POTSDAMER PHYSIKER UND BIOCHEMIKER BEI„SENSOR"97"
Während der vom 13.- 15. Mai dieses Jahres in Nürnberg stattgefundenen„Sensor'97" stellten auf einem Gemeinschaftsstand der Universität Potsdam Prof. Dr. Ludwig Brehmer, Inhaber der Professur für Festkörperphysik, sowie Prof, Dr. Frieder Scheller, Inhaber der Professur für Analytische Biochemie, und deren Mitarbeiter Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vor. Bei der Präsentation der Physiker handelte es sich um zwei Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Mikro-Sensorik. Eine der Innovationen ist eine NiedrigtemperaturEffusionszelle, die eine neuartige Prinziplösung zur schonenden und definierten Verdampfung organischer Materialien beinhaltet. Mit dieser Zelle können ultradünne funktionalisierte Sensorschichten hergestellt werden. Das Gerätesystem arbeitet im Ultrahochvakuum und erfüllt damit sehr hohe Reinheitsanforderungen. Die Zelle ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Professur Festkörperphysik, des Instituts für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik(Teltow-Seehof) sowie der bestec GmbH Berlin. Als zweite Innovation wurde ein biozider Feuchtesensor vorgestellt, der durch eine neue Materialentwicklung erstmals die langzeitstabile Messung der Feuchte in
Der Physiker Jörg Stephan beim Erläutern der Molekularstrahlzelle. Foto: Brehmer
keimbehafteten Atmosphären(Landwirtschaft, Warentransport, Medizin usw.) ermöglicht. Diese Material- und Sensorentwicklung ist das Ergebnis einer Forschungskooperation zwischen dem Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik, der Professur Festkörperphysik und dem Institut für Angewandte Polymerforschung der Fraunhofer Gesellschaft in Teltow-Seehof. Beide Innovationen sind zum Patent angemeldet.
Ein neues Verfahren zum Nachweis kleinster Mengen von Hormonen im menschlichen Körper stellten die Biochemiker vor. In Zusammenarbeit mit der Charite der Berliner Humboldt Universität hat das Institut für Biochemie und Molekulare Physiologie der Potsdamer Alma mater Detektoren entwickelt, die Hormone wie Adrenalin oder Dopamin erkennen. Das Verfahren ist vor allem für die Diagnose von speziellen Gehirn- und Tumorerkrankungen von großer Bedeutung. Zusätzlich präsentierten die Potsdamer Wissenschaftler auch erste Ergebnisse zum Nachweis gefährlicher reaktiver Sauerstoffarten im menschlichen Organismus. Mit dieser Innovation sollen künftig beispielsweise Gewebeschäden bei Organplantationen vermieden werden.
Die Messeteilnahme beider Wissenschaftlerteams wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Brandenburg gefördert und vom Potsdamer Innovations- und Technologie-Transfer organisiert. red.
Im September 1994 gründete sich in Leipzig der„Arbeitskreis Elementare Musikpädagogik an Ausbildungsinstituten in Deutschland“(AEMP). Kürzlich veranstaltete er in Mannheim in Zusammenarbeit mit den Abteilungen„Elementare Musikpädagogik“(EMP) der Universität Potsdam und der Hochschule für Musik Heidelberg/Mannheim ein Symposion zur Ausbildungs- und Berufsfeldsituation der EMP 220 Teilnehmer bildeten das aufgeschlossene Fachpublikum, das sich aus Kollegen anderer Lehrbereiche, wie Vokal- und Instrumentalpädagogen, aus Leitern und Mitarbeitern der Musikschullandschaft sowie interessierten Studierenden bzw. Absolventen des Studienfaches EMP zusammensetzte. Dr. Werner Beidinger, Professor für Elementare Musikpädagogik an der Universität Potsdam, wies dabei auf seine Untersuchung der Stellenangebote im Bereich Musikschule hin. Sie ergab, daß über ein Drittel aller in diesem Berufsfeld ausgeschriebenen Planstellen in Verbindung mit dem Haupt- oder Nebenfach„Elementare Musikpädagogik" angeboten werden. Wie sinnvoll diese am Institut für Musik und Musikpädagogik der Uni Potsdam verbindliche Koppelung eines vokalen oder instrumentalen Hauptfaches mit einem gleichwertigen Hauptfach EMP ist, wurde durch diese statistischen Erhebungen nachdrücklich unterstrichen. Interessiert verfolgten die Tagungsteilnehmer die künstlerischen Darbietungen von Studentengruppen aus Mannheim, Potsdam(unser Foto), Hamburg und Stuttgart. Konnten sie doch verdeutlichen, daß die Elementare Musikpädagogik einen eigenständigen und künstlerischen Fachbereich darstellt und sich nicht in der Vermittlung von Unterrichtsmodellen erschöpft. Großen Beifall erntete dabei der Beitrag der Uni Potsdam, die mit ihrem Stück„Varipulation“, einer 15minütigen Tanztheater-Darbietung mit Live-Musik, vertreten war. W.B./Foto: zg.
Margret Mitzner und Christiane Loschelder ist es gelungen, den vergangenen Oktober erstmalig durchgeführten Damen-Kulturnachmittag für die Ehefrauen und Partnerinnen der Potsdamer Professoren zu einer kleinen Tradition werden zu lassen. So trafen sich auch in diesem Semester wieder zahlreiche Damen zu einem kulturellen Highlight: auf dem Programm standen eine Führung durch die Potsdamer Friedenskirche im Park Sanssouci und ein Orgelkonzert des Kirchenmusikdirektors und Kantors der Kirche, Matthias Jacch(links stehend auf unserem Foto). Danach ging es zu Kaffee und Kuchen in den Senatssaal der Uni. Dort kam man auch überein, die künftig regelmäßigen Treffen nicht nur zu einem besseren gegenseitigen Kennenlernen und einer verstärkten Identifikation mit der Uni und der Stadt Potsdam nutzen zu wollen; vielmehr möchte man zusätzlich im sozialen Bereich wirken und vor allem ausländische Studierende unterstützen. Das kann durch Geldspenden und den Kauf wichtiger Kleidungsstücke geschehen, wie z. B. nach dem ersten Kulturnachmittag, an dem 332,- DM gesammelt und für Weihnachtsgeschenke für die Kinder ausländischer Studierender verwendet wurden. Das soll jedoch auch durch das Unterstützen von Kontakten ausländischer Studierender zu deutschen Familien geschehen. Auf dem diesjährigen Sommerfest der Uni waren Margret Mitzner und Christiane Loschelder jedenfalls mit einem Waffelbäckerstand präsent- die Einnahmen sind für den Sohn einer afrıkanischen Studentin bestimmt, der im August eingeschult wird und dafür noch eine gefüllte Schultüte und geeignete Kleidung braucht, Hg./Foto: Fritze
PUTZ 5/97
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