PERSONALIA
AUSSERPLANMÄSSIGE PROFESSOREN BERUFEN
In Würdigung ihrer hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre wurden kürzlich drei Wissenschaftler der Universität Potsdam auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät II und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät entsprechend § 68 des Brandenburgischen Hochschulgesetzes von Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner zu Außerplanmäßigen Professoren ernannt. Die Ehrungen ergingen an Dozentin Dr. habil. Vera Cheim-Grützner, Abteilung Musikwissenschaft im Institut für Musik und Musikpädagogik, an Privatdozent Dr. habil. Bernhard Muszynski, Leiter des Weiterbildungszentrums sowie an Dozent Dr. habil. Uwe Wysch- kon, Direktor des Zentrums für Pädagogische Forschung und Lehrerbildung.
Vera Cheim- Grützner arbeitete nach ihrem Studium der Musikwissenschaft an der Martin-Luther- Universität Halle zunächst einige Jahre als Musikdramaturgin am DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg. Aus dieser Tätigkeit erwuchs ihre Dissertation zum Thema „Traditionen, Stationen und Tendenzen der Filmmusik-Dramaturgie, aufgezeigt anhand von Spielfilmen der DEFA“, die sie 1975 in Halle verteidigte. Ein Jahr später begann ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Oberassistentin am neugegründeten Fachbereich Musikerziehung der Pädagogischen Hochschule Potsdam. 1979 habilitierte sie sich mit einer Arbeit „Zur Position des Melodischen in Sinfonien der DDR“ in Halle. Sie entfaltete eine intensive, weitgehend auf die Musikgeschichte des späten 19. und des 20. Jahrhunderts gerichtete Lehrtätigkeit. Seit den achtziger Jahren hat sich Vera-Cheim- Grützner der Berliner und Potsdamer Musikgeschichte zugewandt.
Bernhard Muszynski begann 1965 an der Freien Universität Berlin sein Studium der Politikwissenschaft,
Soziologie und Volkswirt- schaftslehre.
Nach zweijähriger Unterbrechung setzte er es 1970 an der Universität Hamburg in den Fächern Polito
logie und Soziologie und zusätzlich in Geschichte und Jura fort. 1978 promovierte er an dieser Universität im Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften mit einer empirischen Untersuchung zur politischen und ökonomischen Sozialisation in der Berufsschule. 1984 habilitierte sich Muszynski an der Universität der Bundeswehr Hamburg, an der er 1978 zu arbeiten begann, aufgrund der Schrift „Forschungspolitik und Humanisierung der Arbeit". Seit 1991 ist er am Fachbereich Sozialwissenschaften tätig und seit 1994 mit der Leitung des Weiterbildungszentrums der Universität Potsdam betraut.
Uwe Wyschkon
beendete 1971 sein Studium für das Lehramt Chemie und Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Potsdam.
1974 promovierte er mit einer Arbeit zum forschenden ulL*—:
Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht der Erweiterten Oberstufe. Nach seiner Fachlehrertätigkeit kam der Wissenschaftler 1976 an die Potsdamer Hochschule zurück, um im Wissenschaftsbereich „Allgemeine Didaktik“ zu arbeiten. Mit einem unterrichtstheoretischen und methodologischen Thema habilitierte er sich 1983. Prof. Wyschkon beteiligte sich an der Ausarbeitung des „Potsdamer Modells der Lehrerbildung“. B.E.
NEUER EHRENDOKTOR DER UNIVERSITÄT
In Würdigung seines wissenschaftlichen Lebenswerkes und insbesondere in Anerkennung seiner Aufbauleistungen für das Institut für Sonderpädagogik der Universität Potsdam ist Prof. Dr. Dr. h.c. Gustav Otto Kanter mit der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät II ausgezeichnet worden.
Als zentrale Fachautorität der deutschsprachigen Sonderpädagogik waren an der Universität seine Fachkenntnisse, seine hoch- schuldidaktischen und wissenschaftsorganisatorischen Fähigkeiten sowie seine Erfahrungen als Leiter der Fernuniversität Hagen gefragt. Als ihr Gründungsbeauftragter für Sonderpädagogik ist es dem Wissenschaftler gelungen, das Profil der Ausbildungsstätte in Potsdam inhaltlich und organisatorisch so zuzuschneiden, daß es den Ausbildungsbelangen des Landes Brandenburg entspricht. Prof. Kanter brachte überdies einen hohen Grad an Sensibilität für die schwierigen Probleme im Prozeß des deutsch-deutschen Zusammen Wachsens ein. Charakteristisch
für ihn waren dabei Hilfsbereitschaft, Akzeptanz der anderen und das Einräumen von Gestaltungsspielräumen, verbunden mit einem Vertrauensvorschuß für eigenverantwortliches fachliches Handeln. Gustav Kanter, geboren 1927, hat in Marburg breit angelegte Studien betrieben, und zwar in Physiologie, Psychologie, Psychopathologie sowie in systematischer und historischer Pädagogik. Diese Studien sowie seine Erfahrungen als Lehrer an Volks- und Hilfsschulen befähigten ihn zu einer Gesamtsicht auf den Komplex Sonderpädagogik und führten ihn auch zur aktiven Mitarbeit in Fachverbänden sowie in der Praxis. Kanter ist u.a. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und hat bereits während ihrer Gründerjahre in der Marburger Vereinigung „Lebenshilfe für das behinderte Kind" mitgewirkt. Er ist zudem bei der Herausgabe der Zeitschriften „Heilpädagogische Forschung" und „Zeitschrift für Heilpädagogik" engagiert und bekannt für das kompromißlose Vertreten seiner Meinung. „Er scheut sich nicht, seine Meinung, manchem Modedenken zuwiderlaufend, dezidiert zu vertreten“, so Hartmut Willand 1987 in der Festschrift zum 60. Geburtstag des auch international bekannten Wissenschaftlers. De.
Einen Ruf nach Potsdam haben erhalten:
Prof. Dr. Joachim Gräter, TU Braunschweig, auf eine C3-Professur für Algebra II im Institut für Mathematik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Dr. Heinz-Ulrich Hoppe, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung in Darmstadt, auf eine C4-Professur für Didaktik der Informatik im Institut für Informatik in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Einen Ruf nach Potsdam haben angenommen:
Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann, Universität- Gesamthochschule Paderborn, auf eine C4- Professur für Wirtschaftstheorie mit dem Schwerpunkt makroökonomische Theorie und Politik im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
Prof. Dr. Hellgard Rauh, Freie Universität Berlin, auf eine C4-Professur für Entwicklungspsychologie im Institut für Psychologie der Philosophischen Fakultät II.
Dr. Wolfgang Schröder-Preikschat, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung in Berlin-Adlershof, auf eine C3-Profes- sur für Angewandte Informatik I im Institut für Informatik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
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PUTZ 2/95