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(1.1.2019) 05
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Lehrer zu sein, ist mein größtes Kunst­werk - diesem Beuys- Wort fühlt sich Prof. Dr.

Meike Aissen-Crewett verbunden.

Foto: Thbukeit

sich zu Anliegen und Gegenständen der Kunstwissenschaft, Kunsttherapie, Ästhetik, Philosophie, Kunstpädagogik, Frauen­forschung, künstlerisch-ästhetischen Arbeit mit Behinderten ausgewiesen.

Kunst verträgt keine Didaktik, die nicht aus der Kunst selbst hinaus stammt. Beiden, der künstlerischen Praxis wie dem didaktischen Reflektieren ist die Modellierung von Erfah­rungsbeständen, Vorausentwürfen von Er­fahrungen, der Gestaltung von vorgreifen­den Probe-Entwürfen gemeinsam", so die Auffassung der Professorin. Deshalb tritt sie als Künstlerin auch mit ihren eigenen Arbei­ten an die Öffentlichkeit. Uni-Angehörige konnten sich von der Ausdruckskraft ihrer Bilder bei einer Ausstellung an der Hoch­schule im letzten Jahr überzeugen. MAC

ORIGINELLE KOSTÜME

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Bianca Rost (unser Foto) ist Studentin der Frei­zeitpädagogik und beteiligte sich an einem uni­versitätsoffenen Kurs für Kostümgestaltung der Pädagogischen Werkstatt des Institutes für Grundschulpädagogik. Unter der Leitung von Rosemarie Steinbach aus dem Bereich Ästhe­tische Erziehung gestalteten acht Studierende nach modernen ästhetischen Gesichtspunkten Kostüme. Farblich aufeinander abgestimmte Mi- krofasem wie Samt fanden dabei Verwendung. Entstanden sind Stücke, die sich nicht nur als Kleidung, sondern ebenso als attraktiver Wand­schmuck eignen. Von der Schönheit der Expo­nate können sich Uni-Angehörige wie Gäste gleichermaßen überzeugen. Denn die Kostüme zieren derzeit Flure des Hauses 9 im Uni-Kom­plex Golm. B.E./Foto: Steinbach

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UND VOR DEM TOD EIN LIED

Theresienstädter KinderoperBrundibär" erhielt durch Benediktinerin erste deutsche Fassung

Der Ausgang der Handlung entspricht dem so vieler Märchen: Solidarität und Hreund- schaft, eine Gemeinschaft aus Kindern und Tieren besiegt das im Leierkastenmann Brundibär personifizierte Böse, welches vor allem Eigennutz und Machtgier ausdrückt. Der Triumph des Guten bedient sich des Genres der Kinderoper gleichen Namens, komponiert von Hans Kräsa (1899-1944), getextet von Adolf Hoffmeister (1897-1972). Das Außergewöhnliche, ja Spektakuläre des Stücks liegt jedoch weder in dessen Libretto noch Notenmaterial begründet. Bedrückend sind vielmehr Ort, Zeit und Personal einsti­ger Vorstellungen. Das Datum der Uraufführung am 23. September43 läßt das Ungeheu­erliche erahnen: den apokalyptischen Bühnenplatz nämlich bildet das Vorzeige-Konzen- trationslager Theresienstadt. Spieler und kindliches wie erwachsenes Publikum rekru­tieren sich aus den Lagerinsassen. , .

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Dem aufopferungsvollen Handeln der Benediktinerin Maria Veronika Grüters ist es zu danken, daß jenes Kunstwerk als Raum von Hoffnung und Humanität im Angesicht des all­gegenwärtigen Todes nicht in Ver­gessenheit genet. Andere engagier­ten sich dafür erst deutlich nach ihr.

Ein Grund auch für den Kulturrefe­renten der Universität Potsdam, Dr. Thomas Freitag, das Wirken der Nonne im Zusammenhang mit des­sen umfassenden Kinderliedfor­schungen wissenschaftlich aufzuar­beiten. Unmittelbare Folge: jüngster­hielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Dem vorausgegangen waren Presseverlaut­barungen, die im Vorfeld des vergangenen Weltfriedenstages die erste deutsche Nach­kriegsaufführung der Kinderoper durch die Jeunesse Musicale in der Berliner Staatsoper Unter den Linden ankündigten. Jene Premie­re aber erfolgte schon zehn Jahre zuvor. Grüters stieß eher zufällig auf den Stoff. An­laß dazu bot die Beschäftigung mit der eige­nen familiären Vergangenheit. Sie selbst beklagt Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns in Theresienstadt. Das KZ dort eignete sich für die Nazis in besonderer Weise als Platz verschleiernder Propaganda ä la Gerron (Der Führer schenkt den Juden eine Stadt). Zugleich aber war es realer Ort des Todes für 33.000 Menschen und letzte Station vor der Rampe in Auschwitz für 88.000 jüdische Männer, FYauen und Kinder. Ende der 70er Jahre faßte die Ordensschwe­ster den Entschluß zu gründlicher Recher­che. Langjährige Briefwechsel mit tschechi­schen und amerikanischen staatlichen Stel­len brachten nur bedingt Erfolg. Sie erhielt lediglich eine tschechische und hebräische Vorlage der Oper im Klavierauszug. Danach entstand das nachgereimte Libretto und die Instrumentierung. Originalpartituren fehlten ihr völlig. Dennoch: im Juli '85 gelang die deutsche ErstaufführungBrundibär(s) in der Aula des Gymnasiums St. Ursula in Fiei- burg/Breisgau. Schülerinnen der Einrich­tung übernahmen die Rollen. Grüters initiier-

Wiegenlied und Coda aus dem zweiten Akt.zg.

te später insgesamt vier Gastspiele in Isra­el. Unter den Zuhörern dort befanden sich sogar einige wenige Überlebende des Theresienstädter Ensembles. Ein Defizit: die 72jährige Geistliche besitzt bis heute keine Rechte am Werk. Die liegen allein beim die spätere Fassung veröffentlichenden Berliner Verlag Bote & Bock. Gegenwärtige Anstren­gungen allerdings richten sich auf den Druck des Freiburger Manuskripts. Chan­cen hierfür bestehen möglicherweise. Frei­tag jedenfalls möchte sich für deren Realisie­rung einsetzen. EG.

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MUSIK: HANS KRASA. - TEXT: ADOLF HOFFMEISTER

Plattencover der Kinderoper

Die erste deutscheBrundibär"-Einspielung erfolgte 1988. Abbildung: zg.

PUTZ 5/96

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