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(1.1.2019) 05
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EIN ZEICHEN GEGEN AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT

Studienstiftung des deutschen Volkes verlieh Theodor-Fontane-Preise

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das größte deutsche Begabtenför­derungswerk; Studierende aller Hoch­schultypen profitieren von der Arbeit des eingetragenen Vereins, der von Bund, den Ländern und Kommunen, dem Stif­terverband für die Deutsche Wissen­schaft, einer Vielzahl von Stiftungen und mehr als 6000 privaten Sponsoren getra­gen wird. Neu ist in der Tätigkeit der Stu­dienstiftung die Vergabe von Theodor­Fontane-Preisen an jeweils zehn ihrer Sti­pendiaten, die ein Zeichen gegen auslän­derfeindliche Tendenzen in unserer Ge­sellschaft gesetzt haben. 1996 erstmals in Bonn vergeben, wurde die diesjährige Preisverleihung seitens der Stiftung an der Universität Potsdam durchgeführt.

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‚Wir wollten diese Preisverleihung gerne 1 der Umgebung vornehmen, in der der Dichter Fontane gelebt und gewirkt hat erklärte der Generalsekretär der Studien­stiftung, Dr. Gerhard Teufel, dazu. Gebo­ren worden sei die Idee dafür bei einem Zusammentreffen des Präsidenten der Stif­tung, Prof. Dr. Helmut Altner, mit der Pro­rektorin für Entwicklungsplanung und Fi­nanzen der Uni, Prof. Dr. Helene Harth. Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder gab nun der Hoffnung Ausdruck, daß die­se Fontane-Preisverleihung nicht die letz­te an der Universität Potsdam gewesen sein möge. Das Sinnfällige der Wahl eines Ortes in der Mark Brandenburg belegte nicht zuletzt Prof. Dr. Hans N. Weiler, der Rektor der Europa-Universität Frankfurt/ Oder, in seinem Festvortrag zur Preisver­leihung. Unter dem TitelFontane, die Grenze und das Fremde Randbemerkun­gen eines späten Brandenburgers be­scheinigte er dem Dichter vor allem in sei­nem späten Werk zahlreiche Grenzüber­schreitungen und einen freien Geist. Auch hob er die Mark als gegebenen Ort der Vermittlung zwischen Ost- und West-Euro­pa hervor.

Die zehn Preisträger fünf deutsche und fünf ausländische Stipendiaten- zeichnen sich jedenfalls alle durch aktive Bemühun­gen, Fremde zu integrieren und somit über die verschiedenen Nationen hinweg Brük­ken zu bauen, aus. Eckart Hohmann bei­spielsweise hat mit einem Freund und ei­nem rumäniendeutschen Lehrer nach dem Ende des sozialistischen Regimes jährli­che Hilfslieferungen nach Rumänien initi­jert und durchgeführt, Spendengelder ge­sammelt, davon landwirtschaftliche Ma­schinen gekauft und diese nach Rumänien transportiert. Mittlerweile konnten die Hel­fer zwei landwirtschaftliche Betriebe bei Temeschburg mit aufbauen sowie ein

Da herausragende Leistungen nicht im gesellschaftslosen Raum stattfinden, setzt sich die Studienstiftung des deutschen Volkes mit dem Wohin und Wozu ihrer Förderung auseinander. Mit der Verleihung der Theodor-Fontane-Preise verfolgt ihr Präsident, Prof. Dr. Helmut Altner(r.), auch die Vision, zu einer Gesellschaft beizutragen, in der jeder selbständig Verantwortung übernimmt und Toleranz walten läßt. Unser Foto zeigt Helmut Altner im Gespräch mit Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang

Loschelder bei der Preisverleihung.

Krankenhaus und eine Schule unterstüt­zen. Elke Wisch hingegen wandte sich be­sonders den sozialen und politischen Aspekten der jungen afro-amerikanischen Geschichte und Bürgerrechtsbewegung in

den USA zu, arbei­ete z. B. fürCross­roads, eine Non­Profit-Organisation zur Betreuung und Förderung von Kin­dern sozialschwa­cher Familien in North-Carolina, war reie Mitarbeiterin in einem UNICEF­Projekt in Ruanda und wirkt augen­

blicklich für die UNICEF in Liberia. Die weiteren Preis­träger, deren Enga­gement mit jeweils 5000,- DM hono­riert wurde, sind: Enver Arslantas aus Andirin/Türkei, Sa­scha Ebeling aus Soest, Natascha Sadr Haghighian aus Gießen, Volodi­mir Klebanov aus Charkow/Ukraine, Ed­ward Kanterian aus Bukarest/Rumänien, Ana-Maria Lupas aus Bukarest/Rumänien, Tobias Reindl aus Vilshofen und Fabian Schwarz aus Berlin, Hg.

Foto: Fritze

HISTORISCHE ANEKDOTEN UND MATHEMATISCHE FORMELN

FünfteEuler Vorlesung im Schloßtheater des Neuen Palais

Professor Dr. Haim Brezis im Schloßtheater des

Neuen Palais.

Foto: Fritze

DieEuler Vorlesung in Sanssouci ist an der Universität Potsdam inzwischen zur Tradition geworden. Die feierliche Veran­staltung im Schloßtheater des Neuen Pa­lais wird bereits seit 1993 jährlich von Potsdamer und Berliner mathematischen Instituten organisiert. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr ein Vortrag des fran­zösischen Mathematikers Prof. Dr. Haim Brezis über dieGinzburg-Landau-Glei­chung. Brezis ist seit 1976 Mathematik­Professor an der Universität Paris VI, gibt 27 renommierte mathematische Journale heraus und ist Mitglied mehrerer wissen­schaftlicher Akademien. Zur Einleitung derEuler Vorlesung sprach der Münch­ner Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Ivo Schneider über dieParameter eines Mathematikerlebens zur Zeit von Euler.

Plastisch beschrieb Schneider das Ambi­ente der Ausübung von Mathematik als Beruf im 18. Jahrhundert- einer Zeit, in der Mathematiker größtenteils eben nicht auf sicheren Planstellen bzw. mit Zeit-,

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PUTZ 5/97