MIT WACHEN AUGEN DURCH DAS STUDIUM
Ausländische Praktikantinnen in Potsdam
henden Plätzen in Forschungsinstituten und Firmen so weit wie möglich in Übereinstimmung zu bringen seien.
Im Jahre 1996 konnte die Uni an acht IAESTE-Studenten aus den USA, Kanada, Tschechien, Kroatien, Spanien, Ungarn, Brasilien und der Türkei Plätze vermitteln. Dabei ist die enge Ko Operation mit außeruniversitären For- schungseinnchtungen, wie dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam- Rehbrücke (DlfE), von großem Nutzen.
Der gemeinsam von Uni und DlfE für die Bereiche Allgemeine Ernährungswissenschaft und Ernährungsepidemiologie berufene Prof. Dr. Hans-Joachim Zunft verweist bereits auf gute Erfahrungen mit ausländischen Studierenden. Denn seit 1995 hat er Kontakte zu IAESTE-Praktikanten. Begeistert zeigt sich der Wissenschaftler vom Engagement der jungen Leute, Denn „wenn sich jemand für ein solches Praktikum bewirbt, ist das ein Beleg dafür, daß er mit wachen Augen durch sein Studium geht, daß er sich intensiver als andere um seine Fortbildung kümmert“. Das Geben und Nehmen beruhe dabei auf Gegenseitigkeit. „Wir stellen den Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Praktikanten leisten mit ihren oftmals sehr eigenständigen Untersuchungen wichtige Beiträge zu laufenden Studien und Forschungsprojekten.' 1
Zu jenen, die nach derartigen Wegen suchen, gehören die Brasilianenn Cätia Goncalves Ronchi von der Universität Säo Paolo, die Kroatin Marija- Jasna Basiic von der Universität Zagreb und die Tbche- chin Zuzana Radovä vom Institute of Chemical Technology Prag. Sie erweiterten kürzlich für jeweils drei Monate in Potsdam ihr Wissen auf verschiedenen Gebieten der Ernährungswissenschaft. Die Professoren Dr. Michael Blaut, Gastrointestinale Mikrobiologie, und Dr. Wolfgang Meyerhof, Molekulare Genetik, unterstützten sie dabei. Zuzana Radovä hält es für notwendig, als Lebensmitteltech- nologm den Blick nicht nur auf die chemische Seite der Lebensmittel, sondern auch auf deren Wirkung im Organismus zu achten. Vor diesem Hintergrund sei ihr Aufenthalt am DlfE besonders sinnvoll gewesen. Die Bio-Chemie- und Pharmazie-Studentin Cätia G. Ronchi hebt insbesondere die Zeit- schriftenkolloquia mit Fachleuten hervor. Marija Basuc beschäftigt sich mit medizinischer Biochemie und verschaffte sich in Potsdam einen gründlichen Überblick über Methoden auf ihrem Gebiet. Alle drei sind „glücklich, nach Potsdam gekommen zu sein". Sie sind sich darin einig, Wertvolles vor allem für ihre spätere Berufstätigkeit gelernt zu haben. B.E.
WIEDER KATHOLISCHE STUDENTENGEMEINDE
Das Grundstudium ist beendet, noch fehlt jedoch weitgehend Praxiserfahrung. Was ist in dieser Situation für einen Studierenden sinnvoller, als ein Praktikum im jeweiligen Fachgebiet, vielleicht sogar im Ausland, zu absolvieren. Bei der Suche nach dem entsprechenden Platz kann die International Association for the Exchange of Students for Technical Experience (IAESTE) hilfreich zur Seite stehen.
1948 als unabhängige, internationale Organisation gegründet, verfolgt sie das Ziel, Studierenden vor allem der technischen, naturwissenschaftlichen, land- und forstwirtschaftlichen Fächer eine praktische Ausbildung im Ausland zu vermitteln. Durch den weltweiten Praktikantenaustausch leistet IAESTE, ein Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), nicht zuletzt einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung.
An der Uni Potsdam betreut das Akademische Auslandsamt gemeinsam mit zwei Studierenden das Programm. „Die Hochschule speist über den DAAD ihre Praktikumsplätze in einen internationalen Pool ein, erhält ihrerseits daraus Plätze für eigene Anwärter“, erzählt die Leiterin des Auslandsamtes, Antje Bürger. Nicht immer verlaufe diese Prozedur problemlos, weil die Interessen der Bewerber mit den zur Verfügung ste-
AUCH IN POTSDAM
Studienprobleme sind es eher weniger, die Stefan Mikulski mit den bei ihm versammelten jungen Leuten bespricht. In den angeregten Disputen spielen vielmehr weltliche wie konfessionelle Angelegenheiten eine Rolle. Der 28jährige Studentenseelsorger jedenfalls steht für alle Gesprächsthemen offen. Zu ihm kommen einmal wöchentlich rund 15 bis 20 Studenten, die der gemeinsame katholische Glaube zusammenführt. Den durchaus gemütlichen Treffen der kleinen Gruppe im in der Potsdamer Hegelallee befindlichen Pfarrhaus geht traditionell zunächst eine geistliche Viertelstunde in der nahegelegenen Propstei-Kirche am Bassin- Platz voraus. Die meisten der sich einfindenden Kommilitonen stammen allerdings nicht aus der Region. „Es sind Zugezogene aus den alten Bundesländern und Berlin“, so Mikulski. Wert legt er auf das Eigenengagement der künftigen Historiker, Pädagogen oder Volkswirte. So organisieren sie beispielsweise in eigener Regie Kabarett-Besuche, veranstalten Koch-Abende, initiieren Diskussionsrunden. Das jedoch geschieht ausschließlich während des Vorlesungs-
zeitraums. In den Semesterfenen fallen die Zusammenkünfte aus.
Seit Februar leitet der gebürtige Spandauer die Studentengemeinde. Zuvor hatte er in Schwedt/O. erste praktische Erfahrungen auf seinem langen Ausbildungsweg zum Pfarrer gesammelt. Die brandenburgische Landeshauptstadt ist für den jungen Mann gleichfalls nur Zwischenstation. Nach drei Jahren muß er auch sie wieder verlassen. Dann ruft eine neue, jetzt noch unbekannte Aufgabe. Die gegenwärtige übrigens hängt direkt mit der eigentlichen Profession als Potsdamer Kaplan zusammen. In dessen Zuständigkeit fallen immerhin nahezu 2500 Gläubige. Damit reiht sich das Gebiet südlich der Nuthe, einschließlich Bornstedt, Bornim und weiterer Dörfer durchaus in die regional üblichen Gegebenheiten ein. Schließlich ist Brandenburg nicht gerade eine Hochburg des Katholizismus. Allein die Zahlen sprechen für sich: 92 Prozent der Bevölkerung gehören keiner Konfession an, sieben Prozent folgen der evangelischen und nur ein Prozent der katholischen Lehre. Dennoch konstatiert Mikulski für seine Kir
che zwar „wenig Boden, aber große Chancen“.
Jener Optimismus entspringt wohl auch der Beschäftigung mit den Studierenden. „Die Studen- tengemeinde wird derzeit größer, nicht kleiner“, berichtet der 1994 in Berlin zum Priester Geweihte.
Zukunftssorgen gäbe es deshalb für sie kaum. Über Zulauf würden sich deren Mitglieder trotzdem freuen. „Bei uns wird keiner missioniert. Wer will, kann mitmachen“, so der Geistliche. „Ich weiß aber, daß viele Berührungsängste existieren.“ pQ
Das Pfarrhaus befindet sich in der Hegelallee 55, 14467 Potsdam. Die Tel.-Nr. Kaplan Mikulskis lautet: 0331/270 5060.
Kaplan Stefan Mikulski betreut seit fast einem Jahr die Katholische Studentengemeinde in Potsdam. Foto: Fritze
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