Heft 
(1.1.2019) 08
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GESCHICHTE DER ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT WELTWEIT UNTERSUCHT

Universität Potsdam und Berliner Universitäten organisierten 17. Jahrestagung der ISCHE

Auf weltweites Interesse stieß das Thema der 17. Jahrestagung der International Standing Conference for the History of Education (ISCHE), die von Vertretern der Universität Potsdam in Kooperation mit der Reien Universität und der Humboldt-Uni­versität zu Berlin organisiert wurde. Eingeladen hatte das Lokale Organisationskomi­tee für diese Jahrestagung, dessen Vorsitzender, Prof. Dr. Christoph Lüth, Institut für Pädagogik der Universität Potsdam, mehr als 200 Vertreter aller fünf Kontinente aus 36 Ländern in Berlin begrüßen konnte. Vier läge lang standen im September mit der Geschichte der Erziehungswissenschaft/History of Educational Studies die histori­sche Entwicklung der Erziehungswissenschaft aus dem Blickwinkel verschiedener Länder und Fragestellungen zur Diskussion.

Seit dem Bestehen der ISCHE, die 1979 in Belgien gegründet wurde, war dies die zweite Jahrestagung, die in der Bundesre­publik Deutschland ausgerichtet wurde. Auch beim diesjährigen Treffen konnte der Tradition der ISCHE entsprechend, der wissenschaftliche Austausch zwischen Ost und West im Mittelpunkt stehen, wobei verstärkt Vertreter aus den Ländern der sogenannten Dritten Welt teilnahmen, was den lebendigen und intensiven Diskussio­nen in den verschiedenen Arbeitsgruppen zusätzliche Impulse gab.

Mit insgesamt etwa 150 Vorträgen in sechs Arbeitsgruppen wurde das Tägungsthema in einer Fülle von Facetten beleuchtet. Hin­zu kamen neun Plenarvorträge sowie Sit­zungen von drei Standing Working Groups der ISCHE (Gender and the History of Education, History of Education and En- lightenment, History of Education as a Field of Research and a Tfeachmg Subject). Diese fachwissenschaftliche Arbeit war durch Prof. Heinz-Elmar Tbnorth, Berlin, eingeleitet worden. In seinem VortragGe­schichte der Erziehungswissenschaft: Kon­struktion einer Chimäre oder Historie einer Karriere? ging er den Gründungen der ersten Lehrstühle für Erziehungswissen­schaft im jeweils ausgehenden 18. und 19. sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa nach. Für die Gegenwart wies er eine Fülle verschiedener Richtungen der Erziehungswissenschaft nach, die den un­terschiedlichsten ,Wissenschafts-Typen zu­zuordnen sind.

Diese Diversifikation innerhalb der Erzie­hungswissenschaft läßt sich eindrucksvoll veranschaulichen durch die Themen­schwerpunkte der sechs Arbeitsgruppen: Entstehung und Entwicklung der Erzie­hungswissenschaft, der soziale und politi­sche Kontext erziehungswissenschaftli­cher Forschung und Theoriebildung, Erzie­hungswissenschaft und Berufsausbildung (u.a. Lehrerbildung), Paradigmen und Pa­radigmenwechsel in der Erziehungswis­senschaft, Erziehungswissenschaft und Öffentlichkeit, Erziehungswissenschaft und ihre Nachbardisziplinen.

Die sich aus den thematisch so verschiede­

nen Vorträgen ergebenden Diskussionen waren dabei in allen Arbeitsgruppen von großem Interesse an den Forschungsarbei­ten und Ausführungen der jeweiligen Tfeil- nehmer und Teilnehmerinnen gekenn­zeichnet. Kritische Anmerkungen, z.T deut­lich unterschiedliche Auffassungen und die Diskussion weiterführender Aspekte und Konsequenzen der Ergebnisse machten die Gruppenarbeit der Tägung zu einem fruchtbaren wissenschaftlichen Austausch zwischen allen Beteiligten. Die These von einemnotwendigen Gegeneinander ver­schiedener pädagogischer Richtungen und Paradigmen in Rußland und in der UdSSR während der 1920er Jahre führte zu der leidenschaftlich erörterten Frage, wie differenziert die Erziehungswissenschaft in der UdSSR und anderen kommunisti­schen Staaten gewesen ist. Es ist ein Kenn­zeichen aller ISCHE-Thgungen, daß Ge­spräche dieser Art nicht selten in Form von

Prof. Dr. Christoph Lüth bei der 7 ägungseröff- nung. Foto: zg.

informellen oder offiziellen Arbeitsgrup­pen zwischen den Thgungen fortgeführt werden: Für das hier so heiß diskutierte Thema wurde vorgeschlagen, zur Aufar­beitung der Geschichte der Erziehungs­wissenschaft in den ehemals kommunisti­schen Ländern eine weitere Ständige Ar­beitsgruppe der ISCHE zu gründen. Die nächste Jahrestagung wird 1996 in Polen stattfinden. Die Ergebnisse sowie ausge­wählte Vorträge der diesjährigen Konfe­renz werden in einem Thgungsband zu­sammengefaßt werden. jc/ch

KONTAKT NICHT ABREISSEN LASSEN

Rund 30 Schüler aus ganz Brandenburg be­teiligten sich 1994 am 2. Informatikwettbewerb, der gemeinsam von der Universität Potsdam und dem Brandenbur- gischen Landesverein zur Förderung mathe­matisch -naturwissen - schaf tlich-technisch interessierter Schüler e.V ausgeschneben worden war. Unter dem MottoComputer und Umwelt" wurden bei­spielsweise Umweltda­tenbanken und ein Pro­gramm zur Berech­nung der benötigten Waschmittelmenge abhängig von Wasserhärte, Waschprogramm, Füllmenge und anderen Faktoren entwickelt. Die gelungenste Arbeit ist em kreatives Umweltspiel, das quer durch das Land Brandenburg führt. Damit der Kontakt zu den jungen Programmierern nicht abreißt, lud sie die Universität Potsdam im Oktober zu einem Herbsttreffen ein. Hier konnten die Tbilnehmer nicht nur Einrichtungen auf dem Universitätsgelände kennenlemen, sich im Rechenzentrum in das Arbeiten mit Internet und WWW einweisen lassen und auf einer Softwarebörse Software tauschen. Die Preis­träger erhielten auch Gelegenheit, ihre Programme vorzustellen. Außerdem erhoffen sich die Ver­anstalter von den Schülern Anregungen für künftige Wettbewerbsthemen. So läßt der diesjährige Wettbewerb unter dem MottoMein Computer und ich" den Schülern viel Freiheit. Im Frühjahr 1996 soll der vierte Wettbewerb ausgeschrieben werden. adefFoto: Fritze

PUTZ 8/95

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