Heft 
(1.1.2019) 08
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wird zunächst konturlos, verliert jede Aus­sagekraft und wird dann, wie der Fach­mann sagt, läppisch. Es sind auch schon Fälle berichtet worden, bei denen mehre­re Theoriengebäude in diesem Zeitraum in sich zusammengesunken sind und in einen schleimigen Brei transsubstantiiert wurden. Unwissende: Das klingt da beängstigend. Wie gehen Sie nur bei Ihrer Forschung vor? Prof. Breierle: Um bei diesem konkreten Virus und Beispiel zu bleiben, von dem sich der Laie wohl zumindest eine gewisse Vor­stellung machen kann: wir tragen diesen Brei auf transparency paper (tp) auf und zwar in hauchdünnen Schichten, wie man sie aus der Chromatographie kennt, und bringen dann dieses tp auf ein PLM (poly- lux-magnifier) genanntes Gerät, dessen komplizierte Optik zu beschreiben hier zu weit führte. Diese als dirty-dry-method (ddm) bekannte Methode ist zwar nicht in Potsdam entwickelt, aber doch unter der Bezeichnung slice-cheese-method (scm) wesentlich verfeinert worden. Auf diese Weise erhalten wir vergrößerte, zweidi­mensionale Wandbilder in einer - wie ich mit einigem Stolz sagen darf - erstaunli­chen Schärfe. Diese Bilder sind nun über­raschenderweise bunt und lassen einzelne Zeichen, auchletters genannte Symbole erkennen, die wir dann analysieren und klassifizieren.

Unwissende: Ist das nicht sehr gefährlich? Prof. Breierle: Da sprechen Sie einen sehr wichtigen Punkt an: es gibt sowohl die Möglichkeit einer Remdinfektion als auch die einer Selbstinfektion, die uns schon mehrfach dazu zwang, erneut ab ovo zu beginnen und unser Forschungsdesign gänzlich umzustellen. Über den Übertra­gungsweg können wir bislang nur mutma­ßen. Viele Indizien deuten darauf hin, daß eine mediale, vorzugsweise audiovisuelle Aquirierung in geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen stattfindet, bei der Überträger und Wirt möglicherweise sogar human sind.

Unwissende: Wie werden solche Infektio­nen verhindert?

Prof. Breierle: Wir haben dazu ein definiti­ves Sicherheitskonzept entwickelt, das die Sicherheitsstufen P SI und SII kennt. Eine Sicherheitsstufe SIII - wie in der Genfor­schung - gibt es bei uns jedoch nicht. Das Ihnen hier im einzelnen auszuführen, ist wegen seiner Komplexität nicht möglich, schon auf Grund der zahllosen diesbezüg­lichen Ordnungen, Rahmenordnungen, Er­lasse und Gesetze.

Unwissende: Ist es Ihnen denn bisher ge­lungen, Impfstoffe oder erfolgreiche The­rapien gegen diesen Virus zu entwickeln? Prof. Breierle: Bislang haben wir eher in der Analytik und Diagnostik erhebliche Fortschritte gemacht. Aber, wie der Volks­mund sagt, was nicht ist, kann ja noch wer­

den; und wie wir hinzufügen, was noch nicht ist, kann auch nicht zu Brei werden. Unwissende: Wenn wir schließlich auf Ihre Lehre zu sprechen kommen dürfen...

Prof. Breierle: Diese Rage bzw. deren Be­antwortung erfüllt mich mit Genugtuung. Denn während andere Bereiche von einem forschenden Lernen oft nur sprechen, fin­det es bei uns tatsächlich statt. Die Studen­ten dürfen bei unseren Experimenten - selbst denen im Sicherheitstrakt - stets dabei sein und unter Anleitung auch selbst das slice-cheese-Verfahren versuchen. Unwissende: Geht das denn auch immer gut?

Prof. Breierle: O ja, sehr gut sogar; jeden­falls im Prinzip, und ein paar kleinere Miß­geschicke wollen wir hier nun wirklich nicht breit treten. Schließlich betrachten wir unsere Studenten auch als Nachwuchs.

Reger Austausch

Die Gründung des Deutschen Akademi­schen Austauschdienstes (DAAD) 1923/25 begann mit einigen wenigen Stipendien für Studienaufenthalte in den USA. Heute för­dert der DAAD jährlich 1.500 Deutsche an nordamerikanischen Hochschulen und fi­nanziert rund 500 amerikanischen Studie­renden und Wissenschaftlern einen Aufent­halt in der Bundesrepublik. Dafür werden jährlich mehr als 10% des Gesamthaushal­tes zur Verfügung gestellt; das zeigt, wel­che Bedeutung diesen Beziehungen beige­messen wird. Mit Hilfe von Stipendien ka­men in den vergangenen 30 Jahren etwa 22.000 Studierende und Wissenschaftler aus den USA und Kanada an deutsche Hochschulen. Umgekehrt wurden 26.000 Deutsche in Nordamerika gefördert, pm.

AUS DEM SENAT BERICHTET

In seiner 24. Sitzung am 28. September 1995 faßte der Senat u.a. folgende Be­schlüsse:

Um bei der Lehrevaluation an der Univer­sität einen Schritt voranzukommen, be­nannte das Gremium die Mitglieder der Kommission zur Vorbereitung dieses Vor­habens, der je ein Vertreter der Gruppe der Professoren, der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studierenden jeder Fakultät angehören. Weiterhin stimmte der Senat dem vorgelegten Kooperationsver­trag zwischen der Universität Potsdam und dem Potsdamer Institut für Pharmakoepi- demiologie und Ttechnologieanwendungen (PIPTA) GmbH zu. Ebenso befürworteten die Senatoren den Antrag des Institutes für Informatik auf Umbenennung des Magister­nebenfachsAngewandte Informatik in Informatik. Die Änderung des Fächerka­talogs der Magisterprüfungsordnung im Bereich Germanistik bildete den Gegen­stand eines weiteren einstimmig gefaßten Beschlusses. Germanistik im Hauptfach und Deutsch als Remdsprache im Neben­fach werden demnach gestrichen. Wiederum standen zahlreiche Studien- und Prüfungsordnungen zur Beschlußfas­sung auf der Tägesordnung. Der Senat nahm folgende an: die Studienordnungen für die Studiengänge und Besonderen Prü­fungsbestimmungen für die Lehramtsstu­diengänge sowie für die Magisterstudien­gänge des Instituts für Germanistik, die Studienordnung Physik für den Diplomstu­diengang und das Nebenfach, die Prüfungs­ordnung für den Diplomstudiengang Phy­sik und die Besonderen Prüfungsbestim­mungen für die Studiengänge im Neben­fach Physik, die Studienordnung für das Studium des primarstufenspezifischen Be­

reichs im Rahmen des Lehramts für die Primarstufe und des stufenübergreifenden Lehramtes Sekundarstufe I/Primarstufe so­wie die Studienordnung für den Studien­gang der Beruflichen Fachrichtungen Elek­trotechnik und Metalltechnik im Lehramts­studium Sekundarstufe II. Auch der Einfüh­rung der Diplomstudiengänge Soziologie und Verwaltungswissenschaften zum Win­tersemester 1995/96 auf der Grundlage der vorhandenen Kapazitäten der beteiligten Fakultäten sowie der von der Wirtschafts­und Sozialwissenschaftlichen Fakultät vor­gelegten Prüfungsordnung für den Diplom­studiengang Verwaltungswissenschaft er­teilte das Gremuim seine Zustimmung. Des weiteren wurde Prof. Dr. Henning Läu­ter, Inhaber der C4-Professur für Stocha­stik, mit Wirkung vom 1. Oktober 1995 zum Geschäftsführenden Direktor des Institu­tes für Mathematik in der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät bestellt. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Hans Kaiser an. Als Stellvertreter fungiert jetzt Prof. Dr. Erhard Quaisser. Auch im In­stitut für Theoretische Physik und Astro­physik der Mathematisch-Naturwissen­schaftlichen Fakultät ergibt sich nach dem Senatsbeschluß eine personelle Verände­rung. Seit 1. Oktober 1995 nimmt Prof. Dr. Wölf- Rainer Hamann, Inhaber der C4-Pro- fessur für Astrophysik, die Aufgabe eines Stellvertretenden Geschäftsführenden Di­rektors wahr. Der Ausschreibung der ge­meinsamen C4-ProfessurModellierung sozialer Systeme des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung e.V und der Univer­sität Potsdam/Wirtschafts- und Sozialwis­senschaftliche Fakultät wurde ebenso zu­gestimmt wie der der C4-Professur für Phy­sikalische Biochemie und der C3-Professur für Biotechnologie. B.E.

PUTZ 8/95

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