Das allerdings ist nicht nur dem Kanzler der Universität, Alfred Klein, etwas zu spät: Auch die Max-Planck-Gesellschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft, die damit rechnen, ihre Bauten in Golm bis 1998 fertiggestellt zu haben, wünschen eine dortige Präsenz der Potsdamer Naturwissenschaftler vor dem Jahr 2000. Alfred Klein hat die Hoffnung darauf jedenfalls noch nicht aufgegeben und bemüht sich derzeit um alternative Planungs-, Ausführungs- und Finanzierungskonzepte.
Aus der zentralen Bauabteilung der Max- Planck-Gesellschaft in München war zu erfahren, daß die Neubauten für die drei brandenburgischen Institute, die alle nach Golm sollen, Anfang Dezember 1995 europaweit ausgeschrieben wurden. Probleme gibt es nach Auskunft von Dipl.-Ing. Dietrich Schmeling allerdings noch mit einem Eigentümer, dessen Grundstück das Land noch nicht erwerben konnte, und auch die Frage, wer sich mit wieviel Geld an einer notwendigen Bahnlinienunterführung beteiligt, sei noch nicht endgültig geklärt. „Wir gehen jedoch nach unserem Zeitplan vor und hoffen, daß wir im April 1996 mit den Bauten unserer drei Institute, des zentralen Versorgungsgebäudes und des Gästehauses beginnen können. Nach rund 30 Monaten - und das heißt Ende 1998 - wollen wir einziehen", erklärte Dietrich Schmeling.
Ähnlich sieht es bei der Fraunhofer-Gesellschaft aus, deren Institut für angewandte Polymerforschung nach Golm soll. Verwaltungsleiter und Baubeauftragter Jürgen Koehler rechnet mit einem Baubeginn im Februar/März 1996 und einer Fertigstellung Ende 1997. Die Grundstücksfragen sind hier alle geklärt; betroffen ist die Gesellschaft jedoch auch von der noch offenen Frage einer Bahnlinienunterführung und deren Finanzierung, hängt doch die endgültige Genehmigung des Bebauungsplanes nur noch davon ab. - Die Naturwissenschaftler der Universität Potsdam hoffen jedenfalls auf eine baldige Realisierung sämtlicher Vorhaben und ihren dann erfolgenden Umzug in moderne Laborgebäude auf dem Campus in Golm; die Geisteswissenschaftler wiederum freuen sich schon auf den „inspirierenden Geist" Am Neuen Palais.
Zwischen Sorgen und Hoffnungen befinden sich derzeit auch die Juristen sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftier der Universität. Sie müssen sich mehr denn je auf zwei Standorte innerhalb Babelsbergs verteilen, was vor allem durch nicht optimale Busverbindungen erschwert wird. Derzeit ist das Hauptgebäude in Babelsberg- Griebnitzsee - das frühere DRK-Gebäude -
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An der Universität Potsdam hofft man auf eine zielgerichtete Weiterentwicklung der Bauplanung und -realisierung. Foto: Fritze
zur Hälfte leergezogen, um saniert werden zu können. Die Betroffenen müssen so lange auf etwas engem Raum im Park Babelsberg arbeiten, auch fast alle Vorlesungen dieser beiden Fakultäten wurden mittlerweile dorthin verlegt. Als besonders erschwerend und weitere Planungen verzögernd kommt hier allerdings hinzu, daß dieses Gebäude in der Zwischenzeit ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt wurde. Bisherige Planungen müssen nunmehr revidiert werden, was nach Angaben von Richard Rolf Hartleben u.a. zur Folge hat, daß im Haushalt 1996 nur noch 4,1 Millionen DM für entsprechende Sanierungsmaßnahmen eingestellt sind. Trotzdem rechnet er mit einer möglichen Rückkehr der Umgezogenen Anfang März 1996.
Doch selbst wenn das Hauptgebäude in Griebnitzsee in absehbarer Zeit renoviert sein sollte, liegt die gesamte dortige Standortplanung auf Eis. Neu gebaut werden kann nicht, weil es für das Gebiet keinen Bebauungsplan gibt. Zwar gibt es Planungen und auch einen Aufstellungsbeschluß für einen Bebauungsplan seitens der Stadt Potsdam von 1991/92. Doch weitergegangen ist es bei der Stadtverwaltung diesbezüglich bisher noch nicht: Am mangelnden Geld soll es liegen. Der von allen Seiten gewünschte Rückbau des Standortes im Park Babelsberg wird jedenfalls so lange nicht realisiert werden können, wie nicht für Ersatz der Kapazitäten in Babelsberg- Griebnitzsee gesorgt werden kann. Trotzdem haben immer mehr Mitarbeiter der Universität Potsdam während des letzten Jahres zunehmend den Eindruck gewonnen, daß es nun auch im baulichen Bereich vorangeht - dringend erforderlich ist es allemal. Hg.
Fortsetzung von Seite 14 Die Prorektorin für Entwicklungsplanung und Finanzen, Prof. Dr. Helene Harth, stellte die Initiierung einer öffentlichen Vortragsreihe mit Wirtschaftsmanagern „von Rang“ an der Universität Potsdam in Aussicht, die in Kooperation mit der Universitätsgesellschaft und in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät durchgeführt werden könnte. Auch berichtete sie kurz über den geplanten „Studentenshuttle" von Golm über den Bahnhof Wildpark nach Gnebnitzsee. Langfristig wäre es aufgrund des Fahrplans und der derzeit noch ungünstigen (weil in den Vörlesungsphasen liegenden) Abfahrtszeiten durchaus möglich, daß die Vörlesungs- zeiten geändert werden müßten.
Darüber hinaus teilte die Prorektonn für Studium und Lehre, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, ihre Wahl zur Vorsitzenden des Weiterbildungs- vereins für brandenburgische Lehrerinnen und Lehrer mit. Ihr Vorgänger im Amt, Prof. Dr. Manfred Görtemaker, sei unter vielen Dankesbekundungen für die von ihm geleistete Arbeit verabschiedet worden.
Was die Beschlüsse des Senats betrifft, so bestellte dieser neue studentische Mitglieder für seine Ständigen Kommissionen, beauftragte das Rektorat, eine Stellungnahme zum Entwurf einer Hochschulfreistellungsverordnung auf Basis eingegangener Anmerkungen zu erarbeiten, und bestimmte Prof. Dr. Erika Horn unter Zuordnung des Prorektors für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Ralf Menzel, zur Vorsitzenden der Kommission für Informationsverarbeitung und Kommunikation (IVK). Prof. Dr. Menzel wird den Vorsitz der Kommission für das Bibliothekswesen (BWK) übernehmen und Dr. habil. Jochen Bley den Satzungsausschuß, Ferner wurde Prof. Dr. Martin Richter als Vertreter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in die Senatskommission Berufliche Bildung gewählt.
Darüber hinaus entschied sich der Senat für PD Dr. Peter Riemer als kommissanschen geschäftsführenden Direktor des Instituts für Klassische Philologie; sein Stellvertreter wird PD Dr. Jörg Rüpke sein. Personellen Wechsel in der Geschäftsführung gab es auch im Institut für Anglistik und Amerikanistik: hier fungieren nun Prof. Dr. Hildegard L. Tristem als Direktorin und Prof. Dr. Achim Hoffmann als ihr Stellvertreter. Unter Vorbehalt einer Zustimmung der Kommission für Entwicklungsplanung und Finanzen befürwortete das Gremium ferner Entwürfe für eine vertragliche Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam sowie dem Forschungszentrum Europäische Aufklärung und ermächtigte den Rektor, entsprechende Kooperationsvereinbarungen zu unterzeichnen. Hg.
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