Heft 
(1.1.2019) 01
Einzelbild herunterladen

DER STUDENTENEXPRESS IST GESTARTET

Regionalbahn zwischen Golm und Stadtbahnhof verkehrt nun stündlich

Die Gemeinde Golm hatte Grund zum Feiern. Und mit ihr die Universität Pots­dam: haben es doch beide in über drei­jährigen Verhandlungen geschafft, eine schnelle Zugverbindung zwischen Golm und dem Potsdamer Stadtbahnhof über den Bahnhof Wildpark mit voranzu­treiben. Nun sind zumindest zwei der drei Uni-Standorte auf den Schienen erreich­bar, verkehrt die Regionalbahnlinie 21 - bereits besser unter dem NamenStu­dentenexpreß bekannt - seit dem 17. Dezember 1995 im Stundentakt.

Für die Golmer Bevölkerung und die Uni- Angehörigen ist es nunmehr möglich, in nur fünf Minuten von Golm zum Standort Am Neuen Palais und umgekehrt zu gelangen. Bis zum Stadtbahnhof braucht man vom Neuen Palais aus ebenfalls nur noch fünf Minuten. Dringend erforderlich ist aller­dings noch die Weiterführung der schnel­len Verbindung nach Babelsberg, die wohl

erst im März dieses Jahres realisiert wer­den kann. Der Grund für diese Verzögerung - vorgesehen war zunächst die sofortige Anbindung aller drei Uni-Standorte - ist in einem noch nicht fertiggestellten Fhßgän- gertunnel unterhalb der Gleise zu sehen, dessen Eröffnung aus Sicherheitsgründen abgewartet werden muß. Ein ebenfalls für die Einrichtung des Studentenshuttles von der Deutschen Bahn AG benötigter Bahn­steig ist nach Auskunft des Regional­bereichsleiters Berlin-Brandenburg, Hans Leister, bereits gebaut.

Möglich wurde diese Verbindung der Uni- Standorte durch das Verkehrsprojekt 5 der

Deutschen Einheit, d.h. konkret durch die Modernisierung und Elektrifizierung der alten Strecke Berlin-Potsdam-Magdeburg. In dieses Großbauvorhaben war auch das Schienenkreuz vor Werder und damit die "hasse in Richtung Nauen einbezogen. Von Nauen über Brieselang, Priort, Marquardt, Golm, Potsdam-Wildpark, Charlottenhof bis zum Stadtbahnhof braucht die Regional­bahn nun 38 Minuten, ab März kommen dann noch weitere fünf Minuten bis nach Griebnitzsee hinzu.

Ausschlaggebend für die Realisierung des Shuttles war jedoch auch, so Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder bei der Einweihungs­feier am 17. Dezember, das besonders gute Zusammenwirken mit Vertretern der Ge­meindeverwaltung Golm, allen voran mit dem Bürgermeister Siegfried Seidel und seinem Stellvertreter Siegfried Mohr. Ehrli­ches Aufeinander-Zugehen, gegenseitiges Interesse und echte Partnerschaft wären zwischen der Uni Potsdam und der Ge­

meinde Golm stets zu spüren gewesen, er­klärte Loschelder. Dank gebühre ferner dem regen Verkehrsausschuß der Universi­tät, allen voran der bisherigen Vorsitzenden Prof. Dr. Helene Harth, und natürlich der Deutschen Bahn AG, die sich sehr kon­struktiv gezeigt habe. Namentlich nannte der Rektor hier den Regionalbereichsleiter für Berlin-Brandenburg, Hans Leister.

Nun müssen sich die Beteiligten bemühen, noch in einigen Punkten nachzubessern. Mano Frirade vom Studentenrat nannte als nächstes Ziel eine Verkürzung des Stunden­taktes auf 30 Minuten. Daß dies jedoch von der Auslastung der jetzigen Verbindung

Freuten sich über die gemeinsame Zugver­bindung: der Golmer Bürgermeister Siegfried Seidel (rechts) und Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.

abhängen wird, machte Wolfgang Fruhner von der Bahn AG schon deutlich. Dafür wie­derum ist noch eine Angleichung der Ab­fahrtszeiten des Zuges und des Endes bzw. Beginns der Vorlesungszeiten erforderlich, damit auch möglichst viele Studenten die Verbindung nutzen können. Siegfried Seidel wies auf den weiteren Wunsch, möglichst Waggons mit viel Platz für Fahrräder einzu­setzen, hin.

Obwohl also noch nicht alles perfekt ist, hätte die Feier anläßlich der Jungfernfahrt des Studentenshuttles nicht fröhlicher sein können. Das Ehepaar Walch von der in Golm neueröffneten GaststätteZum Schaff­ner" spendierte Glühwein, Ffeibier und ein Buffet, das Potsdamer Eisenbahnerblas­orchester spielte auf und Fhanz Behmel von der Bahn AG schaffte es, für die Jungfern­fahrt eine besonders günstige Verbindung zwischen Golm und dem Stadtbahnhof her­zustellen. Hg.

Wem Gott will die rechte Gunst erweisen und andere Liederließ das Potsdamer Eisenbahner­blasorchester erklingen.

Für ihn ging ein Kindheitstraum in Erfüllung: Baudezernent Dr. Volker Pohl (links) durfte auf der Jungfernfahrt den Zugführer vertreten. Fotos: Fritze

3^' j

PUTZ 1/96

Seite 22