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(1.1.2019) 05
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KEIN INTERESSE AN AUSTAUSCH MIT POTSDAM?

Die Erfahrungen von Hildegard Tristram mitSocrates" in Großbritannien

Prof. Dr. Hildegard L.C. Tristram aus dem Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität bereiste kürzlich elf Universi­täten in England, Wales, Irland (Republik), Nordirland und Schottland. Sie wollte da­mit die Lehre und Forschung des Potsda­mer Institutes für Anglistik und Amerikani­stik vorstellen sowie einen möglichen Studentenaustausch innerhalb des neuen Socrates-Programms anbahnen und For­schungskooperationen ausbauen. Obwohl an einem Dozentenaustausch und mögli­chen Forschungskooperationen großes Interesse bestand, war die Reaktion auf die Anfrage nach einem Studentenaus­tausch mit einer einzigen Ausnahme durchweg negativ.Mir wurde sehr deut­lich zu verstehen gegeben, daß kein Inter­esse an einem Studentenaustausch mit der Universität Potsdam besteht, erklärte Hil­degard Tristram.

with Erasmus/Socrates students at present, so, regrettably, we are not interested in any new network! Selbst bei den German De­partments bestand kein Interesse an der Ko­operation mit dem Potsdamer Institut für Ger­manistik, da die Anzahl der dortigen Germa­nistikstudierenden im Vergleich zur Anzahl der deutschen Anglistikstudierenden gering ist.

Das einzige Institut, das sich im Rahmen des Socrates-Programmes für Potsdam interes­sierte, war das Department of Communica­tions der neuen Dublin City University. Dort gibt es Studiengänge für Communication Studies, Applied Languages, International Business and Languages, International Mar­keting and Languages, Communication and Cultural Studies, Film and Ttelevision Studies. Prof. Raul McNamara, der Direktor der School of Communications, bekundete be­sonderes Interesse an dem Potsdamer

MagisterstudiengangSprache und Kultur, wenn unterKultur auch Filmstudien zu ver­stehen sind, da die Dubliner starken Wert auf ihreFilmstudien legen. Sie würden sich einen studienmäßigen Gewinn für ihre Stu­dierenden von der geographischen Nähe zu den Babelsberger Filmstudios und von der akademischen Nähe zur Filmakademie ver­sprechen. - Das Fazit von Hildegard Tristram lautet jedenfalls:Um Potsdam für die Briten und Iren attraktiv zu machen, müssen wir uns anstrengen, möglichst häufig an die interna­tionale Öffentlichkeit zu treten - z.B. mit Pu­blikationen, Kolloquien, Kongressen und Workshops, Gastvorträgen, Gastprofessuren oder Vortragsreisen. Dazu gehört auch die Herstellung von wesentlich anspruchsvolle­rem Informationsmaterial über Studien­bedingungen, Studiengänge, Studienpläne, Jobperspektiven und Kulturangebote als bis­her vorhanden. HLCT.

Dies erfolgte ihrer Meinung nach aus folgen­den Gründen: Da Englisch die Rolle der Weltsprache einnimmt und das neue Socra- tes-Programm bilaterale Verträge zwischen interessierten Universitäten und deren De­partments vorschreibt, sind die britischen und irischen Universitäten und deren De­partments of English (Language) mit Koope­rationsangeboten von Anglistischen Institu­ten der Universitäten aller europäischer Län­der überlaufen. In der Regel akzeptieren die britischen und irischen Departments nur ei­nen Kooperationsvertrag mit einer einzigen Universität eines Landes, haben aber insge­samt zehn bis zwölf Socrates-Rartner. Da das Fach Englisch in Großbritannien und in Ir­land Muttersprachenfach (und kein Rremd- sprachenfach) ist, haben die dortigen Stu­dierenden in der Regel wenig Interesse an einem Anglistikstudium auf dem Kontinent. Die Socrates-Verträge sollen aber bilateral ausgeschöpft werden; Brüssel droht sogar mit Sanktionen bei Nichteinhaltung der Ge­genseitigkeit. Das heißt, daß von britischer und irischer Seite aus viele Socrates-Verträ­ge bedient werden können. Die meisten dor­tigen Universitäten haben zudem bereits alte und viel umfangreichere Erasmus-Koopera­tionen, die sie jetzt im Rahmen von Socrates einschränken müssen.

Die Universität Potsdam ist in der Regel nicht bekannt und selbst bei solchen Universitä­ten, mit denen die Universität Potsdam Bezie­hungen gepflegt hat, wie z.B. dem Trinity College Dublin, stieß das Ansinnen der Pots­damer Anglistin auf schroffe Ablehnung: One more Socrates agreement, oh no!. Der Kollege des English Department des Uni­versity College Galway lehnte mit folgenden Worten ab:My department is overwhelmed

OHNE SCHEUKLAPPEN IN NEUE SPHÄREN

Der HochschullnformationsTag 1996

Die Anziehungskraft der Universität Potsdam wächst. Jüngstes Indiz dafür: der nach Auskunft von Dr. Irma Bürger und Dr. Sabina Bieber, beide Studienberaterinnen an der Hochschule, beachtliche Zulauf junger Leute am Hochschullnformationslhg96.

Die Universität setzte mit jener Aktion eine nun schon gute Tradition fort. Auch in die­sem Jahr gingen dem Ereignis intensive Vorbereitungen voraus. So schrieben die zuständigen Mitarbeiterinnen beispielswei­se insgesamt 450 Schulen mit gymnasialer

Oberstufe in Brandenburg, Berlin, ja sogar Sachsen-Anhalt an, um im Vorfeld kräftig die Werbetrommel zu rühren. Das Ergebnis aller Bemühungen: zahlreiche Schüler ka­men, ihre Chance zur Information zu nut­zen. Einen Täg lang standen ihnen im Un-

Den Schülern standen auch die Türen der Labore offen. Einige von ihnen übten sich sogar in der kalorimetrischen Bestimmung der Neutrahsationsenthalpie. Wenn das nicht vielversprechend ist...

Foto: TYibukeit

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