ARONSTABGEWÄCHSE
Eine der bekanntesten Zimmerpflanzen der Aronstabgewächse: die Zimmerkalla. Foto: Klopfer
Die Pflanzenfamilie der Aronstabgewächse (Araceae) ist mit etwa 2.500 Arten weltweit verbreitet. Ihr Name leitet sich von den kolbenartigen Blütenständen ab. Aronstabgewächse haben fast alle Lebensräume erobert. Wir finden sie sowohl an mehr oder weniger trockenen als auch an feuchten bis nassen Standorten. Einige kommen sogar als Wasserpflanzen vor. In Deutschland gibt es nur drei Wildarten, von denen der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum), der in nährstoffreichen Laubwäldern Mittel- und Südeuropas zu Hause ist, am bekanntesten sein dürfte. Die meisten Araceen besiedeln die tropischen Regenwälder Amerikas und Südostasiens. Viele von ihnen klettern als Lianen an Baumstämmen empor oder wachsen als Aufsitzer (Epiphyten) in den lichtdurchfluteten Baumkronen. Die Autoren Klaus Klopfer (Direktor des Botanischen Gartens und Professor für Spezielle Botanik an der Universität Potsdam) und Wolfgang Pifrement (Tbchmscher Leiter des Botanischen Gartens) stellen in ihrem Buch „Aronstabgewächse" aus der Fülle der Vertreter insgesamt 28 Gattungen mit einzelnen Arten vor, die sich besonders für die Kultur in Haus und Garten eignen. Die Untergliederung in Ereilandpflanzen, Pflanzen für den Blumentopf, für Wintergarten und Vitrine und für Aquarien verdeutlicht die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten. Neben einer ausführlichen Beschreibung von Gattungs- und Artmerkmalen werden Pflegehinweise gegeben, so daß das Buch zu einem echten Ratgeber für die Kultivierung von Aronstabgewächsen wird, zumal im deutschsprachigen Raum eine botanisch-gärtnerische Darstellung der gesamten Familie bisher fehlt. Vor allem die dekorativen Blüten- und Blattpflanzen, wie Kleine und Große Flamingoblume (Anthurium- Scherzenanum- und Anthurium-Andrea- num-Hybriden), Baumfreund-Arten (Philodendron), Fensterblatt (Monstera), Dieffen- bachie (Dieffenbachia), Blattfahne (Spathi-
phyllum), Efeutute (Epipremnum), Purpurtute (Syngonium) u.a. werden umfangreich erläutert. Die meisten der in Wort und Bild vorgestellten Arten und noch viele andere sind in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens der Universität Potsdam zu finden.
Ein vorangestellter allgemeiner Tteil des Buches informiert anschaulich über Herkunft, Lebensformen, Systematik, Bau der Blütenstände, Nutzpflanzen, allgemeine Pflege, Vermehrungsmethoden und Pflanzenschutz. Peter Scharf
Klaus Köpfer, Wolfgang Pifrement: Aronstabgewächse, Urania Ratgeber Pflanzen, Urania-Verlag Leipzig, Jena, Berlin 1994, 96 Seiten, 32 farbige Abbildungen, 8 Zeichnungen, 18,- DM.
FRECHE
PHYSIKALISCHE VERSE
Daß Naturwissenschaftler auch künstlerische Ambitionen haben, ist so selten nicht.
Man denke nur an den musizierenden Einstein. Auch Dr. Peter Hägele und Peter
Zeichnung: Peter Evers
Evers ließen diese Seite ihrer Persönlichkeit klingen. Beide sind Physiker, Peter Evers außerdem freischaffender Cartoonist. In dem Bändchen „Freche Verse - physikalisch“ vereinen sie 30 Karikaturen und Limericks, also fünfzeilige lustige und oft zum Nachdenken anregende Gedichte. Dabei beleuchten sie die Physik von einer eher ungewohnten Seite, schauen den Physikern auf die Finger und über die Schulter, um ihre Stärken und Schwächen, wer will es ihnen verübeln, offenzulegen. Viele in dieser Wissenschaft relevante Themen werden gestreift: Klassische Mechanik, Elektrodynamik, Optik, Thermodynamik, Spezielle Relativität, Kosmologie, Quantenmechanik, Elementarteilchen, Atome, Festkörper. Aber auch zu Computern, Chaos, Laborpraxis und Erkenntnis durch Physik fiel ihnen in Wort und Bild so manches ein. Angesichts der recht häufig verwendeten Fachtermini bleibt es allerdings fraglich, ob dem weniger Eingeweihten immer der Spaß an der Sache vermittelt werden kann. Ein Beispiel: „Es geh’n die Atome im Täkt,/ Im Laser ist Ordnung gefragt./ Und der Lohn dieser Fron/ induziert Emission;/ kaum eines Spontansprünge wagt.“ Als besonderen Gag enthält das Buch übrigens auch ein „Daumenkino“. B.E.
Peter Hägele: Rreche Verse - physikalisch. Limericks über Physik und Physiker, illustriert von Peter Evers, Vieweg 199S, 22,80 DM.
VOM ROTEN KREUZ ZUR KADERSCHMIEDE
Geschichte kann man nicht nur an der Unversität Potsdam studieren, sondern auch anhand der Universität, und das weit über ihre eigene und die Gründung ihrer Vorgängereinrichtungen hinaus. Man braucht dazu nur über den - etwas auseinandergepflückten - Campus zu spazieren und die verschiedenen Gebäude etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Explizit gemacht haben das die Studenten Ulrike Steinmetz und Markus Wicke in ihrer Projektgruppe „Präsidialgebäude des DRK 1938-1945“ für den Standort Babelsberg. Es waren die Gerüchte, die sich um die dortigen Gebäude, vor allem um das Hauptgebäude, rankten, denen die Projekt gruppe auf den Grund gehen wollte.
So wurde gemutmaßt, daß sich dort ein Quartier des Internationalen Roten Kreuzes befunden habe. Aus der Broschüre Vom Roten Kreuz zur Kaderschmiede „, die die Gruppe 1996 herausgegeben hat, erfährt man, daß es lediglich das Deutsche Rote Kreuz war - welches sich 1921 durch Zusammenschluß der einzelnen deutschen Landesvereine vom Roten Kreuz gebildet hatte -, das das Gebäude von 1938-1943 als Präsidialgebäude errichten ließ. Die Bro
schüre enthält neben der Standortbeschreibung eine Chronik des Hauptgebäudes, die jeweils auf den rechten Seiten abgedruckt ist, während links ein zeitgemäßes Zitat das jeweilige politische Umfeld beleuchtet. Interessant sind auch die Fotos im Anhang, die teilweise noch erhaltene Details darstellen, wie die Feuermelder, die wahrscheinlich 1938 im Zuge der flächendeckenden Ausstattung Babelsbergs mit Feuermeldern montiert wurden.
Die Finanzierung der Broschüre erfolgte mit Unterstützung des Studierendenrates der Universität. ade
U. Steinmetz, M. Witte: Vom Roten Kreuz zur Kaderschmiede, Broschüre: 38 Seiten mit 40 Abbildungen.
Die Broschüre kann gegen Einsenden von 5,- DM bestellt werden bei: Markus Witte, c/o Lehrstuhl Erauenforschung, Universität Potsdam, Postfach 90 03 27, 14439 Potsdam, Direkt erwerben kann man sie auch im Sekretariat des Lehrstuhls Erauenforschung, Park Babelsberg, Haus 6, Zi. 116, und bei Markus Witte, Universität Potsdam, August-Bebel-Str. 89, Haus 1, Zimmer 214b.
PUTZ 2/96
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