SOZIALWISSENSCHAFTLICHE STADTFORSCHUNG
movierte die Wissenschaftlerin in Leipzig über „Linguistische Untersuchungen zum Verhältnis von Sprache und Ideologie, dargestellt am Beispiel der Benennungen für Staaten und ihrer Regierungen in der Presse der DDR und der BRD", Mit der Arbeit „Zum Wesen und zur Typologie von Kommunikationsaufgaben im Praxisbereich gesellschaftlicher Leitungstätigkeit" habilitierte sie sich 1982, Der Schwerpunkt ihrer Forschungen liegt in den Feldern "fextlin- guistik, Stilistik und Kommunikationstheorie.
Günther Rüdiger studierte von 1963 bis 1968 Astronomie und Physik in Jena, Dem schloß sich seine Tätigkeit am Astrophysikali- schen Observatorium und dessen Nachfolgeeinrichtungen in Potsdam an. 1971 promovierte er zum Thema „Magnetohydrodynamische Rechnungen in stellaren Konvektionszonen", und 1981 habilitierte sich der Wissenschaftler mit einer Arbeit zu „Hydrodynamik in turbulenten Medien unter besonderer Berücksichtigung der Theorie der differentiellen Rotation der Sonne", Seine speziellen Forschungsgebiete betreffen die Magnetohydrodynamik, insbesondere die Dynamo- und Türbulenztheo- rie. Er gilt als einer der wenigen Experten auf dem Gebiet der ungleichförmigen Rotation astrophysikalischer Objekte. B.E.
Einen Ruf nach Potsdam haben angenommen:
Kristian Commichau, Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen, auf eine C3-Professur für Chor- und Ensembleleitung im Institut für Musik und Musikpädagogik der Philosophischen Fakultät II.
PD Dr. Detlev Hummel, Universität Stuttgart-Hohenheim, auf eine C4-Professur für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzierung und Banken in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
Univ. Doz. Dr. Dieter O. Fürst, Max-Planck- Institut Göttingen, auf eine C3-Professur für Zellbiologie im Institut für Zoophysiologie und Zellbiologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Prof. Dr. Hartmut Asche, "technische Fachhochschule Berlin, auf eine C3-Professur für Geofernerkundung, Geoinformatik und Kartographie im Institut für Geographie und Geoökologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Stefan Krätke, Professor für Wirtschaftsund Sozialgeographie an der Universität Frankfurt (Oder), hat mit seinem Buch „Stadt, Raum, Ökonomie“ eine konzise, klare und umfassende Einführung in aktuelle Probleme moderner Stadt- und Regionalentwicklungen vorgelegt. Es geht hierbei vor allem um regionale Wirtschaftsräume, unternehmerische Standortwahl, finanzielle Verflechtungen, das neue europäische Städtesystem, sozio-ökonomische und kulturelle Segmentierungen der Städte, den Immobilienmarkt und die Stadt- und Regionalpolitik. Konzipiert ist das Werk als Lehrbuch, das aus einer Vorlesung erwachsen ist und gut in Lehrveranstaltungen verwendet werden kann.
Sem transdisziplmärer Ansatz macht Krätkes Werk auch für Wirtschaftswissenschaftler, Historiker, Politologen, Soziolo-
Jann Mitglied in Kommission des Deutschen Bundestages
Prof. Dr. Werner Jann aus der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät ist von der Präsidentin des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Rita Süssmuth, zum Mitglied der „Reformkommission zur Größe des Deutschen Bundestages" berufen worden. Diese Reformkommission hat nach dem Einsetzungsbeschluß des Plenums des Deutschen Bundestages vom 29, Juni 1995 die Aufgabe, eine Stellungnahme zu erarbeiten zu allen im Zusammenhang mit einer Verkleinerung des Parlaments entscheidungserheblichen Fragen. Von zentraler Bedeutung sind dabei Fragen der Neuzuschnitte der Wahlkreise, der Grundmandatklausel und der Überhangmandate. Die Kommission soll ihren Bericht spätestens im Frühjahr 1997 vorlegen. Ihr gehören unter dem Vorsitz von Bundestagsvizepräsident Hose 17 Mitglieder des Bundestages und 14 Sachverständige an, Weitere Sachverständige sind u.a. der Präsident des Statistischen Bundesamtes Johann Hahlen, der frühere Bundesminister Dr. Friedrich Zimmermann, der frühere Vizepräsident des Deutschen Bundestages Helmut Becker und der frühere Firaktions- vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Deutschen Bundestag Dr. Hans-Joachim Vogel.
Rode neuer Dekan
Prof, Dr. Jürgen Rode aus dem Institut für Sportwissenschaft ist neuer Dekan der Philosophischen Fakultät II. Sein Amtsantritt begann am 4. Oktober dieses Jahres. As Prodekan zur Seite steht ihm Prof. Dr. Gisbert Fanselow aus dem Institut für Linguistik/Algemeine Sprachwissenschaft.
gen und Praktiker interessant. Denn er verweist auf den wechselseitigen Zusammenhang von Faktoren, die sonst in verschiedenen Disziplinen getrennt behandelt werden. Die klassischen Themen der Wirtschaftsgeographie werden mit technologischen Entwicklungstendenzen in einen Zusammenhang gebracht, Immobilien- märkte und städtische Sozialstrukturen in ihren Wechselwirkungen gezeigt, die ihrerseits mit neuen überregionalen und globalen Verflechtungen Zusammenhängen. Gerade innerhalb der EU werden alte Grenzziehungen nicht nur überschritten sondern auch banalisiert. Zugleich entstehen neue Wirtschaftsräume, die sich um die alten Grenzziehungen nicht kümmern. Das muß nicht ein nur befreiender Prozeß sein. Der Aufstieg bestimmter Regionen bedeutet die Marginalisierung anderer. Dem Aufstieg neuer Eliten entspricht die Entfunk- tionalisierung von Bevölkerungsgruppen, die einst wirtschaftliches und soziales Gewicht hatten.
Es gehört zu den Stärken dieses Werkes zu zeigen, daß die heutige Entwicklung erst im europäischen und globalen Kontext adäquat wahrgenommen werden kann. Einerseits werden zunehmend Kompetenzen zentral an die EU übertragen, andererseits entwickeln sich grenzüberschreitende regionale Verflechtungen. Vielleicht werden die Kosten der Entnationalisierung unterschätzt, etwa der Abbau sozialstaatlicher Machtpositionen, die in langen erbitterten Kämpfen im nationalstaatlichen Rahmen errungen worden waren, oder die sinkende Bedeutung der nationalen politischen Kulturen, an deren Stelle keine vergleichbare übernationale tritt. Unterschätzt wird möglicherweise auch die partiell sinkende Einflußfähigkeit Brüssels angesichts der höheren internationalen Mobilität der beschäftigungsintensiven Großunternehmen Der Ansatz von Krätke ergibt sich aus einer Perspektive, die immer auch die Probleme der praktischen Politik mit im Auge hat. Sie macht den Ttext über seine innerwissenschaftliche Bedeutung hinaus auch für Praktiker informativ, die zuweilen mit Recht an der Nützlichkeit akademischer "texte zweifeln. Sie ist schließlich für Studierende bedeutsam, die ja mehrheitlich in praktische Tätigkeitsfelder streben.
Natürlich enthält eine Orientierung wie diese einen grundlegenden Optimismus. Viele Probleme erscheinen als prinzipiell lösbar, auch wenn klar ist, daß angesichts bestehender politischer und sozialer Kräfteverhältnisse die Lösungen nicht durchsetzbar sind; immerhin lassen sich dann diese Kräfteverhältnisse selbst als "feil der realen, sich entwickelnden Strukturen be- Fortsetzung nächste Seite
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PUTZ 8/95
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