wird zunächst konturlos, verliert jede Aussagekraft und wird dann, wie der Fachmann sagt, läppisch. Es sind auch schon Fälle berichtet worden, bei denen mehrere Theoriengebäude in diesem Zeitraum in sich zusammengesunken sind und in einen schleimigen Brei transsubstantiiert wurden. Unwissende: Das klingt da beängstigend. Wie gehen Sie nur bei Ihrer Forschung vor? Prof. Breierle: Um bei diesem konkreten Virus und Beispiel zu bleiben, von dem sich der Laie wohl zumindest eine gewisse Vorstellung machen kann: wir tragen diesen Brei auf transparency paper (tp) auf und zwar in hauchdünnen Schichten, wie man sie aus der Chromatographie kennt, und bringen dann dieses tp auf ein PLM (poly- lux-magnifier) genanntes Gerät, dessen komplizierte Optik zu beschreiben hier zu weit führte. Diese als dirty-dry-method (ddm) bekannte Methode ist zwar nicht in Potsdam entwickelt, aber doch unter der Bezeichnung slice-cheese-method (scm) wesentlich verfeinert worden. Auf diese Weise erhalten wir vergrößerte, zweidimensionale Wandbilder in einer - wie ich mit einigem Stolz sagen darf - erstaunlichen Schärfe. Diese Bilder sind nun überraschenderweise bunt und lassen einzelne Zeichen, auch „letters“ genannte Symbole erkennen, die wir dann analysieren und klassifizieren.
Unwissende: Ist das nicht sehr gefährlich? Prof. Breierle: Da sprechen Sie einen sehr wichtigen Punkt an: es gibt sowohl die Möglichkeit einer Remdinfektion als auch die einer Selbstinfektion, die uns schon mehrfach dazu zwang, erneut ab ovo zu beginnen und unser Forschungsdesign gänzlich umzustellen. Über den Übertragungsweg können wir bislang nur mutmaßen. Viele Indizien deuten darauf hin, daß eine mediale, vorzugsweise audiovisuelle Aquirierung in geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen stattfindet, bei der Überträger und Wirt möglicherweise sogar human sind.
Unwissende: Wie werden solche Infektionen verhindert?
Prof. Breierle: Wir haben dazu ein definitives Sicherheitskonzept entwickelt, das die Sicherheitsstufen P SI und SII kennt. Eine Sicherheitsstufe SIII - wie in der Genforschung - gibt es bei uns jedoch nicht. Das Ihnen hier im einzelnen auszuführen, ist wegen seiner Komplexität nicht möglich, schon auf Grund der zahllosen diesbezüglichen Ordnungen, Rahmenordnungen, Erlasse und Gesetze.
Unwissende: Ist es Ihnen denn bisher gelungen, Impfstoffe oder erfolgreiche Therapien gegen diesen Virus zu entwickeln? Prof. Breierle: Bislang haben wir eher in der Analytik und Diagnostik erhebliche Fortschritte gemacht. Aber, wie der Volksmund sagt, was nicht ist, kann ja noch wer
den; und wie wir hinzufügen, was noch nicht ist, kann auch nicht zu Brei werden. Unwissende: Wenn wir schließlich auf Ihre Lehre zu sprechen kommen dürfen...
Prof. Breierle: Diese Rage bzw. deren Beantwortung erfüllt mich mit Genugtuung. Denn während andere Bereiche von einem forschenden Lernen oft nur sprechen, findet es bei uns tatsächlich statt. Die Studenten dürfen bei unseren Experimenten - selbst denen im Sicherheitstrakt - stets dabei sein und unter Anleitung auch selbst das slice-cheese-Verfahren versuchen. Unwissende: Geht das denn auch immer gut?
Prof. Breierle: O ja, sehr gut sogar; jedenfalls im Prinzip, und ein paar kleinere Mißgeschicke wollen wir hier nun wirklich nicht breit treten. Schließlich betrachten wir unsere Studenten auch als Nachwuchs.
Reger Austausch
Die Gründung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) 1923/25 begann mit einigen wenigen Stipendien für Studienaufenthalte in den USA. Heute fördert der DAAD jährlich 1.500 Deutsche an nordamerikanischen Hochschulen und finanziert rund 500 amerikanischen Studierenden und Wissenschaftlern einen Aufenthalt in der Bundesrepublik. Dafür werden jährlich mehr als 10% des Gesamthaushaltes zur Verfügung gestellt; das zeigt, welche Bedeutung diesen Beziehungen beigemessen wird. Mit Hilfe von Stipendien kamen in den vergangenen 30 Jahren etwa 22.000 Studierende und Wissenschaftler aus den USA und Kanada an deutsche Hochschulen. Umgekehrt wurden 26.000 Deutsche in Nordamerika gefördert, pm.
AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 24. Sitzung am 28. September 1995 faßte der Senat u.a. folgende Beschlüsse:
Um bei der Lehrevaluation an der Universität einen Schritt voranzukommen, benannte das Gremium die Mitglieder der Kommission zur Vorbereitung dieses Vorhabens, der je ein Vertreter der Gruppe der Professoren, der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studierenden jeder Fakultät angehören. Weiterhin stimmte der Senat dem vorgelegten Kooperationsvertrag zwischen der Universität Potsdam und dem Potsdamer Institut für Pharmakoepi- demiologie und Ttechnologieanwendungen (PIPTA) GmbH zu. Ebenso befürworteten die Senatoren den Antrag des Institutes für Informatik auf Umbenennung des Magisternebenfachs „Angewandte Informatik“ in „Informatik“. Die Änderung des Fächerkatalogs der Magisterprüfungsordnung im Bereich Germanistik bildete den Gegenstand eines weiteren einstimmig gefaßten Beschlusses. Germanistik im Hauptfach und Deutsch als Remdsprache im Nebenfach werden demnach gestrichen. Wiederum standen zahlreiche Studien- und Prüfungsordnungen zur Beschlußfassung auf der Tägesordnung. Der Senat nahm folgende an: die Studienordnungen für die Studiengänge und Besonderen Prüfungsbestimmungen für die Lehramtsstudiengänge sowie für die Magisterstudiengänge des Instituts für Germanistik, die Studienordnung Physik für den Diplomstudiengang und das Nebenfach, die Prüfungsordnung für den Diplomstudiengang Physik und die Besonderen Prüfungsbestimmungen für die Studiengänge im Nebenfach Physik, die Studienordnung für das Studium des primarstufenspezifischen Be
reichs im Rahmen des Lehramts für die Primarstufe und des stufenübergreifenden Lehramtes Sekundarstufe I/Primarstufe sowie die Studienordnung für den Studiengang der Beruflichen Fachrichtungen Elektrotechnik und Metalltechnik im Lehramtsstudium Sekundarstufe II. Auch der Einführung der Diplomstudiengänge Soziologie und Verwaltungswissenschaften zum Wintersemester 1995/96 auf der Grundlage der vorhandenen Kapazitäten der beteiligten Fakultäten sowie der von der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät vorgelegten Prüfungsordnung für den Diplomstudiengang Verwaltungswissenschaft erteilte das Gremuim seine Zustimmung. Des weiteren wurde Prof. Dr. Henning Läuter, Inhaber der C4-Professur für Stochastik, mit Wirkung vom 1. Oktober 1995 zum Geschäftsführenden Direktor des Institutes für Mathematik in der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät bestellt. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Hans Kaiser an. Als Stellvertreter fungiert jetzt Prof. Dr. Erhard Quaisser. Auch im Institut für Theoretische Physik und Astrophysik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät ergibt sich nach dem Senatsbeschluß eine personelle Veränderung. Seit 1. Oktober 1995 nimmt Prof. Dr. Wölf- Rainer Hamann, Inhaber der C4-Pro- fessur für Astrophysik, die Aufgabe eines Stellvertretenden Geschäftsführenden Direktors wahr. Der Ausschreibung der gemeinsamen C4-Professur „Modellierung sozialer Systeme“ des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung e.V und der Universität Potsdam/Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät wurde ebenso zugestimmt wie der der C4-Professur für Physikalische Biochemie und der C3-Professur für Biotechnologie. B.E.
PUTZ 8/95
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