NEU ERNANNTE PROFESSOREN
An der Universität Potsdam herrscht nach wie vor eine rege Aufbauphase. Zeichen dafür sind nicht nur viele Baugerüste, sondern unter anderem auch die während der letzten Monate sehr zahlreich ernannten Professoren. Sie alle an dieser Stelle vorzustellen, würde den Umfang der „PUTZ“ sprengen. Mit weiteren fünf Professoren soll an dieser Stelle bekannt gemacht werden (zusammengestellt von Dr. Barbara Eckardt).
Für das Gebiet Klinische Psychologie im Institut für Psychologie der Philosophischen Fakultät II wurde Prof. Dr. habil. Günter Esser ernannt. Der 1950 in Denklingen Geborene legte 1973 sein Diplom im Fach Psychologie an der Justus-Liebig-Umversität Gießen ab. Bis zur Übernahme der Professur in Potsdam war er seit 1976 wissenschaftlicher Angestellter in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim. Mit einer Arbeit „Über den Zusammenhang von Verhaltens- und Leistungsstörungen im Vorschulalter (und Grundschulalter)" promovierte er 1980 an der Universität in Mannheim. Im Fach Klinische Psychologie habilitierte er sich 1990 in Heidelberg zum Thema Was wird aus Kindern mit TMlleistungsschwächen - Der langfristige Verlauf umschriebener Entwicklungsstörungen" . Günter Esser leitete verschiedene drittmittelfinanzierte klinische Forschungsprojekte, überwiegend epidemiologisch prospektive Längsschnittstudien zu den Themen Minimale Cerebrale Dysfunktion, Tfeilleistungsschwächen, Verlauf kinderpsychiatrischer Störungen, Risikofaktoren und Risikomodelle kinderpsychiatrischer Störungen, Analyse der Mutter-Kind-Interakti- on. Der Hochschullehrer ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Zeitschriften „Kindheit und Entwicklung" und „Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie“ sowie der WHO-working group on child psychiatry.
Eine Professur für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Allgemeine Didaktik und Theorie des Unterrichts im Institut für Pädagogik der Philosophischen Fakultät II übernahm Prof. Dr. habil. Diether Hopf. Der Wissenschaftler wurde 1933 in Eisenach geboren und studierte ab 1954 an der Philipps-Universität Marburg, der Freien
Universität Berlin und der University of California Berkeley/USA Klassische Philologie, Philosophie, Leibeserziehung und Psychologie. Bis 1960 arbeitete er als Erzieher, bis 1964 als Lehrer an der Grundschule und am Gymnasium. Dem schloß sich bis 1971 seine Tätigkeit als Hochschullehrer an der Freien Universität Berlin, zunächst als Gräzist, später als Erziehungswissenschaftler und Psychologe an. Bevor er an die Universität Potsdam ging, forschte er bis 1995 als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. An der Freien Universität Berlin promovierte er 1970 zum Thema „Übergangsauslese und Leistungsdifferenzierung - eine Untersuchung am Beispiel der Grammar und Comprehensive Schools in England“ und habilitierte sich 1975 dort über flexible Unterrichtsorganisation. Diether Hopf war weiterhin beim Deutschen Bildungsrat beschäftigt, übte Beratungstätigkeit für das Kultusministerium in Island bei der dortigen Reform des Bildungssystems aus, ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Pädagogik sowie Gastprofessor an der Aristoteles-Universität Thessaloniki/Griechenland. Die zumeist empirischen Forschungsarbeiten des Hochschullehrers betreffen beispielsweise Themen wie Differenzierung und Individualisierung von Schule und Unterricht, pädagogische Diagnostik oder die schulische und sozio-psychische Lage ausländischer Kinder in Schule und Unterricht.
Prof. Dr. habil. Detlev Hummel ist der Inhaber des Lehrstuhls Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzierung und Banken in der Wirtschaftsund Sozialwissen- schaftlichen Fakultät.
Er wurde 1954 m Halle geboren und beendete seine Studien der Wirtschaftswissenschaften und Internationalen Finanzen 1980 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ebenfalls an dieser Universität promovierte er 1983 über Geldmengensteuerung der Deutschen Bundesbank und habilitierte sich sieben Jahre später über strukturellen Wandel der internationalen Finanzmärkte. Von 1980 bis 1991 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin im Bereich Internationale Finanzen, anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. als Privatdozent an der Universität Hohenheim
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Stuttgart am Lehrstuhl für Kreditwirtschaft. Zu den Lehr- und Forschungsschwerpunkten Detlev Hümmels gehören Bankbetriebslehre, dabei beispielsweise Strategie- und Führungsinstrumente von Banken, Finanzierung wie Kapitalmarktfmanzierung und Emerging Markets Mittel- und Osteuropa, Rußland, China und Südostasien betreffend. Der Wissenschaftler ist Mitglied des Deutschen Hochschulverbandes, des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V und des Kreditpolitischen Kolloquiums Hohenheim e.V
Eine Professur für Klassische Philologie im gleichnamigen Institut der Philosophischen Fakultät I bekleidet Prof. Dr. habil. Peter Riemer. 1955 in Rheydt geboren, studierte er von 1979 bis 1984 Griechisch, Latein und Philosophie an der Universität zu Köln. Nach dem Magister- und Staatsexamen war er mehrere Jahre als Latein- und Griechischlehrer an der Freien Waldorfschule in Düsseldorf tätig. 1988 promovierte er in Köln mit einer Arbeit über die griechische Tragödie „Die Alkestis des Eunpides". Sowohl sein Studium als auch seine Promotion wurden durch Stipendien der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. 1990 zum wissenschaftlichen Assistenten ernannt, habilitierte sich Peter Riemer im Wintersemester 1993/94 mit dem Thema „Das Spiel im Spiel. Studien zum Plautini- schenAgon im 'Thnummus' und 'Rudens’“. Es folgte eine Lehrstuhlvertretung für Grä- zistik an der Universität Rostock. Forschungsschwerpunkte sind das antike Drama, sowohl griechische Tragödie als auch römische Komödie, und die Lateinische Literatur der Renaissance. Letzteres manifestiert sich in der Leitung einer am Institut für Klassische Philologie eingerichteten Arbeitsstelle der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz: Indices zur Lateinischen Literatur der Renaissance (ILLR). Eine besondere Aufgabe sieht Peter Riemer in der dynamischen Verbindung der Alten Sprachen und ihrer Kulturen. Er ist in der Reihe „C.H. Beck Studium“ Autor der beiden Bände „Einführung in das Studium des Griechischen" und „Einführung in das Studium des Lateinischen“.
Für das Gebiet Klassische Philologie mit dem Schwerpunkt Latinistik im Institut für Klassische Philologie der Philosophischen Fakultät I wurde Prof. Dr. habil. Jörg Rüpke berufen. 1962 in Herford/Westfalen geboren, studierte er von 1981 bis 1987 Latein, Religionswissenschaft, Katholische Theolo-
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