Heft 
(1.1.2019) 05
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STUDIOSI

UNTER EINEM DACH

Brandenburgs Studenten schlossen sich zusammen

Seit wenigen Monaten besitzen Branden­burgs Studierende einen Dachverband. Sein Name klingt gleichsam programma­tisch.BrandStuVe will die Feuer im Hochschulbereich löschen helfen. Stu­dentische Probleme sollen dank dieses Gremiums nun in konzentrierterer Weise als bisher angepackt werden.

Die Idee dazu entstand bereits vor zweiein­halb Jahren. Nachdem deren Realisierung zunächst nicht gelang, nahmen der Studierendenrat der Universität Potsdam und der Allgemeine Studentenausschuß (AStA) der Universität Frankfurt/Oder einen erneuten, diesmal erfolgreichen Anlauf. Konkreten Anlaß hierfür gab ein Dreffen mit Wissenschaftsminister Steffen Reiche vor geraumer Zeit. Damals nämlich wurde ei­nes deutlich: es fehlt an ausreichender Ko­ordinierung unter den einzelnen Studenten­vertretungen.

Auch die Gründungsversammlung selbst ließ dieses Manko erkennen. Schließlich

Ulf Rosner aus dem Studierendenrat der Universität Potsdam gehörte zu den Mitinitia­toren derBrandStuVe. Foto: Fritze

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nahmen lediglich Vertreter der Fachhoch­schule Bernau sowie der Potsdamer und Frankfurter Universitäten an ihr teil. Weite­re Kommilitonen, unter anderem aus Cott­bus, äußerten jedoch Interesse an einer Mitarbeit. Ulf Rosner von der Alma mater der Landeshauptstadt dazu: .Vieles ist an den einzelnen Einrichtungen eingeschla­fen. Deshalb sind verstärkte Anstrengungen nötig, Flagge zu zeigen."

In monatlichen Zusammenkünften an je­weils wechselnden Tagungsorten will man künftig gemeinsam zu aktuellen Fragen beraten. Eine einfache Zweidrittel-Mehrheit genügt, um Beschlüsse zu fassen. Derzeit übt der Frankfurter AStA die Geschäftsfüh­rung aus.Dann soll routiert werden, so Rosner. Das aber richte sich nach der Ar­beitsfähigkeit der zur Auswahl stehenden Vertretungen.

Aufgaben für dieBrandStuVe" gibt es vie­le. Drohende Studiengebühren, das Zms- BAföG-Modell, die Unterfinanzierung der Hochschulen oder gar die Schließung von akademischen Bildungsstätten zwingen nach Meinung der engagierten jungen Leu­te zu abgestimmtem Handeln. Ganz oben auf deren Tagesordnung stehen dabei der­zeit die Einforderung der in der Vergangen­heit festgelegten Ausbauvorgaben für die Universitäten des Landes sowie das Verlan­gen nach Ausweitung des Haushaltsetats zugunsten der Wissenschaft in der Region. Im Moment, so Ulf Rosner,brennt es beispielsweise auch bezüglich der Verlän­gerung einiger Stellen aus dem Hochschul­erneuerungsprogramm". Hier fehlten defi­nitive Finanzierungszusagen.

Der Dachverband jedenfalls versteht sich als Zusammenschluß Studierender mit dem Ziel einer besseren Interessenvertretung gegenüber dem Land. Dafür hat das Bran­denburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sogar finanzielle Mit­tel in Aussicht gestellt, zumindest für die Sachkosten. RG.

NEUER FACHSCHAFTSRAT

Seit dem 8. Mai 1996 haben nun auch die Studierenden der Erziehungswissenschaft ei­nen Fachschaftsrat. Janet Priebe gehört diesem als Mitglied an und schätzt die Lage fol­gendermaßen ein:Der neue Rat steht jetzt natürlich vor einem riesigen Berg von Arbeit, aber zum Glück haben wir breite Schultern!"

Als erstes kümmerten sich die Fachschaftier schon um das (noch) magere Studienangebot. Sie haben sich mit einem Brief an die zuständigen Professoren gewandt. Aber auch die Studienberatung von studentischer Seite, die Zusammenarbeit zwischen Studenten und Dozenten sowie Professoren und die Begrüßung derNeuen zum nächsten Semester sol­len nicht zu kurz kommen.

Gegen Langeweile und Frust sind zukünftig Feten und Kneipenabende geplant. Erreichbar sind die Mitglieder des Fachschaftsrates immer am ersten Mittwoch im Monat von 17-18 Uhr (die Raumangabe kann dem schwarzen Brett in Haus 14, 6. Etage auf dem Campus Golm entnommen werden. Für weitere Hilfe und Unterstützung wäre der Fachschaftsrat dankbar.

Fachschaft Erziehungswissenschaftler

STUDENTEN SEHEN ZUKUNFTSSTANDORT POTSDAM IN GEFAHR

Die Steuermindereinnahmen für 1996 in Brandenburg von etwa 600 Mio. DM drohen nun auch auf die Hochschulen durchzu­schlagen. Insgesamt 41 Mio. DM hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) in diesem Jahr einzu­sparen. Schon jetzt habe man unter den Haushaltssperren und Einstellungsstops zu leiden, so Ulf Rosner, Referent für Hoch­schulpolitik im Studierendenrat. Es gäbe Professoren ohne jegliche Mitarbeiter, was die Qualität von Studium und Forschung beeinträchtige.

Derzeit sind an der Universität Potsdam we­niger als 70 Prozent des Ausbauplans 2000 verwirklicht. Damit bildet die Uni das Schlußlicht in Brandenburg. Wh hinken den Planungen total hinterher, meint auch Jan Martin Witte von der Arbeitsgemeinschaft Hochschulpolitik. Die Studierenden an der Universität Potsdam fürchten nun weitere Qualitätsverschlechterungen. Würden die Kürzungen proportional aufgeteilt, entfielen auf die Universität Potsdam 2,8 Millionen DM.Dann hätten wir erstmalig einen schrumpfenden Haushalt, sagt Rosner. Gelder freizuschichten sei möglich, wie an­dere Bundesländer bewiesen. Bei den rela­tiven Landesausgaben für die Hochschulen ist Brandenburg auf Platz 16 in Deutschland. Die Forderungen der Studentenvertreter zie­len daher auf einen raschen und planungs­gemäßen Ausbau ihrer Universität:Der Aus­bauplan muß eingehalten werden und die Politik muß begreifen, daß Hochschulpolitik Zukunftspolitik ist. Wer hier spart, spart auf Kosten der Zukunft. Ulf Rosner

SPRACHSTUDIEN IN DEN USA

Für Studenten, die ihre Englischkenntnisse verbessern möchten, bietet der Council on International Educational Exchange e.V das ganze Jahr über qualifizierte Sprachstudien­programme an, die entweder von den Sprachabteilungen bekannter Universi­täten in den USA, Großbritannien und Austra­lien organisiert oder von renommierten pri­vaten Veranstaltern in Zusammenarbeit mit Hochschulen durchgeführt werden. Beson­ders beliebt sind neben den Sprachstudien an den kalifornischen Universitäten in Los Angeles, Berkeley, Santa Barbara, San Diego und weiteren 13 Unis und Colleges die ganz­jährlichen vierwöchigen Sprachintensiv- kurse an der Ttilane University in New Orle­ans (Südstaaten). Informationen und kosten­lose Beratung zu Fach- und Sprachkursen, inklusive einer Broschüre, gibt es beim Büro des Council in Berlin unter der Tfelefonnum- mer 030/442 79 51. co.

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PUTZ 5/96