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(1.1.2019) 05
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COUNTDOWN FÜR DEN WISSENSCHAFTSPARK

Baubeginn für erstes Golmer Verfügungsgebäude im Herbst Empfehlung des Wissenschaftsrates

Die VisionWissenschaftspark Golm nimmt Konturen an. Der Wissenschaftsrat hat in seiner jüngsten Stellungnahme grü­nes Licht für das erste Verfügungsgebäu­de der Mathematisch-Naturwissenschaft­lichen Fakultät der Universität Potsdam ge­geben. Noch in diesem Jahr soll der erste Spatenstich für das 75-Millionen-Mark­Projekt erfolgen. Voraussichtlich im Jahr 2001 werden die Chemiker, Biologen und Biochemiker sowie die Ernährungswis­senschaftler die neuen Labore und Büros auf dem naturwissenschaftlichen Campus bezogen haben. Vier Jahre später soll der Wissenschaftspark Golm komplett sein.

‚Wir können jetzt davon ausgehen, daß im Jahr 2005 sämtliche Bauarbeiten abge­schlossen sind, sagt der für die Universi­tät Potsdam zuständige Referatsleiter im Brandenburger Wissenschaftsministerium, Stefan Brandt. Bis dahin sollen insgesamt 450 Millionen Mark in den Wissenschafts­und Technologiestandort investiert werden. Für drei Max-Planck-Institute, das Fraunho­fer-Institut für angewandte Polymerfor­schung und die Mathematisch-Naturwis­senschaftliche Fakultät sind insgesamt neun Neubauten vorgesehen.

Der GolmerBau-Boom wurde bereits im September letzten Jahres von der Max­Planck-Gesellschaft(MPG) eingeläutet. Der Richtkranz für die insgesamt fünf MPG-Ge­bäude soll noch in diesem Jahr gehißt wer­den. Voraussichtlich im Frühjahr 1999 wer­den die Max-Planck-Institute für Kolloid- und Grenzflächenforschung, für molekulare Pflanzenphysiologie und für Gravitations­

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Der Wissenschaftspark Golm nimmt Formen an. Die Max-Planck­Gesellschaft hat bereits im vergangenen Herbst mit ihrem Bauvor­haben begonnen. Im Frühjahr 1999 sollen hier die Institute für Kolloid­und Grenzflächenforschung, für molekulare Pflanzenphysiologie und für Gravitationsforschung einziehen. Wenige hundert Meter entfernt von der Baustelle soll im November der erste Spatenstich für das erste Verfügungsgebäude der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen

Fakultät der Universität Potsdam erfolgen.

forschung ihre neuen Räume beziehen. Auch die Planungen für das Fraunhofer Institut sind bereits abgeschlossen. ‚Wir warten jetzt nur noch auf die Mittel, die bei der Europäi­schen Union beantragt worden sind, so der Verwaltungsleiter Jürgen Koehler. Baubeginn werde voraussichtlich Ende des Jahres sein. Im November soll nach Angaben des Wis­senschaftsministeriums auch der erste Spa­tenstich für das erste Verfügungsgebäude der Universität Potsdam erfolgen. 24.400 Quadratmeter Nutzfläche sollen im ersten Bauabschnitt entstehen. Insgesamt sind drei Gebäude auf einer Fläche von 2,7 Hektarn vorgesehen.Die Planungen für das zweite Gebäude können 1998 beginnen, so Brandt. Baubeginn werde um die Jahrtausendwen­de sein. Drei Jahre später soll dann das drit­te Verfügungsgebäude an der Reihe sein.

Insgesamt positive Entwicklung Die Empfehlung für den baldigen Baubeginn durch den Wissen­schaftsrat erfolgte aufgrundder ins­gesamt positiven Entwicklung der Mathema­tisch-Naturwis­senschaftlichen Fa­kultät in den vergange­nen Jahren. Das Konzept für den Wissenschaftspark Golm seizukunftsfähig und im Vergleich zu den starken na­turwissenschaftlichen Fakultäten der Berliner Universitäten konkur­renzfähig, hieß es in einem Anschreiben zur Stellungnahme. Das für Bund und Länder tätige Expertengremium lobte <! vor allem die interdiszi­plinäre Zusammenarbeit zwischen den über­schaubaren Fachgrup­pen der Universität und die enge Kooperation mit außeruniversitären Ein­richtungen. Diese Empfehlung ist nach der Bestätigung des Gründungskonzeptes der bislang wichtigste Markstein für die Univer­sität, so der Dekan der Mathematisch-Naturwis­senschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Kurths. Besonders erfreulich sei die positive Bewertung

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Foto: Fritze

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der Fächer Biologie, Chemie und Physik, die zuvor noch kritisiert worden waren.

Wenige kritische Zwischentöne In der grundsätzlich positiven Bewertung des Wisenschaftsrates sind nur wenige kri­tische Zwischentöne zu finden. Unbefriedi­gend sei unter anderem das / derzeitige Konzept der A Ernährungswissen­/

schaft. Die aktuelle A Schwerpunkt­A setzung und

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die fachli-< che Ausrich-. tung der Arbeits­

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/ gruppen entspreche x nicht dem Ziel,ein stark X naturwissenschaftliches Pro­

fil zu entwickeln, so die Exper­

ten. Die Ausrichtung auf medizini­sche und ernährungsphysiologische Fragen überschneide sich mit der Aufga­benstellung des Deutschen Instituts für Er­nährungsforschung in Bergholz-Reh­brücke. Die Ausschreibung der Profes­\ suren müsse daher überdacht und die Gesamtkonzeption erneuert werden. Im Institut für Ernährungswissen­schaft sieht man die Einwände gelassen.Das ist für mich kei­ne Kritik, sondern lediglich eine andere Sicht der Dinge, so Institutsleiter Prof, Dr. Jürgen Kroll. Seiner Meinung nach entsprechen die beiden anste­henden Professoren-Berufun­gen für die Ernährungstoxikologie und die Biochemie der Ernährung sehr wohl einem naturwissenschaftlichen Profil. Eine Umorientierung ist jetzt nicht mehr möglich, betont Kroll. Im Wissenschafts­ministerium wird das offenbar ähnlich gese­hen. Nach Angaben von Referatsleiter Stefan Brandt wird die Empfehlung des Wissen­schaftsrates keine unmittelbaren Konse­quenzen für die Ernährungswissenschaft haben:Die Berufungsverfahren werden nicht mehr gestoppt. Erneut hat der Wissenschaftsrat die Einstel­lung des Diplomstudiengangs Geographie gefordert und das, obwohl er keine zu­sätzlichen Kosten verursacht und sich äu­ßerst reger studentischer Nachfrage er­freut. ‚Wir hoffen, daß gewisse Änderungen doch noch zu einer Akzeptanz des Studien­ganges führen werden, so der Leiter des Instituts für Geographie und Geoökologie, Prof. Dr. Wilfried Heller. Auch das Konzept der Informatik entspricht

noch nicht ganz den Vorstellungen des Fortsetzung nächste Seite

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