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(1.1.2019) 09
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Das allerdings ist nicht nur dem Kanzler der Universität, Alfred Klein, etwas zu spät: Auch die Max-Planck-Gesellschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft, die damit rech­nen, ihre Bauten in Golm bis 1998 fertigge­stellt zu haben, wünschen eine dortige Prä­senz der Potsdamer Naturwissenschaftler vor dem Jahr 2000. Alfred Klein hat die Hoff­nung darauf jedenfalls noch nicht aufgege­ben und bemüht sich derzeit um alternati­ve Planungs-, Ausführungs- und Finanzie­rungskonzepte.

Aus der zentralen Bauabteilung der Max- Planck-Gesellschaft in München war zu erfahren, daß die Neubauten für die drei brandenburgischen Institute, die alle nach Golm sollen, Anfang Dezember 1995 europaweit ausgeschrieben wurden. Pro­bleme gibt es nach Auskunft von Dipl.-Ing. Dietrich Schmeling allerdings noch mit ei­nem Eigentümer, dessen Grundstück das Land noch nicht erwerben konnte, und auch die Frage, wer sich mit wieviel Geld an einer notwendigen Bahnlinienunter­führung beteiligt, sei noch nicht endgültig geklärt.Wir gehen jedoch nach unserem Zeitplan vor und hoffen, daß wir im April 1996 mit den Bauten unserer drei Institute, des zentralen Versorgungsgebäudes und des Gästehauses beginnen können. Nach rund 30 Monaten - und das heißt Ende 1998 - wollen wir einziehen", erklärte Dietrich Schmeling.

Ähnlich sieht es bei der Fraunhofer-Gesell­schaft aus, deren Institut für angewandte Polymerforschung nach Golm soll. Verwal­tungsleiter und Baubeauftragter Jürgen Koehler rechnet mit einem Baubeginn im Februar/März 1996 und einer Fertigstellung Ende 1997. Die Grundstücksfragen sind hier alle geklärt; betroffen ist die Gesell­schaft jedoch auch von der noch offenen Frage einer Bahnlinienunterführung und deren Finanzierung, hängt doch die end­gültige Genehmigung des Bebauungspla­nes nur noch davon ab. - Die Naturwissen­schaftler der Universität Potsdam hoffen je­denfalls auf eine baldige Realisierung sämt­licher Vorhaben und ihren dann erfolgen­den Umzug in moderne Laborgebäude auf dem Campus in Golm; die Geisteswissen­schaftler wiederum freuen sich schon auf deninspirierenden Geist" Am Neuen Pa­lais.

Zwischen Sorgen und Hoffnungen befinden sich derzeit auch die Juristen sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftier der Universität. Sie müssen sich mehr denn je auf zwei Standorte innerhalb Babelsbergs verteilen, was vor allem durch nicht optima­le Busverbindungen erschwert wird. Der­zeit ist das Hauptgebäude in Babelsberg- Griebnitzsee - das frühere DRK-Gebäude -

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An der Universität Potsdam hofft man auf eine zielgerichtete Weiterentwicklung der Bau­planung und -realisierung. Foto: Fritze

zur Hälfte leergezogen, um saniert werden zu können. Die Betroffenen müssen so lan­ge auf etwas engem Raum im Park Babels­berg arbeiten, auch fast alle Vorlesungen dieser beiden Fakultäten wurden mittlerwei­le dorthin verlegt. Als besonders erschwe­rend und weitere Planungen verzögernd kommt hier allerdings hinzu, daß dieses Gebäude in der Zwischenzeit ebenfalls un­ter Denkmalschutz gestellt wurde. Bisheri­ge Planungen müssen nunmehr revidiert werden, was nach Angaben von Richard Rolf Hartleben u.a. zur Folge hat, daß im Haushalt 1996 nur noch 4,1 Millionen DM für entsprechende Sanierungsmaßnahmen eingestellt sind. Trotzdem rechnet er mit ei­ner möglichen Rückkehr der Umgezoge­nen Anfang März 1996.

Doch selbst wenn das Hauptgebäude in Griebnitzsee in absehbarer Zeit renoviert sein sollte, liegt die gesamte dortige Standortplanung auf Eis. Neu gebaut wer­den kann nicht, weil es für das Gebiet kei­nen Bebauungsplan gibt. Zwar gibt es Pla­nungen und auch einen Aufstellungsbe­schluß für einen Bebauungsplan seitens der Stadt Potsdam von 1991/92. Doch weiterge­gangen ist es bei der Stadtverwaltung dies­bezüglich bisher noch nicht: Am mangeln­den Geld soll es liegen. Der von allen Sei­ten gewünschte Rückbau des Standortes im Park Babelsberg wird jedenfalls so lan­ge nicht realisiert werden können, wie nicht für Ersatz der Kapazitäten in Babelsberg- Griebnitzsee gesorgt werden kann. Trotzdem haben immer mehr Mitarbeiter der Universität Potsdam während des letz­ten Jahres zunehmend den Eindruck ge­wonnen, daß es nun auch im baulichen Bereich vorangeht - dringend erforderlich ist es allemal. Hg.

Fortsetzung von Seite 14 Die Prorektorin für Entwicklungsplanung und Finanzen, Prof. Dr. Helene Harth, stell­te die Initiierung einer öffentlichen Vortrags­reihe mit Wirtschaftsmanagernvon Rang an der Universität Potsdam in Aussicht, die in Kooperation mit der Universitätsgesell­schaft und in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftli­chen Fakultät durchgeführt werden könnte. Auch berichtete sie kurz über den geplan­tenStudentenshuttle" von Golm über den Bahnhof Wildpark nach Gnebnitzsee. Lang­fristig wäre es aufgrund des Fahrplans und der derzeit noch ungünstigen (weil in den Vörlesungsphasen liegenden) Abfahrtszei­ten durchaus möglich, daß die Vörlesungs- zeiten geändert werden müßten.

Darüber hinaus teilte die Prorektonn für Stu­dium und Lehre, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, ihre Wahl zur Vorsitzenden des Weiterbildungs- vereins für brandenburgische Lehrerinnen und Lehrer mit. Ihr Vorgänger im Amt, Prof. Dr. Manfred Görtemaker, sei unter vielen Dankesbekundungen für die von ihm gelei­stete Arbeit verabschiedet worden.

Was die Beschlüsse des Senats betrifft, so bestellte dieser neue studentische Mitglie­der für seine Ständigen Kommissionen, beauftragte das Rektorat, eine Stellungnah­me zum Entwurf einer Hochschulfrei­stellungsverordnung auf Basis eingegange­ner Anmerkungen zu erarbeiten, und be­stimmte Prof. Dr. Erika Horn unter Zuord­nung des Prorektors für Forschung und wis­senschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Ralf Menzel, zur Vorsitzenden der Kommission für Informationsverarbeitung und Kommu­nikation (IVK). Prof. Dr. Menzel wird den Vorsitz der Kommission für das Bibliotheks­wesen (BWK) übernehmen und Dr. habil. Jochen Bley den Satzungsausschuß, Ferner wurde Prof. Dr. Martin Richter als Vertreter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftli­chen Fakultät in die Senatskommission Be­rufliche Bildung gewählt.

Darüber hinaus entschied sich der Senat für PD Dr. Peter Riemer als kommissanschen geschäftsführenden Direktor des Instituts für Klassische Philologie; sein Stellvertreter wird PD Dr. Jörg Rüpke sein. Personellen Wechsel in der Geschäftsführung gab es auch im Institut für Anglistik und Amerika­nistik: hier fungieren nun Prof. Dr. Hildegard L. Tristem als Direktorin und Prof. Dr. Achim Hoffmann als ihr Stellvertreter. Unter Vorbehalt einer Zustimmung der Kommission für Entwicklungsplanung und Finanzen befürwortete das Gremium ferner Entwürfe für eine vertragliche Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische For­schung Potsdam sowie dem Forschungs­zentrum Europäische Aufklärung und er­mächtigte den Rektor, entsprechende Ko­operationsvereinbarungen zu unterzeich­nen. Hg.

PUTZ 9/95

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