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(1.1.2019) 05
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CAMPUS

VON DER SPORTLICHEN BELASTBARKEIT DER WIRBELSÄULE

Uni Potsdam engagierte sich bei wissenschaftlicher Weiterbildungsveranstaltung

glich Dr. Marianne Kriszio, Frauenbeauf­tragte der Humboldt-Universität zu Berlin und Sprecherin der Berliner Landeskonfe­renz, die Rechte der Berliner Frauenbe­auftragten mit den praktischen Erfahrun­gen ihrer Arbeit. Trotz zweifellos vorhande­ner Möglichkeiten hätten sichauch hier die Frauenbeauftragten an den Strukturen des hierarchischen (west)deutschen Hochschulsystems mit der Entscheidungs­macht der Professoren über Auswahl und berufliche Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses...immer wieder die Zähne ausgebissen 11 . Aktuell forderten sie den Ein­stellungstopp für Rrauen, dem die Berufung von Professorinnen nicht zum Opfer fallen dürfe, aufzuheben. Firauenförderung müsse auch in Zeiten von Sparzwängen ein handlungsleitender Gesichtspunkt der Hochschulpohtik bleiben.

Brandenburgs Wissenschaftsminister Stef­fen Reiche sprach sich fürspezielle För- dermöglichkeiten für Flauen, mit denen der Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere erleichtert wird - etwa spezielle Habilita- tionsstipendien oder zusätzliche Stellen", aus. Monika Stein erkennt erste Anzeichen dafür, daß die Landeskonferenz im Begriff ist, sich zu einer ernstzunehmenden Institu­tion zu entwickeln. Das beweise beispiels­weise die Zusage des Ministers, die Tbil- nahme von Flauenvertreterinnen mit bera­tender Stimme an den Sitzungen der Landesrektorenkonferenz zuzulassen. Die Prorektorin für Entwicklungsplanung und Finanzen an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Helene Harth, betrachtet es als ihre Auf­gabe, mitzuhelfen, ein frauenfreundlicheres Klima im akademischen Bereich zu schaf­fen.

Als einen künftigen Schwerpunkt frauen- politischer Arbeit bezeichnet die Potsdamer Flauenbeauftragte die Auseinandersetzung mit dem in den Ländern spezifisch umzu­setzenden Hochschulsonderprogramm III. Dazu wollen die Frauen dem Wissenschaftsministerium eine eigene Kon­zeption vorlegen. Denn aufgrund der unzu­reichenden gesetzlichen Rahmenbedin­gungenhaben wir uns bisher beinahe aus­schließlich mit dieser Materie beschäftigt und unsere Forderungen zur Verbesserung der Bedingungen formuliert". Die jetzige Novellierung des Hochschulgesetzes stellt für Monika Stein durchaus eine Verbesse­rung dar, erfülle jedoch in einigen wesent­lichen Punkten nicht die Forderungen der Flauen. Das betreffe beispielsweise die Hauptamtlichkeit oder Freistellung der Gleichstellungsbeauftragten von anderen Dienstaufgaben oder die Ausstattung ihrer Büros mit ausreichenden Personal- und Sachmitteln. Sie betonte dies vor allen Din­gen im Interesse ihrer Mitstreiterinnen, sind doch diesbezüglich die Bedingungen an ihrer eigenen Einrichtung gut. B.E.

Gemeinsam mit den Regionalgesell­schaften für Sportmedizin der Länder Ber­lin und Brandenburg und dem Interdiszi­plinären Arbeitskreis der Brandenburger Schmerztherapeuten führte das Institut für Sportmedizin und Prävention der Univer­sität Potsdam im Mai dieses Jahres eine wissenschaftliche Fortbildungsveranstal­tung durch. Zur Diskussion stand das The­ma:Die Wirbelsäule und ihre sportliche Belastbarkeit. Insgesamt 85 Ärzte und ei­nige Physiotherapeuten nahmen an jener Zusammenkunft teü, um neue Erkenntnis­se zur Diagnostik und Behandlung von Schmerzzuständen an der Wirbelsäule zu gewinnen.

Aus der Orthopädischen Klinik des Oskar- Helene-Heims Berlin legte beispielsweise Dr. Jan Matussek aktuelle Ansichten zur kör­perlich-sportlichen Belastbarkeit bei Fehl­stellungen der Wirbelsäule dar. Er wies in diesem Zusammenhang daraufhin, daß bei vielen Skolioseformen (seitliche Verbiegun­gen des Achsenorgans) eine individuell do­sierte körperlich-sportliche Belastung nicht nur unbedenklich sei, vielmehr trage sie zu einer günstigen Entwicklung der gesamten Haltung bei. Chefarzt Dr. Johannes Weber (Bavaria-Klinik Kreischa) referierte über ty­pische Sportverletzungen und Fehlbela­stungen bei Leistungssportlern. Demnach könne nur eine möglichst rasche Wieder­belastung nach Verletzung und Sportscha­den die Gewähr dafür bieten, daß der Sportler in die Lage versetzt werde, relativ rasch an seine ursprüngliche Leistungsfä­higkeit wieder anzuknüpfen.

Aus dem eigenen Hause wurden moderne kinesiologische (den Bewegungsablauf des Menschen betreffende) Verfahren zur Beurteilung von Stand und Gang demon­striert sowie diagnostische und therapeuti­sche Ansätze zur Behandlung von Schmerz­zuständen am Bewegungsapparat darge­boten. Wesentliche Grundlage für eine ef­fiziente Bekämpfung von Schmerzen am Bewegungsapparat sei zunächst die ge­naue Lokalisation der Schmerzentstehung, d.h. die Beantwortung der FFage, von wel­chen Strukturen des Bewegungsapparates der Schmerz ausgeht. Das könnten immer­hin der Muskel, seine Ansätze und Sehnen, die Bänder, das Nervensystem oder die Gelenkpartner selbst sein. Jedes dieser Manifesta­tionszentren erfor­dere eine spezifi­sche therapeuti­sche Vorgehens­weise.

Dr. Kay Börnert aus Grimma machte die Anwe­senden schließ­lich mit einem neuen Behand­lungsprinzip be­kannt: der App­lied Kinesiology. Dabei handelt es sich um ein vom amerikanischen Naturwissen­schaftler Georg Gudhaert entwickeltes System der diagno­stischen und therapeutischen Anwendung von Muskeltests in verschiedenen Berei­chen der Gesundheitspflege. Es wird auf dem amerikanischen Kontinent von Ärzten und Heilpraktikern genutzt und gegenwär­tig auch in Deutschland in zunehmendem Maße eingesetzt. Über die Wirkungsme­chanismen herrscht derzeit allerdings wei­testgehend Unklarheit.

Grundzüge der craniosacralen Therapie stellte Dr. Günter Müller aus Treuenbrietzen/ Ferch den Experten vor. Auch deren Wirkungsmechanismen sind weitestgehend unbekannt, Erklärungsversuche oft nicht frei von Spekulationen. Das aber birgt die Gefahr in sich, in Mystifikation und Scharlatanerie abzugleiten. Nichtsdestotrotz, die Mediziner nahmen die Gelegenheit wahr, beide Verfah­ren durch gegenseitiges Üben in der Praxis näher kennenzulernen. Gemot Badtke

Halswirbel

Brustwirbel

Kyphose

Lordose

Caput

Thon»

Bauch»

raouculatur

Halte- und Stützfunktion der Wirbelsäule standen im Mittelpunkt bei der Drage nach ihrer sportlichen Belastbarkeit. Zeichnung: zg.

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PUTZ 5/96