Heft 
(1.1.2019) 05
Einzelbild herunterladen

Expertengremiums. Das Institut orientiere sich derzeit noch mehr an den Verwal­tungs-, als an den Naturwissenschaften. Der Diplomstudiengang Informatik sollte nur weitergeführt werden,sofern dieser verstärkt auf die Belange der Naturwissen­schaften ausgerichtet wird. Wird diese An­orderung nicht erfüllt, soll die Lehre laut Wissenschaftsrat auf die Lehramts- und Nebenfachsausbildung beschränkt wer­den. So weit wird es nach Ansicht des Insti­utsleiters Prof. Dr. Andreas Schwill nicht kommen: ‚Wir sind zuversichtlich, daß wir die Einwände ausräumen können. Bislang habe man die Möglichkeiten einer stärke­ren Profilierung noch nicht gehabt.Die Hälfte unserer Professoren sind erst seit einem Jahr am Institut, So Schwüill.

Grundausstattungbedenklich

Alsbedenklich stufte der Wissenschafts­rat die durchschnittliche Grundausstattung der Professuren ein.Mittelfristig sollten die Aufwendungen steigen, um die Drittmittel­fähigkeit zu verbessern, heißt es in der Empfehlung. Für den weiteren Ausbau der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fa­kultät hält das Expertengremium 70 bis 80 Professuren nach wie vor für angemessen.

Die derzeitige Strukturplanung des Senats sieht 71 Professuren vor und liegt damit in diesem Rahmen. Insgesamt sind wir hoch zufrieden mit der Einschätzung des Wissenschaftsrates, re­sümiert Dekan Jürgen Kurths die Ergebnis­se. Etwas weniger glücklich verlief die Eva­luation für die Mathematisch-Naturwissen­schaftlichen Fachbereiche der Berliner Humboldt Universiät. Das Konzept für das Wissenschafts- und Technologiezentrum Adlershof lobte der Wissenschaftsrat Zwar alszukunftsweisend und innovativ, die Empfehlung für einen sofortigen Baubeginn blieb dennoch aus. Erst 1998 soll der erste Spatenstich für den Berliner naturwissen­schaftlichen Campus erfolgen.

Die Kooperation zwischen den Berliner und Potsdamer mathematischen und naturwis­senschaftlichen Einrichtungen hat für den Wissenschaftsrat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Die bislang unternommenen Anstrengungen diesbezüglich seien noch nicht ausreichend. Er mahnte vor allem die Berliner Hochschulen an,im weiteren Voll­zug der hochschulinternen Profilierung das Leistungsangebot des Wissenschafts­

standorts Golm entsprechend zu berück­mef

sichtigen.

PARLAMENTARIER IM ZUKÜNFTIGEN

WISSENSCHAFTSPARK

Kurz bevor der Wissenschaftsrat Mitte Mai 1997 seine positive Stellungnahme Zum Aufbau der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam am Standort Golm ab­gab, besuchten die Mitglieder der Ausschüsse für Wissenschaft und Forschung des Abgeordne­tenhauses von Berlin sowie für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landtages Branden­burg Adlershof und Golm. Dabei verschafften sie sich vor Ort einen Eindruck vom Konzept und der Entwicklung dieser Wissenschaftsstandorte. Zu den Gästen in Potsdam gehörten der branden­burgische Wissenschaftsminister, Steffen Reiche (2. v. r.), und der Vorsitzende des brandenburgı1­

{ H

if

schen Ausschusses, Dr. Klaus-Dietrich Krüger (.). Die Berliner und Brandenburger Landes­politiker brachten ihre Überzeugung zum Aus­druck, daß sowohl Adlershof als auch Golm fest in der Wissenschaftslandschaft verankert sein sollten. Sie verwiesen gleichzeitig übereinstim­mend darauf, daß das Thema Wissenschaft in den jeweiligen Parlamenten noch nicht den Stel­Jenwert einnimmt, den es aus ihrer Sicht haben sollte. Die Abgeordneten vergewisserten sich beim Rundgang über die Baustelle Golm vom zügigen Fortgang der Arbeiten an den Max­Planck-Instituten. Start für den ersten Bauab­schnitt war im September 1 996.B.E./Foto: Fritze

INFORMATIONEN ZUR FORSCHUNGSFÖRDERUNG

DFG: 23 neue Schwerpunktprogramme Der Senat der Deutschen Forschungsge­meinschaft(DFG) hat in seiner Frühjahrs­sitzung die Einrichtung von 23 Schwer: punktprogrammen im Jahr 1998 beschlos­sen. Die DFG wird ab 1998 damit insge­samt 112 Schwerpunktprogramme mit el­nem Volumen von voraussichtlich rund 24T Millionen DM fördern. Kennzeichnend für dieses Förderverfahren ist eine überregio­nale Kooperation der beteiligten Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler. For­scher aus verschiedenen Instituten und Dis­ziplinen arbeiten für eine begrenzte Zeit, zumeist sechs Jahre, zusammen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften wird es drei und in der Biologie und Medizin sechs neue Schwerpunktprogramme geben. Mn den Naturwissenschaften werden ebenfalls sechs und in den Ingenieurwissenschaften werden acht neue Programme eingerichtet. Nähere Informationen dazu erteilt das De­zernat 1 der Uni Potsdam. zi.

BMBF:Forschung für die Umwelt

Mit einem neuen Umweltforschungspro­gramm, das gemeinsam vom Bundesmini­sterium für Bildung, Wissenschaft, For­schung und Technologie(BMBF) und dem Bundesumweltministerium erabeitet wurde, sollen Innovationen in Wirtschaft und Gesell­schaft befördert werden, die dazu beitragen, die natürlichen Lebensgrundlagen und da­mit die Entwicklungschancen für heutige und künftige Generationen zu sichern. Es konzentriert sich auf die Themenfelderdie Umwelt gestalten,nachhaltig Wirtschaften undUmweltbildung. Weitere Informatio­nen darüber sind im Dezernat 1 der Uni Pots­dam erhältlich. Yi.

DFG: Großgeräteinitiative

Durch die Weiterentwicklung hochauflösen­der Elektronenmikroskope sind neue Ar­beitsgebiete in den Ingenieur-, Natur- und Biowissenschaften entstanden. Hierbei er­öffnet z.B. die Kombination von strukturellen Untersuchungen mit chemischen, physika­lischen und biologischen Analysen neue Möglichkeiten der Materialcharakterisie­rung mit bis zu atomarer Ortsauflösung. Da die erforderliche Geräteausstattung deut­schen Forschergruppen kaum zur Verfü­gung steht, plant die DFG mit einer neuen Großgeräteinitiative den dringendsten Be­darf an speziellen Elektonenmikroskopen zu befriedigen. Besonders ausgewiesenen und leistungsfähigen Arbeitsgruppen aus dem Bereich der hochauflösenden Elek­tronenmikroskopie in den Ingenieur-, Natur­und Biowissenschaften sollen daher Raster­Elektonenmikroskope und Transmissions­

Seite 20

PUTZ 5/97