DEN URSACHEN AUF DER SPUR
Psychotherapeutische Beratungsstelle nahm Arbeit auf
Potsdams Studenten stehen jetzt bei psychologischen Problemen nicht mehr allein. Seit Anfang des Jahres gehört zum Studentenwerk der Landeshauptstadt auch eine psychotherapeutische Beratungsstelle. Damit folgen die Havelstädter dem Beispiel anderer Universitätsstandorte. Im Berliner Studentenwerk verrichten beispielsweise bereits 18 Psychologen täglich ihren diffizilen Dienst.
Die Einrichtung in der brandenburgischen Metropole führt Evelin Strauß. Ihre Ausbildung erhielt sie einst an der Humboldt-Universität. Die engagierte Frau sammelte späterwertvolle Erfahrungen als klinische Psychologin im Gesundheitswesen. Heute ist sie aufgrund einer nach 1989 abgeschlossenen Qualifikation Verhaltenstherapeutin. Mit der Tätigkeit im Studentenwerk betritt Evelm Strauß nun neues Tbrram. Den angehenden Akademikern möchte sie schnell helfen, bestehende Ängste und Sorgen zu bewältigen. „Für viele junge Leute bedeutet der Studienbeginn einen Einschnitt",
weiß die Seelenforscherin. Gerade in dieser Situation seien psychologische Probleme keine Seltenheit. Die Studierenden kämen insbesondere mit Kontaktfindungsschwierigkeiten, Selbstwertdefiziten oder Lernstörungen zu ihr. In den über emstündigen Konsultationen spielten allerdings auch für Ärzte nicht faßbare körperliche Beschwerden eine Rolle.
Der Behandlung geht zunächst eine gründliche Diagnostik voraus. Ein anschließender Therapieplan beinhaltet dann nachfolgende Schritte. Dabei denkt die Dipl,-Psychologin durchaus an unterschiedliche Varianten. „Ich halte sowohl Einzel- als auch Gruppentherapie für möglich“, erläutert sie. Das jedoch richte sich nach dem Bedarf. Soziale Kompetenz, selbstsicheres Auftreten, die Bewältigung von Prüfungsangst ließen sich auch im gemeinsamen Rollenspiel trainieren. Den gegenwärtigen Klientenzulauf bezeichnet die Beratenn als angemessen. Noch gäbe es keine längeren Wartezeiten. Von einer Hemmschwelle der
Seit wenigen Wochen erteilt Evelm Strauß Rat in psychologischen Fragen. Foto: Fritze
Studierenden bemerke ich aber nichts", so Strauß, „im Gegenteil, sie treten mit sehr konkreten Vorstellungen an mich heran, bringen die so notwendigen Fähigkeiten zur Selbstbeobachtung und Veränderung oft schon mit". Rat suchten derzeit etwas mehr junge Männer als Frauen. Zumeist stammten diese aus den alten Bundesländern. Das Angebot bedürfe daher insbesondere unter deren ostdeutschen Kommilitonen einer weiteren Verbreitung. Gregor Schhepe, erstes Semester Lehramt Geschichte/Geographie, dazu: „Im letzten Dezember erfuhr ich von der Beratungsstelle. Seither habe ich an keinem Ort der Uni einen Hinweis auf die Existenz einer solchen gefunden, was mich verwundert. Ich hoffe dennoch, daß sie sich herumspricht.“
Die psychotherapeutische Beratungsstelle befindet sich in der Breiten Straße 9/11. Individuelle Anmeldungen können unter der Telefonnummer 0331/37 06 33 erfolgen. Offene Sprechstunden finden dienstags von 9.00-12.00 Uhr statt. EG.
Studienmöglichkeiten an deutschen Hochschulen
Über Studienmöglichkeiten und Zulassungsbeschränkungen für Studienanfänger an den deutschen Hochschulen im Sommersemester 1996 informiert die sogenannte „Pünktchenliste" der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Übersicht dokumentiert vollständig die rund 900 grundständigen Studiengänge an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen. Die HRK ermittelt diese Daten regelmäßig. Die „Pünktchenliste“ kann in den Studienbera- tungsstellen und Bibliotheken der Hochschulen eingesehen oder mit einem an sich selbst adressierten, mit DM 1,50 frankierten und dem Vermerk „Büchersendung" versehenen DIN C4-Umschlag direkt im Sekretariat der HRK, Ahrstr. 39, 53175 Bonn, angefordert werden. pm.
MITARBEITER FÜR AUSGRABUNG GESUCHT
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„7 hl Dor", em Ausgrabungsprojekt des Archäologischen Instituts der Universität Jerusalem, sucht für die Saison 1996 freiwillige Mitarbeiter. Das Projekt dient der Erforschung der 4000 Jahre alten Hafenstadt Dor in Israel und gilt aufgrund seines breiten Spektrums an freigelegten Strukturen als eine der interessantesten und größten archäologischen Unternehmungen des Lande. Dor hegt am ‘Mittelmeer und war zu biblischer Zeit eine Hauptstadt der Karmelküste.
Die Ausgrabung steht unter der Leitung des israelischen Archäologen Ephraim Stern und erfolgt in Zusammenarbeit mit amerikanischen und kanadischen Universitäten. An den Grabungsarbeiten kann sich jeder beteiligen, der Interesse an der Archäologie und an Israel hat und die entsprechende Motivation mitbringt. Die Ausgrabungssaison 1996 dauert vom 2. Juli bis zum 13. August. Die Mindest- teilnahmezelt beträgt zwei Wochen. Die Volontäre haben für die Kosten ihrer Anreise sowie für die Unterbringung und Verpflegung selbst aufzukommen. Daneben wird eine Tbilnahmegebühr erhoben. Die Unterkunft wird zusammen mit dem archäologischen 7 bam organisiert. Es besteht auch die Möglichkeit zur Tbünahme an archäologischen Lektionen und Exkursionen.
Informationen: TEL DOR-PROJEKT-Repräsentanz Deutschland/Westeuropa, Erika und Walter Haury, Dominikus Zimmermann-Str. 9, 88299 Leutkirch, Tbl./Fax 07561/3128. zg./Foto: Walter Haury
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PUTZ 2/96