AUSSERPLANMÄSSIGE PROFESSOREN BERUFEN
In Würdigung ihrer hervorragenden Leistungen in Lehre und Forschung wurden kürzlich Wissenschaftler der Universität Potsdam auf Antrag der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Philosophischen Fakultät I mit Zustimmung des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, gemäß § 68 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg vom damaligen Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner zu außerplanmäßigen Professoren ernannt. Zu ihnen gehören Dozent Dr. habil. Wilfried Gienow, Englische Fachdidaktik im Institut für Anglistik und Amerikanistik, Dozent Dr. habil. Hans- Joachim Petsche, Institut für Philosophie, Dr. habil. Gabriele Saupe, Abteilung Anthropogeographie im Institut für Geographie und Geoökologie sowie Dr. habil. Jürgen Staude, Astrophysikalisches Institut Potsdam.
Wilfried Gienow erwarb 1954 die Lehrbefähigung für die Unterstufe der allgemeinbildenden Schulen, legte 1959 sein Staatsexamen im Fach Geographie und 1968 im Fach Englisch nach einem Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam ab, jeweils verbunden mit dem Erwerb der Lehrbefähigung für den Geographie- bzw. Englischunterricht. 1970 nahm er seine Tätigkeit an dieser Hochschule als Lehrer im Hochschuldienst im Wissenschaftsbereich „Methodik des Englisch- unteriichts“ auf. 1973 promovierte der Wissenschaftler mit einer Dissertation zur Arbeit mit Sprachprogrammen im englischen An- fangsunterncht (Klasse 8), und 1987 habilitierte er sich mit einer Schrift zu Audio- visualität und Fremdsprachenerwerb. 1988 erfolgte seine Berufung zum außerordentlichen Hochschuldozenten für „Methodik des Englischunterrichts". Nach 1991 erschloß Wilfried Gienow ein für die Potsdamer Anglistik und Amerikanistik neues Gebiet mit seiner Forschungsarbeit zu einer prozeß- orientierten Mediendidaktik, später bezog er auch den interkulturell-kommunikativen Aspekt in das Untersuchungsspektrum ein.
Hans-Joachim Petsche studierte von 1971 bis 1975 Mathematik und Physik im Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Potsdam. Anschließend absolvierte er an dieser Einrichtung ein Forschungsstudium auf dem Gebiet Philosophie/Geschichte der Naturwissenschaften, welches er 1978 mit der Dissertation „Leben und Wirken Herrmann Günther Graßmanns“ beendete. Seit dieser Zeit arbeitet der Wissenschaftler im Bereich Philosophie der Universität Potsdam und ihrer Vorgängereinrichtungen, zunächst als Assistent, später als Oberassistent und Hochschuldozent. Mit einer Arbeit „Zur Bestimmung der Rolle der Mathematik als Triebkraft der wissenschaftlich-technischen Revolution - einige inhaltliche und methodologische Aspekte einer philosophischen Analyse" habilitierte sich
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Hans-Joachim Petsche 1985. Die Leitung des Bereiches Philosophie bzw. des Institutes für Philosophie hatte er von 1989 bis 1993 inne. Seit 1990 vertiefte er seinen wissenschaftstheoretischen Forschungsschwerpunkt. Das von ihm 1991 bis 1994 geleitete Projekt „Informationstechnologien und Philosophie - Nichtformale Analyse frei gestalteter Tbxt- Corpora“ stellte Neuland für die philosophische Verwendbarkeit von Informationstechnologien dar.
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Gabriele Saupe beendete ihr Studium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam 1966 mit dem Staatsexamen als Fachlehrerin für Geographie und Mathematik. Danach arbeitete sie als Assistentin, später Oberassistentin im Institut für Geographie bzw. im Wissenschaftsbereich ökonomische Geographie, heute Institut für Anthropogeographie dieser Hochschule. 1972 promovierte sie mit einer Arbeit über territoriale Organisation des Siedlungsnetzes in vorwiegend agrarisch strukturierten Räumen anhand von Beispielen Brandenburgs. Über theoretische Fragen des Einflusses von regionalen Faktoren auf die Gebietsentwicklung und Methoden der räumlichen Gliederung nach sozio-ökonomischen Gesichtspunkten habilitierte sich Gabriele Saupe 1989. Zu ihrem breit gefächerten thematischen Spektrum im Überschneidungsbereich von Siedlungs-, Bevölkerungs- und Agrargeographie sowie der Raumordnung kam nach der Wende die Beschäftigung mit Problemen der Raumordnungspolitik und der Flächennutzung hinzu.
Jürgen Staude studierte von 1960 bis 1965 Physik, Mathematik und Astronomie an der Technischen Universität Dresden und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seme wissenschaftliche Laufbahn ist aufs engste mit dem Sonnenobservatorium Einstein-Türm des Astrophysikalischen Institutes Potsdam verbunden. 1971 promovierte der Diplom-
Astronom zum Thema „Linienentstehung im Magnetfeld und die Interpretation von Magnetografenmessungen" an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mit der Schrift „Zur Diagnostik des Magnetoplasmas solarer aktiver Regionen und zur Modellierung von Sonnenflecken“ habilitierte er sich 1983 an der Akademie der Wissenschaften. Den Wilhelm-Forster-Preis des Urania-Vereins Potsdam erhielt Jürgen Staude 1993. Zu seinen zentralen Forschungsthemen gehören aktive Gebiete auf der Sonne, die stets starke Magnetfelder aufweisen. Neben diesen Forschungen traten zunehmend solche, die die globalen Oszillatoren der Sonne sowie strahlungshydrodynamische Wellen in der Sonnenatmosphäre betreffen. B.E.
Schulz intensivierte Kontakte nach Kanada
Dr. Burkhard Schulz vom WlP-Projekt- verbund „Fbnktionalisierte Schichten und Grenzflächen“, der dem Institut für Festkörperphysik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät zugeordnet ist, weilte Ende Oktober letzten Jahres auf Einladung der Brandenburgischen Außenhandelsagentur GmbH in Kanada. Er besuchte dabei die Ecole Polytechnique, Montreal, die traditionell durch Prof. Dr. Reimund Gerhard-Multhaupt über gute Kontakte zur Universität Potsdam und zu außeruniversitären Einrichtungen (z.B. dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Tteltow) verfügt. Es wurde vereinbart, die bestehenden Kooperationen fortzusetzen und durch einen Studentenaustausch oder Postdoc-Aufenthalt langfristig auszubauen. Dies gilt auch für das Departement of Electrical Engineering der Universität Toronto, in dem dünne Kohlenstoff-Schichten mittels Ionenstrahldeposition hergestellt werden, weshalb eine unmittelbare Zusammenarbeit mit dem Institut für Festkörperphysik vereinbart wurde. Für die zum WIP-Projektverbund gehörende Forschungsgruppe Dünne Organische Schichten und das Institut für Festkörperphysik ergeben sich durch die Reise - so Schulz - zahlreiche Ansatzpunkte zur Zusammenarbeit mit kanadischen öffentlichen und privaten Forschungsinstituten und -unternehmen. In einigen Fällen bestünde außerdem die Möglichkeit, über eine Kooperation mit Ttechno- logietransfer-Einrichtungen auch Kontakte zur kanadischen Industrie aufzubauen, zg.
PUTZ 1/96
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