Heft 
(1.1.2019) 05
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SOZIOLOGIESTUDIUM NUN AUCH MIT DIPLOMABSCHLUSS

Das Fach Soziologie konnte bisher an der Uni Potsdam nur im Magisterhaupt- und Magistemebenfach studiert werden. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bietet nun ab dem Winterseme­ster 1996/97 einen Diplomstudiengang Soziologie an. Das Ministerium für Wis­senschaft, Forschung und Kultur des Lan­des Brandenburg genehmigte jetzt einen entsprechenden Antrag der Hochschule.

Der Diplomstudiengang bietet den Studie­renden die zusätzliche Möglichkeit, durch eine stärkere Akzentuierung in Methoden der empirischen Sozialforschung und den

Tteilgebieten der speziellen Soziologie so­wie durch ein obligatorisches Berufsprak­tikum eine deutlichere Professionalisierung zu erreichen. Als spezielle Soziologien wer­den in Potsdam die Sozialstrukturanalyse, die Organisations- und Verwaltungssozio­logie sowie die Soziologie der Ge- schlechterverhältnisse angeboten. Weitere individuelle Profilierungen können durch ein Wahlpflichtfach, das aus den Diszipli­nen Politikwissenschaft, Betriebswirt­schaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Psycho­logie und Philosophie auszuwählen ist, er­zielt werden.

Die ausgeprägte fachbezogene Orientie­rung des Diplomstudienganges läßt sich

auch durch den Anteil der Semester­wochenstunden verdeutlichen, den die so­ziologischen Lehrinhalte im Verhältnis zu den Semesterwochenstunden des gesam­ten Studiums - also einschließlich der An­teile nach freier Wahl - einnehmen. Der so­ziologische Ausbildungsanteil beträgt im Diplomstudiengang etwa 66 % der gesam­ten Semesterwochenstunden, während im Magisterhauptfach der Anteil des Soziolo­giestudiums 44 % und im Magisterneben­fach 25 % der gesamten Semesterwochen­stunden ausmacht. Aufgrund eines modu­laren Aufbaus der Lehrangebote im Di­plom- und Magisterstudiengang soll es den Studierenden ohne größere Probleme möglich sein, zwi­schen den Studien­gängen zu wech­seln.

Soziologinnen und Soziologen können nach Abschluß ih­rer Ausbildung in solchen Bereichen tätig sein wie der Wirtschaft, Plan- ungs-, Organisati­ons-, Personal-, Weiterbildungs- und Mar­ketingabteilungen, der Öffentlichen Verwal­tung und Planung, aber auch bei Organisa­tionen gesellschaftlicher und politischer In­teressenvertretung, in der Publizistik oder Einnchtungen der sozialen Sicherung. Für die Berufseinmündung ist es nach überein­stimmenden Ergebnissen der bisherigen Evaluationen besonders wichtig, über ein Berufspraktikum die spezifischen Proble­me eines Berufsfeldes frühzeitig kennenzu­lernen, um sich im Studium gezielter geeig­nete Theorien, Methoden, Objektbereiche und Problemlösungsmuster erarbeiten zu können.

Dieter Holtmann, Holger Meinken

Nach dem Diplomsoziologie-Abschluß soll ein Sprung in verschiedene Richtungen möglich sem. Zeichnung: Oliver Wferss

SOLDATENSTUBEN ZU STUDENTENBUDEN

Nahezu jede der drei Universitäten und fünf Fachhochschulen im Land Brandenburg zog in ehemals militärisch genutzte Liegenschaften. Bei der immensen Zahl der freigeworde­nen Flächen war dies wenig verwunderlich: 50 Prozent der militärisch genutzten Flächen der ehemaligen DDR liegen auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg. Allein die von ehemaligen sowjetischen Truppen freigeräumten summieren sich auf 117.000 Hektar. Wie. von Steffen Reiche, dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, nun zu er­fahren war, flössen von 1990 bis 1995 96 Millionen DM in den Umbau von ehemals militä­risch genutzten Objekten zu Hochschulgebäuden. Zusätzliche 50,6 Millionen wurden in Wohnheime investiert.In der Finanzplanung von 1996 bis 1999 sind für die Hochschulen weitere 264 Millionen an Investitionen geplant, für die Studentenwerke 166,2 Millionen, erklärte Reiche. Bis zur Jahrtausendwende wird das Ministerium für Wissenschaft, For­schung und Kultur insgesamt 577 Millionen Mark für das ProgrammKasernen zu Hoch­schulen und Studentenwohnheimen ausgegeben haben. In Potsdam sollen davon 245 Wohnheimplätze in einem ehemaligen Kasernengebäude entstehen. zg.

PREIS DER HANNS SEIDEL STIFTUNG

Die Hanns Seidel Stiftung e.V hat einen Nachwuchsförderpreis für politische Publi­zistik ausgeschrieben. Er ist mit DM 10.000,- dotiert, wobei eine Aufteilung des Preises in vier Einzelpreise zu DM 5.000-, DM 3.000,- und zweimal je DM 1.000,- möglichist. Eingereicht werden sollen Auf­sätze zum Thema Vernetzte Gesellschaft: wie verändern Informations- und Kommuni­kationstechnologien unser Leben?. Bewerben können sich immatrikulierte Stu­dierende oder Doktoranden an wissen­schaftlichen Hochschulen mit von ihnen verfaßten wissenschaftlichen Aufsätzen, die sich für eine Veröffentlichung in der von der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns Seidel Stiftung herausgegebenen politisch-wissenschaftlichen Zeitschrift POLITISCHE STUDIEN eignen. Die Auf­sätze müssen in deutscher Sprache abge­faßt sein, einen klaren Themenbezug zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland aufweisen, den Anforderun­gen an eine wissenschaftliche Arbeit genü­gen, sich durch stilistische Klarheit aus­zeichnen und durch eigenständige Gedan­ken oder auch durch ungewöhnliche Ge­sichtspunkte ihrer Thematik Interesse erre­gen. Die Arbeiten sollen einen Umfang von zwölf Schreibmaschinenseiten (40 Zeilen ä 60 Anschläge pro Seite) nicht übersteigen. Einsendeschluß ist der 4. November 1996. Bewerbungen können unter Angabe des Verfassernamens, der Anschrift und einer Immatrikulationsbescheinigung an die Hanns-Seidel-Stiftung, Akademie für Politik und Zeitgeschehen, Postfach 19 08 46, 80608 München, Tbl. 089/1258-215) gerich­tet werden. zg.

IN FÜNF JAHREN FAST VERZEHNFACHT

Im Sommersemester 1991 studierten an der Brandenburgischen Landeshochschule, die vor der Neugründung der Universität Potsdam von Oktober 1990 bis zum Juli 1991 existierte, 48 ausländische Studenten aus fünf Ländern; sie waren noch von der DDR-Regierung aufgenommen worden, um ein Vollstudium, ein Promotionsstudium oder ein für sie konzipiertes Aufbaustudium zu absolvieren. Diese 48 Studierenden er­hielten nach der Wende ein DAAD-Stipen- dium und konnten vereinbarungsgemäß ihre Ausbildung an der Universität Potsdam abschließen. Im Wintersemester 1995/96 zeigte die Statistik der Potsdamer Uni be­reits beachtlichen Zuwachs:

So betrug die Gesamtanzahl ausländischer Studierender nun 458, was 5,1 % aller Stu­dierenden entsprach. Sie kamen aus 75

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PUTZ 5/96