VIRTUELLES STUDIENANGEBOT
Virtual College - die Universität der Zukunft im Test
Das traditionelle Lehr- und Lerngefüge gerät langsam in den Sog der Veränderungen, die mit der Ausweitung der vernetzten multimedial agierenden Computer verbunden sind. „Remote Teaching, Uni Online, Virtual College, akademische Cyberspace“ sind einige der neuen Begriffe, hinter denen Konzepte stehen, die einen raumlosen Studienort zum Thema haben. Anfänge sind ebenfalls an der Universität Potsdam zu sehen, deren Studierende sich ab dem kommenden Sommersemester für ein sogenanntes Virtual College einschreiben können.
Das für eine Online-Universität entscheidende Element wird in der durch die Medien vermittelten Interaktivität gesehen. Diese Interaktivität soll sich zwischen Arbeitsgruppen vollziehen, die E-Mail und „Internet Relay Chat“ (IRC) benutzen. Doch auch an andere Möglichkeiten der Tfeleko- operation, wie zum Beispiel Videokonferenzen, ist gedacht, bei denen sich insbesondere auch Experten der einzelnen Fachgebiete den Studierenden an den unterschiedlichen Orten gleichzeitig zur Diskussion stellen. An die Stelle der eindimensionalen Datenübertragung soll zunehmend eine zwei- und multidimensionale Wissenspro- zessierung treten, die ein direktes Zusammenwirken von Unterrichts- und Forschungstätigkeiten ermöglicht.
Das Virtual College“ nun ist ein Projekt der Universitäten Berlins und Brandenburgs einschließlich der Hochschule für Film und Fernsehen und der Fachhochschule Brandenburg, die sich im Institut für Medienintegration zusammengeschlossen haben. So, wie es jetzt besteht, ist es nicht an einem Ort ansässig, sondern wird durch ein einheitliches ffelekooperationsnetz zusammengehalten. Sein Einschreibungsbüro hat nur eine Adresse: Virtual College, c/o FU Berlin, Malteserstr. 74-100, 12249 Berlin. Insgesamt liegen 26 Lehrangebote vor, drei davon aus Potsdam. Alle Angebote werden
BETREUER GESUCHT
Der Humanistische Verband Deutschlands in Potsdam sucht für die Zeit vom 20. Juni bis 4. August 1996 Betreuer/innen auf Honorarbasis für Kinder- und Jugendreisen in die Länder Süd- und Osteuropas sowie für Kinder- und Jugendcamps in Deutschland. Wer Interesse und Freude daran hat, mit jungen Leuten zu arbeiten, kann sich bis Ende Februar 1996 bei Ralf Mühlnickel in der Geschäftsstelle des Verbandes, Kur- fürstenstr. 14 (Nähe Nauener Tor), Tfelefon- nummer 0331/270 98 03 melden. J.E
ab etwa Mitte Februar mit dem neuen Vorlesungsverzeichnis zur Kenntnis gegeben. Das Angebot ist dann auch im World Wide Web“ (WWW) abrufbar; die Adresse lautet: http://www.tk.tu-berlm.de/tubkom/info/ virtualCollege.html. Studierende der Universität Potsdam können sich ab sofort für alle angebotenen Veranstaltungen einschreiben. Die Einschreibung erfolgt schriftlich an der Freien Universität Berlin, wobei eine Einschreibegebühr von 50,— DM vorgesehen ist, die an studentische Mitarbeiter zurückfließt, die mit Werkverträgen an das Virtual College gebunden werden sollen. Die Teilnahme wird durch ein Zertifikat bescheinigt, wenn mindestens vier Semesterwochenstunden nachgewiesen werden. An den Einrichtungen vergebene Noten werden im VC-Studienbuch nicht aufgeführt. Die Anerkennung der Zertifikate steht dann jeder Hochschule offen. Noch in diesem Monat sollen die vorgesehenen Verbindungen mit 2MB (S 2M ) zwischen den Mitgliedern geschaltet werden.
Der Router der Potsdamer Universität wird im Haus 9 in Golm aufgestellt sein. Der Zugang für die Studierenden erfolgt über die Terminals der Hochschulen. Außerdem werden dem Virtual College insgesamt 100 ISDN-Anschlüsse zur Verfügung stehen, davon 50 in Wohnheimen und 50 in Privatwohnungen. Ihre Verteilung ist noch offen. Die Anmeldung der Anschlüsse erfolgt pn- vat; eine Förderung ist noch ungeklärt. Veranstaltungsort in Potsdam ist der Computer-Pool in Golm, Haus 9 (Raum 0.15). Ansprechpartner zu weiteren Fragen sind unter Ttel. 0331/977-2418 erreichbar. Außerdem steht die E-Mail-Adresse VC@rz.uni- potsdam.de zur Verfügung, und im WWW ist das Virtual College unter http://www.uni- potsdam.de/u/VC zu finden.
Sabine Bergk aus dem Studentischen Arbeitsgruppenteam Virtual College meinte einmal: „...Das Zauberwort des nächsten Jahrzehnts heißt nicht Internet, sondern Synthese: Vereinen, Zusammenbringen, Integrieren, Vernetzen. Eine neue Welt baut sich auf - doch leider gleicht sie unserer alten." Oder wird es gelingen, die virtuelle Welt als Chance zur Erneuerung der realen Welt zu nutzen? Hermann Walter
RESOLUTION UND UNTERSCHRIFTENLISTE
Studierende der Juristischen Fakultät sowie Vertreter von ELSA (European Law Students' Association), DeLi Potsdam (Demokratische Linke), LHG (Liberale Hochschulgruppe) und des RCDS (Ring Christlich Demokratischer Studenten) sprachen sich gegenüber dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Steffen Reiche (rechts), in Form einer Resolution für die Weiterbeschäftigung zweier Mitarbeiterinnen des Sprachenzentrums aus. Es handelt sich um Carolyn Mills und Johanna Zimmer, die Kurse zur englischen Rechtssprache anbieten und bei den Studierenden sehr beliebt sind. Da beide nur befristete Stellen im Rahmen des Hochschulerneuerungsprogrammes (HEP), das Ende dieses Jahres ausläuft, innehaben, befürchten die Studenten nun ihren Verlust. Sie fordern in der Resolution u.a., die beiden HEP-Stellen in unbefristete Stellen umzuwandeln und sie mit Carolyn Mills und Johanna Zimmer sowie einer weiteren Kraft auch weiterhin rechtskundig zu besetzen. Unser Bild zeigt stellvertretend die Jurastudenten Johannes Wodsak (links) und Felix Ziemer (Mitte) bei der Übergabe dieser Resolution sowie einersehr umfangreichen Unterschriftenliste an den Wissenschaftsminister. Mit der Unterschriftenliste plädierten die Jurastudierenden für das Verbleiben von Prof. Dr. Detlev W. Bellmg an der Universität Potsdam. Bellmg hat einen Ruf an die TU Dresden erhalten (PUTZ beachtete). Hg. /Foto: Christian Güthert
PUTZ 2/96
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