TEXT UND THEATER
Erfolgreiche Exkursion nach Stratford-upon-Avon
20 Studierenden war es vergönnt, während dieses Wintersemesters gemeinsam mit Prof. Dr. Beate Neumeier und Dr. Andrea Kinsky-Ehritt vom Institut für Anglistik und Amerikanistik an einer Exkursion nach Stratford-upon-Avon/Großbritannien teilzunehmen. Sie absolvierten ein einwöchiges Kursprogramm, das vom ortsansässigen Shakespeare Centre in Verbindung mit dem Shakespeare Birthplace Trust und dem Shakespeare Institute der Universität Birmingham in mehr als zehnjähriger Tradition als internationale Begegnungsstätte von Studierenden und Wissenschaftlern mit Theaterschaffenden und britischem Theater/Kultur organisiert wird. Unbürokratische bzw. finanzielle Unterstützung erfuhren die Potsdamer Teilnehmer darüber hinaus vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, dem Kanzler der Universität und der Philosophischen Fakultät I.
Im Mittelpunkt des Programmes standen Diskussionen zu verschiedenen Inszenierungen der Royal Shakespeare Company (RSC): Shakespeares „Richard III", Julius Caesar, „Täming of the Shrew“, Benjonson „The Devil Is an Ass“, Goethes „Faust I/II“ sowie Tschechows „Kirschgarten“. Dies sind Stücke, die auf unterschiedlichste Weise das Thema Macht und den Ge- bzw. Mißbrauch von Macht durch sehr unterschiedliche Dramatiker, inszeniert von sehr unterschiedlichen Regisseuren für das heutige Theaterpublikum, thematisieren. Den Aufführungen zugeordnet waren jeweils einführende wissenschaftliche Seminare und Vorlesungen, nachfolgende Diskussionen zu den jeweili
gen Produktionen mit Literatur- und Theater- wissenschaftlennnen und -Wissenschaftlern sowie Gespräche mit Hauptdarstellern. Eine Bühnenführung zu nächtlicher Stunde und der Besuch aller historischen Shakespeare- Stätten in der Umgebung Stratfords ergänzten das Programm. Exkursionen nach Oxford und Warwick rundeten den Kurs ab. Der anspruchsvolle Kurs vertiefte und erweiterte literatur- und kulturwissenschaftliche sowie -historische Kenntnisse und Erfahrungen der Tteilnehmer im Bereich der Dramatik sowie des gegenwärtigen Theater- und Kulturlebens in Großbritannien. Die besondere Leistung lag dabei in der Kopplung wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Dramentext mit theaterorientierten Aspekten der jeweiligen Inszenierung. Die einzelnen Dramentexte wurden in den verschiedenen Diskussionsrunden konsequent auf die jeweilige Aufführungspraxis im Theater bezogen. Besonders anregend war in diesem Zusammenhang die vielfältige intensive Kommunikation zwischen den Tfeilnehmern und den Theaterleuten sowie den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Birmingham. Dabei wurden sehr unterschiedliche Annäherungen an Dramatik und Theater von seiten der Philologie und des Theaterbetnebes für die Studierenden transparent. Gerade dieser Aspekt scheint eine wirkliche Innovation für die Ausbildung der Potsdamer Studierenden im Bereich Drama zu sein. Der Kurs soll deshalb zu einem festen Bestandteil des studentischen Ausbildungsangebotes im Hauptstudiumwerden, d.h. regelmäßig angeboten werden. K.-E.
LOKALE ERASMUS-INITIATIVEN IN POTSDAM
Die Betreuung ausländischer und die Vorbereitung deutscher Studierender auf ihren Auslandsaufenthalt haben sich die in Potsdam versammelten Mitglieder der „Lokalen ERASMUS- Initiativen“ (LEI) zum Ziel gemacht. Am 8. Dezember trafen sich Vertreter aller deutschen LEI an der Universität Potsdam zum jährlichen Erfahrungsaustausch. Begrüßt wurden sie vom Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, der in seinen Grußworten den beteiligten Potsdamer Studenten für ihr bisheriges Engagement dankte. Die LEI-Mitglieder kümmern sich mit finanzieller Unterstützung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) um die soziale und kulturelle Betreuung der Gaststudenten, helfen bei Behördengängen oder „Feuerwehreinsätzen'' der Akademischen Auslandsämter. In Potsdam stand u.a. das neue EU- Programm SOKRATES im Mittelpunkt des Interesses, das in der Nachfolge von ERASMUS für den studentischen Nachschub sorgen wird. Daß noch viele Fragen offen sind, belegte die Diskussion im Anschluß an die Ausführungen des DAAD-Vertreters Wolfgang Trenn. Auch hier
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spielten, wie nicht anders zu erwarten, BAföG- Fragen eine große Rolle. Besonders interessant waren jedoch auch die Pausengespräche (unser Bild), in denen Kontakte geknüpft und ganz konkrete Fragen besprochen werden konnten. Für die Potsdamer bedeutet das: Sie suchen noch neue LEI-Mitglieder. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei Thomas Lämmer und Karen Gammelin im Institut für Anglistik und Amerikanistik oder bei Dr. Regina Neum vom Auslandsamt (rechts im Bild) melden. nr./Foto: Fhtze
In fünf Jahren fast 11.000 Studierende mehr in Brandenburg
Nach ersten vorläufigen Meldungen der Hochschulen sind im Wintersemester 1995/ 96 insgesamt 19.448 Studierende als Haupthörer an den brandenburgischen Hochschulen immatrikuliert. Das bedeutet eine Zunahme von 2327 Eintragungen, einen Anstieg um 13,6% im Vergleich zum vergangenen Wintersemester. Gegenüber 1991, dem Jahr der meisten Neugründungen Brandenburger Hochschulen, gibt es sogar 10.756 Studiosis mehr. Der Hauenanteil beträgt 51,9%. Das ist zwar eine einprozentige Steigerung zum vorjährigen Wintersemester. Vor fünf Jahren allerdings lag deren Quote um 3,2% höher. Vergrößert hat sich gerade im Vergleich zum Vorjahr der Zuspruch ausländischer Studierender. Während 1991 nur ganze 52 den Weg ins Märkische fanden, eignen sich gegenwärtig schon 1219 junge Leute unterschiedlichster Nationen Wissen an einer der neun Bildungsstätten an. Dazu trägt auch die Potsdamer Alma mater bei. Hier erhalten in diesem Wintersemester 271 ausländische Studierende eine universitäre Ausbildung. 169 von ihnen kamen erst im Sommersemester ’95 bzw. Wintersemester '95/96 neu an die Einrichtung. Die dreiUniversitäten des Landes können 1418 Studenten mehr als im Vorjahr verzeichnen. Damit betreuen deren Professoren, Dozenten und wissenschaftliche Mitarbeiter nunmehr 13.073 zukünftige Akademiker. Allein an der Universität Potsdam streben derzeit 8728 Wissensdurstige den Bildungsabschluß ihrer Wahl an. Im Sommersemester 1995 bzw. Wintersemester '95/96 schrieben sich immerhin 1579 Studienanfänger ein. Das deutet auf eine zunehmende Nachfrage hin. Waren es doch noch im Sommersemester 1994 bzw. im Wintersemester '94/95 „nur“ 1081 neu startende Kommilitonen. Im Wintersemester '94/95 hatte es damals insgesamt 8013 junge Menschen gegeben, die sich hier ihr Rüstzeug für die berufliche Zukunft holten. Auch an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg vollzog sich eine Aufstockung um 44 auf 470 und an den fünf Fachhochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen) um 957 auf 4428 Seminare und Vorlesungen Besuchende. An den beiden Verwaltungsfachhochschulen jedoch werden 92 Studenten weniger ausgebildet. Die Ursache: der Rückgang von Studierenden an der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen. Zu den am stärksten belegten Studienfächern gehören in Brandenburg nach wie vor die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (8746 Belegungen). Es folgen die Ingenieurwissenschaften (3541), Sprach- und Kulturwissenschaften (3275), Mathematik, Naturwissenschaften (1743), Kunst, Kunstwissenschaft (1134), Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften (556) und Sport (453). PG.
PUTZ 1/96