KEIN INTERESSE AN AUSTAUSCH MIT POTSDAM?
Die Erfahrungen von Hildegard Tristram mit „Socrates" in Großbritannien
Prof. Dr. Hildegard L.C. Tristram aus dem Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität bereiste kürzlich elf Universitäten in England, Wales, Irland (Republik), Nordirland und Schottland. Sie wollte damit die Lehre und Forschung des Potsdamer Institutes für Anglistik und Amerikanistik vorstellen sowie einen möglichen Studentenaustausch innerhalb des neuen Socrates-Programms anbahnen und Forschungskooperationen ausbauen. Obwohl an einem Dozentenaustausch und möglichen Forschungskooperationen großes Interesse bestand, war die Reaktion auf die Anfrage nach einem Studentenaustausch mit einer einzigen Ausnahme durchweg negativ. „Mir wurde sehr deutlich zu verstehen gegeben, daß kein Interesse an einem Studentenaustausch mit der Universität Potsdam besteht“, erklärte Hildegard Tristram.
with Erasmus/Socrates students at present, so, regrettably, we are not interested in any new network“! Selbst bei den German Departments bestand kein Interesse an der Kooperation mit dem Potsdamer Institut für Germanistik, da die Anzahl der dortigen Germanistikstudierenden im Vergleich zur Anzahl der deutschen Anglistikstudierenden gering ist.
Das einzige Institut, das sich im Rahmen des Socrates-Programmes für Potsdam interessierte, war das Department of Communications der neuen Dublin City University. Dort gibt es Studiengänge für Communication Studies, Applied Languages, International Business and Languages, International Marketing and Languages, Communication and Cultural Studies, Film and Ttelevision Studies. Prof. Raul McNamara, der Direktor der School of Communications, bekundete besonderes Interesse an dem Potsdamer
Magisterstudiengang „Sprache und Kultur“, wenn unter „Kultur“ auch Filmstudien zu verstehen sind, da die Dubliner starken Wert auf ihre „Filmstudien“ legen. Sie würden sich einen studienmäßigen Gewinn für ihre Studierenden von der geographischen Nähe zu den Babelsberger Filmstudios und von der akademischen Nähe zur Filmakademie versprechen. - Das Fazit von Hildegard Tristram lautet jedenfalls: „Um Potsdam für die Briten und Iren attraktiv zu machen, müssen wir uns anstrengen, möglichst häufig an die internationale Öffentlichkeit zu treten - z.B. mit Publikationen, Kolloquien, Kongressen und Workshops, Gastvorträgen, Gastprofessuren oder Vortragsreisen. Dazu gehört auch die Herstellung von wesentlich anspruchsvollerem Informationsmaterial über Studienbedingungen, Studiengänge, Studienpläne, Jobperspektiven und Kulturangebote als bisher vorhanden.“ HLCT.
Dies erfolgte ihrer Meinung nach aus folgenden Gründen: Da Englisch die Rolle der Weltsprache einnimmt und das neue Socra- tes-Programm bilaterale Verträge zwischen interessierten Universitäten und deren Departments vorschreibt, sind die britischen und irischen Universitäten und deren Departments of English (Language) mit Kooperationsangeboten von Anglistischen Instituten der Universitäten aller europäischer Länder überlaufen. In der Regel akzeptieren die britischen und irischen Departments nur einen Kooperationsvertrag mit einer einzigen Universität eines Landes, haben aber insgesamt zehn bis zwölf Socrates-Rartner. Da das Fach Englisch in Großbritannien und in Irland Muttersprachenfach (und kein Rremd- sprachenfach) ist, haben die dortigen Studierenden in der Regel wenig Interesse an einem Anglistikstudium auf dem Kontinent. Die Socrates-Verträge sollen aber bilateral ausgeschöpft werden; Brüssel droht sogar mit Sanktionen bei Nichteinhaltung der Gegenseitigkeit. Das heißt, daß von britischer und irischer Seite aus viele Socrates-Verträge bedient werden können. Die meisten dortigen Universitäten haben zudem bereits alte und viel umfangreichere Erasmus-Kooperationen, die sie jetzt im Rahmen von Socrates einschränken müssen.
Die Universität Potsdam ist in der Regel nicht bekannt und selbst bei solchen Universitäten, mit denen die Universität Potsdam Beziehungen gepflegt hat, wie z.B. dem Trinity College Dublin, stieß das Ansinnen der Potsdamer Anglistin auf schroffe Ablehnung: „One more Socrates agreement, oh no!“. Der Kollege des English Department des University College Galway lehnte mit folgenden Worten ab: „My department is overwhelmed
OHNE SCHEUKLAPPEN IN NEUE SPHÄREN
Der HochschullnformationsTag 1996
Die Anziehungskraft der Universität Potsdam wächst. Jüngstes Indiz dafür: der nach Auskunft von Dr. Irma Bürger und Dr. Sabina Bieber, beide Studienberaterinnen an der Hochschule, beachtliche Zulauf junger Leute am Hochschullnformationslhg ’96.
Die Universität setzte mit jener Aktion eine nun schon gute Tradition fort. Auch in diesem Jahr gingen dem Ereignis intensive Vorbereitungen voraus. So schrieben die zuständigen Mitarbeiterinnen beispielsweise insgesamt 450 Schulen mit gymnasialer
Oberstufe in Brandenburg, Berlin, ja sogar Sachsen-Anhalt an, um im Vorfeld kräftig die Werbetrommel zu rühren. Das Ergebnis aller Bemühungen: zahlreiche Schüler kamen, ihre Chance zur Information zu nutzen. Einen Täg lang standen ihnen im Un-
Den Schülern standen auch die Türen der Labore offen. Einige von ihnen übten sich sogar in der kalorimetrischen Bestimmung der Neutrahsationsenthalpie. Wenn das nicht vielversprechend ist...
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