Heft 
(1.1.2019) 05
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CAMPUS

terschied zu vergangenen Einladungen alle Türen der Einrichtung offen. Bisher nämlich boten die Organisatoren an mehreren lä­gen die Möglichkeit zum Kennenlernen. Jetzt wurde das Programm komprimiert angeboten. Zudem lief der Studienbetrieb in gewohnter Weise. Irma Bürger zum da­mit verbundenen Anliegen:Die Konzepti­on sah vor, die Universität nicht ohne Stu­denten zu zeigen.

Großen Zuspruch fand bereits die Eröff­nungsveranstaltung, so daß die Platzkapa­zität nicht ausreichte. Unter dem MottoStu­dieren von A-Z erhielten hier die Besucher erste Hinweise und Angaben rund ums The­ma Studium. Erwartungsgemäß spielten dabei das Studienangebot der Alma mater

selbst, die Prozeduren von Bewerbung und Einschreibung, das soziale Umfeld und an­deres mehr eine wesentliche Rolle. Andrang gab es ebenfalls an den Informa­tionsständen. Neben der Universität Pots­dam stellten sich dort auch die weiteren Hoch- und Fachhochschulen des Landes Brandenburg vor. Das Angebot komplet­tierten schließlich die Stände des Stu­dierendenrates und der Gleichstellungs­beauftragten des Gastgebers sowie des Potsdamer Studentenwerkes und der ört­lichenBerufsberatung für Abiturienten" des Arbeitsamtes.

Den Mittelpunkt jedoch bildeten die infor­mativen Veranstaltungen in den einzelnen Instituten. Das kurze Resümee Irma Bür­

gers hierzu:Die künftigen Abiturienten brachten eine große Offenheit mit. In der Regel befanden sie sich noch im Ent­scheidungsfindungsprozeß, obwohl natür­lich bestimmte Vorstellungen existierten." Die jungen Leute bemühten sich demnach häufig um Einblicke in mehrere Studien­gänge, suchten den breiten Überblick. .Viele Fragen, so Sabina Bieber,gingen über das Fach hinaus. Die Universität als Ganzes schien ihnen von Bedeutung.

Der HochschulInformationsTäg 1996 gehört der Vergangenheit an. Die gesammelten Erfahrungen wollen die Studienberaterin­nen nun aufarbeiten.Im nächsten Jahr werden diese dann in die Praxis umge­setzt", nehmen sich beide vor. PG.

STRUKTURGLEICHUNGSMODELLE IN THEORIE UND ANWENDUNG

17. Tagung der Arbeitsgruppe Strukturgleichungsmodelle an der Universität Potsdam

Kürzlich traf sich an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Univer­sität Potsdam dieArbeitsgruppe Strukturgleichungsmodelle, die vor zehn Jahren aus einem Zusammenschluß interessierter Mitglieder der Sektion Methoden der Deutschen Gesellschaft für Soziologie hervorgegangen war, zu ihrer 17. Arbeitstagung. Die Orga­nisation lag bei Prof. Dr. Uwe Engel und Prof. Dr. Hans Gerhard Strohe. An die 40 Methodenexperten und Wissenschaftler aus der Bundesrepublik Deutschland und dem europäischen Ausland, insbesondere den Niederlanden, nahmen an dieser interdis­ziplinären Konferenz teil, in deren Verlauf insgesamt zwölf methodologisch, statistisch und anwendungsorientiert ausgerichtete Beiträge zur Diskussion gestellt wurden.

Umweltökonomisches Strukturgleichungsmodell

Umwelt-^ bewußt-/ k sein J

'Umwelt-' verhal- \ ten J

: Wirt- \ schaft

/ Umwelt- \ zustand

Beispiel eines einfachen (nichtdynamischen) Strukturgleichungsmodells in Form eines Pfad­diagramms: Dargestellt sind in den Kästchen die Indikatoren, also die tatsächlichen Meßgrößen, die man beispielsweise aus Umfragen ermittelt. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit den mcht direkt erfaßbaren Konzepten (hier: Umwelt- bewußtsem, -politik, -verhalten, -zustand und -Wirtschaft). Die Abhängigkeiten der Konzepte untereinander werden durch die eigentlichen Strukturgleichungsmodelle (dicke Pfeile) be­schrieben. Graphik: Strohe/Betzm

Im Mittelpunkt der Tägung standen dynami­sche Modelle und fortgeschrittene statisti­sche Auswertungstechniken für Paneldaten. Daten dieses Typs unterscheiden sich von den aus der wissenschaftlichen oder kom­merziellen Umfrageforschung bekannten Querschnittsbefragungen dadurch, daß die Untersuchungseinheiten (Personen) nicht nur einmal, sondern in festgelegten Zeitab­ständen wiederholt zum gleichen Thema befragt werden, "fechniken der Raneianalyse zählen entsprechend zum Instrumentarium einer Forschung, die im zeitlichen Längs­schnitt betrieben wird. Ihre besondere Be­deutung ergibt sich aus dem Sachverhalt, daß Stabilität und Veränderung als methodo­logische Konzepte zum Erkenntnis- und Er­klärungsgegenstand verschiedenster wis­senschaftlicher Disziplinen zu rechnen sind. Vor allem die Sozial- und Wirtschaftswissen­schaften, aber auch die Entwicklungspsy­chologie oder die Gesundheits- und Erzie­hungswissenschaften wären heutzutage ohne Raneianalysen undenkbar. Der wesent­liche Grund liegt in der dynamischen Natur der Phänomene, die es aus Sicht dieser Dis­ziplinen zu erklären gilt.

Mit steigender Verbreitung solcher Panel­daten steigt allerdings auch der Bedarf an geeigneten Auswertungstechniken. Bei­spielsweise stellen Meßfehler, heterogene Populationen und das Problem fehlender Werte (missing data) durch Panelmortalität

oder fehlende Interimsmessungen die empi­rische Analyse vor besondere Schwierigkei­ten. Die Potsdam-Tägung der Arbeitsgruppe hatte sich daher zum Ziel gesetzt, einen Bei­trag zur Lösung bzw. besseren Handhabbar­keit solcher methodologischen Komplikatio­nen zu leisten. Die Beiträge widmeten sich entsprechend Strukturgleichungsmodellen, in denen zwischen latenten (meßfehler- beremigten) Konzepten und manifesten (meßfehlerbelasteten) Indikatoren unter­schieden wird, der Entwicklung und Schät­zung hierarchischer Mehrebenenmodelle, der Entwicklung statistischer Schätzverfah­ren, insbesondere eines Rartial-Least-Squa- res Verfahrens für dynamische Modelle, der Entwicklung eines State-Space-Modellieru- ngsansatzes zur Schätzung der Parameter zeitkontinuierlicher Prozesse aus zeit­diskreten Messungen, sowie auch der Schätzung nonresponse-bereinigter Rarame- ter für Raneidaten nichtmetrischen Skalen­niveaus.

Neben der Weiterentwicklung der Methodik hat sich die Arbeitsgruppe Strukturgleich­ungsmodelle deren praktische Anwendung zur Aufgabe gemacht. Auch auf der diesjäh­rigen Tägung wurden daher Analysen aus unterschiedlichsten Forschungsbereichen zur Diskussion gestellt. Im Vordergrund stan­den dieses Mal Beiträge aus der Verkehrs­forschung, der sozioökonomischen For­schung und den Gesundheitswissenschaf­ten, So wurde in einzelnen Beiträgen zum Beispiel der Frage nachgegangen, ob ver­besserte Infrastrukturmaßnahmen die Nut­zung öffentlicher Verkehrsmittel erhöhen, wie sich Struktur und Dynamik des Arbeits­losigkeitsprozesses darstellt, ob bestimmba­re Prädiktoren AIDS-präventiven Verhaltens existieren oder ob weibliche Stimmungs­schwankungen vom Verlauf des menstrua- len Zyklus abhängig sind. U.E.

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