Heft 
(1.1.2019) 08
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STUDENTEN NAHMEN WOHNHEIM IN BESITZ

Das sanierte Studentenwohnheim in der Forststr, 44-46: Platz für 54 Studierende. Foto: Fritze

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ionischen, also positiv geladenen, durch relativ schwache Bindungskräfte zusam­mengehaltenen Komplexen zwischen Edelgasatomen (z.B, Argon) und zwei­atomigen Molekülen (z.B. HCl, HBr). Wiederum handelt es sich um Systeme, über die bisher wenig bekannt ist und die daher jetzt den Gegenstand einer gemein­samen Studie mit einer Gruppe im Max- Planck-Institut für Strömungsforschung in Göttingen bilden, wobei in Potsdam quan­tenchemische Berechnungen und in Göt­tingen Molekularstrahlexperimente durch­geführt werden. Im Rahmen eines EU-Pro- jekts, an dem auch Partner an der Univer­sität Rom und im Indian Institute of Tech­nology, Kanpur, mitwirken, werden u.a. Stoßprozesse zwischen Ionen und neutra­len Molekülen untersucht, um spezielle Wechselwirkungsmechanismen aufzuklä­ren, sowe die Struktur und die innere Dy­namik von ionischen Clustern, also gelade­nen schwach gebundenen Atomaggre­gaten.

Hier ergibt sich ein Berührungspunkt zu einem anderen Arbeitsschwerpunkt, näm­lich Untersuchungen der intramolekularen Bewegungen kleiner Moleküle, durchge­führt im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Pro­jekts. Es geht dabei um Grundphänomene der nichtlinearen Dynamik in Systemen mit relativ wenigen Freiheitsgraden, um regu­läres und chaotisches Verhalten in klas­sisch-mechanischer und quantenmecha­nischer Beschreibung (Quantenchaos") aber auch um praktische Aspekte, so die Beschreibung hochangeregter Schwin­gungszustände und die Interpretation kom­plizierter Schwingungsspektren, die Be­einflussung molekularer Prozesse durch eine hochselektive Anregung bestimmter Bewegungen (we das mittels Laserstrah­lung prinzipiell möglich ist) und die An­wendbarkeit statistischer Methoden. Dies sind auch die Fragestellungen, mit denen die Arbeiten am Lehrstuhl für Theoretische Chemie zur Thematik des Zentrums für Nichtlineare Dynamik an der Universität Potsdam beitragen können.

So verschiedenartig die Aufgaben auf den ersten Blick erscheinen, sie alle dienen der Aufklärung elementarer molekularer Struk­turen und Prozesse mit dem Ziel, nicht nur die Chemie im Kleinen besser zu verste­hen und benötigte Daten für spezielle Sy­steme zuverlässig vorausberechnen zu können, sondern auch Möglichkeiten auf­zuspüren, wie unter bestimmten Bedingun­gen durch gezielte Beeinflussung moleku­larer Parameter gewissermaßen eine Fein­steuerung chemischer Prozesse erreicht werden kann - ein alter Traum der Che­mie, der in den letzten Jahren zu einem Gebiet von hoher internationaler Aktualität geworden ist. Z.L.

Kurz vor Beginn des Wintersemesters an der Universität Potsdam übergab Wissen­schaftsminister Steffen Reiche die Schlüssel des Wohnheimes in der Forst­straße 44-46 an die künftigen Mieter des Studentenwerkes Potsdam. Damit ver­bessern sich für weitere 54 Studierende die Wohnbedingungen. Das Haus bietet 27 Zwei-Zimmer-Wohneinheiten mit Mini­küche und Bad. Der monatliche Mietpreis beträgt 225,- DM.

Arne TVoppens zum Beispiel, Student der Geoökologie, ist durchaus zufrieden:Ich bin sehr glücklich, hier einen Platz bekom­men zu haben. Den Antrag dafür habe ich im vergangenen Winter gestellt. Die hier vorhandene Ausstattung der Räume ist in Ordnung, auch die Miete scheint er­schwinglich.

Erst umfangreiche, fast einjährige Sanie­rungsarbeiten hatten das 1956/57 errichte­te Gebäude zu einer attraktiven Wohnstätte werden lassen. Auch denkmalspflegeri­sche Aspekte spielten dabei eine Rolle. Umbauten im großen Stil und veränderte Grundnßlösungen ermöglichten unter an­derem die Gewinnung individuellen Wohn- raumes aus vorherigen Gemeinschafts­waschräumen. Aus ehemaligen Mehrbett­zimmern entstanden Ein- und Zweibett- Zimmer. Jetzt kommt jedem Mieter durch­schnittlich eine Wohnfläche von 21m 2 zu. Der finanzielle Gesamtaufwand für das Projekt betrug 2,8 Mio DM. Zu 80% wurden dabei die Kosten aus Fördermitteln des Landes Brandenburg und des Bundes be­stritten. Bei dem verbleibenden Trägeran­teil von 20% half Potsdams Partnerstadt Bonn mit einem zinsgünstigen Darlehen aus.

Es liegt nun an Ihnen, den Studenten, das Wohnheim nicht nur mit Leben, sondern

auch mit Geist zu erfüllen", appellierte Minister Reiche an die Handvoll bei der Übergabe anwesender junger Leute. Letzt­lich gereiche dies, so der Gast, auch der märkischen Region zum Vorteil. Das Stu­dentenwerk Potsdam will bis zum Jahr 2000 an seinen Standorten Potsdam, Wildau und Brandenburg insgesamt rund 3150 neue beziehungsweise modernisierte Wohn­heimplätze schaffen. Mit 1750 geplanten Plätzen nimmt die Landeshauptstadt dabei den Löwenanteil ein.

Allerdings kann das Studentenwerk dem vor allem in Potsdam steigenden Bedarf nicht allein Rechnung tragen. Dem Wohn­heimangebot sollte sich vielmehr auch ein bezahlbarer privater Wohnungsmarkt zur Seite gesellen. Erste Studentenproteste gab es bereits (siehe den ArtikelEigene Bude steht hoch im Kurs an anderer Stel­le dieserPUTZ"). PG.

Krankenversicherungszuschuß für BAföG-Empfänger

Der Beitragssatz für die Kranken- und Pfle­geversicherung in der Krankenversiche­rung der Studenten liegt in diesem Winter­semester bei monatlich 84,66 DM (altes Bundesgebiet) bzw. 68,00 DM (neues Bun­desgebiet), BAföG-Empfänger können auf Antrag einen Beitragszuschuß erhalten. Be­scheinigungen hierfür gibt es bei den Kran­kenkassen. Diese informieren ebenfalls darüber, in welchen Fällen weiterhin auch über das 14. Fachsemester oder.über die Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus die Pflichtversicherung zu den besonders günstigen Bedingungen in der Krankenver­sicherung der Studenten möglich ist. Die Versicherungszeit in der Pflegeversiche­rung verlängert sich dann entsprechend.

Kaufmännische Krankenkasse

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PUTZ 8/95