„UN CAFE AU LAU, S'IL VOUS PLAIT
Oder: Die ultimative Exkursion nach Toulouse
REGION
MIDI
PVRENEES
Die Erfahrung, daß ein Aufenthalt in Frankreich sich nicht mit Besuchen von Cafes und Kneipen, Essen von Baguette und französischem Käse und Trinken von französischem Rotwein begnügen muß, sondern auch zum Verständnis der Sprache und der Kultur beitragen kann, erfuhren Studierende der Uni Potsdam und der Freien Universität Berlin (FU) in diesem Sommer am eigenen Leib. Einige waren das erste mal in Frankreich und hatten so Gelegenheit, nach langer, mehr oder weniger theoretischer Vorbereitung im Sprachenzentrum ihre ersten französischen Sätze an Muttersprachlern in Alltagssituationen auszutesten. Dies führte anfangs noch zu Mißerfolgen, gegen Ende der 14 Tage jedoch sichtbar zu Fortschritten in der Verständigung. Untergebracht waren sie alle im Centre Jean Rieux, wo sie auch zum FKihstück und Mittag beköstigt wurden und Unterrichts-
Leben von Toulouse - einer lebendigen Stadt, die schon ein typisches Flair südlicher Lebensart verbreitet, in der man den hohen Studentenanteil zu spüren bekommt und die sich als Hauptstadt der Region Midi-Pyrenees auch mit den Problemen hoher Arbeitslosigkeit, Landflucht, Ausländerfeindlichkeit und der für Großstädte typischen Obdachlosigkeit sowie der wegen der Bombenanschläge ständigen Militärpräsenz auseinandersetzen muß. Abgesehen davon konnte man aber auch das savoir-vivre der Ffranzosen und ihr Nationalbewußtsein spüren, das sich vielleicht in seiner
Ausprägung nicht sehr von dem der Deutschen unterscheidet.
Ermöglicht wurde diese Exkursion vor allem durch die mit großem Organisationsaufwand betriebene Vorbereitung der Dozenten Maya Hailauer und Micheline Poll, bei denen man sich dafür nur bedanken kann, und nicht zuletzt auch durch die finanzielle Unterstützung der Uni Potsdam sowie der FU, die diesen Frankreichaufenthalt auch für Studentenportemonnaies erschwinglich gehalten haben. All diejenigen, die noch mehr erfahren wollen, können sich jedenfalls die gesammelten Eindrücke und Interviews im Sprachenzentrum der Potsdamer Universität zu Gemüte führen.
Susanne Kempe
In Potsdam
102.6
MHz
Frankfurt/O 101,5 MHz
räume bereitstanden.
Der Unterricht bestand im wesentlichen darin, Interviews mit karitativen, sozialen Organisationen, studentischen, universitären und städtischen Einrichtungen sowie regionalen Unternehmen zu führen, um sich so in sozialer, politischer und kultureller Hinsicht ein Bild von der Stadt und Frankreich machen zu können. Auf dem Programm standen unter anderem: die sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Toulouse, das Frauen- forschungszentrum der Uni, das Parlament der Region Midi-Pyrenees, der Betriebsrat des Unternehmens Aero- spatiale, das Frauencafe, die Regionalzeitung, Fernseh- und Radiosender, eine Organisation gegen Rassismus.
Gespräche mit Vertretern dieser Institutionen führten in der Regel vier bis acht Studenten zu den schon im vorab organisierten und absprochenen Tfer- minen. Sie trafen bei diesen Interviews meist auf aufgeschlossene, hilfsbereite Menschen, die geduldig und ausführlich Fragen beantworteten. Auf diese Weise kamen die Potsdamer und Berliner Studis mit vielen Leuten zusammen, die unterschiedlichste Funktionen und Aufgabenbereiche ausfüllten, und hatten Einblick in das politische und soziokulturelle
Cottbus 103,2 MHz Pinnow 103,1 mhz Angermünde 100,1 mhz Berlin 102,6 mhz B erlin
im Kabelnetz 9*>7 MHi
PUTZ 9/95
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