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(1.1.2019) 01
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AUSSERPLANMÄSSIGE PROFESSOREN BERUFEN

In Würdigung ihrer hervorragenden Leistungen in Lehre und Forschung wurden kürzlich Wissenschaftler der Universität Potsdam auf Antrag der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Philosophischen Fakultät I mit Zustimmung des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, gemäß § 68 des Gesetzes über die Hochschulen des Landes Brandenburg vom damaligen Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner zu außerplanmäßigen Professoren ernannt. Zu ihnen gehö­ren Dozent Dr. habil. Wilfried Gienow, Englische Fachdidaktik im Institut für Anglistik und Amerikanistik, Dozent Dr. habil. Hans- Joachim Petsche, Institut für Philosophie, Dr. habil. Gabriele Saupe, Abteilung Anthropogeographie im Institut für Geographie und Geoökologie sowie Dr. habil. Jürgen Staude, Astrophysikalisches Institut Potsdam.

Wilfried Gienow er­warb 1954 die Lehrbe­fähigung für die Unter­stufe der allgemeinbil­denden Schulen, legte 1959 sein Staatsexa­men im Fach Geo­graphie und 1968 im Fach Englisch nach ei­nem Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam ab, jeweils verbunden mit dem Erwerb der Lehrbefähigung für den Geographie- bzw. Englischunterricht. 1970 nahm er seine Tätigkeit an dieser Hochschu­le als Lehrer im Hochschuldienst im Wis­senschaftsbereichMethodik des Englisch- unteriichts auf. 1973 promovierte der Wis­senschaftler mit einer Dissertation zur Arbeit mit Sprachprogrammen im englischen An- fangsunterncht (Klasse 8), und 1987 habili­tierte er sich mit einer Schrift zu Audio- visualität und Fremdsprachenerwerb. 1988 erfolgte seine Berufung zum außerordentli­chen Hochschuldozenten fürMethodik des Englischunterrichts". Nach 1991 erschloß Wilfried Gienow ein für die Potsdamer Angli­stik und Amerikanistik neues Gebiet mit sei­ner Forschungsarbeit zu einer prozeß- orientierten Mediendidaktik, später bezog er auch den interkulturell-kommunikativen Aspekt in das Untersuchungsspektrum ein.

Hans-Joachim Pet­sche studierte von 1971 bis 1975 Mathe­matik und Physik im Lehramt an der Päda­gogischen Hoch­schule Potsdam. An­schließend absolvierte er an dieser Einrich­tung ein Forschungs­studium auf dem Gebiet Philosophie/Ge­schichte der Naturwissenschaften, welches er 1978 mit der DissertationLeben und Wir­ken Herrmann Günther Graßmanns been­dete. Seit dieser Zeit arbeitet der Wissen­schaftler im Bereich Philosophie der Univer­sität Potsdam und ihrer Vorgängerein­richtungen, zunächst als Assistent, später als Oberassistent und Hochschuldozent. Mit einer ArbeitZur Bestimmung der Rolle der Mathematik als Triebkraft der wissenschaft­lich-technischen Revolution - einige inhalt­liche und methodologische Aspekte einer philosophischen Analyse" habilitierte sich

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Hans-Joachim Petsche 1985. Die Leitung des Bereiches Philosophie bzw. des Institutes für Philosophie hatte er von 1989 bis 1993 inne. Seit 1990 vertiefte er seinen wissenschafts­theoretischen Forschungsschwerpunkt. Das von ihm 1991 bis 1994 geleitete Projekt Informationstechnologien und Philosophie - Nichtformale Analyse frei gestalteter Tbxt- Corpora stellte Neuland für die philosophi­sche Verwendbarkeit von Informations­technologien dar.

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Gabriele Saupe be­endete ihr Studium an der Pädagogi­schen Hochschule Potsdam 1966 mit dem Staatsexamen als Fachlehrerin für Geographie und Ma­thematik. Danach ar­beitete sie als Assistentin, später Ober­assistentin im Institut für Geographie bzw. im Wissenschaftsbereich ökonomische Geographie, heute Institut für Anthropo­geographie dieser Hochschule. 1972 pro­movierte sie mit einer Arbeit über territoria­le Organisation des Siedlungsnetzes in vor­wiegend agrarisch strukturierten Räumen anhand von Beispielen Brandenburgs. Über theoretische Fragen des Einflusses von re­gionalen Faktoren auf die Gebietsent­wicklung und Methoden der räumlichen Gliederung nach sozio-ökonomischen Ge­sichtspunkten habilitierte sich Gabriele Saupe 1989. Zu ihrem breit gefächerten the­matischen Spektrum im Überschneidungs­bereich von Siedlungs-, Bevölkerungs- und Agrargeographie sowie der Raumordnung kam nach der Wende die Beschäftigung mit Problemen der Raumordnungspolitik und der Flächennutzung hinzu.

Jürgen Staude stu­dierte von 1960 bis 1965 Physik, Mathe­matik und Astrono­mie an der Techni­schen Universität Dresden und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seme wis­senschaftliche Laufbahn ist aufs engste mit dem Sonnenobservatorium Einstein-Türm des Astrophysikalischen Institutes Potsdam verbunden. 1971 promovierte der Diplom-

Astronom zum ThemaLinienentstehung im Magnetfeld und die Interpretation von Magnetografenmessungen" an der Hum­boldt-Universität zu Berlin. Mit der Schrift Zur Diagnostik des Magnetoplasmas sola­rer aktiver Regionen und zur Modellierung von Sonnenflecken habilitierte er sich 1983 an der Akademie der Wissenschaften. Den Wilhelm-Forster-Preis des Urania-Vereins Potsdam erhielt Jürgen Staude 1993. Zu sei­nen zentralen Forschungsthemen gehören aktive Gebiete auf der Sonne, die stets star­ke Magnetfelder aufweisen. Neben diesen Forschungen traten zunehmend solche, die die globalen Oszillatoren der Sonne sowie strahlungshydrodynamische Wellen in der Sonnenatmosphäre betreffen. B.E.

Schulz intensivierte Kontakte nach Kanada

Dr. Burkhard Schulz vom WlP-Projekt- verbundFbnktionalisierte Schichten und Grenzflächen, der dem Institut für Festkör­perphysik der Mathematisch-Naturwissen­schaftlichen Fakultät zugeordnet ist, weilte Ende Oktober letzten Jahres auf Einladung der Brandenburgischen Außenhandelsagen­tur GmbH in Kanada. Er besuchte dabei die Ecole Polytechnique, Montreal, die traditio­nell durch Prof. Dr. Reimund Gerhard-Mult­haupt über gute Kontakte zur Universität Potsdam und zu außeruniversitären Einrich­tungen (z.B. dem Fraunhofer-Institut für An­gewandte Polymerforschung Tteltow) ver­fügt. Es wurde vereinbart, die bestehenden Kooperationen fortzusetzen und durch einen Studentenaustausch oder Postdoc-Aufenthalt langfristig auszubauen. Dies gilt auch für das Departement of Electrical Engineering der Universität Toronto, in dem dünne Kohlen­stoff-Schichten mittels Ionenstrahldeposition hergestellt werden, weshalb eine unmittelba­re Zusammenarbeit mit dem Institut für Fest­körperphysik vereinbart wurde. Für die zum WIP-Projektverbund gehörende Forschungs­gruppe Dünne Organische Schichten und das Institut für Festkörperphysik ergeben sich durch die Reise - so Schulz - zahlreiche Ansatzpunkte zur Zusammenarbeit mit kana­dischen öffentlichen und privaten For­schungsinstituten und -unternehmen. In ei­nigen Fällen bestünde außerdem die Mög­lichkeit, über eine Kooperation mit Ttechno- logietransfer-Einrichtungen auch Kontakte zur kanadischen Industrie aufzubauen, zg.

PUTZ 1/96

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