Leere Thschen noch lange nach dem Studium? Foto: zg.
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rung zum Beschluß des Kabinetts der Bundesregierung stellte sich das Studentenwerk Potsdam „in der Sache vorbehaltlos" an die Seite der Auszubildenden.
Ein weiterer Kritiker der Regierungsvorschläge ist die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie gehörte zu den Mitinitiatoren des „Aufrufs zur Reform des BAföG“ und fordert eine Strukturnovelle zur Neuordnung der Ausbildungsförderung. Die GEW-Kreisvorsitzende der Universität Potsdam, Dr. Uta Sandig, äußerte sich dazu auf der von den Studierenden am 25. Januar 1996 in Potsdam veranstalteten Demonstration gegen Studiengebühren und Zins-BAföG. Wir wenden uns gegen die derzeit vorherrschende Sichtweise, Bildungspolitik als Privatisierung sozialer Risiken zu verstehen." Bildungsfinanzierung sei im Verständnis der GEW eine gesellschaftliche Aufgabe und damit grundsätzlich eine Verpflichtung des Staates. Allein eine Umverteilung des aktuellen Volumens der elternhausbezogenen staatlichen Son- derleistungen und Steuerfreistellungen für Kinder in der Ausbildung reiche aus, um allen Studierenden einen elternunabhängi- gen Sockelbetrag als Zuschuß zu zahlen, der im Bedürftigkeitsfalle durch einen Zusatzbetrag aufgestockt werden könne.
Mit den Worten die „Priorität der Wissenschafts- und Forschungspolitik muß auch in der Finanzpolitik zum Ausdruck kommen“ reagierte der Staatssekretär im Ministenum für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Friedrich Buttler, auf die neuen BAföG-Pläne der Regierung. Er betonte ausdrücklich, daß sich die bisherige Studienfinanzierung bewährt habe, allerdings zunehmend ausgehöhlt worden sei. Dies begründete er mit dem gesunkenen Anteil der Geförderten bezogen auf alle Studierenden und mit der Entwicklung der Regelsätze in Relation zur Steigerung der Lebenshaltungskosten. Die Länder würden der 18. Novelle zustimmen, allerdings unter Streichung aller Regelungen zur Darlehensverzinsung.
Wie äußern sich die direkt Betroffenen?
Hendrik Zank vom ehemaligen Studentenrat der Universität Potsdam ist der Meinung, daß die BAföG-Novelle den „Abgang der 'Uni für jeden"' bedeute. Im übrigen seien auch die heiß diskutierten Studiengebühren noch nicht vom Tisch. Nils Zimmermann und Ralf-Norbert Lademann aus dem jetzigen Studierendenrat sind davon überzeugt, daß die rund 400 Teilnehmer aus Potsdam, Cottbus und Frankfurt/Oder an der landesweiten Demonstration Ende Januar 1996 den Landtagsparteien zumindest verdeutlicht hätten, welche Probleme sie umtreiben würden. Die Parlamentarier hätten ihnen versichert, sich dafür stark zu machen, ein sozial verträgliches BAföG-Modell durchzusetzen. Für die Mitglieder des Studierendenrates steht „weniger die Überarbeitung des bestehenden Ausbildungsförderungsgesetzes als vielmehr die Neuschaffung eines Förderungsmodells, welches Verteilungsgerechtigkeit und somit die finanzielle Unabhängigkeit jedes Studierenden gewährt“, auf der Tagesordnung. Nur die Einführung einer sozialen, bedarfsorientierten Grundsicherung statt Kindergeld und Erei- beträgen führe langfristig dazu, daß dem im Ansatz richtigen Grundsatz der Chancengleichheit weiterhin Rechnung getragen werde.
Die Leitung und der Senat der Universität Potsdam sind sowohl für die Streichung des „BAföG-Zinsmodells“ als auch gegen die Einführung von Studiengebühren im derzeit diskutierten Rahmen. „Es darf nicht zugelassen werden, daß jungen Erwachsenen aus einkommensschwachen Schichten die Aufnahme eines Studiums unmöglich gemacht wird bzw. daß die wirtschaftlich Schwächsten der Studierenden mit ihren Zinsen den Hochschulbau für die wirtschaftlich Stärkeren mitfinanzieren.“ Im Namen des Rektorates unterstützte Prorektorin Prof. Dr. Bärbel Kirsch den Vorschlag, zur grundsätzlichen Neuregelung des BAföG eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Studierenden, Bund, Ländern, Hochschulrektorenkonferenz, Deutschem Studentenwerk und GEW einzusetzen. B.E.
Josef G. Knoll- Wissenschaftspreis
Die Vater und Sohn Eiselen-Stiftung Ulm hat zum sechsten Male ihren Josef G. Knoll- Wissenschaftspreis ausgeschrieben. Er ist benannt nach dem aus Ulm stammenden Pionier der entwicklungsländerbezogenen Agrarfor-schung in Deutschland, der von 1899 bis 1976 lebte und zuletzt Professor für ausländische Landwirtschaft an der Universität Hohenheim war. Der Preis wird seit 1986 alle zwei Jahre ausgeschrieben. Im Jahr 1996 ist der Preis mit DM 40.000 dotiert und kann auf höchstens vier Preisträger aufgeteilt werden, das heißt kein Tbilpreis darf niedriger sein als DM 10.000. Die Bewertung der eingehenden Arbeiten obliegt einer Jury, die aus drei namhaften Wissenschaftlern besteht. Es sollen Nachwuchskräfte ausgezeichnet werden, die sich intensiv mit den Möglichkeiten der Bekämpfung des Hungers in Ländern mit Nah- rungsmittel-Defizit beschäftigen. Die Arbeiten müssen anwendungsorientiert und geeignet sein, einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungslage bzw. Ernährungssicherheit zu leisten, den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen oder die Auswirkungen von Unter-' und Fehlernährung zu verringern. Als Wissensgebiete kommen in Frage: Agrarwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Ökologie, Biologie, Ernährungswissenschaft und Ökotrophologie, Geowissenschaften, Nahrungsmittel- Ttechnologie, Humanmedizin, Veterinärmedizin, Tierhygiene und Forstwissenschaft. Tbilnahmebedingungen bei: Eiselen-Stiftung Ulm, Fürsteneckerstr. 17, 89077 Ulm. Einsendeschluß ist der 30. Juni 1996. E.S.
Forschungspreis der Bahn
Die Deutsche Bahn AG hat unter dem Leitgedanken „Zukunft System Bahn“ erstmals einen Forschungspreis ausgeschrieben. Sie lädt Nachwuchswissenschaftler/innen der unterschiedlichsten Fachrichtungen, Fakultäten und Institute ein, sich mit Forschungsarbeiten zur „Steigerung der Attraktivität des Systems Bahn“ an dem Wettbewerb zu beteiligen. Der Forschungspreis ist mit bis zu 100.000,- DM dotiert. Preise und Stipendien können erworben werden für Dissertationen, Diplom-, Magister- und andere wissenschaftliche Forschungsarbeiten. Vergeben werden ein erster (25.000,- DM), ein zweiter (15.000,- DM) und ein dritter Preis (10.000,- DM) sowie Stipendien in unterschiedlicher Höhe und für unterschiedliche Zeiträume. Einsendeschluß ist der 31. Dezember 1996. Anschnft: Deutsche Bahn AG, Zentralbereich Konzernkommunikation/Öffentlichkeitsarbeit, Stichwort Forschungspreis, Ruschestr. 59, 10365 Berlin, TM. 030/ 29 72 60 77, Fax 030/29 72 61 44. pm.
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PUTZ 2/96