NEU ERNANNTE PROFESSOREN
An der Universität Potsdam herrscht nach wie vor eine rege Aufbauphase. Zeichen dafür sind nicht nur viele Baugerüste, sondern u. a. auch die während der letzten Monate sehr zahlreich ernannten Professoren. Sie alle an dieser Stelle vorzustellen, würde den Umfang der „PUTZ“ sprengen. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser daher um Verständnis dafür, daß in jeder Ausgabe lediglich mit sechs Professoren bekannt gemacht wird - und zwar entsprechend der Chronologie ihres Emennungsdatums (zusammengestellt von Dr. Barbara Eckardt).
Eine Professur für Ostslavische Literaturen und Kulturen im Institut für Slavr- stik der Philosophischen Fakultät I übernahm Prof. Dr. habil. Norbert P Hranz. Er wurde 1951 in Mainz/Rhein geboren und studierte von 1970 bis 1979 Slavistik, Romanistik, Germanistik und Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1979 schloß er das Studium mit der Promotion zum Thema „Groteske Strukturen in der Prosa Zamjatins“ ab. Mitte der 70er Jahre führten ihn Studienaufenthalte nach Rom an die Universitä degli studi (Sapienza) und an das Instituto Papale degli studi orientali. Mit der Arbeit „Der russisch-sowjetische Krimi 1953 -1983“ habilitierte sich der Wissenschaftler 1986 an der Mainzer Universität, wo er von 1979 bis 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Slavistik tätig war. Dem schlossen sich bis April 1994 eine Referentenzeit an der Bischöflichen Studienförderung Cusanus- werk - zuletzt war er dort stellvertretender Leiter - und von 1994 bis 1995 eine Professur für Ostslavische Literaturen an der Humboldt-Universität zu Berlin an. Zu den Forschungsschwerpunkten von Norbert Franz gehören die neuere und neueste russische Literatur, die Mediävistik der slavia orthodoxa, die Kultursemiotik, Theater, Wissenschaftstheorie und -geschichte.
Für das Gebiet Algebra II im Institut für Mathematik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät wurde Prof. Dr. habil. Joachim Gräter ernannt. Der 1956 in Neumünster Geborene studierte von 1975 bis 1979 Mathematik und Physik an der
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Technischen U niversität Braunschweig. Das Studium beendete er mit einem Diplom. Bis zu seiner Ernennung auf eine Professur an die Universität Potsdam 1995 arbeitete er an dieser Hochschule. So promovierte er schon 1980 in Braunschweig mit der Arbeit „Beiträge zur Theorie der Mams-Bewertungen“. Seine Habilitation „Lokalinvariante Bewertungen“ beendete der Wissenschaftler vier Jahre später, Von 1980 bis 1983 war er als wissenschaftlicher Assistent, anschließend bis 1990 als Hochschulassistent am dortigen Institut für Algebra und Zahlentheorie und von 1990 bis 1995 am Institut für Analysis als Hochschuldozent tätig. Bereits 1989 verlieh man ihm den Titel „Außerplanmäßiger Professor“ . Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn an die University of Alberta, Edmonton/Kanada und an die University of California at San Diego/USA.
Zur Professorin für das Gebiet Didaktik der deutschen Literatur im Institut für Germanistik der Philosophischen Fakultät I wurde Prof. Dr. habil. Elke Liebs berufen. Die 1942 in Berlin Geborene studierte von 1962 bis 1968 an den Universitäten Tübingen (inklusive Leibniz-Kolleg), Heidelberg und Stuttgart Germanistik, Anglistik, Theologie und Psychologie, unterbrochen durch eine Ausbildung an der Fachschule für Bibliothekswesen Stuttgart, welche sie als Diplom-Bibliothekarin äbschloß. Mit einer Arbeit zum Thema Weltliteratur in deutschen Jugendbearbeitungen. Studie zur Rezeption des Robinson Crusoe in Deutschland, mit besonderer Berücksichtigung der Aufklärung" promovierte sie 1975 in Stuttgart. Als weitere Stationen des wissenschaftlichen Werdegangs von Elke Liebs schlossen sich an: 1976 wissenschaftliche Assistentin an der Pädagogischen Hochschule Westfalen/Lippe und von 1977 bis 1980 die Ausbildung als Gesprächspsychotherapeutin mit anschließender zwölfjähriger Praxis. An der Universität Münster habilitierte sich die Wissenschaftlerin 1984 mit der Schrift „Kindheit und Tod - Studien zur Entstehung
der 'Figuration End' und ihrer literarischen Phänomenologie am Beispiel des Rattenfängers von Hameln“. In den 80er Jahren führten sie Lehraufträge an die Universität Osnabrück sowie an die Universität-Gesamthochschule Essen. Sie weilte mit Gastprofessuren an der Universität Frankfurt/ Main und der University of Florida, Gaines- ville/USA, sowie mit Lehrstuhlvertretungen an der Universität Osnabrück und der Universität-Gesamthochschule Essen. Die Professonn ist weiterhin seit 1989 Füll Professor der University of Oregon, Eugene/ USA, und dort Head of Department (German) seit 1990. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Allgemeine Sprachwissenschaft mit dem Schwerpunkt 19. Jahrhundert, Kulturgeschichte der Kindheit, Motivforschung, Literatur von Frauen und Literatur für Kinder und Jugendliche sowie Literatur und Psychoanalyse.
Eine Professur für Arbeits-, Betriebs- und Or- ganisationspsy- chologie nimmt Prof. Dr. habil.
Anna-Marie Metz im Institut für Psychologie der Philosophischen Fakultät II wahr. 1940 in Sondershausen/Thüringen geboren, studierte sie Psychologie an der Humboldt- Universität zu Berlin von 1958 bis 1963. An dieser Einrichtung promovierte sie 1968 zum Thema „Änderungen der myoelektri- schen Aktivität während eines sensomo- torischen Lernprozesses“. Dem schloß sich eine einjährige Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaft- lich-Tfechnischen Zentrum für Arbeitsschutz beim Ministerium für Bauwesen an. Wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. Arbeitsgruppenleiterin am Zentralinstitut für Arbeitsmedizin in Berlin war die Wissenschaftlerin in den Jahren von 1970 bis 1991. An der Technischen Universität Dresden habilitierte sich Anna-Marie Metz 1983 mit einer Arbeit über „Belastende physikalische Bedingungen der Arbeitsumgebung und neuropsychische Beanspruchungen - Zur Wirkung niederfrequenter mechanischer Ganzkörperschwingungen auf Lei- stungsverhaiten und Erleben". Ihre Berufung zur Honorardozentin für Arbeitshy- giene/Arbeitspsychologie an der Akademie für Ärztliche Fortbildung erfolgte 1987. Weiterhin arbeitete sie von 1991 bis 1993 als Abteilungsleiterin Psychologie am Zentrum für Arbeits- und Umweltmedizm Berlin e.V und 1994 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Berlin im Institut für Psychologie. Lehrauf-
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