Heft 
(1.1.2019) 09
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UN CAFE AU LAU, S'IL VOUS PLAIT

Oder: Die ultimative Exkursion nach Toulouse

REGION

MIDI

PVRENEES

Die Erfahrung, daß ein Aufenthalt in Frank­reich sich nicht mit Be­suchen von Cafes und Kneipen, Essen von Baguette und französi­schem Käse und Trin­ken von französi­schem Rotwein be­gnügen muß, sondern auch zum Ver­ständnis der Sprache und der Kultur beitragen kann, erfuhren Studieren­de der Uni Potsdam und der Freien Universität Berlin (FU) in diesem Sommer am eigenen Leib. Einige waren das erste mal in Frankreich und hatten so Gelegenheit, nach lan­ger, mehr oder weniger theoreti­scher Vorbereitung im Sprachen­zentrum ihre ersten französischen Sätze an Muttersprachlern in All­tagssituationen auszutesten. Dies führte anfangs noch zu Mißerfolgen, gegen Ende der 14 Tage jedoch sichtbar zu Fortschritten in der Ver­ständigung. Untergebracht waren sie alle im Centre Jean Rieux, wo sie auch zum FKihstück und Mittag be­köstigt wurden und Unterrichts-

Leben von Toulouse - einer lebendigen Stadt, die schon ein typisches Flair südlicher Le­bensart verbreitet, in der man den hohen Studentenanteil zu spüren bekommt und die sich als Hauptstadt der Region Midi-Pyrenees auch mit den Problemen hoher Arbeitslosig­keit, Landflucht, Ausländerfeindlichkeit und der für Großstädte typischen Obdachlosigkeit sowie der wegen der Bombenanschläge stän­digen Militärpräsenz auseinandersetzen muß. Abgesehen davon konnte man aber auch das savoir-vivre der Ffranzosen und ihr Nationalbe­wußtsein spüren, das sich vielleicht in seiner

Ausprägung nicht sehr von dem der Deut­schen unterscheidet.

Ermöglicht wurde diese Exkursion vor allem durch die mit großem Organisationsaufwand betriebene Vorbereitung der Dozenten Maya Hailauer und Micheline Poll, bei denen man sich dafür nur bedanken kann, und nicht zuletzt auch durch die finanzielle Unterstützung der Uni Potsdam sowie der FU, die diesen Frankreichaufenthalt auch für Studenten­portemonnaies erschwinglich gehalten haben. All diejenigen, die noch mehr erfahren wollen, können sich jedenfalls die gesammelten Ein­drücke und Interviews im Sprachenzentrum der Potsdamer Universität zu Gemüte führen.

Susanne Kempe

In Potsdam

102.6

MHz

Frankfurt/O 101,5 MHz

räume bereitstanden.

Der Unterricht bestand im wesentli­chen darin, Interviews mit karitativen, sozialen Organisationen, studenti­schen, universitären und städtischen Einrichtungen sowie regionalen Un­ternehmen zu führen, um sich so in so­zialer, politischer und kultureller Hin­sicht ein Bild von der Stadt und Frank­reich machen zu können. Auf dem Programm standen unter anderem: die sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Toulouse, das Frauen- forschungszentrum der Uni, das Par­lament der Region Midi-Pyrenees, der Betriebsrat des Unternehmens Aero- spatiale, das Frauencafe, die Regi­onalzeitung, Fernseh- und Radiosen­der, eine Organisation gegen Rassis­mus.

Gespräche mit Vertretern dieser Insti­tutionen führten in der Regel vier bis acht Studenten zu den schon im vorab organisierten und absprochenen Tfer- minen. Sie trafen bei diesen Inter­views meist auf aufgeschlossene, hilfsbereite Menschen, die geduldig und ausführlich Fragen beantworte­ten. Auf diese Weise kamen die Pots­damer und Berliner Studis mit vielen Leuten zusammen, die unterschied­lichste Funktionen und Aufgabenbe­reiche ausfüllten, und hatten Einblick in das politische und soziokulturelle

Cottbus 103,2 MHz Pinnow 103,1 mhz Angermünde 100,1 mhz Berlin 102,6 mhz B erlin

im Kabelnetz 9*>7 MHi

PUTZ 9/95

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