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(1.1.2019) 02
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WEDER ERFOLGSBILANZ NOCH NOSTALGIE

Prof. Dr. Wolfgang Fleischer referierte zur germanistischen Sprachwissenschaft in der DDR

D i e (einheitliche) germanistische Sprachwissenschaft der DDR gab es nicht. Sie warnicht völlig homogen .... trotz bestimmter - philosophisch und ideologisch be­gründeter - Grundpositionen, trotz des einheitlichen Bildes. Von jener Einschätzung seines Fachkollegen Gerhard Helbigs ließ sich auch Prof. Dr. Wolfgang Fleischer lei­ten, als er kürzlich im Golmer lesecafe zur germanistischen Sprachwissenschaft in der DDR, ihren Determinanten und Tendenzen aus Leipziger Sicht sprach. In besonderem Maße scheint er dafür prädestiniert, Stellung zu Entwicklungslinien, aber auch Wider­sprüchen, Irrwegen und Grenzen der germanistischen DDR-Linguistik zu beziehen. Der Grund: Als Schüler des großen Sprachhistorikers Theodor Frings schrieb er einen großen Teil dieser Wissenschaftsgeschichte mit. Und er stand denn auch zu ihr in ei­ner sachgerechten Zeichnung erbrachter Leistungen. Konkret zur Sprache kamen je­doch nicht alle verschiedenen Zentren germanistisch-linguistischer Forschung, ja nicht einmal alle relevanten Leipziger Richtungen (insbesondere der 80er Jahre).

Der Redner wählte für seine Darstellung, die exemplarisch bleiben mußte, drei Ebe­nen: zum einen das Wissenschafts- wie kul­turpolitische Umfeld im damaligen soziali­stischen Land und in der Stadt Leipzig, zum anderen die universitätsinternen Bedingun­gen, schließlich maßgebende inhaltliche Tfendenzen mit Blick besonders auf die So­ziolinguistik und Namenkunde. Die Rück­schau erfolgte nicht ohne kritische Distanz, vor allem in der Beleuchtung des Verhält­nisses von Ideologie und Fachwissenschaft oder bezüglich der Auswirkungen der so­genanntendritten Hochschulreform. Einen ganz zentralen Stellenwert besaß für Fleischer das Wirken seines wissenschaft­lichen Mentors Theodor Frings. Die nach 1945 wieder einsetzende Tätigkeit durch ihn und andere in der NS-Zeit nicht belaste­ter Gelehrten wie auch des Slawisten Rem- hold Trautmann an der Uni zählte er zu den Leipziger Standortvorteilen, ebenso wie das Vorhandensein der Sächsischen Aka­demie der Wissenschaften, des Herder-In­stituts, der Deutschen Bücherei oder des Verlages VEB Bibliographisches Institut nebst Duden-Redaktion.

Die günstigen Grundlagen und Bedingun­gen in der sächsischen Großstadt hatten nach Fleischer produktive inhaltliche Arbei­ten zur Folge. Deren Wurzeln lagen vielfach bei Frings. Der Referent dazu:Frings' dia­lektgeographische Forschungen mit wei­tem sprachgeschichtlichen Ausgriff zur 'Kulturmorphologie' der historischen Land­schaften bildeten einen Nährboden, auf dem im Einklang mit dem Fortschreiten der Sprachwissenschaft neue Forschungs­keime sprossen. Allerdings verharrten die Mitstreiter des Sprachhistorikers nicht im Banne dessen erbrachter Vorleistungen. Der Gast exemplifizierte dies an der Ent­wicklung der Forschungen zur Namenkun­de einschließlich der mit ihnen verbunde­nen interdisziplinären Ansätze und zur rela­tiv jungen Soziolinguistik in deren Kontext zur Gegenwartssprache.

Daß aber auch völlig neue, nicht auf Fhings- sche Traditionen fußende Forschungsfelder erschlossen wurden, betonte der Linguist. Und er benannte sie denn auch: die Gram­matik einerseits, andererseits die Lexikolo­gie. Jene toxikologischen Untersuchungen, so schlossen die Ausführungen Fleischers, konntennicht Vorbeigehen an den bis in die Öffentlichkeit geführten Diskussionen über den Status der deutschen Sprache

Der Direktor des Menschenrechtszentrums, Prof. Dr. Eckart Klein (links), konnte als inter­essierten Besucher des Menschenrechtszen­trums Potsdams Oberbürgermeister Dr. Horst Grämlich (rechts) begrüßen. Foto: Tribukeit

Prof. Dr. Wolfgang Fleischer zählte zu den inter­national bekanntesten Linguisten der damaligen DDR. Noch heute, jetzt bereits im Ruhestand, widmet er sich wissenschaftlichen Arbeiten. In der Vergangenheit beschäftigte sich der Ger­manist insbesondere mit der Gegenwartsspra­che. Dabei spielten vor allem die Wortbildung, Stilistik und Pragmatik eine dominierende Rolle.

Foto: Tribukeit

angesichts ihres Fünktionierens in mehre­ren staatlichen Kommunikationsgemein­schaften''. Damit stellten sich die Wissen­schaftler neuen Herausforderungen. PG.

Solche Veranstaltungen sind schon deshalb notwendig, weil das Gebiet Menschenrech­te in der deutschen Juristenausbildung nur einen geringen Stellenwert einnimmt, ob­wohl es sich zum großen Tfeil um innerstaat­lich geltendes Recht handelt. Während die Berufung auf nationale Grundrechte bezie­hungsweise ihre Berücksichtigung nach über 45 Jahren Grundgesetz zum gesicher­ten Bestand juristischen Arbeitens gehören dürfte, ist dies im Bereich der völkerrecht­lich garantierten Menschenrechte und Grundfreiheiten eher die Ausnahme. Hier hat das Rechtsseminar für Praktiker, das sich an Rechtsanwälte, Staatsanwälte, Rich­ter und Verwaltungsbeamte wandte, eine erste Orientierung geschaffen.

Der Direktor des Menschenrechtszen-trums, Professor Dr. Eckart Klein, eröffnete die- gung mit einem Vortrag über die Bedeutung des internationalen Menschenrechtsschut­zes als Ergänzung zum nationalen Grund­rechtsschutz. Danach schilderten Praktiker

ANGEBOT FÜR RECHTSANWENDER

Menschenrechtszentrum kümmert sich auch um Nutzbarmachung der Menschenrechte

Das Menschenrechtszentrum der Universität Potsdam betätigt sich nicht nur in der universitären Forschung und Lehre, sondern wirkt auch an der Verbreitung und Nutz­barmachung der Menschenrechte in der juristischen Praxis mit. So veranstaltete das Zentrum mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen ihres Menschen­rechts-Programms kürzlich eine Fortbildung für Rechtsanwender zum ThemaInter­nationaler Menschenrechtsschutz - Voraussetzungen, Möglichkeiten und Verfahren.

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PUTZ 2/96