... UND WIEDER GUTE„NOTEN“ IM RANKING
Uni Potsdam landete auf einem 20. Platz
Der gute Start der Universität Potsdam bei dem großen Uni-Test des Wochenmagazins FOCUS wurde mittlerweile durch erneute ausgezeichnete Plazierungen bestätigt. So holten die Potsdamer Politikund Verwaltungswissenschaftler mit einem dritten Platz die einzige„Medaille“ für Brandenburg, erwiesen sich die Pädagogen als die Siebtbesten bundesweit, erzielten die Historiker einen guten 15. und die Geographen einen 23. Platz unter den deutschen Universitäten.
In zehn Heften der Zeitschrift wurden insgesamt 20 Fächer an 78 Universitäten Deutschlands durch die Studierenden, Professoren und Personalchefs beurteilt. Einbezogen waren dabei der Publikationsindex, das Verhältnis Personal/Studierende, der Anteil ausländischer Studierender, aber auch die räumliche und Bibliotheksausstattung und die Lehrinhalte. Das positive Gesamtergebnis für die Potsdamer Alma mater resultiert insbesondere aus den guten Plätzen der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer: 7. Platz für die Pädagogik(von 55 Bewerteten), 10. Platz für die Psychologie(von 44), 14. Platz für die Germanistik(von 58), 15. Platz für die Geschichte(von 52) und 18. Platz für Jura(von 40). Die Potsdamer Politikwissenschaften erreichten gar einen dritten Platz(von 40). Damit erzielte die Universität Potsdam insgesamt einen 20. Rang. Sie ließ so renommierte Einrichtungen wie die Universitäten Bochum, Göttingen, Kassel oder Oldenburg hinter sich. Zg.
Politik- und Verwaltungswissenschaft mit„Bronzemedaille“
Einen dritten Platz im Focus-Ranking hat der Politik- und Verwaltungswissenschaftliche Studiengang der Universität Potsdam belegt. Die Potsdamer Sozialwissenschaftler wurden damit besser bewertet als so angesehene und etablierte Fachbereiche wie Mannheim, Freiburg und München und lagen immerhin sechs Plätze vor dem Otto-Suhr-Institut der Freien Universität.„Diese Plazierung ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich“, so der Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Professor Dr. Werner Jann. ‚Wir sind stolz, daß wir in praktisch allen Bewertungskriterien gut abSchneiden. Im subjektiven Urteil der Studenten und Kollegen bezüglich unserer Leistun
gen in Lehre und Forschung, aber nicht zuletzt auch in der objektiven Messung unserer Publikationen in angesehenen Zeitschriften. Nur den Personalchefs sind wir anscheinend noch weitgehend unbekannt, aber das wird sich sicherlich demnächst ändern.“
Seine einzige Sorge, so Jann, sei, daß in der derzeitigen Phase des Paniksparens im Öffentlichen Sektor die erfolgreich aufgebauten Strukturen kaputtgespart werden.„Ich hoffe, daß man auch im Finanzministerium und im Landtag merkt und anerkennt, was bisher in Potsdam geleistet wurde, und nicht weiter die Universität Potsdam als Steinbruch für finanzpolitische Zwänge mißbraucht“. W..
Pädagogen sind die Siebtbesten
im Lande
Das Institut für Pädagogik der Universität Potsdam erzielte bei der im FOCUS vorgenommenen Bewertung der erziehungswissenschaftlichen Institute von 55 Universitäten einen siebten Platz. Kein anderes von den Universitätsinstituten in den neuen Bundesländern schnitt dabei besser ab. Diese gute Plazierung wird als Ergebnis einer Organisation des Instituts gewertet, die sich am „Potsdamer Modell der Lehrerbildung“ orientiert. Das Modell sieht zehn Professuren vor, von denen acht derzeit besetzt sind. Das gute Rankingergebnis wird innerhalb der Universität als Ergebnis der intensiven Aufbauleistung der letzten Jahre in Forschung und Lehre gewertet. Ein Gütezeichen des Instituts für Pädagogik besteht darin, daß sowohl die geisteswissenschaftlich-historische Pädagogik als auch die empirisch orientierte Erziehungswissenschaft mit zahlreichen Publikationen national und international hervorgetreten sind. Im empirisch arbeitenden Bereich wurden für Forschung überdurchschnittlich viele Drittmittel vor allem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworben. H.O:
Der 15. Platz für die Historiker
Einen guten 15. Platz unter 52 deutschen Universitäten hat das Fach Geschichte an der Universität Potsdam im FOCUS-Test belegt.„Das Historische Institut der Universität Potsdam wird damit in seiner Konzeption und in seiner mehrjährigen Aufbauarbeit bestätigt“, erklärte dazu Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Leiter des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ) und Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Elf Professuren sind im Institut derzeit besetzt, Schwerpunkte bilden die Frühe Neuzeit, die Brandenburg-preußische Geschichte/Landesgeschichte, Deutsch-jüdische Geschichte und
die erst kürzlich eingerichtete Professur für Militärgeschichte. Belege dafür, daß das Historische Institut und das eng mit einem der beiden Professuren für Neuere Geschichte verbundene Moses Mendelssohn Zentrum schnell Profil gewonnen und zum Bekanntwerden der Universität Potsdam beigetragen haben, liegen in hohen Duittmitteleinwerbungen und internationalen Beziehungen. Die gute Einschätzung im „Focus“ sollte nach Auffassung von Schoeps auch der Brandenburgischen Landesregierung Anlaß sein, ihre Investitionspolitik in die Hochschulen, insbesondere in die Universität Potsdam, positiv zu verändern. J.S.
Der 23. Platz für die Geographie
Den 23. Platz in der Ranking-Liste belegte die Geographie der Universität Potsdam. Insgesamt wurden Institute an 45 Universitäten bewertet. Die gute Ausstattung der Räume und der Bibliothek trugen zu dieser Plazierung bei. Auch das Studentenurteil fiel im Vergleich zu anderen Hochschulen relativ positiv aus. B.E:
AUS DEM KONZIL BERICHTET
Die Mitglieder des 3. Konzils der Universität Potsdam trafen sich am 24. April 1997 zu ihrer dritten Sitzung. Ebenso wie der Senat verabschiedete das Konzil eine Resolution gegen den Abbau der Alma mater. In dem der Öffentlichkeit übergebenen Papier protestiert das Gremium„gegen weitere Kürzungen im personellen und sächlichen Bereich, die die Arbeitsfähigkeit der Universität lahmlegen“. Im Mittelpunkt der Konzilssitzung stand der Rechenschaftsbericht für den Zeitraum vom 1. Oktober 1995 bis 30. September 1996. Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder nahm zur aktuellen Haushaltslage Stellung und informierte über einige Schwerpunkte in der Arbeit der Hochschule während des Berichtszeitraums. Trotz aller Einbrüche im Haushalt habe sich die Alma mater positiv entwickelt:„Der Universität Potsdam geht es nicht gut, aber sie ist gut“. Um deren Leistungskraft in Lehre und Forschung zu belegen, nannte er einige ausgewählte Beispiele: So haben sich die Drittmitteleinnahmen trotz schwieriger werdender Rahmenbedingungen im Haushaltsjahr 1995 gegenüber 1994 um 1,5 Mio. DM auf ca. 12,8 Mio. DM erhöht. Mit der Zustimmung der Deutschen Forschungsgemeinschaft Fortsetzung nächste Seite
PUTZ 5/97
Seite 17