Informationen zum Chemiestudium
„FAIR IS FOUL AND FOUL IS FAIR"
Bilder zu Shakespeare in der Bibliothek Golm
„Informationen zum Chemiestudium" lautet der Titel einer neuen Broschüre, die von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) herausgegeben wird. Die 45 Seiten umfassende Schrift wendet sich an Schüler und Studieninteressierte, die vor der Entscheidung stehen, zwischen einem Studium der Chemie, Biochemie, Lebensmittelchemie oder einem Studium des Lehramtes Chemie zu wählen. Vermittelt werden Informationen zum Aufbau der Studiengänge, Studienorte, Studiendauer und spätere Berufschancen. Es folgen Angaben zu möglichen Spezialisierungen innerhalb der Chemie, wobei das Fachgebiet, Studieninhalte und Berufsfelder beschrieben werden. pm. Die „Informationen zum Chemiestudium“ können gegen Einsendung von 3,- DM in Briefmarken angefordert werden bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 900 440, 60444 Frankfurt am Main.
STUDENTENTHEATER AUS BELGIEN AN DER UNI
Das Universitätstheater Lüttich!Belgien gastierte in diesem Wintersemester gleich mit zwei Stücken an der Universität Potsdam. Dieser erste Aufenthalt war erneut eine Kooperationsveranstaltung des Bereiches 'Kultur mit dem Potsdamer Lindenpark e. V. und fand in dessen Räumlichkeiten statt. Das Foto zeigt einen Tkil des 20köpfigen Ensembles während der Kindervorstellung des GRIPS-Theater-Klassi- kers „Ein Fest bei Papadahs". ln deutscherund französischer Sprache präsentierten sich die Lütticher Studierenden des weiteren bei einem „Karl Valentin-Abend“ in bester Spiellaune.
zg./Foto: Thbukeit
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Mittlerweile ist es an der noch ‘jungen’ Universität Potsdam schon zur Tradition geworden, daß kleinere Kunstausstellungen den Studierenden und Besuchern im Lesesaal der Bibliothek Golm Gesellschaft leisten. Seit dem 6. Dezember und noch bis Ende Januar 1996 sind es Protagonistinnen und Protagonisten aus Shakespeares Komödien und Tragödien, die die in Suhl lebende Künstlerin Bettina Schünemann auf großformatige Leinwand gebannt hat. Ihre Ausstellung unter dem Motto ‘Fair is Foul and Foul is Fair’ war zuletzt zu den diesjährigen Shakespeare-Tägen in Weimar zu sehen.
Im Rahmen der Erforschung und Neubewertung der Rezeptionsgeschichte Shakespeares leistet neben der Geschichte der Shakespeare-Kritik und der Shakespeare-Aufführungen auch die Shakespeare-Illustration in ihrer Weise einen wesentlichen Beitrag zur Überlieferung des dramatischen Werkes und schaltet sich in das Gespräch um seine Deutung ein. Die positive Resonanz auf Schünemanns Ausstellung in Weimar, Einbettungsmöglichkeiten der Ausstellung in laufende Shakespeare-Seminare und Forschungsarbeiten sowie Motivierung für die Shakespeare- Täge 1996 in Bochum zum Thema „Shakespeare und die bildenden Künste" boten Gründe für den Bereich Englische Literatur I des Institutes für Anglistik/Amerikanistik in der Philosophischen Fakultät I, den Bilderzyklus auch in Potsdam zu zeigen. Ein Gastvortrag der Mainzer Wissenschaftlerin Prof. Dr. Hammerschmidt-Hummel zum Thema „Shakespeare illustriert“ wird dann im Sommersemester 1996 die Thematik fortführen. Nur soviel zur Ausstellung: Schaut man sich Bettina Schünemanns Illustrationen zu Shakespeare an, wird man unschwer eine Fokussierung auf Charaktere, auf markante Köpfe und einprägende Physiognomien feststellen können. Die äußerst farbintensive und räumlich großflächige Gestaltung ihrer Charaktere läßt kaum Platz für Hintergrund. Die Charaktere verschmelzen förmlich mit ihrem Hintergrund. Meist frontal treten uns ihre Protagonisten gegenüber, die fast alle nur aus der Distanz für das Auge faßbar sind und so von vornherein Nähe und Intimität schwermachen. Nur Ophelias Gesicht wird durch Linien und Konturen geformt und lädt zum Nähertreten ein. Bezüglich der Auswahl ihrer Figuren ließe sich die These formulieren, daß Schünemann bevorzugt solche Charaktere gewählt hat, die aufgrund ihrer ambivalenten inneren Psyche oder ihrer nebulösen, ungreilbaren Physis eine besonders komplizierte Herausforderung für eine bildkünstlerische Umsetzung darstellen.
Dazu gehören der ‘unsichtbare’ Ariel aus „The Ttempest“, die 'unwirklichen' Traumwesen/Elfen in „A Midsummer Night's Dream", der 'blind-sehende' Glocester in „Kmg Lear“, der Wahnsinn Ophelias und
Shakespeare gemalt ist m der Bibliothek in Golm zu sehen. Foto: Blell
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Lady Macbeths oder die 'Verschwörung' der Hexen in „Macbeth“. Schon die Charakterauswahl deutet auf eine bewußte Auseinandersetzung mit der Problematik Sein und Schein/Realität und Traum hin, die für viele von Shakespeares Stücken ein zentrales Moment darstellen. Eine bildkünstlerische Lösung sucht Schünemann weniger auf inhaltlicher Ebene als auf gestalterischer Formebene. So nutzt sie ihre intensiv-assoziative Farbgestaltung und ihre Konturen- und Linienführung (Pinsel- und Kratztechnik) als sinnstiftende Momente. Darüber hinaus bezieht sie aktiv ihren Malgrund in die Sinngebung mit ein, der für sie kein starrer, lebloser Untergrund ist, sondern eine ebenso sinngebende Funktion besitzt wie Farbgestaltung, Pinsel- oder Linienführung. Insgesamt 15 Bilder präsentiert Schünemann in ihrem Zyklus. Sie hat übrigens in Braunschweig Kunst studiert (1981-1988) und lebt mittlerweile nach Aufenthalten in Norddeutschland und in Berlin seit 1991 in Suhl. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Bibliothek in Golm zu besichtigen: Montag bis Donnerstag von 8.30 bis ■ 19.30 Uhr, Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr und Samstag von 8.30 bis 14.30 Uhr. Kommentare, Meinungen sind jederzeit willkommen. Gabriele Blell
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