COUNTDOWN FÜR DEN WISSENSCHAFTSPARK
Baubeginn für erstes Golmer Verfügungsgebäude im Herbst— Empfehlung des Wissenschaftsrates
Die Vision„Wissenschaftspark Golm“ nimmt Konturen an. Der Wissenschaftsrat hat in seiner jüngsten Stellungnahme grünes Licht für das erste Verfügungsgebäude der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam gegeben. Noch in diesem Jahr soll der erste Spatenstich für das 75-Millionen-MarkProjekt erfolgen. Voraussichtlich im Jahr 2001 werden die Chemiker, Biologen und Biochemiker sowie die Ernährungswissenschaftler die neuen Labore und Büros auf dem naturwissenschaftlichen Campus bezogen haben. Vier Jahre später soll der Wissenschaftspark Golm komplett sein.
‚Wir können jetzt davon ausgehen, daß im Jahr 2005 sämtliche Bauarbeiten abgeschlossen sind“, sagt der für die Universität Potsdam zuständige Referatsleiter im Brandenburger Wissenschaftsministerium, Stefan Brandt. Bis dahin sollen insgesamt 450 Millionen Mark in den Wissenschaftsund Technologiestandort investiert werden. Für drei Max-Planck-Institute, das Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät sind insgesamt neun Neubauten vorgesehen.
Der Golmer„Bau-Boom“ wurde bereits im September letzten Jahres von der MaxPlanck-Gesellschaft(MPG) eingeläutet. Der Richtkranz für die insgesamt fünf MPG-Gebäude soll noch in diesem Jahr gehißt werden. Voraussichtlich im Frühjahr 1999 werden die Max-Planck-Institute für Kolloid- und Grenzflächenforschung, für molekulare Pflanzenphysiologie und für Gravitations
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Der Wissenschaftspark Golm nimmt Formen an. Die Max-PlanckGesellschaft hat bereits im vergangenen Herbst mit ihrem Bauvorhaben begonnen. Im Frühjahr 1999 sollen hier die Institute für Kolloidund Grenzflächenforschung, für molekulare Pflanzenphysiologie und für Gravitationsforschung einziehen. Wenige hundert Meter entfernt von der Baustelle soll im November der erste Spatenstich für das erste Verfügungsgebäude der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen
Fakultät der Universität Potsdam erfolgen.
forschung ihre neuen Räume beziehen. Auch die Planungen für das Fraunhofer Institut sind bereits abgeschlossen. ‚Wir warten jetzt nur noch auf die Mittel, die bei der Europäischen Union beantragt worden sind“, so der Verwaltungsleiter Jürgen Koehler. Baubeginn werde voraussichtlich Ende des Jahres sein. Im November soll nach Angaben des Wissenschaftsministeriums auch der erste Spatenstich für das erste Verfügungsgebäude der Universität Potsdam erfolgen. 24.400 Quadratmeter Nutzfläche sollen im ersten Bauabschnitt entstehen. Insgesamt sind drei Gebäude auf einer Fläche von 2,7 Hektarn vorgesehen.„Die Planungen für das zweite Gebäude können 1998 beginnen“, so Brandt. Baubeginn werde um die Jahrtausendwende sein. Drei Jahre später soll dann das dritte Verfügungsgebäude an der Reihe sein.
„Insgesamt positive Entwicklung“ Die Empfehlung für den baldigen Baubeginn durch den Wissenschaftsrat erfolgte aufgrund„der insgesamt positiven Entwicklung“ der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in den vergangenen Jahren. Das Konzept für den Wissenschaftspark Golm sei„zukunftsfähig und im Vergleich zu den starken naturwissenschaftlichen Fakultäten der Berliner Universitäten konkurrenzfähig“, hieß es in einem Anschreiben zur Stellungnahme. Das für Bund und Länder tätige Expertengremium lobte <! vor allem die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den überschaubaren Fachgruppen der Universität und die enge Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen. „Diese Empfehlung ist nach der Bestätigung des Gründungskonzeptes der bislang wichtigste Markstein für die Universität“, so der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Kurths. Besonders erfreulich sei die positive Bewertung
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Foto: Fritze
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der Fächer Biologie, Chemie und Physik, die zuvor noch kritisiert worden waren.
Wenige kritische Zwischentöne In der grundsätzlich positiven Bewertung des Wisenschaftsrates sind nur wenige kritische Zwischentöne zu finden. Unbefriedigend sei unter anderem das / derzeitige Konzept der A Ernährungswissen/
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schaft. Die aktuelle A SchwerpunktA setzung und
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die fachli-< che Ausrich-. tung der Arbeits
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/ gruppen entspreche x nicht dem Ziel,„ein stark X naturwissenschaftliches Pro
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ten. Die Ausrichtung auf medizinische und ernährungsphysiologische Fragen überschneide sich mit der Aufgabenstellung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke. Die Ausschreibung der Profes\ suren müsse daher überdacht und die Gesamtkonzeption erneuert werden. Im Institut für Ernährungswissenschaft sieht man die Einwände gelassen.„Das ist für mich keine Kritik, sondern lediglich eine andere Sicht der Dinge“, so Institutsleiter Prof, Dr. Jürgen Kroll. Seiner Meinung nach entsprechen die beiden anstehenden Professoren-Berufungen für die Ernährungstoxikologie und die Biochemie der Ernährung sehr wohl einem naturwissenschaftlichen Profil. „Eine Umorientierung ist jetzt nicht mehr möglich“, betont Kroll. Im Wissenschaftsministerium wird das offenbar ähnlich gesehen. Nach Angaben von Referatsleiter Stefan Brandt wird die Empfehlung des Wissenschaftsrates keine unmittelbaren Konsequenzen für die Ernährungswissenschaft haben:„Die Berufungsverfahren werden nicht mehr gestoppt.“ Erneut hat der Wissenschaftsrat die Einstellung des Diplomstudiengangs Geographie gefordert— und das, obwohl er keine zusätzlichen Kosten verursacht und sich äußerst reger studentischer Nachfrage erfreut. ‚Wir hoffen, daß gewisse Änderungen doch noch zu einer Akzeptanz des Studienganges führen werden“, so der Leiter des Instituts für Geographie und Geoökologie, Prof. Dr. Wilfried Heller. Auch das Konzept der Informatik entspricht
noch nicht ganz den Vorstellungen des Fortsetzung nächste Seite
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