BESUCH AUS DEM FERNEN CHINA Physik erleben
Die Attraktivität der Universität Potsdam scheint für Gäste ungebrochen. Jüngst setzte deren Reigen eine Delegation hochrangiger Verteter der Volkrepublik China fort. Begrüßt werden konnten durch Prorektor Prof. Dr. Ralf Menzel und Kanzler Alfred Klein führende Mitarbeiter der dortigen Erziehungskommission, des Finanzministeriums, der Botschaft sowie weiterer Institutionen des fernen Landes. Die Runde vervollständigten Stefan Brandt, Dr. Josef Glombik und Sebastian Wolters vom brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.
Der zweistündige Informationsbesuch diente dem Kennenlernen der universitären Situation im Märkischen. Als zentrale Alma mater des Landes spielte die Potsdamer Hochschule dabei eine herausragende Rolle. Hintergrund des Gesprächs: gegenwärtig wird in China eine neue Hochschulgesetzgebung vorbereitet. Deren Verabschiedung wird in Kürze erwartet. Darin enthalten sollen auch Elemente des deutschen Hochschulbildungssystems sein. Die Chinesen bemühten sich nun hier in Potsdam um die Vertiefung entsprechender Kenntnisse. Dem vorausgegangen waren bereits Abstecher im Bonner Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Tbchnologie, in den Düsseldorfer und Potsdamer Wissenschaftsministerien, im Berliner Senat und in der Fachhochschule für Wirtschaft der Bundeshauptstadt. Während des kurzen Aufenthaltes an der erst 1991 gegründeten Universität Potsdam zeigten die Besucher insbesondere für Fragen der Selbstverwaltung der Einrichtung Interesse. Dabei bedurfte auch der Status des Kanzlers näherer Ausführungen. Auskunft erhielten die Gäste auch zu vorhandenen Strukturen und Regulierungsebenen. Die Entstehung des internen Haushalts sowie das weite Feld der Drittmitteleinwer- bung standen ebenso im Mittelpunkt der Diskussion wie Verfahren der Studentenaufnahme.
Aufmerksame Zuhörer fanden die Erklärungen zum Verhältnis von Staat, Bundesland
und Hochschule. Gerade auf diesem Gebiet wollen die chinesischen Reformer künftig Änderungen durchsetzen. Die Beziehungen von Regierung, Gesellschaft und akademischen Bildungsstätten bedürfen nach deren Meinung einer Revision. Mehr Eigenverantwortlichkeit der Hochschulen bei „globaler” Steuerung des Staates steht dabei an der Spitze aller Zielvorstellungen. Gegenwärtig gibt es im asiatischen Land neben den Einrichtungen, die direkt einer Verwaltung durch die Erziehungskommission und Provinzen sowie Städten unterliegen, auch etwa 300 Ministerien und Kommissionen des Staatsrates untergeordnete Hochschulen. Jetzt ist die allmähliche Schaffung eines zweistufigen Verwaltungssystems geplant. Dabei sollen sich nun die Zentralregierung zum einen sowie Provinzen bzw. autonome Gebiete zum anderen die Verantwortung teilen. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Experten weiter auf den Feldern der Finanzierung, des Zulassungssystems, der Absolventenvermittlung, Hochschulzugangsberechtigung, aber auch der Studienstruktur und der Lehrinhalte. Die Erhöhung der Unternchtsqua- lität, des Niveaus der wissenschaftlichen Forschung, vor allem auch der Effizienz des Hochschulmanagements stehen im Zusammenhang damit im Vordergrund aller Bemühungen.
Die achtköpfige Abordnung setzte ihre Informationsgespräche nach der Reise durch Deutschland in Japan fort. PG.
Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Physik des Städtischen Gymnasiums Belzig besuchten kürzlich den Bereich Physik der Potsdamer Universität. Die Mitarbeiter des Institutes für Experimentalphysik und Physikdidaktik bereiteten für sie ein abwechslungsreiches Programm vor. Prof. Dr. Helmut Mikelskis informierte die Gäste über Forschungsgegenstände des Fachbereichs und Studiermöglichkeiten an der Potsdamer Universität. Historische Etappen der Erforschung der Mikroobjekte stellte Dr. Wieland Müller (Dritter von links) in den Mittelpunkt seiner Vorlesung. Im Laserlabor demonstrierte Dr. Horst Gebert experimentelle Varianten des Einsatzes des Lasers m der Forschung, Große Resonanz fand bei den Schülerinnen und Schülern das eigene Experimentieren an ausgewählten Versuchen der Atomphysik, der Mechanik und der Elektrizitätslehre, die von Dr. Günter Sauer und Dr. Wieland Müller betreut wurden. Um den Kontakt mit Brandenburger Schulen zu intensivieren, wird der Bereich Physik nach der Renovierung des Physikgebäudes monatlich Vorlesungen und Experimentiermöglichkeiten für Brandenburger Gymnasien und Gesamtschulen anbieten. W. Müller/Foto: Tribukeit
„Körner und Flocken können locken"
Mit der Barmer Ersatzkasse unterhält das Institut für Arbeitslehre/Tfechnik der Universität Potsdam praxisorientierte Beziehungen. Beredtes Beispiel dafür sind zwei Kurse, die Dr. Ulf Holzendorf und Diätassistentin Christma Hofmann gemeinsam in der Lehrküche des Instituts durchführen. Dabei geht es ihnen zum einen um die Vollwerternährung in Theorie und Praxis, zum anderen um Tips für die Herstellung eines kalorienarmen, trotzdem schmackhaften Abendbrots. Der „Unterricht" selbst enthält neben der theoretischen Unterweisung vor allem praktische "feile bis hin zur Verkostung der zubereiteten Mahlzeit. Das Lehrangebot besteht bereits seit drei Jahren und stößt auf ein kontinuierliches Interesse. Gesundheitliche Gründe, aber auch reiner Wissensdurst sind es, die immer wieder Einwohner Potsdams und der Region zur "feilnahme bewegen. Das Erlernen alternativer Ernährungsformen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Diese sollen schließlich nach dem Willen der Kursierter auch Einzug in die heimischen Küchen halten. EG.
Die chinesischen Gäste kamen mit zahlreichen, sehr konkreten Fragen an die Potsdamer Uni. Seitens der Hochschule standen für deren Beantwortung Prorektor Prof. Dr. Ralf Menzel (2. v.r.) sowie Kanzler Alfred Klein (r.) zur Verfügung. Foto: Fritze
:Ü *
Seite 7
PUTZ 2/96