ZUR KOOPERATION DER POTSDAMER UNIVERSITÄT MIT AUSSERUNIVERSITÄREN
FORSCHUNGSEINRICHTUNGEN
UMWELTFREUNDLICHE STOFFTRENNUNG MIT MEMBRANEN Die Abteilung Membranforschung des GKSS-Instituts für Chemie in Teltow-Seehof
GKSS
Eines der Markenzeichen der Universität Potsdam ist ihre enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Kooperationen reichen von der gemeinsamen Berufung von Professoren über die Einrichtung von interdisziplinären Zentren bis zu gemeinsamen Studiengängen. In den vergangenen Ausgaben der PUTZ wurde bereits über elf„Partnerinstitute“ der Uni berichtet— vom Geoforschungszentrum auf dem Potsdamer Telegrafenberg bis zur Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für SynChrotronstrahlung. Zum Abschluß der Serie stellen wir die Abteilung Membranforschung des GKSS-Instituts für Chemie in Teltow-Seehof vor.
Flexibilität zählte schon immer zu den Stärken des GKSS-Forschungszentrums. Bereits mehrmals mußte sich die heutige Großforschungseinrichtung der HelmholtzGemeinschaft in seiner mehr als 40jährigen Geschichte fachlich und strukturell umorientieren. 1956 war die„Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt“ in Geesthacht bei Hamburg gegründet worden. Von dem ursprünglichen Namen sind heute nur noch die Initialien geblieben. Auch das jetzige Forschungsprofil des GKSS hat mit der Gründungsidee nichts mehr zu tun: Statt mit der Verwertung von Kernergie befassen sich die insgesamt 800 Mitarbeiter der Einrichtung heute mit der Materialforschung, der Umweltforschung und der Trenntechnik.
Für das letztere Forschungsgebiet ist die Abteilung Membranforschung des GKSSInstituts für Chemie in Teltow Seehof zuständig. Das ehemalige„Institut für PolymerenChemie“ wurde 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrates in die Großforschungseinrichtung integriert.„Hier ist schon zu DDR-Zeiten solide Grundlagenforschung geleistet worden. Die anwendungsorientierte Forschung des GKSS konnten wir sehr gut ergänzen“, sagt der Institutsleiter Dieter Paul. 52 Mitarbeiter befassen sich in Teltow-Seehof mit der Entwicklung von Membranen zur Stofftrennung. Bei der Meerwasserentsalzung kommen die dünnen Polymerfilme
ebenso zum Einsatz, wie bei der Aufbereitung von Sickerwässern auf Deponien, der Druckluftentwässerung oder der Dialyse im Krankenhaus. Aufgabe des GKSS ist es, für jeden Trennprozeß ein maßgeschneidertes Membran sowie das entsprechende Anwendungsverfahren zu entwickeln.„Heute
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Schichten. Die Zusammenarbeit reicht vom personellen Austausch über die gemeinsame Nutzung von Laboren und Forschungsgeräten bis zur Veröffentlichung von gemeinsamen Publikationen.„Die Kooperation nutzt beiden Seiten gleichermaßen und wäre Sogar noch ausbaufähig“, so Paul. mcef
Grundlagenforschung für maßgeschneiderte Membrane: Seit fünf Jahren entwickelt das GKSS-Insti
tut für Chemie in Teltow-Seehof Trennverfahren für Umwelttechnik, Biotechnik, Prozeßtechnik und
Medizin. Allein in den Jahren 1995 und 1996 meldete das Institut 27 Patente an.
liegt unser Forschungsschwerpunkt weniger bei der Trennung von Flüssigkeiten, sondern vielmehr bei der Gas- und Dämpfetrennung“, so Dieter Paul. Das GKSS habe beispielsweise eine Anlage zur Benzindampfrückgewinnung entwickelt, die inzwischen bundesweit bei rund 50 Tanklagern genutzt wird. Mehr als 90 Prozent der austretenden Benzingase können durch das Membranverfahren wieder verflüssigt werden. Eine große Rolle spielt die Trenntechnik heute auch für die Lebensmittelindustrie, die Trinkwassergewinnung und vor allem für die Medizin.„50 Prozent der Anwendungen von Membranen erfolgt im medizinischen Bereich“, so Dieter Paul.
Gute Kontakte zur Industrie und öffentlichen Einrichtungen ist für die anwendungsorientierte Forschung des GKSS unerläßlich. Aber auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen spielt für die Großforschungseinrichtung eine große Rolle. Eine Million Mark läßt sich das GKSS die Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen jährlich kosten. Partnereinrichtung an der Universität Potsdam ist das Interdisziplinäre Zentrum für Dünne Organische und Biochemische
Foto: Fritze
Hochschulkooperationsprogramm
Seit einem Jahr existiert ein„EU-ChinaHochschulkooperationsprogramm“ Es dient der Förderung europäischer Sprachen und Studien in China. Dabei handelt es sich um ein Programm zwischen den Ländern der Europäischen Union und China, dessen Verantwortung beim Utrecht Netzwerk und der Universität Lund in Schweden liegt. Von dort sind auch alle Informationen abzufordern. Das Programm will u.a. einen Beitrag dazu leisten, neue Lern- und Lehrmethoden sowie neue multimediale Technologien in der Bildung einzuführen und Probleme der Fernlehre zu bewältigen. Es umfaßt folgende Bereiche: Wirtschaftspolitik, Rechtswissenschaft, Verwaltung, Regionalpolitik, Bildung, Umweltplanung und Gesundheitswesen.
Weitere Informationen sind erhältlich bei: EU-China Higher Education Cooperation Programme, Lund University, Box 117, S221 00 LUND, Tel.+46.46.222 1294, Fax +46.46.222 1295, E-mail: requests@euch4.eu-china.lu.se oder unter http://www. lu.se/eu-china/reg.html. ge.
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