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(1.1.2019) 03
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STUDIOSI

ELSA VOR GERICHT

Potsdamer Studierende beteiligen sich an Moot Courts

Immer häufiger stehen Gerichtsverhand­lungen im Licht der Öffentlichkeit. Man denke dabei nur an die Prozesse um den Kaufhauserpresser Arno Rinke aliasDa­gobert oder den amerikanischen Sport­ler O.J. Simpson. Zunehmend stärker ar­tikulieren Verfechter von Live-Übertra- gungen aus den Gerichtssälen auch in Deutschland ihren Ruf danach. In den USA ist dies bereits an der Tagesord­nung. Nicht nur Täter und Opfer, sondern auch Anwälte sind oftmals Personen all­gemeinen Interesses. Um auf die damit im Zusammenhang stehenden Anforde­rungen vorbereitet zu sein, muß dieser Aspekt während des Studiums nach der Meinung von Fachleuten eine stärkere Rolle spielen.

Deshalb sind in der englischen und amerikanischen Juristenausbildung Moot Courts, also simulierte Gerichts­verhandlungen, fe­ster Bestandteil des Studienpro­gramms. Zwei Anwaltsteäms von je zwei Studierenden stehen sich bei der Verhand­lung eines fiktiven Falls gegenüber, wobei sich das Gericht aus Professoren, Anwälten oder/und Richtern zusammensetzt. ELSA- Deutschland nimmt sich diese Moot Courts zum Vorbild für solche im bundesweiten Wettbewerb organisiertenGerichtsver­handlungen . ELSA steht fürThe European Law Students Association" und ist eine un­abhängige, politisch neutrale, als gemein­nützig anerkannte Organisation von Jurastu­denten, Referendaren und jungen Juristen in ganz Europa. 1981 in Wien gegründet, ist sie in über 35 europäischen Ländern mit 18 500 Mitgliedern an mehr als 150 Universi­täten präsent. Seit dem Jahre 1989 existiert nun auch ELSA-Bundesrepublik Deutsch­land e.V als Dachverband der inzwischen 39 deutschen Fakultätsgruppen mit fast 3000 Mitgliedern.

Im Januar 1994 schließlich gründete sich eine Gruppe ELSA-Potsdam. Sie besteht aus derzeit 21 vorwiegend im sechsten Se­mester an der Universität Potsdam Studie­renden. ELSA hat sich bewußt für ein föde­rales System entschieden, das den Fakultätsgruppen viele Freiheiten läßt, um die lokalen Besonderheiten berücksichti­gen zu können. Unter dem MottoJuristen in Europa - gemeinsam für Europa" wollen die jungen Leute durch Dialog einen Bei­trag zur europäischen Integration leisten. Diesem Ziel näher kommend, organisieren

sie Seminare und Konferenzen mit juristi­schen Themen zum Kennenlernen fremder Rechtssysteme. Interessierte erhalten viel­fältige Auskünfte über Studien- und Ausbil­dungsmöglichkeiten im Ausland sowie die Vermittlung von Praktikumsplätzen. Mit die­sen Programmen ergänzt ELSA einerseits die juristische Ausbildung durch wissen­schaftliche und praxisbezogene Projekte, und andererseits trägt der Austausch dazu bei, andere Kulturen und Rechtssysteme zur Erweiterung des eigenen Horizonts ken­nenzulernen.

Geburtshelferin der ELSA-Potsdam war Katrin Rothe. Sie erzählt, daß inzwischen das ELSA-Potsdam-Gerüst steht, nun aller­dings konkrete Formen annehmen muß. Auf ein gemeinsa­mes Moot Court mit Studieren­den aus Frank­furt/Oder und drei Praktikan­tinnen aus Schweden und Norwegen blickt man be­reits zurück. Als Service für die Neuen an der Potsdamer Alma mater bietet die ELSA-Mannschaft Einführungsveranstaltungen zum Studium in Form einer dreiteiligen Seminarreihe an. Claudia Krause hofft zukünftig auf noch re­geres Interesse an ELSA in Potsdam und somit auf Mitgliederzuwachs, denn die Stu­dienzeit der PotsdamerGründer neigt sich langsam dem Ende entgegen.

Am 30. und 31. Mai 1995 nun startet im Unikomplex Babelsberg, Hörsaal 1 im Babelsberger Park, ein Moot Court, ge­meinsam vorbereitet und durchgeführt mit den ELSA-Gruppen der Europa-Universität Viadrina Rankfurt/Oder und der Humboldt- Universität zu Berlin. Die insgesamt sechs Tfeams bestehen jeweils aus zwei,Verteidi­gern" oderStaatsanwälten, In den drei Gerichtsverhandlungen befassen sie sich mit Streitfällen aus dem Strafrecht. Beurteilt wird nicht in erster Linie die juristische Seite des Falles, sondern stärker Rhetorik, allge­meines Auftreten, Täktik und Argumenta­tionskünste. Kriterien für die Bewertung sind beispielsweise auch die Fähigkeit zur freien Rede, der Blickkontakt mit dem Rich­ter und der Gegenpartei, der Enthusias­mus, das Geschick im Verhör der Zeugen sowie die Verwertung der Zeugenaussa­gen. Neben diesen Tfeams erwarten die In­itiatoren weitere Gäste aus Bonn, Greifs­wald, Berlin und Frankfurt/Oder. Natürlich sind auch alle Potsdamer gern gesehene Prozeßbeobachter, B.E.

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Sommer-Sprachkurse im Ausland 1995

Russisch, Rumänisch oder Niederlän­disch lernen - oder aber eine der ande­ren europäischen Sprachen? Vielspra­chigkeit ist in der Europäischen Union und bei offenen Grenzen in Europa alle­mal ein Vorteil. Und wer Englisch und Französisch kann, sollte es mal mit einer anderen Sprache versuchen - Hochschu­len in ganz Europa bieten im Sommer Sprachkurse an. Kultur, Geschichte und Landeskunde gehören dabei meist zu den Kursinhalten.

Wenn die Studierenden im Sommer in die Semesterferien gehen, öffnen sich die Tü­ren vieler europäischer Hochschulen für ausländische Gäste, die für einige Wochen ihre Sprachkenntnisse pflegen und erwei­tern oder eine Sprache neu erlernen möch­ten, Wie in jedem Jahr gibt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) auch 1995 wieder aktualisierte Broschüren heraus, mit denen die deutschen Hoch­schulangehörigen auf das vielfältige Ange­bot an Sommersprachkursen an Hochschu­len im europäischen Ausland hingewiesen werden.

Die drei Hefte enthalten insgesamt über 220 Angebote an Hochschulorten in fast allen europäischen Ländern. Jeweils eine Bro­schüre informiert über Englisch-Kurse in Großbritannien und Irland sowie Franzö- sisch-Kurse in Rankreich, Belgien und der Schweiz. Eine dritte Broschüre enthält Kurs­angebote in den Landessprachen anderer europäischer Staaten, sei es beispielswei­se Dänisch in Helsingor, Slowakisch in Bratislava, Ukrainisch in Donezk, Italienisch in Perugia, Portugiesisch in Coimbra oder Türkisch in Istanbul. In allen Heften sind Kursinhalte und Tfermine, Tfeilnahmevoraus- setzungen und Gebühren sowie Kosten für Unterkunft und Verpflegung ebenso ange­geben wie die Anschriften der Veranstalter zur weiteren Information und Anmeldung. Zusätzliche Auskunft geben nur die Kurs­veranstalter.

Zu erhalten sind die Broschüren bei allen Akademischen Auslandsämtern der deut­schen Hochschulen. mt.

030/6946070

Banddurchsagen Tag + Nacht!

PUTZ 3/95