Expertengremiums. Das Institut orientiere sich derzeit noch mehr an den Verwaltungs-, als an den Naturwissenschaften. Der Diplomstudiengang Informatik sollte nur weitergeführt werden,„sofern dieser verstärkt auf die Belange der Naturwissenschaften ausgerichtet wird“. Wird diese Anorderung nicht erfüllt, soll die Lehre laut Wissenschaftsrat auf die Lehramts- und Nebenfachsausbildung beschränkt werden. So weit wird es nach Ansicht des Instiutsleiters Prof. Dr. Andreas Schwill nicht kommen: ‚Wir sind zuversichtlich, daß wir die Einwände ausräumen können“. Bislang habe man die Möglichkeiten einer stärkeren Profilierung noch nicht gehabt.„Die Hälfte unserer Professoren sind erst seit einem Jahr am Institut“, So Schwüill.
Grundausstattung„bedenklich“
Als„bedenklich“ stufte der Wissenschaftsrat die durchschnittliche Grundausstattung der Professuren ein.„Mittelfristig sollten die Aufwendungen steigen, um die Drittmittelfähigkeit zu verbessern“, heißt es in der Empfehlung. Für den weiteren Ausbau der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät hält das Expertengremium 70 bis 80 Professuren nach wie vor für angemessen.
Die derzeitige Strukturplanung des Senats sieht 71 Professuren vor und liegt damit in diesem Rahmen. „Insgesamt sind wir hoch zufrieden mit der Einschätzung des Wissenschaftsrates“, resümiert Dekan Jürgen Kurths die Ergebnisse. Etwas weniger glücklich verlief die Evaluation für die Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Berliner Humboldt Universiät. Das Konzept für das Wissenschafts- und Technologiezentrum Adlershof lobte der Wissenschaftsrat Zwar als„zukunftsweisend und innovativ“, die Empfehlung für einen sofortigen Baubeginn blieb dennoch aus. Erst 1998 soll der erste Spatenstich für den Berliner naturwissenschaftlichen Campus erfolgen.
Die Kooperation zwischen den Berliner und Potsdamer mathematischen und naturwissenschaftlichen Einrichtungen hat für den Wissenschaftsrat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Die bislang unternommenen Anstrengungen diesbezüglich seien noch nicht ausreichend. Er mahnte vor allem die Berliner Hochschulen an,„im weiteren Vollzug der hochschulinternen Profilierung das Leistungsangebot des Wissenschafts
standorts Golm entsprechend zu berückmef
sichtigen“.
PARLAMENTARIER IM ZUKÜNFTIGEN
WISSENSCHAFTSPARK
Kurz bevor der Wissenschaftsrat Mitte Mai 1997 seine positive Stellungnahme Zum Aufbau der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam am Standort Golm abgab, besuchten die Mitglieder der Ausschüsse für Wissenschaft und Forschung des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landtages Brandenburg Adlershof und Golm. Dabei verschafften sie sich vor Ort einen Eindruck vom Konzept und der Entwicklung dieser Wissenschaftsstandorte. Zu den Gästen in Potsdam gehörten der brandenburgische Wissenschaftsminister, Steffen Reiche (2. v. r.), und der Vorsitzende des brandenburgı1
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schen Ausschusses, Dr. Klaus-Dietrich Krüger (.). Die Berliner und Brandenburger Landespolitiker brachten ihre Überzeugung zum Ausdruck, daß sowohl Adlershof als auch Golm fest in der Wissenschaftslandschaft verankert sein sollten. Sie verwiesen gleichzeitig übereinstimmend darauf, daß das Thema Wissenschaft in den jeweiligen Parlamenten noch nicht den StelJenwert einnimmt, den es aus ihrer Sicht haben sollte. Die Abgeordneten vergewisserten sich beim Rundgang über die Baustelle Golm vom zügigen Fortgang der Arbeiten an den MaxPlanck-Instituten. Start für den ersten Bauabschnitt war im September 1 996.B.E./Foto: Fritze
INFORMATIONEN ZUR FORSCHUNGSFÖRDERUNG
DFG: 23 neue Schwerpunktprogramme Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) hat in seiner Frühjahrssitzung die Einrichtung von 23 Schwer: punktprogrammen im Jahr 1998 beschlossen. Die DFG wird ab 1998 damit insgesamt 112 Schwerpunktprogramme mit elnem Volumen von voraussichtlich rund 24T Millionen DM fördern. Kennzeichnend für dieses Förderverfahren ist eine überregionale Kooperation der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Forscher aus verschiedenen Instituten und Disziplinen arbeiten für eine begrenzte Zeit, zumeist sechs Jahre, zusammen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften wird es drei und in der Biologie und Medizin sechs neue Schwerpunktprogramme geben. Mn den Naturwissenschaften werden ebenfalls sechs und in den Ingenieurwissenschaften werden acht neue Programme eingerichtet. Nähere Informationen dazu erteilt das Dezernat 1 der Uni Potsdam. zi.
BMBF:„Forschung für die Umwelt“
Mit einem neuen Umweltforschungsprogramm, das gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie(BMBF) und dem Bundesumweltministerium erabeitet wurde, sollen Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft befördert werden, die dazu beitragen, die natürlichen Lebensgrundlagen und damit die Entwicklungschancen für heutige und künftige Generationen zu sichern. Es konzentriert sich auf die Themenfelder„die Umwelt gestalten“,„nachhaltig Wirtschaften“ und„Umweltbildung“. Weitere Informationen darüber sind im Dezernat 1 der Uni Potsdam erhältlich. Yi.
DFG: Großgeräteinitiative
Durch die Weiterentwicklung hochauflösender Elektronenmikroskope sind neue Arbeitsgebiete in den Ingenieur-, Natur- und Biowissenschaften entstanden. Hierbei eröffnet z.B. die Kombination von strukturellen Untersuchungen mit chemischen, physikalischen und biologischen Analysen neue Möglichkeiten der Materialcharakterisierung mit bis zu atomarer Ortsauflösung. Da die erforderliche Geräteausstattung deutschen Forschergruppen kaum zur Verfügung steht, plant die DFG mit einer neuen Großgeräteinitiative den dringendsten Bedarf an speziellen Elektonenmikroskopen zu befriedigen. Besonders ausgewiesenen und leistungsfähigen Arbeitsgruppen aus dem Bereich der hochauflösenden Elektronenmikroskopie in den Ingenieur-, Naturund Biowissenschaften sollen daher RasterElektonenmikroskope und Transmissions
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