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(1.1.2019) 04
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PAPIERLOSES BÜRO Potsdamer Mathematiker auf der CeBIT97

Seit mehreren Jahren werden unter der Leitung von Dr. Peter Maaß, Professor für Numerische Mathematik an der Universi­tät Potsdam, Hochleistungsalgorithmen für aktuelle Problemstellungen in der Bildverarbeitung entwickelt. Auf der dies­jährigen CeBIT97 in Hannover wurden Resultate zu drei wichtigen Forschungs­und Entwicklungsschwerpunkten der Öf­fentlichkeit vorgestellt.

Riesige Papierarchive warten auf ihre Digi­talisierung. Die Ablage in große Datenban­ken steht und fällt mit der automatischen Erkennung der Attribute(Schlüsselinforma­tionen). Bei kleinen Schriften, verklebten Buchstaben, vergilbten oder verschmutzten Dokumenten stößt die kommerzielle Texter­kennungssoftware(OCR) schnell an ihre Grenzen. Mit ausgefeilten mathematischen Techniken werden diese scheinbaren Er­kennungsgrenzen aufgelöst. Auf diesen mathematischen Innovationen, für die im September 1996 ein Patent erteilt wurde, baut das Programmsystem ARTEX auf. Sein Anwendungsbereich erstreckt sich von de Archivierung strukturierter Formulare, wie technische Zeichnungen, CAD-Vorlagen, Be­stellformulare, über die kostengünstige Aus­wertung von Fragebögen bis hin zur Erfas­

sung alter und neuer Buchbestände und Bibliothekskarteien. Nicht nur für das papier­lose Büro eröffnet ARTEX neue Horizonte.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Wave­etmethoden. Damit lassen sich in Kombina­tion mit Diffusionsgleichungen Kompres­sionsraten in der Bildverarbeitung erzielen, die höher als bei MPEG, Graphikstandard, sind. Erhebliche Performance-Probleme bei der Bildübertragung, z.B. Bildtelefon, verlieren dadurch ihren Schrecken. Das Potsdamer Wavelet Programmpaket(PWP) arbeitet auf der Basis modernen mathema­tischen Know Hows Zum Dritten sind die erzielten Erfolge in der Computertomographie zum Teil spektaku­lär. Wesentlich für ihr Funktionieren ist je­doch, daß die Röntgenquelle mit hoher Prä­zision um das Beobachtungsobjekt herum geführt werden kann. Ein Einsatz der klas­sischen Techniken zur Beurteilung der Qua­lität großer Objekte, wie einer Flugzeug­tragfläche, ist daher nicht möglich. Mit mo­dernen mathematischen Methoden lassen sich jedoch aus wenigen Meßdaten und re­lativ einfachen Meßgeometrien zumindest noch Risse, Sprünge, Luftblasen und ande­re Materialstörungen aufspüren. Im Rahmen eines vom Land Brandenburg geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens

BESUCH AUS SIOUX FALLS

Auf Einladung der Stadtverwaltung weilte Dr. Richard Hanson(links), Vice-President for Aca­demic Affairs des Augustana College Sioux Falls, in Potsdam. Auf dem Programm stand auch ein Besuch an der Universität Potsdam, hier mit der Prorektorin für Lehre und Studium, Prof. Dr. Bärbel Kirsch. Beide Einrichtungen tauschen seit einigen Jahren Studenten aus. Nach einem

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Empfang im Rektorat hielt Hanson vor interes­sierten Wissenschaftlern und Verwaltungsmit­arbeitern einen Vortrag zum ThemaWhat Is a Bachelor degree. Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die Erhöhung der Attrak­tivität deutscher Hochschulen im Ausland stieß dieses Thema auf Anklang und wurde lebhaft diskutiert. R.N./Foto: Fritze

Bald ohne Bücher und Akten? Abb.: Oliver Weiss

wird in Zusammenarbeit mit der WiSenT GmbH eine prototypische Lösung für einen 3D-Konturtomographen entwickelt. A.B.

Forschungsgruppe Solarthermie auf Hannover-Messe

Die Forschungsgruppe Solarthermie des In­stituts für Berufspädagogik der Universität Potsdam stellte sich mit ihrem Serviceange­bot vom 14. bis 19. April 1997 auf der welt­größten Industriemesse in Hannover vor. Auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Bran­denburg in Halle 18 wurde vor allem das Lei­stungsspektrum präsentiert, das die For­scher im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des FörderprogrammsSolar­thermie 2000 im Auftrag des Bundesfor­schungsministeriums(BMBF) erbringen. Die Forschungsgruppe ist in Zusammenar­beit mit der Zentralstelle für Solartechnik (ZfS) für die wissenschaftliche Betreuung des Programms in den Bundesländern Bran­denburg und Berlin verantwortlich. Zum Lei­stungsspektrum gehören neben der Begut­achtung von Objekten die Beratung von Be­treibern, Planern und Handwerksbetrieben, die Planung der meßtechnischen Ausstat­tung der Anlagen, die Ausführung meßtech­nischer Untersuchungen sowie die Auswer­tung der in mehrjährigen Meßreihen gewon­nenen Ergebnisse. ‚Wir würden ein stärke­res Engagement vor allem öffentlicher Ein­richtungen für den Einsatz erneuerbarer En­ergien begrüßen, betont Institutsdirektor Prof, Dr. Ernst Schmeer.Die Mittel und das Know-how hierfür sind vorhanden.

Im ProgrammSolarthermie 2000 werden von 1993 bis 2002 solarthermische Demon­strationsanlagen zur Warmwasserbereitung mit einer Größe von mindestens 100 Qua­dratmeter Kollektorfläche in öffentlichen Gebäuden schwerpunktmäßig in den neu­en Bundesländern finanziell unterstützt. Damit soll ein Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit solarthermischer Anla­gen geleistet werden. Voraussetzung für die Förderung ist ein täglicher Warmwasser­bedarf von mindestens 7.000 Litern bezo­gen auf eine Speichertemperatur von 60°C. Die solaren Nutzwärmekosten sollen deut­lich unter 0,30 DM je kWh liegen. Zg.

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PUTZ 4/97