. Prof. Wyschkon be­teiligte sich an der Ausarbeitung desPots­damer Modells der Lehrerbildung. B.E.

NEUER EHRENDOKTOR DER UNIVERSITÄT

In Würdigung seines wissenschaftli­chen Lebenswerkes und insbesondere in Anerkennung seiner Aufbauleistun­gen für das Institut für Sonderpädago­gik der Universität Potsdam ist Prof. Dr. Dr. h.c. Gustav Otto Kanter mit der Eh­rendoktorwürde der Philosophischen Fakultät II ausgezeichnet worden.

Als zentrale Fachautorität der deutschspra­chigen Sonderpädagogik waren an der Uni­versität seine Fachkenntnisse, seine hoch- schuldidaktischen und wissenschaftsorga­nisatorischen Fähigkeiten sowie seine Erfah­rungen als Leiter der Fernuniversität Hagen gefragt. Als ihr Gründungsbeauftragter für Sonderpädagogik ist es dem Wissenschaftler gelungen, das Profil der Ausbildungsstätte in Potsdam inhaltlich und organisatorisch so zuzuschneiden, daß es den Ausbildungsbe­langen des Landes Brandenburg entspricht. Prof. Kanter brachte überdies einen hohen Grad an Sensibilität für die schwierigen Pro­bleme im Prozeß des deutsch-deutschen Zusammen Wachsens ein. Charakteristisch

für ihn waren dabei Hilfsbereitschaft, Akzep­tanz der anderen und das Einräumen von Ge­staltungsspielräumen, verbunden mit einem Vertrauensvorschuß für eigenverantwortli­ches fachliches Handeln. Gustav Kanter, ge­boren 1927, hat in Marburg breit angelegte Studien betrieben, und zwar in Physiologie, Psychologie, Psychopathologie sowie in sy­stematischer und historischer Pädagogik. Diese Studien sowie seine Erfahrungen als Lehrer an Volks- und Hilfsschulen befähigten ihn zu einer Gesamtsicht auf den Komplex Sonderpädagogik und führten ihn auch zur aktiven Mitarbeit in Fachverbänden sowie in der Praxis. Kanter ist u.a. Mitglied der Deut­schen Gesellschaft für Psychologie und der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswis­senschaft und hat bereits während ihrer Gründerjahre in der Marburger Vereinigung Lebenshilfe für das behinderte Kind" mitge­wirkt. Er ist zudem bei der Herausgabe der ZeitschriftenHeilpädagogische Forschung" undZeitschrift für Heilpädagogik" engagiert und bekannt für das kompromißlose Vertre­ten seiner Meinung.Er scheut sich nicht, seine Meinung, manchem Modedenken zu­widerlaufend, dezidiert zu vertreten, so Hartmut Willand 1987 in der Festschrift zum 60. Geburtstag des auch international be­kannten Wissenschaftlers. De.

Einen Ruf nach Potsdam haben erhalten:

Prof. Dr. Joachim Gräter, TU Braun­schweig, auf eine C3-Professur für Algebra II im Institut für Mathematik der Mathema­tisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.

Dr. Heinz-Ulrich Hoppe, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung in Darm­stadt, auf eine C4-Professur für Didaktik der Informatik im Institut für Informatik in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fa­kultät.

Einen Ruf nach Potsdam haben angenommen:

Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann, Universität- Gesamthochschule Paderborn, auf eine C4- Professur für Wirtschaftstheorie mit dem Schwerpunkt makroökonomische Theorie und Politik im Fachbereich Wirtschaftswis­senschaften der Wirtschafts- und Sozialwis­senschaftlichen Fakultät.

Prof. Dr. Hellgard Rauh, Freie Universität Berlin, auf eine C4-Professur für Entwick­lungspsychologie im Institut für Psychologie der Philosophischen Fakultät II.

Dr. Wolfgang Schröder-Preikschat, Ge­sellschaft für Mathematik und Datenverarbei­tung in Berlin-Adlershof, auf eine C3-Profes- sur für Angewandte Informatik I im Institut für Informatik der Mathematisch-Naturwis­senschaftlichen Fakultät.

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