Campus
PUTZ 4/99
Interkulturelle Aufbauarbeit
Helene Harth wird Vizepräsidentin der Deutsch-französischen Hochschule
Will deutsch-Ffranzösische Zusammenarbeit voranbringen: Prof. Dr. Helene Harth Foto: Tribukeit
In einer gemeinsamen Erklärung begrüßten bereits 1997 die Hochschulrektorenkonferenz und die Conference des Presidents d’Universite das Projekt einer Deutsch-französischen Hochschule(DFH).
Hintergrund ist die Überzeugung beider Seiten, durch Zusammenarbeit in Forschung, Lehre, Studium, bei der Ausbildung des Nachwuchses sowie der Weiterbildung einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau und zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich leisten zu können.
In diesen Tagen nun erhielt das Projekt erste Konturen: Auch wenn es sich bei dieser Hochschule um eine virtuelle handeln wird, braucht es dafür einen Sitz. Dieser soll in Saarbrücken eingerichtet werden. Personelle Entscheidungen sind jetzt ebenso getroffen: Gründungspräsident wird der Germanist Jean David von der Universität Metz, Vizepräsidentin Prof. Dr. Helene Harth von der Universität Potsdam. Die offizielle Inthronisierung soll im September dieses Jahres erfolgen.
Die DFH ist ein Verbund von deutschen und französischen Universitäten, Fachhochschulen und Grandes Ecoles. Die Einrichtung kann auf dem soliden Fundament des deutsch-französischen Hochschulkollegs aufbauen. Im Studienjahr 1998/ 99 gab es mehr als 950 Studierende‘ in 70 geförderten deutsch-französischen Studiengängen, vor allem in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. Derzeit sind die Geistes- und Kulturwissenschaften eher gering vertreten. Zu den
Kooperationsvertrag mit Opole
Traditionell hat die Universität Potsdam gute Kontakte zu Hochschuleinrichtungen Mittel- und Osteuropas. Zwischen den Universitäten Potsdam und Opole gibt es seit 1992 einen Kooperationsvertrag.
Diese Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit in den Bereichen Mathematik, Slavistik, Wirtschaftswissenschaften und Pädagogik. Das Kooperationsspektrum hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Weitere Bereiche, wie die Polonistik, andere philologische Disziplinen sowie die Regionalforschung, haben ihr Interesse an der Aufnahme von Beziehun
Foto: Fritze
Prof. Dr. Stanislaw Nicieja
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gen bekundet. Um den veränderten Bedingungen Rechnung zu tragen, unterzeichneten am 4. Mai. 1999. der Rektor: der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, und der Rektor der Universität Opole, Prof. Dr. Stanislaw Nicieja, einen neuen Vertrag. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zu intensivieren. Dies betrifft auch den gegenseitigen Studentenaustausch und den Austausch von Wissenschaftlern für Forschungsvorhaben, Gastvorträge und Lehrveranstaltungen. Gemeinsame Publikationen, Konferenzen und Tagungen, der Austausch von Fachliteratur, von Informationen über Lehrprogramme und Lehrmethoden sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sind weitere Kooperationsfelder. B.E.
Zielen der neuen Einrichtung gehören die Initiierung, Förderung und Durchführung gemeinsamer deutsch-französischer Studienprogramme. Gleichermaßen will man Studienaufenthalte den jeweiligen Partnerhochschulen, den Austausch von Doktoranden und Postdoktoranden, die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Weiterbildung sowie gemeinsame Vorhaben in Forschung und Entwicklung anregen und fördern. Auf dem Programm steht gleichermaßen, sich um die telekommunikative Vernetzung der Mitgliedshochschulen unter anderem für die Zwecke der Studieninformation, gemeinsamer Studienprogramme und der Forschungskooperation zu kümmern. Zukünftig sollen als Abschluß gemeinsamer Studienprogramme zwei vergleichbare nationale oder binationale Abschlüsse der Partnerhochschulen erworben werden können.
In Potsdam gibt es schon seit einigen Jahren Erfahrungen in der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Die Juristi
an
schen Fakultäten der Potsdamer Uni und der Universität Paris X-Nanterre verbindet ein gemeinsamer Studiengang. Auf Initiative von Prof. Dr. Werner Merle vermittelt das Programm den deutschen und französischen Studierenden neben dem Studium des nationalen Rechts eine Zusatzausbildung im Recht des jeweils anderen Landes in der Landessprache.
Helene Harth kann sich durchaus weitere Felder der Kooperation vorstellen. Als Romanistin hat sie. an. der Deutschfranzösischen Hochschule schon aus fachlichen und wissenschaftlichen Gründen großes Interesse. Zudem war sie in der Gründungsphase direkt beteiligt. Als Motive für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, das Amt der Vizepräsidentin anzutreten, nennt: sie aber auch,„die Möglichkeit, Aufbauarbeit im interkulturellen Sinne leisten zu können. Es ist eine lohnende Arbeit, auf diese Weise etwas für die deutschfranzösischen Beziehungen tun zu können.“ B.E.
Italienisch-Lektoren an der Uni
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Die Universität Potsdam war vom 6. bis 8. Mai 1999 Austragungsort für die dritte bundesweite Italienisch-Lektoren-Tagung. Das Institut für Romanistik, der Bereich Italienisch des Sprachenzentrums der Uni und die Italienische Botschaft luden dazu ein. Die Konferenz stand unter dem Thema„Sprache und Literatur. Zur Anwendung literarischer Texte im Italienischunterricht“. Zum Programm gehörte eine Podiumsdiskussion, die den literarischen Text als Brücke zwischen Sprache und Kultur thematisierte. Mit unterschiedlichen Aspekten der Vermittlung literarischer Texte im Italienischunterricht befaßten sich die Tagungs
teilnehmer in drei Sektionen.
B.E./Foto: Fritze