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(1.1.2019) 02
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DEN URSACHEN AUF DER SPUR

Psychotherapeutische Beratungsstelle nahm Arbeit auf

Potsdams Studenten stehen jetzt bei psy­chologischen Problemen nicht mehr al­lein. Seit Anfang des Jahres gehört zum Studentenwerk der Landeshauptstadt auch eine psychotherapeutische Bera­tungsstelle. Damit folgen die Havelstädter dem Beispiel anderer Universitätsstand­orte. Im Berliner Studentenwerk verrich­ten beispielsweise bereits 18 Psycholo­gen täglich ihren diffizilen Dienst.

Die Einrichtung in der brandenburgischen Metropole führt Evelin Strauß. Ihre Ausbil­dung erhielt sie einst an der Humboldt-Uni­versität. Die engagierte Frau sammelte spä­terwertvolle Erfahrungen als klinische Psy­chologin im Gesundheitswesen. Heute ist sie aufgrund einer nach 1989 abgeschlos­senen Qualifikation Verhaltenstherapeutin. Mit der Tätigkeit im Studentenwerk betritt Evelm Strauß nun neues Tbrram. Den ange­henden Akademikern möchte sie schnell helfen, bestehende Ängste und Sorgen zu bewältigen.Für viele junge Leute bedeu­tet der Studienbeginn einen Einschnitt",

weiß die Seelenforscherin. Gerade in dieser Situation seien psychologische Probleme keine Seltenheit. Die Studierenden kämen insbesondere mit Kontaktfindungsschwie­rigkeiten, Selbstwertdefiziten oder Lern­störungen zu ihr. In den über emstündigen Konsultationen spielten allerdings auch für Ärzte nicht faßbare körperliche Beschwer­den eine Rolle.

Der Behandlung geht zunächst eine gründ­liche Diagnostik voraus. Ein anschließen­der Therapieplan beinhaltet dann nachfol­gende Schritte. Dabei denkt die Dipl,-Psy­chologin durchaus an unterschiedliche Va­rianten.Ich halte sowohl Einzel- als auch Gruppentherapie für möglich, erläutert sie. Das jedoch richte sich nach dem Be­darf. Soziale Kompetenz, selbstsicheres Auftreten, die Bewältigung von Prüfungs­angst ließen sich auch im gemeinsamen Rollenspiel trainieren. Den gegenwärtigen Klientenzulauf bezeichnet die Beratenn als angemessen. Noch gäbe es keine längeren Wartezeiten. Von einer Hemmschwelle der

Seit wenigen Wochen erteilt Evelm Strauß Rat in psychologischen Fragen. Foto: Fritze

Studierenden bemerke ich aber nichts", so Strauß,im Gegenteil, sie treten mit sehr konkreten Vorstellungen an mich heran, bringen die so notwendigen Fähigkeiten zur Selbstbeobachtung und Veränderung oft schon mit". Rat suchten derzeit etwas mehr junge Männer als Frauen. Zumeist stammten diese aus den alten Bundeslän­dern. Das Angebot bedürfe daher insbe­sondere unter deren ostdeutschen Kommi­litonen einer weiteren Verbreitung. Gregor Schhepe, erstes Semester Lehramt Ge­schichte/Geographie, dazu:Im letzten De­zember erfuhr ich von der Beratungsstelle. Seither habe ich an keinem Ort der Uni ei­nen Hinweis auf die Existenz einer solchen gefunden, was mich verwundert. Ich hoffe dennoch, daß sie sich herumspricht.

Die psychotherapeutische Beratungsstel­le befindet sich in der Breiten Straße 9/11. Individuelle Anmeldungen können unter der Telefonnummer 0331/37 06 33 erfol­gen. Offene Sprechstunden finden diens­tags von 9.00-12.00 Uhr statt. EG.

Studienmöglichkeiten an deutschen Hochschulen

Über Studienmöglichkeiten und Zulas­sungsbeschränkungen für Studienanfänger an den deutschen Hochschulen im Som­mersemester 1996 informiert die sogenann­tePünktchenliste" der Hochschulrektoren­konferenz (HRK). Die Übersicht dokumen­tiert vollständig die rund 900 grundständi­gen Studiengänge an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen. Die HRK ermittelt diese Daten regelmäßig. Die Pünktchenliste kann in den Studienbera- tungsstellen und Bibliotheken der Hoch­schulen eingesehen oder mit einem an sich selbst adressierten, mit DM 1,50 frankierten und dem VermerkBüchersendung" ver­sehenen DIN C4-Umschlag direkt im Se­kretariat der HRK, Ahrstr. 39, 53175 Bonn, angefordert werden. pm.

MITARBEITER FÜR AUSGRABUNG GESUCHT

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7 hl Dor", em Ausgrabungsprojekt des Archäologischen Instituts der Universität Jerusalem, sucht für die Saison 1996 freiwillige Mitarbeiter. Das Projekt dient der Erforschung der 4000 Jahre alten Hafenstadt Dor in Israel und gilt aufgrund seines breiten Spektrums an freigelegten Strukturen als eine der interessantesten und größten archäologischen Unternehmungen des Lande. Dor hegt am Mittelmeer und war zu biblischer Zeit eine Hauptstadt der Karmelküste.

Die Ausgrabung steht unter der Leitung des israelischen Archäologen Ephraim Stern und erfolgt in Zusammenarbeit mit amerikanischen und kanadischen Universitäten. An den Grabungsarbeiten kann sich jeder beteiligen, der Interesse an der Archäologie und an Israel hat und die entsprechende Motivation mitbringt. Die Ausgrabungssaison 1996 dauert vom 2. Juli bis zum 13. August. Die Mindest- teilnahmezelt beträgt zwei Wochen. Die Volontäre haben für die Kosten ihrer Anreise sowie für die Unterbringung und Verpflegung selbst aufzukommen. Daneben wird eine Tbilnahmegebühr erhoben. Die Unterkunft wird zusammen mit dem archäologischen 7 bam organisiert. Es besteht auch die Möglichkeit zur Tbünahme an archäologischen Lektionen und Exkursionen.

Informationen: TEL DOR-PROJEKT-Repräsentanz Deutschland/Westeuropa, Erika und Walter Haury, Dominikus Zimmermann-Str. 9, 88299 Leutkirch, Tbl./Fax 07561/3128. zg./Foto: Walter Haury

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