STUDIOSI
UNTER EINEM DACH
Brandenburgs Studenten schlossen sich zusammen
Seit wenigen Monaten besitzen Brandenburgs Studierende einen Dachverband. Sein Name klingt gleichsam programmatisch. „BrandStuVe“ will die Feuer im Hochschulbereich löschen helfen. Studentische Probleme sollen dank dieses Gremiums nun in konzentrierterer Weise als bisher angepackt werden.
Die Idee dazu entstand bereits vor zweieinhalb Jahren. Nachdem deren Realisierung zunächst nicht gelang, nahmen der Studierendenrat der Universität Potsdam und der Allgemeine Studentenausschuß (AStA) der Universität Frankfurt/Oder einen erneuten, diesmal erfolgreichen Anlauf. Konkreten Anlaß hierfür gab ein Dreffen mit Wissenschaftsminister Steffen Reiche vor geraumer Zeit. Damals nämlich wurde eines deutlich: es fehlt an ausreichender Koordinierung unter den einzelnen Studentenvertretungen.
Auch die Gründungsversammlung selbst ließ dieses Manko erkennen. Schließlich
Ulf Rosner aus dem Studierendenrat der Universität Potsdam gehörte zu den Mitinitiatoren der „BrandStuVe“. Foto: Fritze
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nahmen lediglich Vertreter der Fachhochschule Bernau sowie der Potsdamer und Frankfurter Universitäten an ihr teil. Weitere Kommilitonen, unter anderem aus Cottbus, äußerten jedoch Interesse an einer Mitarbeit. Ulf Rosner von der Alma mater der Landeshauptstadt dazu: .Vieles ist an den einzelnen Einrichtungen eingeschlafen. Deshalb sind verstärkte Anstrengungen nötig, Flagge zu zeigen."
In monatlichen Zusammenkünften an jeweils wechselnden Tagungsorten will man künftig gemeinsam zu aktuellen Fragen beraten. Eine einfache Zweidrittel-Mehrheit genügt, um Beschlüsse zu fassen. Derzeit übt der Frankfurter AStA die Geschäftsführung aus. „Dann soll routiert werden“, so Rosner. Das aber richte sich nach der Arbeitsfähigkeit der zur Auswahl stehenden Vertretungen.
Aufgaben für die „BrandStuVe" gibt es viele. Drohende Studiengebühren, das Zms- BAföG-Modell, die Unterfinanzierung der Hochschulen oder gar die Schließung von akademischen Bildungsstätten zwingen nach Meinung der engagierten jungen Leute zu abgestimmtem Handeln. Ganz oben auf deren Tagesordnung stehen dabei derzeit die Einforderung der in der Vergangenheit festgelegten Ausbauvorgaben für die Universitäten des Landes sowie das Verlangen nach Ausweitung des Haushaltsetats zugunsten der Wissenschaft in der Region. „Im Moment“, so Ulf Rosner, „brennt es beispielsweise auch bezüglich der Verlängerung einiger Stellen aus dem Hochschulerneuerungsprogramm". Hier fehlten definitive Finanzierungszusagen.
Der Dachverband jedenfalls versteht sich als Zusammenschluß Studierender mit dem Ziel einer besseren Interessenvertretung gegenüber dem Land. Dafür hat das Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sogar finanzielle Mittel in Aussicht gestellt, zumindest für die Sachkosten. RG.
NEUER FACHSCHAFTSRAT
Seit dem 8. Mai 1996 haben nun auch die Studierenden der Erziehungswissenschaft einen Fachschaftsrat. Janet Priebe gehört diesem als Mitglied an und schätzt die Lage folgendermaßen ein: „Der neue Rat steht jetzt natürlich vor einem riesigen Berg von Arbeit, aber zum Glück haben wir breite Schultern!"
Als erstes kümmerten sich die Fachschaftier schon um das (noch) magere Studienangebot. Sie haben sich mit einem Brief an die zuständigen Professoren gewandt. Aber auch die Studienberatung von studentischer Seite, die Zusammenarbeit zwischen Studenten und Dozenten sowie Professoren und die Begrüßung der „Neuen“ zum nächsten Semester sollen nicht zu kurz kommen.
Gegen Langeweile und Frust sind zukünftig Feten und Kneipenabende geplant. Erreichbar sind die Mitglieder des Fachschaftsrates immer am ersten Mittwoch im Monat von 17-18 Uhr (die Raumangabe kann dem schwarzen Brett in Haus 14, 6. Etage auf dem Campus Golm entnommen werden. Für weitere Hilfe und Unterstützung wäre der Fachschaftsrat dankbar.
Fachschaft Erziehungswissenschaftler
STUDENTEN SEHEN ZUKUNFTSSTANDORT POTSDAM IN GEFAHR
Die Steuermindereinnahmen für 1996 in Brandenburg von etwa 600 Mio. DM drohen nun auch auf die Hochschulen durchzuschlagen. Insgesamt 41 Mio. DM hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) in diesem Jahr einzusparen. Schon jetzt habe man unter den Haushaltssperren und Einstellungsstops zu leiden, so Ulf Rosner, Referent für Hochschulpolitik im Studierendenrat. Es gäbe Professoren ohne jegliche Mitarbeiter, was die Qualität von Studium und Forschung beeinträchtige.
Derzeit sind an der Universität Potsdam weniger als 70 Prozent des Ausbauplans 2000 verwirklicht. Damit bildet die Uni das Schlußlicht in Brandenburg. Wh hinken den Planungen total hinterher“, meint auch Jan Martin Witte von der Arbeitsgemeinschaft Hochschulpolitik. Die Studierenden an der Universität Potsdam fürchten nun weitere Qualitätsverschlechterungen. Würden die Kürzungen proportional aufgeteilt, entfielen auf die Universität Potsdam 2,8 Millionen DM. „Dann hätten wir erstmalig einen schrumpfenden Haushalt“, sagt Rosner. Gelder freizuschichten sei möglich, wie andere Bundesländer bewiesen. Bei den relativen Landesausgaben für die Hochschulen ist Brandenburg auf Platz 16 in Deutschland. Die Forderungen der Studentenvertreter zielen daher auf einen raschen und planungsgemäßen Ausbau ihrer Universität: „Der Ausbauplan muß eingehalten werden und die Politik muß begreifen, daß Hochschulpolitik Zukunftspolitik ist. Wer hier spart, spart auf Kosten der Zukunft. “ Ulf Rosner
SPRACHSTUDIEN IN DEN USA
Für Studenten, die ihre Englischkenntnisse verbessern möchten, bietet der Council on International Educational Exchange e.V das ganze Jahr über qualifizierte Sprachstudienprogramme an, die entweder von den Sprachabteilungen bekannter Universitäten in den USA, Großbritannien und Australien organisiert oder von renommierten privaten Veranstaltern in Zusammenarbeit mit Hochschulen durchgeführt werden. Besonders beliebt sind neben den Sprachstudien an den kalifornischen Universitäten in Los Angeles, Berkeley, Santa Barbara, San Diego und weiteren 13 Unis und Colleges die ganzjährlichen vierwöchigen Sprachintensiv- kurse an der Ttilane University in New Orleans (Südstaaten). Informationen und kostenlose Beratung zu Fach- und Sprachkursen, inklusive einer Broschüre, gibt es beim Büro des Council in Berlin unter der Tfelefonnum- mer 030/442 79 51. co.
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PUTZ 5/96