DER STUDENTENEXPRESS IST GESTARTET
Regionalbahn zwischen Golm und Stadtbahnhof verkehrt nun stündlich
Die Gemeinde Golm hatte Grund zum Feiern. Und mit ihr die Universität Potsdam: haben es doch beide in über dreijährigen Verhandlungen geschafft, eine schnelle Zugverbindung zwischen Golm und dem Potsdamer Stadtbahnhof über den Bahnhof Wildpark mit voranzutreiben. Nun sind zumindest zwei der drei Uni-Standorte auf den Schienen erreichbar, verkehrt die Regionalbahnlinie 21 - bereits besser unter dem Namen „Studentenexpreß“ bekannt - seit dem 17. Dezember 1995 im Stundentakt.
Für die Golmer Bevölkerung und die Uni- Angehörigen ist es nunmehr möglich, in nur fünf Minuten von Golm zum Standort Am Neuen Palais und umgekehrt zu gelangen. Bis zum Stadtbahnhof braucht man vom Neuen Palais aus ebenfalls nur noch fünf Minuten. Dringend erforderlich ist allerdings noch die Weiterführung der schnellen Verbindung nach Babelsberg, die wohl
erst im März dieses Jahres realisiert werden kann. Der Grund für diese Verzögerung - vorgesehen war zunächst die sofortige Anbindung aller drei Uni-Standorte - ist in einem noch nicht fertiggestellten Fhßgän- gertunnel unterhalb der Gleise zu sehen, dessen Eröffnung aus Sicherheitsgründen abgewartet werden muß. Ein ebenfalls für die Einrichtung des Studentenshuttles von der Deutschen Bahn AG benötigter Bahnsteig ist nach Auskunft des Regionalbereichsleiters Berlin-Brandenburg, Hans Leister, bereits gebaut.
Möglich wurde diese Verbindung der Uni- Standorte durch das Verkehrsprojekt 5 der
Deutschen Einheit, d.h. konkret durch die Modernisierung und Elektrifizierung der alten Strecke Berlin-Potsdam-Magdeburg. In dieses Großbauvorhaben war auch das Schienenkreuz vor Werder und damit die "hasse in Richtung Nauen einbezogen. Von Nauen über Brieselang, Priort, Marquardt, Golm, Potsdam-Wildpark, Charlottenhof bis zum Stadtbahnhof braucht die Regionalbahn nun 38 Minuten, ab März kommen dann noch weitere fünf Minuten bis nach Griebnitzsee hinzu.
Ausschlaggebend für die Realisierung des Shuttles war jedoch auch, so Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder bei der Einweihungsfeier am 17. Dezember, das besonders gute Zusammenwirken mit Vertretern der Gemeindeverwaltung Golm, allen voran mit dem Bürgermeister Siegfried Seidel und seinem Stellvertreter Siegfried Mohr. Ehrliches Aufeinander-Zugehen, gegenseitiges Interesse und echte Partnerschaft wären zwischen der Uni Potsdam und der Ge
meinde Golm stets zu spüren gewesen, erklärte Loschelder. Dank gebühre ferner dem regen Verkehrsausschuß der Universität, allen voran der bisherigen Vorsitzenden Prof. Dr. Helene Harth, und natürlich der Deutschen Bahn AG, die sich sehr konstruktiv gezeigt habe. Namentlich nannte der Rektor hier den Regionalbereichsleiter für Berlin-Brandenburg, Hans Leister.
Nun müssen sich die Beteiligten bemühen, noch in einigen Punkten nachzubessern. Mano Frirade vom Studentenrat nannte als nächstes Ziel eine Verkürzung des Stundentaktes auf 30 Minuten. Daß dies jedoch von der Auslastung der jetzigen Verbindung
Freuten sich über die gemeinsame Zugverbindung: der Golmer Bürgermeister Siegfried Seidel (rechts) und Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.
abhängen wird, machte Wolfgang Fruhner von der Bahn AG schon deutlich. Dafür wiederum ist noch eine Angleichung der Abfahrtszeiten des Zuges und des Endes bzw. Beginns der Vorlesungszeiten erforderlich, damit auch möglichst viele Studenten die Verbindung nutzen können. Siegfried Seidel wies auf den weiteren Wunsch, möglichst Waggons mit viel Platz für Fahrräder einzusetzen, hin.
Obwohl also noch nicht alles perfekt ist, hätte die Feier anläßlich der Jungfernfahrt des Studentenshuttles nicht fröhlicher sein können. Das Ehepaar Walch von der in Golm neueröffneten Gaststätte „Zum Schaffner" spendierte Glühwein, Ffeibier und ein Buffet, das Potsdamer Eisenbahnerblasorchester spielte auf und Fhanz Behmel von der Bahn AG schaffte es, für die Jungfernfahrt eine besonders günstige Verbindung zwischen Golm und dem Stadtbahnhof herzustellen. Hg.
„Wem Gott will die rechte Gunst erweisen“ und andere Liederließ das Potsdamer Eisenbahnerblasorchester erklingen.
Für ihn ging ein Kindheitstraum in Erfüllung: Baudezernent Dr. Volker Pohl (links) durfte auf der Jungfernfahrt den Zugführer vertreten. Fotos: Fritze
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PUTZ 1/96
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