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(1.1.2019) 01
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TITEL

Fortsetzung von Seite 15 (Aus dem Senat...) Potsdam und dem gemeinnützigen Institut für Computer-Integrierte Systeme GmbH (Coln) ging, machten die Senatsmitglieder deutlich, daß sie zunächst einer bis zum 31.12.1996 befristeten und sich nicht auto­matisch verlängernden Zusammenarbeit zustimmen-würden. Allerdings sei damit keine Automatik hinsichtlich einer Vertrags­verlängerung gegeben und wäre das Coln auch kein An-Institut der Universität Pots­dam. Unter diesen Prämissen befürworte­te der Senat eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der angewandten Informatik und bevollmächtigte den Rektor, eine Kooperati­onsvereinbarung zu unterzeichnen. Darüber hinaus war die Sitzung des Gremi­ums gekennzeichnet von einem raschen Fortschreiten bei der Genehmigung von Studien- und Prüfungsordnungen. Es wur­den verabschiedet: die Eignungsprüfungs­ordnung der Universität Potsdam zum Er­

werb der Hochschulzugangsberechtigung, die Studien- und Prüfungsordnung für das Zusatzstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, die Studienordnung und fachspezifische Prüfungsbestimmungen für das Fach Musik in den Lehramtsstudien­gängen und für das Nebenfach Musik im Magisterstudiengang, die Studien- und Diplomprüfungsordnung für den Studien­gang Biochemie, die Studien- und Prü­fungsordnung für den Erweiterungsstudi­engang Erziehungswissenschaft sowie die Studienordnung und besondere Zwischen­prüfungsbestimmungen für die Studiengän­ge Kunst mit den Abschlüssen Erste Staats­prüfung des Lehramtes für die Primarstufe, die Sekundarstufe I und das stufenüber- greifende Lehramt Sekundarstufe I/Primar- stufe. Lediglich die Studien- und Prüfungs­ordnung für das Haupt- und Nebenfach Er­ziehungswissenschaft im Magisterstudien­gang wurde vertagt. Hg.

MINERALIENSAMMLUNG NACH 18 JAHREN WIEDER ANSCHAUUNGSMATERIAL FÜR STUDENTEN

Grünlich schimmernd oder matt-schwarz, faust- bis nagelkopfgroß, kristallin oder amorph. Kühl und unbeteiligt lagen sie in kleinen Pappschachteln, neben sich ei­nen kleinen Zettel, auf denen ihr Name stand. Immer wieder zuckte ein Blitzlicht über sie hinweg, immer wieder nahm sie jemand in die Hand, um sie genauer zu betrachten. - Zweifellos, die 67 Steine in der braunen Schublade waren Mittel­punkt der Veranstaltung.

Allerdings handelte es sich bei ihnen nur um den kleinen Ausschnitt einer weitaus größeren Menge: Die Gesteinssammlung, die im Dezember letzten Jahres der Gene­raldirektor der Stiftung Preußische Schlös­ser und Gärten Berlin-Brandenburg, Prof. Dr. Hans-Joachim Giersberg, dem Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, im Rahmen eines kleinen Emp­fangs zurückgab, umfaßt insgesamt 2500 Mineralien. 18 Jahre hatte sie sich im Besitz der Stiftung gefunden, die nach Giersbergs Worten nicht nur in diesem Fall auch eine Bewahrerfunktion habe.

Die Sammlung war von Dr. R. Scharcke, der ersten Direktorin des Mineralogisch-Geolo­gischen Instituts der Pädagogischen Hoch­schule Potsdam aufgebaut und von ihr zu Beginn der fünfziger Jahre der Hochschule geschenkt worden. Dr. Rudolf Sachse, der damals wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem Institut gewesen war, erzählte bei dem Empfang rückblickend, wie 1977 das Insti­tut im Zuge der III. Hochschulreform der DDR aufgelöst worden sei und er die Sammlung Giersberg, dem damaligen Schlösserdirektor, übergeben habe. Dort

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Der Stein der Weisen dürfte sich in dieser Sammlung nicht finden lassen, ihr Wissen über Mineralien können Potsdamer Studierende der Geowissenschaften mit ihr schon erweitern.

Foto: Tfibukeit

war die Sammlung unter anderem gereinigt worden. Michael Köhler, der als damaliger Praktikant der Steinrestauratoren mit dieser Aufgabe betraut war, schildert, wie er mit feinen Pinseln und Bürsten und auf re-m mechanischem Wege die Steine gesäubert hatte. Er zeigt auf einige krümelige Minera­lien in einer anderen Schublade, die sich bereits aufgrund von Feuchtigkeit zersetzt haben. Bei anderen sei die Oberflächen­struktur zerstört, so daß der charakteristi­sche Glanz verloren ist, - ebenfalls durch Feuchtigkeit. Die Steine chemisch zu reini­gen, ist deswegen nicht angebracht. Nicht nur wertvolle Steine müssen pfleglich be­handelt werden.

Am Institut für Geowissenschaften der Uni­versität Potsdam wird die Sammlung jeden­falls in Zukunft gut aufgehoben sein. Für dessen Direktor, Prof. Dr. Jörg Erzmger, ist ihre Rückgabe eine Krönung der Neugrün­dung des Instituts. Die Sammlung soll vor allem für die Lehre genutzt werden, wo sie den Studenten und Studentinnen als An- schauungsmatenal dienen wird. ade

DIE UNIRADIO-GESCHICHTE IN 465 WÖRTERN"

Mai 1993: In der FU entsteht eine erste Ideen­skizze zur Fortführung des US-Soldatensenders AFN als Uni-Radiostation nach amerikanischem Vorbild.

September 1993: Die FU schlägt dem US-Ge- sandten in Berlin Gespräche über die Fortführung von AFN vor.

Dezember 1993: Die Medienanstalt Berlin-Bran­denburg (MABB) schreibt die FVequenz 87,9 (bis­her AFN) sowie weitere, bisher von den Alliierten genutzte Frequenzen aus.

Februar 1994: In der FU werden die Arbeiten an einem Konzept zur Fortsetzung von AFN abge­schlossen. National Public Radio bietet die Über­nahme von Programmen an.

März 1994: Die FU beantragt bei der MABB die Zuweisung der Frequenz 87,9, auf der zum - klei­neren - Heil selbstproduzierte Sendungen, zum - größeren - Tteil Übernahmen von Voice of Ameri­ca und National Public Radio laufen sollen. April 1994: Die MABB erhält die Mitteilung, daß man an einer Mittelwellenfrequenz nicht interes­siert ist.

Mai 1994: Aus der Uni Potsdam kommt das erste Angebot zur Kooperation bei der Realisierung von Uni-Radio.

Juli 1994: Der Medienrat hört die Bewerber für die alliierten FVequenzen an und entscheidet, ei­nem KonzeptUniversitätsradio mit internationa­lem Austausch" eine Chance zu geben. Unter Federführung der FU sollen die Interessen von Voice of America (VOA), Radio France Internatio­nal (RFI) und Capital Radio zusammengeführt werden. VOA und RFI bestehen jedoch auf eige­nen FVequenzen.

September 1994: Die MABB stellt sowohl RFI als auch VOA eigene FVequenzen in Aussicht. Neun Hochschulen und mehrere studentische Initiati­ven beteiligen sich an einer Konferenz zur Vorbe­reitung von Uni-Radio.

November 1994: Die MABB beschließt, daß Radio Charlie, ein joint venture von Capital Radio und VOA, die Sendeerlaubnis für die Frequenz 87,9 er­halten soll, behält sich aber die Vergabe von täg­lich einer Stunde Sendezeit für Uni-Radio vor. Januar 1995: Eine dichte Folge von Arbeits­gesprächen zwischen den interessierten Hoch­schulen und studentischen Initiativen beginnt in der "technischen Universität.

Mai 1995: Die Präsidenten und Rektoren von zehn Universitäten und Hochschulen in Berlin und Potsdam beschließen nach Erörterung der Planungen, daß Uni-Radio kommen wird und gründen als Rechtsträger einen gemeinsamen Verein, dem sich bald drei weitere Hochschulen anschließen. Radio Charlie nimmt den Sende­betrieb auf.

Juni 1995: Der Medienrat billigt das Konzept von Uni-Radio.

Juli 1995: Erstes Treffen für das Radio-Training von Studierenden der beteiligten Hochschulen. August 1995: Der Ausbau der Studioräume in der Thielallee 50 beginnt.

Oktober 1995: Der Medienrat weist Uni-Radio eine Sendezeit von 18 - 19 Uhr zu, stellt es den Beteiligten jedoch frei, sich einvernehmlich an­ders zu einigen.

November 1995: Die Studiotechnik wird instal­liert. An der Universität Potsdam beginnt der Umbau der als Produktionsstudio vorgesehenen Räume. Mit DaimlerBenz wird der erste Spon- sorenvertrag abgeschlossen.

Dezember 1995: Die Universität Potsdam kann digitale Tbchnik beschaffen.

Die Mitgliederversammlung von uniRadio Berlin- Brandenburg beschließt, daß der Sendebetrieb am 15. Januar aufgenommen wird. Die Frequenz­partner auf 87,9 verständigen sich, daß uniRadio bereits um 17 Uhr auf Sendung gehen kann.

PUTZ 1/96

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