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(1.1.2019) 01
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MIT WACHEN AUGEN DURCH DAS STUDIUM

Ausländische Praktikantinnen in Potsdam

henden Plätzen in Forschungsinstituten und Firmen so weit wie möglich in Übereinstimmung zu bringen seien.

Im Jahre 1996 konnte die Uni an acht IAESTE-Studenten aus den USA, Kanada, Tsche­chien, Kroatien, Spanien, Un­garn, Brasilien und der Türkei Plät­ze vermitteln. Dabei ist die enge Ko Operation mit außeruniversitären For- schungseinnchtungen, wie dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam- Rehbrücke (DlfE), von großem Nutzen.

Der gemeinsam von Uni und DlfE für die Bereiche Allgemeine Ernährungswissen­schaft und Ernährungsepidemiologie beru­fene Prof. Dr. Hans-Joachim Zunft verweist bereits auf gute Erfahrungen mit ausländi­schen Studierenden. Denn seit 1995 hat er Kontakte zu IAESTE-Praktikanten. Begeistert zeigt sich der Wissenschaftler vom Engage­ment der jungen Leute, Dennwenn sich jemand für ein solches Praktikum bewirbt, ist das ein Beleg dafür, daß er mit wachen Au­gen durch sein Studium geht, daß er sich intensiver als andere um seine Fortbildung kümmert. Das Geben und Nehmen beruhe dabei auf Gegenseitigkeit.Wir stellen den Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Praktikanten leisten mit ihren oftmals sehr eigenständigen Untersuchungen wichtige Beiträge zu lau­fenden Studien und Forschungsprojekten.' 1

Zu jenen, die nach derartigen Wegen su­chen, gehören die Brasilianenn Cätia Goncalves Ronchi von der Universi­tät Säo Paolo, die Kroatin Marija- Jasna Basiic von der Univer­sität Zagreb und die Tbche- chin Zuzana Radovä vom Insti­tute of Chemical Technology Prag. Sie erweiterten kürzlich für jeweils drei Monate in Potsdam ihr Wissen auf verschiedenen Gebieten der Ernährungs­wissenschaft. Die Professoren Dr. Michael Blaut, Gastrointestinale Mikrobiologie, und Dr. Wolfgang Meyerhof, Molekulare Genetik, unterstützten sie dabei. Zuzana Radovä hält es für notwendig, als Lebensmitteltech- nologm den Blick nicht nur auf die chemi­sche Seite der Lebensmittel, sondern auch auf deren Wirkung im Organismus zu ach­ten. Vor diesem Hintergrund sei ihr Aufent­halt am DlfE besonders sinnvoll gewesen. Die Bio-Chemie- und Pharmazie-Studentin Cätia G. Ronchi hebt insbesondere die Zeit- schriftenkolloquia mit Fachleuten hervor. Marija Basuc beschäftigt sich mit medizini­scher Biochemie und verschaffte sich in Potsdam einen gründlichen Überblick über Methoden auf ihrem Gebiet. Alle drei sind glücklich, nach Potsdam gekommen zu sein". Sie sind sich darin einig, Wertvolles vor allem für ihre spätere Berufstätigkeit gelernt zu haben. B.E.

WIEDER KATHOLISCHE STUDENTENGEMEINDE

Das Grundstudium ist beendet, noch fehlt jedoch weitgehend Praxiserfahrung. Was ist in dieser Situation für einen Studieren­den sinnvoller, als ein Praktikum im jewei­ligen Fachgebiet, vielleicht sogar im Aus­land, zu absolvieren. Bei der Suche nach dem entsprechenden Platz kann die Inter­national Association for the Exchange of Students for Technical Experience (IAESTE) hilfreich zur Seite stehen.

1948 als unabhängige, internationale Orga­nisation gegründet, verfolgt sie das Ziel, Studierenden vor allem der technischen, naturwissenschaftlichen, land- und forst­wirtschaftlichen Fächer eine praktische Ausbildung im Ausland zu vermitteln. Durch den weltweiten Praktikantenaus­tausch leistet IAESTE, ein Programm des Deutschen Akademischen Austauschdien­stes (DAAD), nicht zuletzt einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung.

An der Uni Potsdam betreut das Akademi­sche Auslandsamt gemeinsam mit zwei Stu­dierenden das Programm.Die Hochschu­le speist über den DAAD ihre Praktikums­plätze in einen internationalen Pool ein, er­hält ihrerseits daraus Plätze für eigene An­wärter, erzählt die Leiterin des Auslands­amtes, Antje Bürger. Nicht immer verlaufe diese Prozedur problemlos, weil die Interes­sen der Bewerber mit den zur Verfügung ste-

AUCH IN POTSDAM

Studienprobleme sind es eher weniger, die Stefan Mikulski mit den bei ihm versammel­ten jungen Leuten bespricht. In den ange­regten Disputen spielen vielmehr weltliche wie konfessionelle Angelegenheiten eine Rolle. Der 28jährige Studentenseelsorger jedenfalls steht für alle Gesprächsthemen offen. Zu ihm kommen einmal wöchentlich rund 15 bis 20 Studenten, die der gemeinsa­me katholische Glaube zusammenführt. Den durchaus gemütlichen Treffen der kleinen Gruppe im in der Potsdamer Hegelallee befindlichen Pfarrhaus geht traditionell zu­nächst eine geistliche Viertelstunde in der nahegelegenen Propstei-Kirche am Bassin- Platz voraus. Die meisten der sich einfin­denden Kommilitonen stammen allerdings nicht aus der Region.Es sind Zugezogene aus den alten Bundesländern und Berlin, so Mikulski. Wert legt er auf das Eigenenga­gement der künftigen Historiker, Pädagogen oder Volkswirte. So organisieren sie bei­spielsweise in eigener Regie Kabarett-Besu­che, veranstalten Koch-Abende, initiieren Diskussionsrunden. Das jedoch geschieht ausschließlich während des Vorlesungs-

zeitraums. In den Semesterfenen fallen die Zusammenkünfte aus.

Seit Februar leitet der gebürtige Spandauer die Studentengemeinde. Zuvor hatte er in Schwedt/O. erste praktische Erfahrungen auf seinem langen Ausbildungsweg zum Pfarrer gesammelt. Die brandenburgische Landeshauptstadt ist für den jungen Mann gleichfalls nur Zwischenstation. Nach drei Jahren muß er auch sie wieder verlassen. Dann ruft eine neue, jetzt noch unbekannte Aufgabe. Die gegenwärtige übrigens hängt direkt mit der eigentlichen Profession als Potsdamer Kaplan zusammen. In dessen Zuständigkeit fallen immerhin nahezu 2500 Gläubige. Damit reiht sich das Gebiet süd­lich der Nuthe, einschließlich Bornstedt, Bornim und weiterer Dörfer durchaus in die regional üblichen Gegebenheiten ein. Schließlich ist Brandenburg nicht gerade eine Hochburg des Katholizismus. Allein die Zahlen sprechen für sich: 92 Prozent der Bevölkerung gehören keiner Konfession an, sieben Prozent folgen der evangelischen und nur ein Prozent der katholischen Lehre. Dennoch konstatiert Mikulski für seine Kir­

che zwarwenig Boden, aber gro­ße Chancen.

Jener Optimis­mus entspringt wohl auch der Be­schäftigung mit den Studieren­den.Die Studen- tengemeinde wird derzeit grö­ßer, nicht kleiner, berichtet der 1994 in Berlin zum Prie­ster Geweihte.

Zukunftssorgen gäbe es deshalb für sie kaum. Über Zulauf würden sich deren Mitglieder trotzdem freu­en.Bei uns wird keiner missioniert. Wer will, kann mitmachen, so der Geistliche.Ich weiß aber, daß viele Berührungsängste exi­stieren. pQ

Das Pfarrhaus befindet sich in der Hegel­allee 55, 14467 Potsdam. Die Tel.-Nr. Kaplan Mikulskis lautet: 0331/270 5060.

Kaplan Stefan Mikulski betreut seit fast einem Jahr die Katholische Stu­dentengemeinde in Pots­dam. Foto: Fritze

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