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(1.1.2019) 05
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verträgen auf unsicheren Forschungs­stellen saßen, sondern sich oft mit Künst­lern und Literaten um Gunst, Aufmerksam­keit und finanzielle Förderung durch die Aristokratie bemühen mußten.

Die Folgen dieser unsicheren beruflichen Situation waren teilweise kurios: Die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheo­tie und der Kombinatorik entstanden beispielweise aus der Beschäftigung der Wissenschaftler mit dem Glücksspiel. Der Unterhaltungswert der Mathematik wurde oft an ihrem Beitrag zu geistreichen höfi­schen Gesellschaftsspielen gemessen. Daß in diesem Rahmen die Mathematik keineswegs immer positiv gesehen wurde, zeigen nicht zuletzt Briefe des preußischen Königs Friedrich I. an Voltaire, die letztend­lich die vermeintliche Aufgeblasenheit der Mathematik mit dem Ausruf geißeln: vanite des vanites-vanite des mathema­tiques!

Mittel- und Höhepunkt derEuler Vorle­sung war der Vortrag von Haim Brezis. Der international renommierte Wissenschaftler wurde 1944 in Riom es Montagnes gebo­ren. Er promovierte 1971

an der Universität Paris VI und wurde dort von seinen Lehrern vor allem in abstrakte­ren Gebieten der Mathematik und der Ana­lysis glänzend ausgebildet. Schon bald wandte er sich jedoch auch intensiv den Fragen der Anwendung der Mathematik zu. Seine Erkenntnisse auf den Gebieten der Variationsungleichungen und der nichtlinearen partiellen Differentialglei­chungen haben in der Physik(insbesonde­re in der Theorie der Phasenübergänge) das Verständnis der entsprechenden Vor­gänge wesentlich vertieft. Wie sich eine derartige Wechselwirkung von tiefer und strenger Mathematik mit physikalischen Anwendungen vollziehen kann, das erklär­te Brezis in seinem Vortrag mit dem Titel Singularities and Quantization for the Ginzburg-Landau Equation auf ganz bril­lante Art.

Zuvor hatte er erläutert, warum ihn die Ein­ladung nach Potsdam persönlich so tief bewegt hatte. Seine Eltern hatten kurz nach der Machtübernahme der Nationalsoziali­sten ihre Heimat Deutschland verlassen und im Ausland Asyl gesucht- zuerst in den Niederlanden und schließlich in Frank­reichs Wäldern. Dort hat Brezis sein erstes Lebensjahr verbracht. Seinen Vortrag wid­mete der Mathematiker seinen Familienan­gehörigen, die den Nazi-Terror nicht über­lebten. Zg.

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Osteuropaseminar an der Universität

Brandenburg liegt an einer der Außen­grenzen der 15 Mitgliederstaaten zählen­den Europäischen Union(EU). Deshalb sind die Brandenburger besonders daran interessiert,daß die Trennung mitten durch Europa überwunden wird und die Staaten Mittel- und Osteuropas an den politischen und wirtschaftlichen Erfolgen der EU teilhaben. Davon ist Dr. Hans Otto Bräutigam überzeugt. Der brandenburgi­sche Minister der Justiz und für Bundes­und Europaangelegenheiten ließ es sich darum nicht nehmen, die Eröffnung des EuropaseminarsOsteuropa+ Westeuro­pa= Europa an der Universität Potsdam als Schirmherr persönlich vorzunehmen.

Mit dieser und einigen anderen Veranstal­tungen beteiligte sich die Alma mater an der vom 3. bis 11. Mai 1997 zum dritten Mal bundesweit ausgetragenen Europawoche. Die Fachhochschulen und Universitäten des Landes Brandenburg entwickelten nach 1990 ein ganzes Netz von Beziehun­gen zu anderen Ländern der EU. Die bei

scher Hochschulen in bereits existierende oder neu ausgeschriebene Austausch- und Forschungsprogramme zu diskutieren. Der Erfahrungsaustausch über Förderpro­gramme kam ebenso nicht zu kurz. Zu den ca. 50 Teilnehmern gehörten Referenten von nationalen und internationalen Förder­organisationen, wie vom Osteuropa­Verbindungsbüro des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie Bonn, von der Verbindungs­stelle EG der Wissenschaftsorganisationen Brüssel sowie SOKRATES/ERASMUS-Pro­motoren. Insbesondere den Informations­austausch mit den Rektoren bzw. deren Vertretern osteuropäischer Partnerhoch­schulen der Uni sahen die Leiterin des Aka­demischen Auslandsamtes der Alma mater, Dr. Regina Neum, und die Verantwortliche für internationale Forschungskooperation, Dr. Regina Gerber, als sehr nützlich an. Tru­gen die persönlichen Kontakte doch zur In­tensivierung der Zusammenarbeit mit den Universitäten Opole, Poznan, Minsk, der Karls-Universität Prag und der Pädago­

gischen Hochschule

Zielona Gora bei. Beide Da bedauerten allerdings die

teilweise fehlende Reso­nanz aus den Bereichen

An der diesjährigen bundesweiten Europa-Woche beteiligte sich die Universität Potsdam am 5. Mai 1997 mit einem Osteuropaseminar. en Dessen Schirmherrschaft übernahm der brandenburgische Minister der Justiz und für Bundes- und Europaangelegenheiten, Dr. Hans Otto Bräutigam(rechts), hier mit der Prorektorin für Lehre und Studium an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Bärbel Kirsch.

ihrem Aufbau erfahrene Solidarität und Zu­wendung wolle die Hochschule nun weiter­geben, sagte die Prorektorin für Lehre und Studium an der Potsdamer Hochschule, Prof. Dr. Bärbel Kirsch. So führe die Uni die teilweise seit Jahrzehnten gewachsene Be­ziehungen weiter und vertiefe sie.

Wissenschaftler würden, So Bräutigam, nicht unter dem Blick nationaler Enge lei­den. Deshalb seien sie bestens dafür geeig­net, den Boden für ein gemeinsames Euro­

>} der Uni.

Die Seminarteilnehmer debattierten über MöÖög­lichkeiten, im Rahmen von ERASMUS beim Studen­ten- und Dozentenaus­tausch miteinander zu ko­operieren ebenso wie Fra­gen der gegenseitigen An­erkennung der Studien­leistungen. Gerade vor dem Hintergrund der neu­ERASMUS-Antrags­runde bis 15. November 1997 ist die Klärung dieser Probleme von besonderer Bedeutung.

Zu den konkreten Ergeb­nissen des Treffens gehörte die Formulie­rung eines gemeinsamen Forschungs­projektes des Bereiches Festkörperphysik in der Mathematisch-Naturwissenschaftli­chen Fakultät der Hochschule und des In­stitutes für Energetik der Lettischen Aka­demie der Wissenschaften. Dabei geht es um die Entwicklung neuer molekularer Schaltprozesse, die für die Weiterentwick­lung der Mikroelektronik eingesetzt wer­den können.Damit führen wir langjährige

Foto: Tribukeit

http:/www.uni-potsdam.de/ pa zu bereiten. Das Osteuropaseminar und intensive Kontakte fort, so Prof, Dr. u/putz/index.htm diente demzufolge dem Ziel, Möglichkeiten Ludwig Brehmer aus dem Institut für Fest­

der Einbeziehung mittel- und osteuropäil- körperphysik. B.E.

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