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(1.1.2019) 01
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BREITE PROTESTWELLE SORGTE FÜR GRÖSSTE MASSENDEMONSTRATION SEIT DER WENDE

Universität Potsdam Mitglied desBildungsbündnisses" - Beteiligung an Bildungsfest und Demonstration

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Auch Mitarbeiter und Studierende der Universität Potsdam beteiligten sich an der Demonstration.

Foto: Tnbukeit

Als sich im Dezember letzten Jahres abzeich­nete, daß der Haushaltsentwurf 1997 vom Landtag bezüglich der Ausgaben für die wissenschaftlichen Hochschulen unverän­dert akzeptiert werden würde, hat sich die Universität Potsdam demBündnis für eine gute Erziehung und Bildung in Branden­burg" angeschlossen. Ihm gehören u.a. auch die Gewerkschaft Erziehung und Wis­senschaft (GEW), Landesverband Branden­burg, der Brandenburgische Pädagogen­verband, der Deutsche Philologenverband, der Landeslehrer- und der Landes­schülerinnenrat sowie der DGB, Landesbe­zirk Berlin-Brandenburg, an. Gemeinsam mit der GEW Brandenburg veranstalteten die Bündnismitglieder am 11. Dezember 1996 - dem Täg, an dem im Landtag die 97'er Haus­halte der Ministerien für Bildung, Jugend und Sport und für Wissenschaft, Forschung und Kultur beraten wurden - ein großes Bil­dungsfest auf dem Alten Markt in Potsdam. Anschließend zogen die rund 15.000 aus al­len Landesteilen Zusammengekommenen als Demonstranten vor den Landtag.

Die Universität Potsdam beteiligte sich zu­nächst mit zwei Ständen am Bildungsfest auf dem Alten Markt. Organisiert und be­treut von den Redakteurinnen des Referates für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, prä­sentierte sich die größte Hochschule des Landes dabei mit ihren Studien- und Weiter­bildungsangeboten sowie Forschungslei­stungen aus sämtlichen Bereichen. Sie er­reichte auf diesem Wege eine Klientel, die zum Tbil noch großen Informationsbedarf hinsichtlich der Leistungen der Potsdamer Universität hatte. Entsprechend interessiert wurden bei den Redakteurinnen die diver­

sen Matenalien nachgefragt. Doch auch an den 38 Ständen der anderen Bündnis- mitglieder herrschte reges Treiben. Bis zu den frühen Abendstunden hatte sich der ganze Marktplatz mit Schülern, Lehrern, Er­zieherinnen, GEW-Mitgliedern, Uni-Mitar­beitern, Studierenden und vielen anderen mehr gefüllt, wurden die Hüpfburg frequen­tiert, heißer Tbe ausgeschenkt und dem Bühnenprogramm gelauscht.

Als sich die rund 15.000 Personen anschlie­ßend zu der größten Demonstration seit der Wende 1989 unterhalb des Landtages ver­sammelt hatten, erachteten es nur der SPD- Fraktionsvorsitzende Wolfgang Birthler und die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Angelika Peter, für nötig, sich die Reden der von der Menge Abgeordne­ten anzuhören. Ihre einzige Reaktion vor der Presse: Es hätte sich dabei um eine polemische Veran­staltung gehandelt, bei der die Emotio­nen durch falsche Informationen auf­geputscht worden seien.

Die zentrale Bot­schaft der Universi­tät Potsdam lautete bei dieser Protest­veranstaltung: Wis­senschaft schafft

Arbeitsplätze, Wissenschaft schafft Sicher­heit, Wissenschaft schafft Zukunft. Belegt wurden diese Aussagen durch konkrete Zahlen; so ist die Hochschule beispiels­weise der zweitgrößte Arbeitgeber in der Landeshauptstadt. Sie beschäftigt 2.112 Mitarbeiter und Lehrbeauftragte sowie 567 wissenschaftliche und studentische Hilfs­kräfte. Von ihr wurden 1996 Aufträge für 15,5 Millionen DM an Unternehmen in Brandenburg vergeben und 30 Millionen DM in Gebäude und technische Ausrü­stung investiert. Sie zahlt pro Jahr rund 1 Million DM Steuern und Abgaben an Stadt und Land und verstärkt den Zuzug steuer­zahlender, investierender und konsumie­render Bürger in der Region. Durch die Eröffnung beruflicher Perspektiven und das Schaffen von Lebensqualität wirkt sie der Desorientierung junger Menschen ent­gegen und trägt zur inneren Sicherheit bei. Ferner gewährleistet die Hochschule eine qualifizierte Ausbildung für die junge Ge­neration, fördert durch ihre Weiterbil­dungsaktivitäten das Ausbildungsniveau der im Beruf Stehenden und wirkt am tech­nologischen Fortschritt in Brandenburg mit -u.a. durch21 in 1996 angemeldete Paten­te sowie diverse Firmengründungen ihrer Mitglieder.

Die Demonstranten der Potsdamer Univer­sität forderten deshalb gemeinsam mit den anderen Bündnismitgliedern den Landtag auf, die brandenburgische Finanzplanung umzusteuern, die Mittel auf die Zukunfts­investitionen zu konzentrieren und die Hochschulen weiter aufzubauen. Hg.

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Die kalten Füße der Redakteurinnen aus dem Pressereferat - auf unserem Foto ist Petra Görlich (links) abgebildet - haben sich gelohnt: Viele Interessenten fanden den Weg zum Stand der Universität Potsdam auf dem Bildungsfest am Alten Markt. Foto: Fritze

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