Heft 
(1.1.2019) 04
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PUTZ 4/99

Absolventen

Praxisanforderungen früh kennen

Ehemaligen-Aktivitäten unter Wirtschaftswissenschaftlern

Katrin Münch gehört zu den Initiatorinnen des im Som­mer 1997 gegründeten För­dervereins der Wirtschafts­wissenschaften der Universi­tät Potsdam e. V. Seit April 1999 hat sich daraus eine fakultätsübergreifende Ab­solventeninitiative entwik­kelt. Katrin Münch studier­te von 1991 bis 1997 Be­triebswirtschaftslehre an der Universität Potsdam. Sie ist heute im Unternehmens­management als Beraterin bei SAP(SystemAnalyse Programmentwicklung) in Hamburg tätig. Über Ehe­maligenerfahrungen sprach Dr. Thomas Freitag für PUTZ mit der Absolventin.

PUTZ: Seit zwei Jahren gibt es bei Wirtschaftswissen­schaftlern der Universität einen von Ihnen mitbegründeten Förderverein, der nunmehr übergreifend, als Absolventen­verein der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wirkt. Wie entstand die Idee dazu?

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Münch: Es waren drei Absol­venten der Wirschafts- und So­zialwissenschaften, die sich für Kontakte der Ehemaligen zur Universität engagierten. Ziel unserer Veranstaltungen war es, Netzwerke zwischen Studenten und Absolventen, zwischen Uni und untereinander aufzu­bauen. Außerdem setzten wir uns für eine feierliche Form der Zeugnisübergabe innerhalb der Fakultät ein. Auf unserem jähr­lichen Treffen werden die Ab­solventen verabschiedet und eine ansprechende Feier mit Bufett und Tanz veranstaltet. In unseren Gesprächen und Be­gegnungen schwingt immer auch eine Nostalgie des Erin­nerns an die Studienzeit mit. Mit großer Freude habe ich er­fahren, daß im April dieses Jah­res eine Satzungsänderung be­schlossen wurde und jetzt Ab­solventen der gesamten Fakul­tät, Wirtschafts- und Sozial­wissenschaftler, die Ehemali­genkontakte entwickeln und pflegen.

PUTZ: Ihre Studienzeit liegt noch nicht so lange zurück, Sie sind jetzt in Hamburg tätig. Mit welchem Blick schauen Sie auf Ihre Ausbildung an der Universität zurück?

Katrin Münch Foto: privat Münch: Die Erfahrungen, Pro­bleme und Nöte der Praxis sind mitunter etwas anders, als die des relativ ruhigen Studien­betriebes. Der Arbeitsprozeß erfordert selbständiges Arbei­ten, hohe Flexibilität und die Fähigkeit, Lösungen und Lö­sungswege in Eigeninitiative zu finden. Durch das Studium soll­ten disponible Persönlichkeits­eigenschaften bis zu einem ge­wissen Grad trainiert werden. Es ist so, daß mir heute verschiede­ne Probleme und Angebote der Ausbildung praxisfern und hausgemacht erscheinen. Man­ches ist geradezu Selbstzweck und es ist erforderlich, Studien­alltag und Berufswelt zum ge­genseitigen Nutzen stärker zu durchdringen. Wiederum gilt wohl immer, daß Berufserfah­rungen etwas ganz anderes sind, als akademischer Lehrbetrieb und Studentenleben. Aber alles sollte sich doch stärker ergän­zen. Auch andere Ehemalige meines Jahrganges sehen das so, wie ich bei unseren jährlichen Treffen erfahre.

PUTZ: Inwieweit stimmen Ihre einstigen Studienerfah­rungen mit den Notwendigkei­ten der Praxis überein, wo di­vergieren diese?

Münch: Das Studium vermit­telt Grundlagen und zeigt fach­liche, wissenschaftliche Zusam­menhänge auf. Damit sind ele­mentare Voraussetzung gege­ben, um Erklärungen in der Betriebswirtschaft finden und analytische Fähigkeiten ausbil­den zu können. Besonders ge­fordert ist in meinem Beruf aber das Vermögen, Lösungen auch zu bisher unbekannten Fragestellungen aufzuzeigen. Dazu gehört die Erarbeitung ständig neuen Wissens sowie die Diskussion der Lösungen. Zu meinem Arbeitsalltag gehö­ren die Erstellung vonFallstu­dien und ein zielgerichtetes Projekmanagement.

PUTZ: Was würden Sie jenen, die den Berufseinstieg erst vor sich haben empfehlen?

Münch: Es ist für alle Studie­rende lohnend, gute Praktika zu absolvieren, sich vielfältig und gründlich in künftigen Berufsfeldern umzusehen. Was heute in der Arbeitswelt ver­langt wird, ändert sich fortwäh­rend. Es ist immer zu empfeh­len, Praxisanforderungen ken­nenzulernen, eigene Disponibi­lität schon vor dem Ende des Studiums dort zu testen und auszuprobieren.

PUTZ: Sie leben nicht mehr in unserer Stadt, sind aber noch an der Universität interessiert. Wie halten Sie die Verbindung?

Münch: Auch wenn ich nicht mehr oft in Potsdam bin, verfol­ge ich doch, was an der Univer­sität passiert. Dabei interessiert mich besonders, ob und wie sich die Dinge entwickeln, die wir schon zu meiner Studienzeit dis­kutiert haben, beispielsweise die neue Diplomprüfungsordnung oder die Profilierung der Univer­sität im Umfeld der Wirtschaft und der Studienablauf insge­samt. Dazu sind persönliche Kontakte im Rahmen des För­dervereins besonders wichtig.

PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Förderverein der Wirtschafts­

und Sozialwissen­schaften

Geschichte:

gegründet im Mai 1997 als Förderverein der Wirt­schaftswissenschaften der Universität Potsdam e.V.

nach Satzungsänderung im April 1999 Förderver­ein der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Potsdam e.V., damit für alle Absolventen der Fakultät zuständig

Vorstand:

Anne Schindelhauer(Absol­ventin, Gründungsmitglied des Vereins), Julia Schulze Henne(Studentin der Volks­wirtschaftslehre mit sozial­wissenschaftlicher Ausrich­tung) und Anne Lücke(Stu­dentin der Politik und Ver­waltungswissenschaften)

Ziele der Arbeit:

zentrale Anlaufstelle für Absolventen

traditionelle Ausgestaltung der Tage der Zeugnisüber­gabe(Februar und Juli ei­nes jeden Jahres)

Gestalten des Fakultäts­festes mit feierlicher Zeug­nisübergabe

Kooperation:

Dekanat der Wirtschafts­und Sozialwissenschaftlichen Fakultät ist engster Partner der Absolventenorganisation

Aktueller Termin:

6. Juli 1999, erstmals wird das Fakultätsfest als Sommer­fest gefeiert

Kontakt: Julia Schulze Henne, e-mail: jschh@rz.uni-potsdam.de

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