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BREITE PROTESTWELLE SORGTE FÜR GRÖSSTE MASSENDEMONSTRATION SEIT DER WENDE
Universität Potsdam Mitglied des „Bildungsbündnisses" - Beteiligung an Bildungsfest und Demonstration
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Auch Mitarbeiter und Studierende der Universität Potsdam beteiligten sich an der Demonstration.
Foto: Tnbukeit
Als sich im Dezember letzten Jahres abzeichnete, daß der Haushaltsentwurf 1997 vom Landtag bezüglich der Ausgaben für die wissenschaftlichen Hochschulen unverändert akzeptiert werden würde, hat sich die Universität Potsdam dem „Bündnis für eine gute Erziehung und Bildung in Brandenburg" angeschlossen. Ihm gehören u.a. auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Brandenburg, der Brandenburgische Pädagogenverband, der Deutsche Philologenverband, der Landeslehrer- und der Landesschülerinnenrat sowie der DGB, Landesbezirk Berlin-Brandenburg, an. Gemeinsam mit der GEW Brandenburg veranstalteten die Bündnismitglieder am 11. Dezember 1996 - dem Täg, an dem im Landtag die 97'er Haushalte der Ministerien für Bildung, Jugend und Sport und für Wissenschaft, Forschung und Kultur beraten wurden - ein großes Bildungsfest auf dem Alten Markt in Potsdam. Anschließend zogen die rund 15.000 aus allen Landesteilen Zusammengekommenen als Demonstranten vor den Landtag.
Die Universität Potsdam beteiligte sich zunächst mit zwei Ständen am Bildungsfest auf dem Alten Markt. Organisiert und betreut von den Redakteurinnen des Referates für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, präsentierte sich die größte Hochschule des Landes dabei mit ihren Studien- und Weiterbildungsangeboten sowie Forschungsleistungen aus sämtlichen Bereichen. Sie erreichte auf diesem Wege eine Klientel, die zum Tbil noch großen Informationsbedarf hinsichtlich der Leistungen der Potsdamer Universität hatte. Entsprechend interessiert wurden bei den Redakteurinnen die diver
sen Matenalien nachgefragt. Doch auch an den 38 Ständen der anderen Bündnis- mitglieder herrschte reges Treiben. Bis zu den frühen Abendstunden hatte sich der ganze Marktplatz mit Schülern, Lehrern, Erzieherinnen, GEW-Mitgliedern, Uni-Mitarbeitern, Studierenden und vielen anderen mehr gefüllt, wurden die Hüpfburg frequentiert, heißer Tbe ausgeschenkt und dem Bühnenprogramm gelauscht.
Als sich die rund 15.000 Personen anschließend zu der größten Demonstration seit der Wende 1989 unterhalb des Landtages versammelt hatten, erachteten es nur der SPD- Fraktionsvorsitzende Wolfgang Birthler und die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Angelika Peter, für nötig, sich die Reden der von der Menge Abgeordneten anzuhören. Ihre einzige Reaktion vor der Presse: Es hätte sich dabei um eine polemische Veranstaltung gehandelt, bei der die Emotionen durch falsche Informationen aufgeputscht worden seien.
Die zentrale Botschaft der Universität Potsdam lautete bei dieser Protestveranstaltung: Wissenschaft schafft
Arbeitsplätze, Wissenschaft schafft Sicherheit, Wissenschaft schafft Zukunft. Belegt wurden diese Aussagen durch konkrete Zahlen; so ist die Hochschule beispielsweise der zweitgrößte Arbeitgeber in der Landeshauptstadt. Sie beschäftigt 2.112 Mitarbeiter und Lehrbeauftragte sowie 567 wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Von ihr wurden 1996 Aufträge für 15,5 Millionen DM an Unternehmen in Brandenburg vergeben und 30 Millionen DM in Gebäude und technische Ausrüstung investiert. Sie zahlt pro Jahr rund 1 Million DM Steuern und Abgaben an Stadt und Land und verstärkt den Zuzug steuerzahlender, investierender und konsumierender Bürger in der Region. Durch die Eröffnung beruflicher Perspektiven und das Schaffen von Lebensqualität wirkt sie der Desorientierung junger Menschen entgegen und trägt zur inneren Sicherheit bei. Ferner gewährleistet die Hochschule eine qualifizierte Ausbildung für die junge Generation, fördert durch ihre Weiterbildungsaktivitäten das Ausbildungsniveau der im Beruf Stehenden und wirkt am technologischen Fortschritt in Brandenburg mit -u.a. durch21 in 1996 angemeldete Patente sowie diverse Firmengründungen ihrer Mitglieder.
Die Demonstranten der Potsdamer Universität forderten deshalb gemeinsam mit den anderen Bündnismitgliedern den Landtag auf, die brandenburgische Finanzplanung umzusteuern, die Mittel auf die Zukunftsinvestitionen zu konzentrieren und die Hochschulen weiter aufzubauen. Hg.
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Die kalten Füße der Redakteurinnen aus dem Pressereferat - auf unserem Foto ist Petra Görlich (links) abgebildet - haben sich gelohnt: Viele Interessenten fanden den Weg zum Stand der Universität Potsdam auf dem Bildungsfest am Alten Markt. Foto: Fritze
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