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SOZIOLOGIESTUDIUM NUN AUCH MIT DIPLOMABSCHLUSS
Das Fach Soziologie konnte bisher an der Uni Potsdam nur im Magisterhaupt- und Magistemebenfach studiert werden. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bietet nun ab dem Wintersemester 1996/97 einen Diplomstudiengang Soziologie an. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg genehmigte jetzt einen entsprechenden Antrag der Hochschule.
Der Diplomstudiengang bietet den Studierenden die zusätzliche Möglichkeit, durch eine stärkere Akzentuierung in Methoden der empirischen Sozialforschung und den
Tteilgebieten der speziellen Soziologie sowie durch ein obligatorisches Berufspraktikum eine deutlichere Professionalisierung zu erreichen. Als spezielle Soziologien werden in Potsdam die Sozialstrukturanalyse, die Organisations- und Verwaltungssoziologie sowie die Soziologie der Ge- schlechterverhältnisse angeboten. Weitere individuelle Profilierungen können durch ein Wahlpflichtfach, das aus den Disziplinen Politikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Psychologie und Philosophie auszuwählen ist, erzielt werden.
Die ausgeprägte fachbezogene Orientierung des Diplomstudienganges läßt sich
auch durch den Anteil der Semesterwochenstunden verdeutlichen, den die soziologischen Lehrinhalte im Verhältnis zu den Semesterwochenstunden des gesamten Studiums - also einschließlich der Anteile nach freier Wahl - einnehmen. Der soziologische Ausbildungsanteil beträgt im Diplomstudiengang etwa 66 % der gesamten Semesterwochenstunden, während im Magisterhauptfach der Anteil des Soziologiestudiums 44 % und im Magisternebenfach 25 % der gesamten Semesterwochenstunden ausmacht. Aufgrund eines modularen Aufbaus der Lehrangebote im Diplom- und Magisterstudiengang soll es den Studierenden ohne größere Probleme möglich sein, zwischen den Studiengängen zu wechseln.
Soziologinnen und Soziologen können nach Abschluß ihrer Ausbildung in solchen Bereichen tätig sein wie der Wirtschaft, Plan- ungs-, Organisations-, Personal-, Weiterbildungs- und Marketingabteilungen, der Öffentlichen Verwaltung und Planung, aber auch bei Organisationen gesellschaftlicher und politischer Interessenvertretung, in der Publizistik oder Einnchtungen der sozialen Sicherung. Für die Berufseinmündung ist es nach übereinstimmenden Ergebnissen der bisherigen Evaluationen besonders wichtig, über ein Berufspraktikum die spezifischen Probleme eines Berufsfeldes frühzeitig kennenzulernen, um sich im Studium gezielter geeignete Theorien, Methoden, Objektbereiche und Problemlösungsmuster erarbeiten zu können.
Dieter Holtmann, Holger Meinken
Nach dem Diplomsoziologie-Abschluß soll ein Sprung in verschiedene Richtungen möglich sem. Zeichnung: Oliver Wferss
SOLDATENSTUBEN ZU STUDENTENBUDEN
Nahezu jede der drei Universitäten und fünf Fachhochschulen im Land Brandenburg zog in ehemals militärisch genutzte Liegenschaften. Bei der immensen Zahl der freigewordenen Flächen war dies wenig verwunderlich: 50 Prozent der militärisch genutzten Flächen der ehemaligen DDR liegen auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg. Allein die von ehemaligen sowjetischen Truppen freigeräumten summieren sich auf 117.000 Hektar. Wie. von Steffen Reiche, dem Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, nun zu erfahren war, flössen von 1990 bis 1995 96 Millionen DM in den Umbau von ehemals militärisch genutzten Objekten zu Hochschulgebäuden. Zusätzliche 50,6 Millionen wurden in Wohnheime investiert. „In der Finanzplanung von 1996 bis 1999 sind für die Hochschulen weitere 264 Millionen an Investitionen geplant, für die Studentenwerke 166,2 Millionen“, erklärte Reiche. Bis zur Jahrtausendwende wird das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur insgesamt 577 Millionen Mark für das Programm „Kasernen zu Hochschulen und Studentenwohnheimen“ ausgegeben haben. In Potsdam sollen davon 245 Wohnheimplätze in einem ehemaligen Kasernengebäude entstehen. zg.
PREIS DER HANNS SEIDEL STIFTUNG
Die Hanns Seidel Stiftung e.V hat einen Nachwuchsförderpreis für politische Publizistik ausgeschrieben. Er ist mit DM 10.000,- dotiert, wobei eine Aufteilung des Preises in vier Einzelpreise zu DM 5.000-, DM 3.000,- und zweimal je DM 1.000,- möglichist. Eingereicht werden sollen Aufsätze zum Thema Vernetzte Gesellschaft: wie verändern Informations- und Kommunikationstechnologien unser Leben?“. Bewerben können sich immatrikulierte Studierende oder Doktoranden an wissenschaftlichen Hochschulen mit von ihnen verfaßten wissenschaftlichen Aufsätzen, die sich für eine Veröffentlichung in der von der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns Seidel Stiftung herausgegebenen politisch-wissenschaftlichen Zeitschrift POLITISCHE STUDIEN eignen. Die Aufsätze müssen in deutscher Sprache abgefaßt sein, einen klaren Themenbezug zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland aufweisen, den Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit genügen, sich durch stilistische Klarheit auszeichnen und durch eigenständige Gedanken oder auch durch ungewöhnliche Gesichtspunkte ihrer Thematik Interesse erregen. Die Arbeiten sollen einen Umfang von zwölf Schreibmaschinenseiten (40 Zeilen ä 60 Anschläge pro Seite) nicht übersteigen. Einsendeschluß ist der 4. November 1996. Bewerbungen können unter Angabe des Verfassernamens, der Anschrift und einer Immatrikulationsbescheinigung an die Hanns-Seidel-Stiftung, Akademie für Politik und Zeitgeschehen, Postfach 19 08 46, 80608 München, Tbl. 089/1258-215) gerichtet werden. zg.
IN FÜNF JAHREN FAST VERZEHNFACHT
Im Sommersemester 1991 studierten an der Brandenburgischen Landeshochschule, die vor der Neugründung der Universität Potsdam von Oktober 1990 bis zum Juli 1991 existierte, 48 ausländische Studenten aus fünf Ländern; sie waren noch von der DDR-Regierung aufgenommen worden, um ein Vollstudium, ein Promotionsstudium oder ein für sie konzipiertes Aufbaustudium zu absolvieren. Diese 48 Studierenden erhielten nach der Wende ein DAAD-Stipen- dium und konnten vereinbarungsgemäß ihre Ausbildung an der Universität Potsdam abschließen. Im Wintersemester 1995/96 zeigte die Statistik der Potsdamer Uni bereits beachtlichen Zuwachs:
So betrug die Gesamtanzahl ausländischer Studierender nun 458, was 5,1 % aller Studierenden entsprach. Sie kamen aus 75
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