;■ TITEL;
c
rn rei»
enden Tankstelle. Dort wird das Sonnenlicht gesammelt, in Strom umgewandelt und in die Batterie-Ladestation eingespeist. Der für die Batterien nicht benötigte Strom geht sofort ins Netz. Aus Gründen der Effektivität orientieren die Planer derzeit auf die Notwendigkeit dreier Busse und Batterien. Zuzüglich der Tankstelle und der Ladestation ergibt sich daraus ein Wunsch-Etat von ca. zweieinhalb Mio DM. Noch unberücksichtigt dabei sind die Kosten für die Fahrer. „Hier ist die Stadt gefordert. Sie könnte zumindest dafür aufkommen und uns somit unterstützen“, ergänzt Schmeer. Gegenwärtig bemüht er sich, alle eventuell am Projekt Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Bisher haben die Unternehmensgruppe Roland-Ernst, das Wirtschafts-, Umwelt- und Wissenschaftsministerium sowie die T.I.N.A. (Ttechnologie- und Innovationsagentur Brandenburg) Interesse bekundet.
Während das eine noch weitgehend Zukunftsmusik darstellt, ist ein anderes im Werden. Gemeint ist das Wegweisungskonzept der Stadt Potsdam. Das passierte am 29. März die Beigeordnetenkonferenz und kommt möglicherweise noch im Mai vor das Stadtparlament. Die geplante Aufstellung aller Schilder erstreckt sich im Anschluß daran auf über zwei Jahre. Fest in der Vorlage verankert ist die bessere Ausweisung der Universität Potsdam, etwa auf der B 273 oder der B 1, aber auch an den Knotenpunkten Potsdamer Straße/Amund- senstraße, Zeppelinstraße/Geschwister- Scholl-Straße, Zeppelinstraße/Kastanien- allee, Zeppelinstraße/Forststraße. Zum Tbil erfolgte schon an wichtigen Kreuzungen und Einmündungen die Hinzunahme einer zur Alma mater führenden Richtungsangabe. Die jährlich in die Täusende gehende Zahl von Tagungsteilnehmern - von den neuen Studierenden und Mitarbeitern erst gar nicht zu reden - werden es der Stadt danken. EG.
Sanssouci
Stadt mitte
waflenbahn
Bis Herbst letzten Jahres, also noch drei Jahre nach Gründung der Universität, wies dieses Schild „den richtigen Weg". Foto.Thbukeit
DIE ELITEN IN DEUTSCHLAND
Prof. Dr. Wilhelm Bürklin erforscht die Führungsschichten
Bundeskanzler Helmut Kohl, der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe, der brandenburgische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, und der Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Rolf Mitzner, haben zumindest eines gemeinsam: Sie alle erhielten vor wenigen Wochen einen Brief von Prof. Dr. Wilhelm Bürklin aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, in dem er sie um Beteiligung bei der von ihm geleiteten Elitenstudie der Bundesrepublik Deutschland bat. Mit Hilfe dieser Studie möchte der Politikwissenschaftler Bürklin Licht in das Dunkel der Wege, die im vereinten Deutschland in die Führungsschicht führen, bringen. Unterstützt wird er dabei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit zunächst 1,3 Millionen DM und von insgesamt neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als Antriebsfeder gilt ihnen primär der Wunsch nach größerer Offenheit und Nachvollziehbarkeit. .Wenn Demokratie Offenheit der politischen und gesellschaftlichen Bedingungen bedeutet, dann muß man auch fragen dürfen, warum es manche Leute bis an die Spitze schaffen und andere eben nicht“, erklärte Wilhelm Bürklin dazu.
in fr
mm • „a
Hl Hl AULil
Freude darüber, daß es ihnen gelungen ist, die Mannheimer Elitestudie nach Potsdam zu holen, dominiert bei Prof. Dr. Wilhelm Bürklin (links) und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - trotz der vielen Arbeit, die nun auf sie wartet.Foto: Tribukeit
Diesem Anliegen entsprechend, gingen die Potsdamer Wissenschaftler im Vorfeld ihrer Analyse der „Elitenzirkulation und -inte- gration im vereinten Deutschland 1995/96“ weder von einer geborenen Elite, wie z.B. der Aristokratie, aus, noch von einer Wertelite. Vielmehr orientierten sie sich bei der Erfassung ihres zu untersuchenden Personenkreises allein an den Spitzenpositionen in verschiedenen gesellschaftlichen Fünk- tionsbereichen und der Frage, wer die Positionen derzeit innehat. Daraus resultierend konnten nun in der vor sechs Wochen gestarteten „Feldphase“ rund 4.500 höchste Führungskräfte der gesamten Bundesrepublik angeschrieben und um ihre Mitarbeit gebeten werden, Unter den 4.500 befinden sich neben den bereits erwähnten Herren Kohl, Stolpe, Reiche und Mitzner der Bundespräsident, die Minister, Staatssekretäre und Abteilungsleiter der Ministerien auf Bundes- und Landesebene, die Parteivorsit
zenden, die Leiter der von ihrem Beitrag zum Bruttosozialprodukt, von ihrem Umsatz und von ihrer Rolle als Arbeitgeber her größten Unternehmen, die Rektoren von Universitäten und viele mehr. Aktuell und noch bis Mai werden mit ihnen nun Interviews auf der Basis standardisierter Fragebögen durch das Umfrageinstitut „Infratest“ durchgeführt.
Allen Befragten ist jedenfalls gemeinsam, daß sie aufgrund funktionaler Erfordernisse des Systems in der Bundesrepublik Deutschland institutionell Einfluß auf gesellschaftlich wichtige Entscheidungen ausüben. Folglich interessiert Wilhelm Bürklin und seine Mitarbeiter vor allem die Drage, welche Voraussetzungen diese heutigen Verantwortungsträger in Politik, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Militär, Kirchen, Gewerkschaften, Kultur und den Medien mitbringen. Aber auch der Aspekt, ob eine bestimmte Weitsicht oder gar institutioneile
PUTZ 3/95
Seite 21