STUDENTEN NAHMEN WOHNHEIM IN BESITZ
Das sanierte Studentenwohnheim in der Forststr, 44-46: Platz für 54 Studierende. Foto: Fritze
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ionischen, also positiv geladenen, durch relativ schwache Bindungskräfte zusammengehaltenen Komplexen zwischen Edelgasatomen (z.B, Argon) und zweiatomigen Molekülen (z.B. HCl, HBr). Wiederum handelt es sich um Systeme, über die bisher wenig bekannt ist und die daher jetzt den Gegenstand einer gemeinsamen Studie mit einer Gruppe im Max- Planck-Institut für Strömungsforschung in Göttingen bilden, wobei in Potsdam quantenchemische Berechnungen und in Göttingen Molekularstrahlexperimente durchgeführt werden. Im Rahmen eines EU-Pro- jekts, an dem auch Partner an der Universität Rom und im Indian Institute of Technology, Kanpur, mitwirken, werden u.a. Stoßprozesse zwischen Ionen und neutralen Molekülen untersucht, um spezielle Wechselwirkungsmechanismen aufzuklären, sowe die Struktur und die innere Dynamik von ionischen Clustern, also geladenen schwach gebundenen Atomaggregaten.
Hier ergibt sich ein Berührungspunkt zu einem anderen Arbeitsschwerpunkt, nämlich Untersuchungen der intramolekularen Bewegungen kleiner Moleküle, durchgeführt im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts. Es geht dabei um Grundphänomene der nichtlinearen Dynamik in Systemen mit relativ wenigen Freiheitsgraden, um reguläres und chaotisches Verhalten in klassisch-mechanischer und quantenmechanischer Beschreibung („Quantenchaos") aber auch um praktische Aspekte, so die Beschreibung hochangeregter Schwingungszustände und die Interpretation komplizierter Schwingungsspektren, die Beeinflussung molekularer Prozesse durch eine hochselektive Anregung bestimmter Bewegungen (we das mittels Laserstrahlung prinzipiell möglich ist) und die Anwendbarkeit statistischer Methoden. Dies sind auch die Fragestellungen, mit denen die Arbeiten am Lehrstuhl für Theoretische Chemie zur Thematik des Zentrums für Nichtlineare Dynamik an der Universität Potsdam beitragen können.
So verschiedenartig die Aufgaben auf den ersten Blick erscheinen, sie alle dienen der Aufklärung elementarer molekularer Strukturen und Prozesse mit dem Ziel, nicht nur die Chemie im Kleinen besser zu verstehen und benötigte Daten für spezielle Systeme zuverlässig vorausberechnen zu können, sondern auch Möglichkeiten aufzuspüren, wie unter bestimmten Bedingungen durch gezielte Beeinflussung molekularer Parameter gewissermaßen eine Feinsteuerung chemischer Prozesse erreicht werden kann - ein alter Traum der Chemie, der in den letzten Jahren zu einem Gebiet von hoher internationaler Aktualität geworden ist. Z.L.
Kurz vor Beginn des Wintersemesters an der Universität Potsdam übergab Wissenschaftsminister Steffen Reiche die Schlüssel des Wohnheimes in der Forststraße 44-46 an die künftigen Mieter des Studentenwerkes Potsdam. Damit verbessern sich für weitere 54 Studierende die Wohnbedingungen. Das Haus bietet 27 Zwei-Zimmer-Wohneinheiten mit Miniküche und Bad. Der monatliche Mietpreis beträgt 225,- DM.
Arne TVoppens zum Beispiel, Student der Geoökologie, ist durchaus zufrieden: „Ich bin sehr glücklich, hier einen Platz bekommen zu haben. Den Antrag dafür habe ich im vergangenen Winter gestellt. Die hier vorhandene Ausstattung der Räume ist in Ordnung, auch die Miete scheint erschwinglich.“
Erst umfangreiche, fast einjährige Sanierungsarbeiten hatten das 1956/57 errichtete Gebäude zu einer attraktiven Wohnstätte werden lassen. Auch denkmalspflegerische Aspekte spielten dabei eine Rolle. Umbauten im großen Stil und veränderte Grundnßlösungen ermöglichten unter anderem die Gewinnung individuellen Wohn- raumes aus vorherigen Gemeinschaftswaschräumen. Aus ehemaligen Mehrbettzimmern entstanden Ein- und Zweibett- Zimmer. Jetzt kommt jedem Mieter durchschnittlich eine Wohnfläche von 21m 2 zu. Der finanzielle Gesamtaufwand für das Projekt betrug 2,8 Mio DM. Zu 80% wurden dabei die Kosten aus Fördermitteln des Landes Brandenburg und des Bundes bestritten. Bei dem verbleibenden Trägeranteil von 20% half Potsdams Partnerstadt Bonn mit einem zinsgünstigen Darlehen aus.
„Es liegt nun an Ihnen, den Studenten, das Wohnheim nicht nur mit Leben, sondern
auch mit Geist zu erfüllen", appellierte Minister Reiche an die Handvoll bei der Übergabe anwesender junger Leute. Letztlich gereiche dies, so der Gast, auch der märkischen Region zum Vorteil. Das Studentenwerk Potsdam will bis zum Jahr 2000 an seinen Standorten Potsdam, Wildau und Brandenburg insgesamt rund 3150 neue beziehungsweise modernisierte Wohnheimplätze schaffen. Mit 1750 geplanten Plätzen nimmt die Landeshauptstadt dabei den Löwenanteil ein.
Allerdings kann das Studentenwerk dem vor allem in Potsdam steigenden Bedarf nicht allein Rechnung tragen. Dem Wohnheimangebot sollte sich vielmehr auch ein bezahlbarer privater Wohnungsmarkt zur Seite gesellen. Erste Studentenproteste gab es bereits (siehe den Artikel „Eigene Bude steht hoch im Kurs“ an anderer Stelle dieser „PUTZ"). PG.
Krankenversicherungszuschuß für BAföG-Empfänger
Der Beitragssatz für die Kranken- und Pflegeversicherung in der Krankenversicherung der Studenten liegt in diesem Wintersemester bei monatlich 84,66 DM (altes Bundesgebiet) bzw. 68,00 DM (neues Bundesgebiet), BAföG-Empfänger können auf Antrag einen Beitragszuschuß erhalten. Bescheinigungen hierfür gibt es bei den Krankenkassen. Diese informieren ebenfalls darüber, in welchen Fällen weiterhin auch über das 14. Fachsemester oder.über die Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus die Pflichtversicherung zu den besonders günstigen Bedingungen in der Krankenversicherung der Studenten möglich ist. Die Versicherungszeit in der Pflegeversicherung verlängert sich dann entsprechend.
Kaufmännische Krankenkasse
Seite 19
PUTZ 8/95