Heft 
(1.1.2019) 08
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So könnte der neue Pfadfinder am Röntgenhimmel aussehen, ABRIXAS - ein Röntgensatellit für den mittleren Röntgenbereich. Er ist eine gemeinsame Entwicklung des Astrophysikalischen Instituts Potsdam, des Max-Plank-Instituts für extraterrestrische Physik und des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Um Tübingen. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Die Abbildung zeigt eine von vier Vorschlägen, die auf die Ausschreibung emgreicht wurden. Abb.: DASA/Dormer

dig machen, die zwar Röntgenstrahlung aussenden, deren Kern aber von einer Staubhülle umgeben ist. Dann wird die weiche Röntgenstrahlung absorbiert - der Kern ist also für ROSAT unsichtbar. Nicht jedoch für ABRIXAS, der ja die energierei­chere Röntgenstrahlung mißt, und diese kann die Staubhülle durch dringen.

Elektrische Ströme bewegen den Kosmos

Mit einem völlig anderen Gebiet beschäf­tigt sich am AIP Dr. Karl-Heinz Radier. Ihm geht es um Magnetfelder,denn", sagt er, sie sorgen für action im Kosmos." Nicht nur Planeten haben sie, sondern auch Ster­ne. Galaxien werden von Magnetfeldern durchzogen, die erstaunlicherweise geord­nete Strukturen aufweisen. Und Pulsare besitzen Felder, die sogar eine Million mal eine Million größer sind, als das der Erde. Wie entstehen diese Felder? Larmor schlug bereits zu Beginn dieses Jahrhun­derts das Modell des selbsterregten Dyna­mos vor: elektrische Ströme, egal ob sie

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von Elektronen oder Ionen hervorgerufen werden, erzeugen Magnetfelder, anderer­seits üben Magnetfelder eine Kraft auf sich bewegende Ladungen aus. Da im Stern­inneren ständig für Bewegung der Ladun­gen gesorgt wird, hält dieser Prozess sich selbst m Gang. In den Galaxien können Ströme in der leitenden interstellaren Ma­terie entstehen. Zwar ist sie sehr dünn, so daß nur wenig Ladungsträger pro Volumen zur Verfügung stehen, entscheidend für die Modellrechnung ist aber die große Aus­dehnung des interstellaren Raumes. Radler betont, daß ihre theoretischen Be­rechnungen ergeben haben, daß Sterne normalerweise ein Magnetfeld haben soll­ten. Selbst wenn die in den Sternen und ihren Hüllen sich bewegenden Teilchen zunächst kein Magnetfeld erzeugen, ist dieser Zustand im allgemeinen so instabil, daß eine kleine Störung zum Aufbau eines Feldes führen würde, das dann auch beste­hen bleibt.

Der nächtliche Sternenhimmel, so ruhig und einfach er erscheint, so turbulent und

komplex ist er in Wirklichkeit. Davon wer­den sich bald auch die Potsdamer Studen­ten mit dem Wahlpflichtfach Astronomie ein genaueres Bild machen können. Wenn die Kuppel eines der Gebäude der Stern­warte Babelsberg repariert sein wird, kön­nen sie hier den Nachthimmel observieren.

Theorie und Praxis für studentische Sternengucker"

Auch zur Zeit können sie schon Einrichtun­gen des AIP im Rahmen ihres Praktikums benutzen, so führen sie z. B. Sonnenbeob­achtungen am Einsteinturm durch. Um die Betreuung des Praktikums kümmert sich Hasinger. Den theoretischen Hintergrund zu ihren Beobachtungen erfahren sie bei Rädler derzeit in der VorlesungKosmische Elektrodynamik, entsprechend bei Hasin­ger inEndstadien der Sternentwicklung II. Und auch der wissenschaftliche Aus­tausch zwischen dem Lehrstuhl Astrophy­sik an der Universität und dem AIP ist so rege, daß über ein gemeinsames Projekt nachgedacht wird. ade

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