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IM SMALAND ZU GAST
Bizarres hinter Glas
Verteilt auf alle Kontinente, existieren derzeit auf der Erde über 20 000 Orchideenarten in Höhenlagen bis zu 3000 m, Viele von ihnen leben als Epiphyten (Aufsitzer) auf anderen Pflanzen. Für diese grazilen Naturschönheiten wurde kürzlich im Botanischen Garten der Universität Potsdam ein eigenes Haus eröffnet. Es beherbergt 360 reine Arten der Familie sowie eine Reihe von Züchtungen und Kreuzungen. Das neue Gewächshaus war erforderlich geworden, nachdem sich das Eisengerüst des alten zunehmend verrostet gezeigt hatte. Als Konsequenz blieb nur noch der Abriß. Untergebracht sind die Orchideen auf einer Fläche von 6 x 18 m. Ihr modernes „Heim“ bietet den Bewohnern nahezu optimale Entwicklungsbedingungen. Dafür sorgen u.a, energetisch günstige Kunstoffplatten, eine sehr gute Belüftung, Beleuchtung und Heizung. Künftig wird es sogar eine Nebelanlage geben. Diese soll den ursprünglich aus dem Regenwald stammenden Gewächsen gleichmäßige Feuchte gewähren. Das Gewächshaus ist in zwei Abteilungen untergliedert. In der vorderen ist es wärmer und feuchter - die Pflanzen aus der Tropenzone fühlen sich hier wohl. Der zweite Tfeil beinhaltet die subtropischen Orchideen oder andere, die in höheren Lagen wachsen. Emen Wermutstropfen gibt es jedoch: Für Besucher ist das Domizil unzugänglich. Ihnen gehört lediglich die Schaufenster-Ftont. Der Grund scheint plausibel: Die Pflänzchen sind zu empfindlich.
Auch andere große Anlagen, wie die für tropische Nutzpflanzen und weitere, unterlagen Baumaßnahmen. So soll das Farn- und Bromelienhauses ab Mitte Mai neu verglast werden, EG./ Foto: Tribukeit
Während des vergangenen Wintersemesters weilten Prof. Dr. Klaus-Dieter Mende, Dr. Susanne Spahn und Dr. Flank Tosch aus dem Institut für Pädagogik zu einem Arbeitsbesuch an der Universität Växjöl in Schweden. Die Stadt liegt ca. 250 km nördlich der Hafenstadt Trelle- borg im landschaftlich reizvollen Sma- land.
Ziel des Aufenthaltes war vor allem die weitere bilaterale Koordinierung eines laufenden E RAS MUS - S tudentenmobilitäts - Programms, an dem insgesamt 13 lehrerbildende Hochschulen aus lzehn Ländern beteiligt sind. Mit seiner Hilfe haben die Studenten die Möglichkeit, Kultur, Sprache und die jeweilige Fachausbildung im gewünschten Zielland kennenzulernen. Während der Stippvisite nun stand die Anbahnung von Forschungskontakten zwischen den Instituten für Pädagogik sowie eine differenzierte Kenntnisnahme der jüngsten Reformentwicklungen im schwedischen Schulwesen im Mittelpunkt. Unter diesem Aspekt waren für die Potsdamer Hospitationen an drei Schulen besonders interessant, konnten doch die in den vergangenen Jahren in Seminaren diskutierten Probleme dieses Bildungswesens nun erstmals mit eigenen Erfahrungen vor Ort angereichert und kritisch hinterfragt werden.
Dazu gehörte unter anderem das Ideal der Gleichheit („jämlikhet“), das die schwedische Gesellschaftspolitik zur Leitlinie ihres Handelns erklärt hat. Diese bildet den Hintergrund einer jahrzehntelangen „rollenden Schulreform“, in deren Ergebnis ein einheit
liches Bildungssystem geschaffen wurde, das heute weltweite Beachtung und Anerkennung genießt. Dennoch waren die Schweden selbst schon vor der Amtszeit einer bürgerlichen Regierung die strengsten Kritiker ihres eigenen Büdungswesens. Reges Interesse fanden auch die ab 1995/ 96 im skandinavischen Land schrittweise einzuführenden neuen Lehrpläne, die stärker darauf ausgerichtet sind, die solide Aneignung von Basiswissen der einzelnen Fächer zu sichern, den Fremdsprachenunterricht zu intensivieren und eine fachgebundene Leistungsdifferenzierung, vor allem in Mathematik und Englisch des 9. Schuljahres, zu verstärken, um wirksamer individuelle Lern- und Leistungsprofile auszuprägen.
Seit 1971 existiert in Schweden eine integrierte Gymnasialschule, in der jetzt dreijährige Programme darauf abzielen, Gleichwertigkeit zwischen berufs- und studienvorbereitenden Ausbildungen herzustellen. Alle 16 nationalen Programme berechtigen prinzipiell zum Eintritt in die Hochschulen, Insgesamt wird in dem bereisten Land eine Erhöhung der Qualität der schulischen Bildung auch vor dem Hintergrund des neuen internationalen Kontextes - Schweden ist seit dem 1. Januar 1995 Mitglied der EU - angestrebt. Die neueren Entwicklungen der schwedischen Schulreform lassen - so der Eindruck der Potsdamer Besucher - das Bemühen erkennen, im breiten Konsens aller Beteiligten dem ins „Ausrollen“ gekommenen Reformprozeß wieder mehr Dynamik zu verleihen. E T.
In diesem Konferenz- und Tägungsgebäude der Universität Växjö in Schweden weilten Mitarbeiter des Institutes für Pädagogik der Philosophischen Fakultät II, um die weitere bilaterale Koordinierung eines laufenden ERÄSMUS-Mobilitätsprogrammes voranzutreiben. Foto: Tbsch
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