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tere drei Jahre Projektarbeit zu leisten. Erfolge gäbe es zudem bei der Berufsausbildung. So konnten alle einstigen Auszubildenden für Bürokommunikation als Sekräterinnen an der Hochschule beginnen. Wie brisant jedoch die Lehrstellen-Konstellation sei, dokumentiere die Anzahl von 116 Bewerbern für gerade fünf Plätze, die künftigen Kauffrauen für Bürokommunikation zur Verfügung stünden.
Auf Problematisches verwies auch Dr. Peter Herrmann, Vorsitzender des Personalrats für wissenschaftliches und künstlerisches Personal. Aufmerksam machte er beispielsweise auf die Schwierigkeiten, die durch die Auflösung des Cottbuser Pädagogischen Instituts entstanden. Dessen Schließung zum Ende des Studienjahres 1995/1996 habe für die vom MWFK nun der Universität Potsdam zugeordneten Mitarbeiter ganz direkte Folgen. Umschulung für ein Mangelfach, neue Aufgaben im Weiterbildungsprogramm, die Versetzung an andere Institutionen im Verantwortungsbereich des hbrandenburgischen öffentlichen Dienstes, das Spektrum bereits gefällter Entscheidungen reiche weit. Vorläufiger Höhepunkt der Entwicklung: zwei beantragte, jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftige betriebsbedingte Kündigungen. Als durchaus ähnlich diffizil erweise sich die Situation ehemaliger WIPForscher. Von den ursprünglich an der Uni vorhandenen rund 190 Wissenschaftlern seien nach Beendigung des Programms nur 28 fest an die Einrichtung gekommen, weitere 40 Mitarbeiter infolge des Hochschulsonderprogramms III wenigstens befristet beschäftigt. Positiv dagegen, so Herrmann, stelle sich insgesamt die Zusammenarbeit seines Gremiums mit der Dienststellenleitung dar. In diesem Zusammenhang mahnte er dennoch angesichts aktueller Entwicklungen insbesondere Öffentlichkeit und Transparenz sowie demokratische Mitbestimmung bei den derzeit zu führenden Strukturdiskussionen an.
Jene Debatten resultieren aus konkreten, im Entwurf des brandenburgischen Hochschulentwicklungsplanes enthaltenen Plänen des MWFK. Geht es nach dem Willen Wissenschaftsminister Steffen Reiches, bleiben von für das Jahr 2000 einst vorgesehenen 262 Professuren jetzt nur noch 190 übrig. Damit sollen Potsdam bei einem gegenwärtigen Ausbaustand von 75,6 Prozent ganze 72 Professuren genommen werden. Diese Kürzung aber bedeute, erklärte UniKanzler Alfred Klein während der Veranstaltungen, tiefe Einschnitte in die ausschließlich durch die Anzahl von Professuren bestimmte Struktur der Hochschule. Deren Rektorat fordere deshalb einen Einstellungskorridor für Umbaumaßnahmen. Es wolle versuchen, vorsätzliche Schäden, die allein aus Sparzwängen entstünden, durch
eine fachlich bezogene Einmischung abzuwenden. Die Streichung von Qualifikationsstellen beispielsweise müsse verhindert, wissenschaftlicher Nachwuchs gesichert werden. Klein stellte in diesem Zusammenhang klar:„Um als Universität handlungsfähig zu bleiben, gehört dazu die Respektierung der Hochschul-Autonomie sowie die Gewährung eines Gestaltungs- und Handlungsspielraums über Flexibilisierung, Globalisierung und, sehr wichtig, eine Übergangsfinanzierung sowie der geforderte Einstellungskorridor.“ PG.
DIE PUTZ IM INTERNET
http:/www.uni-potsdam.de/ u/putz/index.htm
„Danke für die tolle Unterstützung”
Die Schüler der Klasse 10 der Babelsberger Oberlinschule haben einen Film über „Rücksicht auf der Straße“ gedreht. Sie hatten sich an einem Videowettbewerb beteiligt, der von dem Polizeipräsidium Frankfurt/Oder ausgerufen worden war. Der Film, der in mühevoller Arbeit entstanden ist, heißt„Der Traum“. Er wurde von Dr. Lutz Henrich und Frank Poser von der Arbeitsstelle Medienpädagogik der Uni Potsdam unterstützt. Bei diesem Film geht es um einen körperbehinderten Jugendlichen, der einen Alptraum hat. Er will eine Straße überqueren, kommt aber nicht rüber, weil immer wieder ein Auto nach dem anderen kommt und schließlich ein Unfall passiert. Als er dann aufwacht, merkt er, daß das alles nur ein Traum war, und er ruhig und gelassen sich waschen und frühstücken kann. Auf dem Weg zur Schule trifft er seine Schulkameradin Melanie, die ihn auf dem Weg zur Schule begleitet und zwar ohne Probleme. Die Hauptdarsteller im Film sind Dennis und Melanie. Alexander, Nico, Rene, Sven und Robert waren für die Kamera, Musik, Regie und Schnitt verantwortlich. Aber die harte Arbeit hat sich dann zum Schluß doch gelohnt, als sie am 20. Februar 1997 nach Fürstenwalde zur Preisverleihung fahren konnten und den 2. Preis gewonnen haben. Sie konnten es erst gar nicht glauben, weil sie schon einmal einen Videowettbewerb erfolglos mitgemacht hatten. Der Preis besteht aus einer Reise nach Dänemark sowie 1800 DM. Dabei ist für sie ein Wunsch in Erfüllung gegangen: eine Abschlußreise. Lutz Henrich und Frank Poser sei an dieser Stelle jedenfalls ganz herzlich für die tolle Unterstützung gedankt! Alexander Borg/Oberlinschule Potsdam
Freie Plätze für Kinder und Erwachsene
Seit der Einrichtung eines Diplomstudienganges im Jahre 1991 gibt es am Institut für Musik der Universität Potsdam das Hauptfach„Elementare Musikpädagogik“. Zum Lehrangebot dieser Abteilung gehören eine Reihe von Lehrpraxisgruppen, in welchen Kinder ab vier Jahren, aber auch Erwachsene in Musik und Bewegung unterYichtet werden. Von Mitarbeitern des Institutes geleitet, sind sie zugleich Lehrpraxisfelder für die Studierenden, die dort hospitieren und in ausgewählten Unterrichtseinheiten selbständig lehrpraktische Aufgaben übernehmen.
Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen wird kostenloser Unterricht in„Elementarer Musikpädagogik“(musikalischer Früherziehung) angeboten, der an Potsdamer Kindergärten, im„Treffpunkt Freizeit“ sowie direkt auf dem Universitätsgelände in Golm stattfindet. Mit den Inhaltsbereichen Singen und Sprechen, Bewegen und Tanzen, Spielen auf elementaren Instrumenten u.a. besteht die Möglichkeit, an einem erlebnisorientierten Unterricht teilzunehmen, der musikalischtänzerische Fähigkeiten, das soziale Verhalten sowie das kreative und eigenschöpfeYische Potential der Kinder fördern soll. Immer zu Beginn jedes Wintersemesters (Anfang Oktober) bilden sich neue Gruppen von Vor- und Grundschulkindern, die sich während der Semesterzeiten einmal wöChentlich zu ihrer Unterrichtsstunde treffen. Für das bevorstehende Wintersemester 1997/98 ist das Institut für Musik wieder auf der Suche nach Kindern im Alter zwischen vier und acht Jahren, die in einer der neuen Gruppen in Golm dabeisein möchten.
Seit Oktober 1995 besteht nun auch eine „Erwachsenengruppe für Musik und Bewegung“. Ebenfalls einmal pro Woche treffen sich Studierende, Mitarbeiter und andere Interessierte zum gemeinsamen Singen, Tanzen und Musizieren. Neben einfachen Kanons, Folkloretänzen, rhythmischen Koordinationsübungen und leichten Spielstücken auf Orff-Instrumenten geben diese Abende auch Impulse zur Körpererfahrung und bieten Improvisations- und Gestaltungsaufgaben aus den Bereichen Musik und Bewegung.
Interessierte für diese Angebote melden sich bitte bei Erika Funk, Tel. 0331/9772002 oder schreiben an: Universität Potsdam, Institut für Musik/Abt. Elementare Musikpädagogik, Postfach 60 15 53, 14415 Potsdam.
Es wird versucht, alle Anmeldungen zu berücksichtigen, eine Einteilungsgarantie kann aber nicht übernommen werden. Aus organisatorischen Gründen erfolgt die schriftliChe oder telefonische Nachricht erst kurz vor Unterrichtsbeginn(Ende September). W.B.
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PUTZ 53/97