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(1.1.2019) 05
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TUTORIEN ALS STARTHILFE IN DER ORIENTIERUNGSPHASE?

Bärbel Kirsch möchte eine breite Diskussion initiieren

In verschiedenen Instituten der Universität erfolgt derzeit bereits auf Initiative von Studierenden die Betreuung von Erstsemestlem. Und das mit großem Erfolg, Foto: TYibukeit

Hochschulpolitisch wird gegenwärtig eine breite Diskussion zur Verbesserung von Lehre und Studium geführt. Unterschied­liche Aspekte finden dabei Beachtung. An der Universität Potsdam stehen neben fra­gen der Lehrevaluation auch fragen der Verbesserung von Studienbedingungen zur Diskussion. In diesem Zusammenhang scheint es geboten, Hitorienprogramme ins Spiel zu bringen. Hitorien sind eines der klassischen Mittel zu einer besseren Lehre. Sie sind in der Regel von älteren Studierenden geführte studentische Klein­gruppen, die das Ziel haben, Studienan­fängerinnen und -anfänger bei der Orien­tierung in der Universität zu unterstützen, zum Studium allgemein anzuleiten oder den in den Lehrveranstaltungen vermittel­ten Stoff zu vertiefen und bei Studien­schwierigkeiten zu helfen.

Noch gibt es in dieser Hinsicht an der Uni­versität Potsdam wenig Erfahrungen. Mit Blick auf andere Hochschulen kann man Tütorien sehr unterschiedlicher Konzeption registrieren. So gibt es hinsichtlich der Trägerschaft 111101060 in Verantwortung ein­zelner oder mehrerer Lehrender oder eines Lehrstuhls, Ihtorien in Verantwortung einer Fachschaft und Tütorien in gemischter Ver­antwortung.

Hinsichtlich der Komplexitätsstufe ist eben­falls auf Differenzierungen zu verweisen: entweder bietet ein Lehrender mit einer Gruppe von ausgewählten Tütoren für das eigene Seminar Begleittutorien ohne Beteili­gung anderer Lehrender an oder leitet ein Lehrender ein mstitutsbezogenes Tütorium, in dem mehrere Lehrende mit je einer Grup­pe der Tütoren Zusammenarbeiten. Hinsicht­lich der Integration der Fachdimension sind Orientierungs-Tütorien vorstellbar, die außer­halb und zeitlich oft vor fachlichen Veranstal­tungen stattfinden sowie Orientierungs-Tü­torien als Element in fachzentrierten Veran­staltungen. Welches Tütorienkonzept letzt­endlich gewählt wird, hängt von den Bedin­gungen der jeweiligen Institute und den Per­sonen ab, die die Tütorien initiieren.

Klar sind hingegen die Ziele von Tütorien für Studienanfängerinnen und -anfänger; es sind im wesentlichen:

Die Orientierung im neuen Lebensraum Universität.

Dabei geht es um das Vertrautmachen mit den Instituts- und fakultätseigenen sowie den universitären Einrichtungen, aber auch mit den Kultur- und Freizeitangeboten. Zugleich sollte die Fachschafts- und Studierendenrats- arbeit kennengelernt werden.

Das Knüpfen von sozialen Kontakten.

Der Studiengang bedeutet für viele Studie­

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rende einen Bruch in der Lebenssituation, den Verlust von Bindungen. Der vergleichs­weise hohe Anonymitätsgrad an der Univer­sität wirkt oft überfordernd und entmuti­gend. Über die Tütorien entstehen nicht selten Arbeits- und Lerngruppen, die den Studienverlauf überdauern und sozialer Iso­lation entgegenwirken.

Die Weiterentwicklung der Studierfähigkeit. Tütorien können und sollten dazu beitragen, das eigene Lernverhalten zu reflektieren und weiterzuentwickeln, Strategien hochschuli­schen Arbeitens und Lernens auszubilden oder zu vervollkommnen sowie grundlegen­de wissenschaftliche Arbeits- und Studier­techniken zu üben.

Die fachliche Orientierung.

Inhalte von Lehrveranstaltungen können begleitet und vertieft werden. Die Kombina­tion von vertrauensvoller Atmosphäre in klei­nen Gruppen mit fachlichem Üben fördert den Studienerfolg. Überdies können Lehren­de die Rückmeldungen der Tütoren zur Ver­besserung ihrer Lehrkonzepte nutzen.

As Tütoren solltenältere Studierende, möglichst solche, die das Grundstudium ab­geschlossen haben, wirksam werden. Bis­lang gibt es in der Tütorienarbeit an der Uni­versität Potsdam kaum Erfahrungen. Die Einführung von Tütorien könnte die Studien­beratung ergänzen. Diese Aufgabe lohnt es, in Angriff genommen zu werden. Wün­schenswert ist der Beginn einer breiten Dis­kussion zur Einführung von Tütorienprojek- ten in den Fakultäten, Instituten und Fach- schaften. Zahlreiche fragen werden dabei zu klären sein: Wer soll Träger von Tütorien- projekten sein? Welche Zielstellung sollte die

Tütorienarbeit haben? Wie sind Abeitsdauer und -umfang der Tütorien zu planen? Welche Voraussetzungen soll ein Tütor in dieser Tä­tigkeit mitbringen? Und: Wie ist die Tätigkeit zu honorieren?

Die Senatskommission Lehre und Studium und die Studienfachberater wollen sich dem­nächst mit diesen fragen beschäftigen. Schon jetzt ist jedoch festzuhalten, daß Vor­aussetzungen für eine Tütorentätigkeit nicht nur gute Leistungen, sondern vor allem auch soziales Engagement sind. Tütoren sollen an fachlichem und sozialem Lernen und Lehren der Studienanfänger und der eigenen Person interessiert sein. Die Schulung der Tütoren dürfte neben der persönlichen Eignung ein wesentlicher Schritt zur erfolgreichen Ein­führung eines Tütorenprogramms sein. Des­halb soll demnächst im Sinne eines Pilot­projektes an der Universität ein erstes Aus- bildungsangebot für interessierte Studieren­de offeriert werden.

Interessierte Studierende können sich schriftlich wenden an: Elisabeth Hilligardt c/o Prof. Dr. Weber, Universität Potsdam, Park Babelsberg, Haus 7, 14482 Potsdam.

Bärbel Kirsch

030/6946070

Banddurchsagen Tag + Nacht!

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