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(1.1.2019) 02
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ERSTES KOLLOQUIUM DES INSTITUTES FÜR KUNSTWISSENSCHAFTEN E.V.

Sein erstes Kolloquium führte vor einiger Zeit das sich in Gründung befindende Institut für Kunstwissenschaften e.V. der Universität Potsdam durch. Das Thema: Die erzählerische Dimension: eine Gemeinsamkeit der Künste. Gerade mit die­ser Problematik reihten sich die Veranstalter in die Vielzahl regelmäßig aufkom­mender Diskussionen zum Erzählbegriff ein. Die Blickrichtung jedoch erschien lohnend - eine Konzentration auf das Erzählen in traditionell nichterzählenden Künsten. Film, Musik, Plastik, Bildende Kunst, Malerei rückten ins Zentrum der Be­trachtung. Die sich bald ergebende Frage lautete:Wird überhaupt erzählt und wie? Deren positive Beantwortung schloß die Übertragbarkeit des Terminus, dessen notwendige Erweiterung und die Abwendung von althergebrachten Sicht­weisen ein.

Der Einladung zum wissenschaftlichen Dis­put waren zahlreiche Gäste gefolgt. Sie ka­men nicht nur von der hiesigen Bildungsstät­te, sondern auch aus Berlin, Konstanz, Leip­zig, Köln und vertraten in ihrer Zusammen­setzung die Vielfalt akademischer Beschäfti­gungsgruppen. Das ausrichtende Institut ist entstanden aus einer Forschungsabteilung der Akademie der Künste in der ehemaligen DDR. Die Kunstwissenschaftler verschieden­ster Disziplinen hatten seinerzeit einerseits mit den Künstlern der Akademie, anderer­seits an Themen zur Kunst des 20. Jahrhun­derts gearbeitet. Nach positiver Evaluation durch den Wissenschaftsrat und der Empfeh­lung, die Gruppe in konzentrierter Form weiterzuerhalten, bot sich überZwischen­etappen" die Chance einer Anbindung an die Universität Potsdam.

Als nunmehrige Direktorin der Einrichtung fungiert Prof. Dr. Helene Harth, Dekanin der Philosophischen Fakultät I und Inhaberin der Professur für französische und italienische Literatur. Träger des Instituts wird der Ver­einInstitut für Kunstwissenschaften sein, dessen Gründung auf einer ersten Versamm­lung am 6. Juni 1994 in Potsdam vorbereitet worden ist. Ihm angehören sollen perspekti-

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In Anlehnung an den Titel eines bekannten DDR-Romanes nannten die Potsdamer Kaba­rettisten Am Obelisk ihr neues Programm Spur der Scheine". Nach eigenen Aussagen wechseln spielerische Gesellschaftsanalyse, Selbstironie, böshumorige Schlagerparodien mit schrägen Prophezeiungen ebenso rasant wie Akteure und Publikum ihre Rollen. Das satirische Bühnenspiel in der Regie von Rolf Mey-Dahl gestalten Gisbert-Peter Terhorst, Hans J. Finke, Michael Ranz und Gretel Schulze (v.l.n.r.). Nach der Premiere am 29. Januar 1995 steht das Stück auch am 22., 23. und 24. Februar jeweils um 20 Uhr wieder auf dem Spielplan. Die Karten können unter 0331/291069 telefonisch bestellt werden. Sie kosten zwischen 18 und 25 DM, für Studie­rende unter der Woche 10 DM. zg.

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visch das Land Brandenburg, wissenschaft­liche Hochschulen, weitere wissenschaftli­che und künstlerische Institutionen sowie in­teressierte Künstler und Wissenschaftler. Die gegenwärtigen Forschungsvorhaben zur Narrativik in den nichtnarrativen Künsten erfahren bereits jetzt eine Förderung vom Land Brandenburg und befinden sich an der Uni im Status von Drittmittelprojekten.

Die Angehörigen des Instituts sind teilwei­se mit Lehraufträgen in den Studienbetrieb eingebunden. So bieten z.B. der Filmspezia­list Dr. Jörg Schweinitz und der Kunsthisto­riker Dr. Hilmar Frank Veranstaltungen zur Einführung in die Filmanalyse bzw. zur Einführung in die kunstgeschichtliche Bild­analyse an. Dabei wird auch ein Anliegen der Universität deutlich. Ihr Bestreben ist es u.a., die der kunstübergreifenden Arbeit in­härenten innovativen Aspekte auch für die philosophischen Fakultäten fruchtbar zu ma­chen.

Diesen eingeschlagenen Weg gilt es fortzu­setzen", so Prof. Harth.Das Institut für Kunstwissenschaften e.V. wird seinen Bei­trag dazu leisten - nicht zuletzt durch nach­folgende Kolloquia. Geplant sind sie zu­nächst einmal jährlich. P.G.

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WEGE ZUR JÜDISCHEN GESCHICHTE

Verena Dohrn las aus Reiseessays

Einblick in die Entstehung zweier Rei­sebücher gewährte die Autorin Verena Dohrn (Bremen u. Hannover) zu Anfang des Jahres an der Universität Potsdam. Im Rahmen des Moses Mendelssohn KolloquiumsReisen und Schreiben. Wege zur jüdischen Geschichte sprach die promovierte Literaturwissenschaft­lerin, Historikerin und Slavistin über ihre BücherReise nach Galizien (1991) und dieBaltische Reise (1994). Die beiden Reiseessays sind das gelungene Resultat zweier Reisen, die die Autorin mit dem Auto und zu Fuß (alsRucksacktouris­tin) in die Ukraine und ins Baltikum führten. Die politische Umbruchzeit bot vielfältige Chancen zur Wahrnehmung von Menschen und ihrer Umgebung. Der Ansatzpunkt und das Ziel für Verena Dohrn ist die jüdische Geschichte. So stellte sie ihren zumeist zu­fällig gefundenen Gesprächspartnern -ich hatte nur wenig Adressen im Gepäck - überall die gleiche Fragen:Können Sie sich an Juden erinnern, die hier gelebt haben? Haben Sie Juden gekannt? Leben heute noch Juden hier? Überrascht habe sie die Bereit­willigkeit vieler Menschen, ihre Fragen zu beantworten oder ihr anders weiterzuhelfen. Mit einigen stehe sie bis jetzt in telefoni­schem oder brieflichem Kontakt. Was sie sah und hörte, habe sietäglich einfach nieder­geschrieben, egal, ob im Cafe, auf einer Park­bank oder am Straßenrand. Von Tonband­aufzeichnungen sei sie abgegangen; diese Technik störe die Nähe im Gespräch.

Das rekonstruierende und reflektierende Schreiben sei erst die zweite Stufe ihrer Ar­beit, so Verena Dohm. Als hilfreiches theo­retisches Rüstzeug erwiesen sich ihre im Stu­dium erworbenen Kenntnisse. Wichtig ist ihr auch die Auseinandersetzung mit Mythen (z.B. dem in Deutschland verbreiteten My­thos Baltikum) und Verklärungen der Vergan­genheit. Reisebücher verschiedenster Schrift­steller stellen ein weiteres Hilfsmittel dar. Grenzländer üben auf die Autorin eine gro­ße Faszination aus. In diesen Gebieten herr­sche eine Gleichberechtigung der Kulturen unabhängig von deren Größe, und der Mensch bilde den Bezugspunkt. Zugleich treten Widersprüche offener zutage.

Die Diskussion konzentrierte sich vor allem auf die Frage, was die Autorin mit ihrem Schreiben erreichen wolle.Die Kenntnisnah­me der osteuropäischen Kultur in Deutsch­land war immer schwierig. Vielfach herrschte Arroganz dem Ostjuden gegenüber. Ich möchte rekonstruieren, was ausgelöscht wurde, und dies in Erinnerung bringen, lau­tete die Kernaussage der Autorin. Daß die Beschäftigung mit jüdischer Geschichte in politisches Engagement münden sollte, for-

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