LUST AN KUNST
Angehörige der Universität Potsdam vorzustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teils „nebenberuflich“, ist das Anliegen der Reihe „Lust an Kunst“. Jene interessierten und engagierten Mitarbeiter und Studierenden sind aus eigenem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturell-künstlerisch tätig. Deutlich werden soll auch die Motivation für diese Arbeit.
Musiziert und schreibt selbst Musik: Bringfried Löffler. Foto: Tbibukeit
Bringfried Löffler wurde 1956 in Mühlhausen/Thüringen geboren. Er war Schüler der Spezialschule für Musik an der Franz-Liszt - Hochschule in Weimar von 1968 bis 1974, bevor er ein vierjähriges Studium am Institut für Lehrerbildung Weißenfels aufnahm. Das 1977 begonnene kombinierte Direkt - und Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam und an der Martin- Luther-Universität Halle schloß er 1980 als Diplommusikpädagoge ab. Während des Hallenser Fernstudiums arbeitete er als Assistent am Weißenfelser Institut für Lehrerbildung. Seit 1981 ist Bringfried Löffler als künstlerischer Mitarbeiter im Institut für Musik an der Pädagogischen Hochschule bzw. der Universität Potsdam in den Lehrfächern Tonsatz, Komposition, Schulpraktisches Musizieren und musiktheoretische Grundausbildung tätig. Frühzeitig trat er mit musikkünstlerischen Initiativen wie Bearbeitungen für die Cellistengruppe des Instituts für Musik, anderen Arrangements und eigenen Kompositionen hervor.
Von 1984 bis 1988 ging Löffler an die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und erwarb den künstlerischen Hochschulabschluß für die Fächer Tbnsatz, Kontrapunkt und Komposition. Mit Bearbeitungen für Streichguartett, Liedkompositionen, Chansons und einer Liedkantate trat er bereits an die Öffentlichkeit. 1989 wurde er Mitglied des Komponistenverbandes Potsdam/Brandenburg, jetzt Brandenburger Verein NEUE MUSIK. 1990 konnte in Potsdam seine Kla-
VEREINE IM AUFWÄRTSTREND
Expertentagung in Lindow diente Standortbestimmung
Der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, scheint mit dem vergangenen Jahr zufrieden. In seiner Neujahrsbotschaft unterstrich er vor wenigen Wochen unter anderem die Rolle von Verbänden und Vereinen. Ihnen sei es gelungen, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung und soziale Dimension ihrer Arbeit noch mehr herauszustellen. Gerade in einer sich dramatisch verändernden Arbeits- und Freizeitwelt werde auch künftig das Gewicht des organisierten Sports weiter zunehmen. In diesem Zusammenhang forderte er die dafür notwendigen Rahmenbedingungen ein.
Auch Wissenschaftler der Universität Potsdam widmeten sich kürzlich dieser Thematik. Während einer Expertentagung in Lindow berieten sie über den in Ostdeutschland herrschenden Vereins-Alltag. Dabei ging es den ca. 35 Tfeilnehmern insbesondere um zwei Schwerpunkte: eine möglichst realitätsnahe Bilanzierung der aktuellen Lage ostdeutscher Sportvereine sowie die Erörterung von Zukunftsperspektiven. Die anwesenden Staatssekretäre der für Sport zuständigen Ministerien, Präsidenten und Geschäftsführer oder Sportdirektoren einzelner Landessportbünde der fünf neuen Bundesländer (einschließlich Berlin) nutzten eine gute Grundlage. Hintergrund: Bereits im Vorfeld der Veranstaltung entstand im Institut für Sportwissenschaft an der Potsdamer Alma mater die Studie „Sportvereine im Übergang". Das Papier bot nun mit seinen Thesen wesentliche Anhaltspunkte für die Auseinandersetzung. Weist es doch auf Organisationsstrukturen von Sportvereinen in Ostdeutschland. Der Akzent liegt allerdings auf Brandenburg, aber auch die anderen Regionen finden ihre Berücksichtigung. Es ist die erste derartige
viersonate Nr. 1 uraufgeführt werden. Als amtierender Abteilungssprecher Musiktheorie brachte Löffler zahlreiche Initiativen zur Gestaltung von Lehrkonzeptionen in die künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit ein. Er schrieb Bühnenmusiken für das Kindermusiktheater. Die Stücke „Sechse kommen durch die Welt“, „Die Weihnachtsgans Auguste" und „Der Schweinehirt" konnten erfolgreich aufgeführt werden.
Zum Antneb für seine künstlensche Tätigkeit äußert Bringfried Löffler: „Damit Studenten, Eltern oder Kinder mit Musik in Berührung kommen, gerade in einer optisch überfluteten Bilderwelt, ist es dringender denn je, das Zuhören, das Hinhören, das Aufeinanderhören nicht zu verlernen“. L.B.
Bundesländer
Organisationsgrad
Saarland
41,0
Baden-Württemberg
33,7
Nordrhein-Westfalen
26,6
Rheinland-Pfalz
36,3
Bremen
27,4
Hamburg
26,3
Brandenburg
10,9
Mecklenburg-Vorpommern
7,H
Sachsen
10,2
Sachsen-Anhalt
10,2
Thüringen
10,4
Der Organisationsgrad der Bevölkerung in Sportvereinen ausgewählter Bundesländer. Aus: „Sportvereine im Übergang“, S. 63.
Untersuchung als flächendeckende Erhebung über den derzeitigen Stand der Entwicklung.
Das Forum selbst initiierte Prof. Dr. Jürgen Baur, Leiter des Arbeitsbereiches Sport und Gesellschaft an der Hochschule sowie Vorsitzender des DSB-Bundesausschusses Bildung, Gesundheit und Wissenschaft. Im Zentrum des Interesses standen beispielsweise der Frauenboom, aber auch die Se- nioren-Welle im Sport. Die Fachleute machten hier nochmals auf die Notwendigkeit angemessener Angebote für den nicht- wettkampfonentierten Sport aufmerksam. „Am Herzen lag uns gleichfalls die Verständigung über das Leistungsvermögen von Kleinvereinen“, sagte Baur im Anschluß an die Tägung. Schließlich unterschieden sie sich gerade in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg von ihren westdeutschen Pendants durch ausgeprägt ländliche Strukturen. Dennoch seien sie eminent wichtige soziale Gebilde und stellten vor allem in dörflichen Gemeinden oftmals einen Integrationskern dar.
Reserven sahen die Experten bei der Traditionspflege. So fehlten zum Beispiel häufig noch Betätigungsmöglichkeiten für Vorschulkinder. Ursache dafür sei letztlich auch das zu DDR - Zeiten auf dem Gebiet der Bewegungserziehung schon in den Kindergärten Geleistete. Die dort praktizierten relativ detaillierten Übungsprogramme lägen vor. Sie müßten nur übernommen werden.
Angesichts des Gegenstandes blieben Kontroversen nicht aus. Dazu gehörte die Diskussion zu Organisationsfragen. Der Standpunkt Baurs: „Es mangelt nicht selten an Organisationsroutinen in der ostdeutschen Vereinslandschaft“. Erst mit der Wende bestünde wirkliche Autonomie, existiere keine Abhängigkeit von Ministerien oder Betrieben. Das führe mitunter zur Überlastung ehrenamtlicher Mitarbeiter und zur Entstehung entsprechender Defizite. RG.
Seite 34
PUTZ 1/96