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KAFFEEKLATSCH MIT DAAD-STIPENDIATEN
Die Gruppe, die sich am 4. Dezember 1995 zu Stolle, Lebkuchen, Kaffee und Tee im Senatssaal der Universität Potsdam einfand, war eine bunte Mischung aus aller Herren Länder: Ägypten, Armenien, Japan, Polen, Rumänien, Tadschikistan und Taiwan. Gemein aber war einem Großteil, daß es sich bei ihnen um Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Universität Potsdam handelte. Diese zwölf waren der Einladung des DAAD gefolgt, der damit die im vergangenen Jahr begonnenen sogenannten „Hochschulbetreungsreisen“ zu wichtigen Hochschulorten fortsetzte (Putz berichtete).
Nach Potsdam waren in dieser Mission Elsa Kaden, Mitarbeiterin des Berliner DAAD-Büros und dessen Leiter Dr. Heinz Nastanski gekommen. Nastanski führte die Stipendiaten zunächst in Struktur und Zielsetzung des DAAD ein, wobei er sie auch gleich über speziell deutsche Vorlieben aufklärte. „Auf eine Sache werden Sie in Deutschland überall stoßen, nämlich auf Vereine“, sagte Nastanski. In der Tät haben alle Stipendiaten damit zu tun, denn der DAAD ist seit 1950 eingetragener Verein, dem derzeit 218 deutsche Hochschulen angehören. Er vergibt nicht nur Stipendien an deutsche bzw. ausländische Studierende, Praktikanten, junge Wissenschaftler oder Hochschullehrer für einen Aufenthalt im Ausland bzw. in Deutschland (1993: ca. 30.000 bzw. ca. 23.000), sondern vermittelt auch deutsche wissenschaftliche Lehrkräfte ins Ausland, informiert über Studienmöglichkeiten im Ausland und betreut die ehemaligen Stipendiaten durch Wiedereinladung und Publikationen.
Interessanter dürften für die meisten anwesenden Stipendiaten aber praktische Tips
Diese Stipendien stehen Juristen mit II. Staatsexamen/I. Staatsexamen plus mindestens zwölf Monate der Referendarzeit bei Stipendienantritt zur Verfügung. Die Teilnahme an diesem Kurs kann eventuell als TM der Referendarzeit anerkannt werden; Bewerber müssen dies allerdings selber mit den deutschen Ausbildungsbehörden abklären.
Die Antragsteller sollten nicht älter als 35 Jahre sein; sie müssen über sehr gute englische Sprachkenntnisse verfügen, um den Vorlesungen folgen, sich an Seminaren aktiv beteiligen und bei britischen Anwälten tätig sein zu können. Die von der Auswahlkommission vorgeschlagenen Bewerber müssen sich daher dem IELTS-Tbst (International English Language Tasting System) unterziehen; ausgenommen davon sind Bewerber, die entweder bereits in
gewesen sein, wie z. B. der Hinweis auf die Möglichkeit, ein bestimmtes Kontingent an Fachbüchern auf Kosten des DAAD mit in die Heimat zu nehmen. Sichtlich positiv überrascht war Nastanski über die ausgezeichnete Betreuung der Stipendiaten durch das Akademische Auslandsamt der Universität Potsdam. Dies, so hob Antje Bürger, die Leitenn des Amtes, hervor, sei auf die überschaubare Größe der Universität zurückzuführen. Von derzeit rund 8850 Studierenden kommen etwa 400 aus dem Ausland. Diese günstigen Verhältnisse führten auch dazu, daß die Universität Potsdam zunehmend von Fulbright empfohlen würde, fügte Bürger hinzu. Zwar klagten einige der anwesenden Stipendiaten über eine sehr beengte Unterkunft. Daß es dem Akademischen Auslandsamt aber überhaupt gelingt, jedem Neuankömmling Wohnraum zur Verfügung zu stellen, noch dazu bei dem extrem engen Wohnungsmarkt in Potsdam, ist für Nastanski eine Leistung, wie sie an Hochschulstandorten wie Berlin oder München nur zu erträumen ist.
Auch sonst bietet das Auslandsamt auslän-
Großbritannien studiert oder das „Cambridge Certificate of Proficiency in English“ abgelegt haben.
Die Stipendien des British Council betragen derzeit £ 592,- (London) bzw. £ 493,— (Edinburgh) monatlich. Zu Reisekosten innerhalb Großbritanniens - soweit es sich um längere Fahrten im Zusammenhang mit dem Studienaufenthalt handelt - kann ein Zuschuß gewährt werden. Der British Council übernimmt auch die Studiengebühren. Die Reisekosten zum bzw. vom Studienort müssen vom Stipendiaten selber getragen werden.
Bewerbungen werden bis spätestens 1. April 1996 an den Deutschen Akademischen Austauschdienst, Kennedyallee 50, 53175 Bonn, erbeten. Antragsformulare sind ebenfalls beim DAAD erhältlich (Telefon 0228/882-435). wz.
Come together mit Stolle und Lebkuchen
Foto: Thbukeit
dischen Studierenden viel. Elisa Bindig, im Auslandsamt zuständig für die Beratung und Betreuung ausländischer Studierender, und Antje Bürger forderten die Stipendiaten eindringlich auf, doch auch kulturelle Veranstaltungen wahrzunehmen. Für ein weihnachtliches Konzert in der Nikolaikirche hätten sie zum Beispiel gerade Karten zu 2,- DM das Stück organisiert. Auch Busfahrten ins Umland würden sie immer wieder zu extrem günstigen Preisen anbieten. Daß hier die Nachfrage verschwindend gering ist, sei besonders bedauerlich. Denn es stellte sich heraus, daß die meisten der Anwesenden außer Potsdam und Berlin noch nicht viel von Deutschland gesehen haben. Über eifriges Studieren, darin sind sich Bürger und Nastanski einig, sollten die Stipendiaten aber keineswegs versäumen, sich mit Land und Leuten vertraut zu machen. Neben Astrophysik und Germanistik, Mathematik und Politik, Metalltechnik, Musik und deutscher Geschichte sollten sie auch etwas über das Leben in einem fremden Land und dessen Kultur lernen, ade
Stipendien für Studien in Japan
Das japanische Kultusministerium bietet über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) 22 Stipendien für Ergänzungs- und Aufbaustudien oder zur Vorbereitung einer Promotion für deutsche Graduierte in Japan an. Die Stipendien richten sich an Graduierte der Geistes- und Sozialwissenschaften, Natur- und Ingenieurwissenschaften und Medizin. Auch jüngere promovierte Wissenschaftler können sich bewerben, wenn die Promotion nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Zum Zeitpunkt des Stipendienantritts darf das 35, Lebensjahr nicht überschritten sein. Kontakte zu einer japanischen Gastinstitution sind erwünscht, jedoch nicht Bedingung. Interessenten können sich bis zum 28. Februar 1996 über die Akademischen Auslandsämter der Hochschulen beim DAAD bewerben. Über die endgültige Vergabe der Stipendien entscheidet die japanische Regierung auf Empfehlung einer vom DAAD beauftragten Fachkommission. Die Bewerber werden im Mai 1996 zu einem persönlichen Auswahlgespräch nach Bonn eingeladen. pm.
STIPENDIEN FÜR JÜNGERE JURISTEN
Für das Jahr 1997 hat der British Council in Verbindung mit dem „British Institute for International and Comparative Law“ wieder Stipendien für deutsche Juristen angebo- ten. Die Laufzeit beträgt sechs Monate. Ort des Studienaufenthaltes ist entweder London oder Edinburgh.
PUTZ 1/96
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