Heft 
(1.1.2019) 02
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WIE WEITER MIT DEM WIP?

Nachdenklich stimmt auch die Informa- tionspohtik des Instituts im Vorfeld der Bürgerbeteiligung, die am Ende des etwa sechsmonatigen Genehmigungsprozesses steht. Eine Informationsveranstaltung mit Golmer Bürgern findet erst nach Ende der öffentlichen Auslegungsfrist des Antrags statt. Es geht um Information der Bürger, nicht etwa darum, aufgrund von Einwänden eigene Positionen zu überdenken. Am Insti­tut hält man es auch schon für umfassende Bürgerinformation, daß in einer Mitteilung zur Institutseröffnung vor neun Monaten im Golmer Informationsblatt bemerkt wurde, daß man auch Freilandversuche durchzu­führen gedenke und daß im Golmer Flä­chennutzungsplan Flächen für Freiland­versuche ausgezeichnet sind. Auch die uni­versitäre Öffentlichkeit scheint die Wissen­schaftler wenig zu interessieren.

Widerstände

Die Gründe für die spärliche Informations­politik der Wissenschaftler bleiben offen. Erkannten sie nicht die Möglichkeit, durch von vornherein an den Thg gelegte Offen­heit breite Zustimmung für ihr Projekt ein­zuwerben? Haben sie etwas zu verbergen? Glaubten sie, still und heimlich eventuellen Widerständen entgehen zu können? Sollten sie letzteres im Sinn gehabt haben, so ist dies danebengegangen. Kurz vor Ende der Auslegungsfnst des Antrags erfuhren auch Bündnis 90/Die Grünen vom Projekt. Seit­dem versuchen sie, die Öffentlichkeit zum Widerstand zu mobilisieren. Die Aktions­maschine läuft langsam an. Leider deutet die derzeitige Situation eher auf beidseitig pnnzipienreiterische Konfrontationen als auf argumentatorische Lösungssuche für das anstehende Problem hin. Am 20. Febru­ar trafen sich Wissenschaftler undgrüne Experten". Es bleibt zu hoffen, daß sie eine Lösung erstreiten bzw. daß ein Runder Tisch oder ein anderes Vermittlungs­verfahren etabliert wird - in Zukunft viel­leicht sogar, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wolfram Meyerhöfer

Um eine genetisch veränderte Pflanze zu erzeugen, bedient man sich einer alten List. Man schleust mit Hilfe eines Bak­teriums ein manipuliertes Gen in die DNA einer Pflanze ein. Bei den hier besproche­nen Kartoffeln handelt es sich um kartoffel­eigene Gene bzw. in einem Fall um ein Spinatgen. Um diese Gene in die DNA der Pflanzenzelle (re-)integrieren zu können, bedarf es eines Übermittlers, der seine Gene auf natürlichem Wege auf die Pflan- zenzellen-DNA überträgt: in unserem Fal­le die Bakterien. Das manipulierte Gen wird in die DNA derTrägerbakterien eingeschleust und bei der Übertragung ihrer Gene mitübertragen.

Um die im Wissenschaftler-Integrations- programm (WIP) geförderten Forscher und Forschergruppen über die Verhandlungen zur weiteren Förderung ihrer Projekte und Forschungsvorhaben zu informieren, wand­te sich der Minister für Wissenschaft, For­schung und Kultur des Landes Branden­burg, Steffen Reiche, kürzlich schriftlich an die Betroffenen. Das WIP ist ein Bestandteil des zwischen Bund und Ländern für den Zeitraum von 1991 bis 1996 vereinbarten Hochschulerneuerungsprogramms (HEP). Es soll entsprechend den Empfehlungen des Wissenschaftsrates helfen, Wissen­schaftler und Forschergruppen aus den aufgelösten Forschungseinrichtungen der DDR in die Hochschulen der neuen Bun­desländer und Berlins zu integneren.

Die Vertreter der neuen Bundesländer ha­ben in der Bund-Länder-Kommission (BLK) jetzt einen Vorschlag unterbreitet, wie er­folgreiche und innovative WIP-Forschungs- projekte fortgeführt werden können. Ge­plant ist, für die Jahre 1997 bis 2000 im Rah­men des Hochschulsonderprogramms III (HSP III) eine Sockelfinanzierung für For­schung in den neuen Bundesländern mit einem Gesamtumfang von 100 Mio. DM vorzusehen, die vom Bund und den Län­dern bereitgestellt werden sollen.

Dieses Förderinstrument kann das bisheri­ge WIP weder fortsetzen noch ersetzen. Vielmehr sollen die Forschungsvorhaben im Rahmen derSockelfinanzierung für inno­vative Forschung in den neuen Bundeslän­dern gefördert werden, für die Drittmittel eingeworben werden können.Die Förde­rung mit der Sockelfinanzierung soll somit nach Leistungsgesichtspunkten organisiert und damit geeignet sein, die Wettbewerbs­fähigkeit der Wissenschaft zu stärken", so der Minister. Über die mit den zuständigen Staatssekretären des Bundes und der Län­der bereits abgestimmte Sockelfinanzie- rung wird die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförde­rung (BLK) voraussichtlich auf ihrer Sitzung im März 1996 beraten und beschließen. Minister Reiche kündigte an, daß an der Universität Potsdam eine Clearingstelle ein­gerichtet wird, um die Durchführung von Forschungsvorhaben im Rahmen des HSP III sicherzustellen und die bisher WlP-geför-

Volkswagen-Stiftung bewilligte 163 Mio. Mark

Das Kuratorium der Volkswagen-Stiftung in Hannover bewilligte im Jahr 1995 insgesamt 163 Millionen Mark Fördermittel. Darin ent­halten waren 30 Millionen Mark aus dem Niedersächsischen Vorab; über die das Kuratorium auf Vorschlag der Niedersäch­sischen Landesregierung entschied, pm.

derten Wissenschaftler bei der Planung und Realisierung ihrer Forschungsvorha­ben zu beraten und zu unterstützen. Gleichzeitig forderte er die jüngeren Wis- senschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, auch andere Förderprogramme des Wis- senschaftssysstems in Anspruch zu neh­men. Rund ein Viertel der 245 im Land Bran­denburg nach WIP geförderten Wissen­schaftler ist zwischen 30 und 39 Jahre alt. Insbesondere die Förderung von Promo- tions- und Habüitationsverfahren, aber auch Stipendien und Postdoc-Förderung helfen, die Startbedingungen für eine wissen­schaftliche Karriere zu verbessern. pm.

Leasingmodelle in Brandenburg?

In der Diskussion um das Bauen im Hoch­schulbereich in Zeiten knapper Finanzen taucht seit einiger Zeit immer wieder die Variante alternativer Bauträger oder Lea­singmodelle auf. Der brandenburgische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Steffen Reiche, erklärte kürzlich in einem PUTZ-Interview dazu:

Ich habe vor über einem Jahr ein Gespräch zu diesem Thema organisiert mit der Lan­desinvestitionsbank, dem Finanzministeri­um, dem Landesrechnungshof und unse­rem Haus. Das war ein erstes Sondierungs­gespräch, um zu prüfen, welche Möglich­keiten alternativer Baufinanzierungen, alter­nativen Bauens, also anderer Bauträger es gibt.

Die Stelle, an der ich deren Einsatz zuerst versuchen möchte - und ich denke, in 1996 dabei auch Erfolg haben werde -, ist die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF). Insofern sich dort die Kosten, die durch Anmietung entstehen, außerordentlich be­fördernd auf eine solche Variante alternati­ven Bauens und alternativer Baufinanzie­rung auswirken. An der Hochschule für Film und Fernsehen, denke ich, kann man vorzeigen und dann auch nachweisen, daß unter bestimmten Konditionen für bestimm­te Bereiche 'alternatives Bauen 1 auch durch­aus billiger sein kann.

Um so etwas für andere Bereiche - wie z.B. die Universität Potsdam - zu prüfen, muß man an einer Stelle erst einmal Erfolg ge­habt haben. Die HFF soll mein Ttestfall sein; falls es dort klappen sollte, hielte ich die Verfügungsgebäude in Golm als nächsten Schritt für sinnvoll. Dort wird ein Investiti­onsvolumen von rund 140 Mio. DM in meh­reren Jahren zu bewältigen sein. Und wenn man zumindest einen "teil nicht nur alterna­tiv finanziert, sondern auch alternativ baut - also mit einem anderen Bauträger erach­tet -, wäre das für den Standort Golm im Wettlauf mit Adlershof durchaus sinnvoll.

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PUTZ 2/96